Allgemeines zum Arbeitsleben in der Schweiz

Arbeiten in der Schweiz: Bewerbungsmappe mit Arbeitsvertrag. Als deutscher Staatsbürger braucht man in der Schweiz keine Arbeitserlaubnis. Dank des bilateralen Abkommens darf jeder Deutsche in der Schweiz Arbeit suchen und kann mit dem Arbeitsvertrag die Aufenthaltsbewilligung beantragen.

Zu den vollständigen Bewerbungsunterlagen gehören in der Schweiz ein Anschreiben oder Motivationsschreiben, Lebenslauf und Kopien aller Zeugnisse. Der Lebenslauf sollte in tabellarischer Form, nicht länger als 2 Seiten und mit Foto sein. Es kann auch vorkommen, dass Schriftproben oder Arbeitsproben verlangt werden. Besonders viel Wert wird auf Diplome, Zeugnisse und Zertifikate gelegt. Ohne diese Nachweise läuft hier meist nichts.

In der Endphase der Bewerbung kann es auch vorkommen, dass während des Bewerbungsgespräches nach Referenzen gefragt wird. Dies können zum Beispiel vorherige Vorgesetzte oder Seminarleiter sein. Am wichtigsten ist es, dass es Personen sind, die einen gut kennen. Diese Referenzen sollten vorher unbedingt informiert sein, damit diese möglichst darauf vorbereitet sind und positiv über einen sprechen. Denn sie werden durchaus kontaktiert.

Eine abgeschlossene Berufsausbildung wird in der Schweiz höher angesehen, als man es von Deutschland her kennt. Meiner Erfahrung nach kommt es daher, dass die Anforderungen und das Niveau bei der Ausbildung in der Schweiz höher sind und auch meist länger dauern. Es gibt nicht wenige Ausbildungsberuf die 4 Jahre dauern.

Mein persönlicher Tipp ist, die Bewerbung etwas weniger offensiver schreiben und das Vorstellungsgespräch muss auch nicht so übertrieben selbstbewusst geführt werden wie in Deutschland. Ansonsten läuft die Jobsuche recht ähnlich ab.

Bei den Stellenangeboten wird immer von Prozenten gesprochen. Zum Beispiel 100%, 80% oder 50%. Die Worte Vollzeit und Teilzeit werden nicht benutzt. 100% entspricht der deutschen Vollzeit Bezeichnung und 80% oder 50% entspricht dem anteiligen Pensum einer Vollzeitstelle. Es ist nicht unüblich, dass 80% oder 90% gearbeitet wird und kommt gar nicht so selten vor.

Folgende Rahmenbedingungen sind allgemein gültig und gut zu wissen. Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 4 Wochen, für Arbeitnehmer unter 20 Jahren 5 Wochen. Älteren Mitarbeitern wird meistens auch mehr Urlaub gewährt, dies ist gesetzlich nicht verankert, aber allgemein üblich. Der Schweizer spricht meistens auch nicht von Urlaub sondern von Ferien, bedeutet aber das gleiche. Frauen bekommen 14 Wochen Schwangerschaftsurlaub direkt nach der Geburt, in dieser Zeit bekommen sie 80% (maximal 196 CHF pro Tag) ihres ursprünglichen Gehaltes. Die Probezeit beträgt maximal 3 Monate und nicht wie in Deutschland 6 Monate. Innerhalb der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist 7 Tage. Nach der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist je nach Branche und Firmenzugehörigkeit 1-3 Monate, für Führungsmitarbeiter (Kader) 3-6 Monate. Einen strengen Kündigungsschutz wie in Deutschland, kennt man in der Schweiz nicht. Eine Kündigung mit Einhaltung der Kündigungsfrist ist jederzeit auch ohne Angabe von Gründen möglich.

Die Arbeitszeiten sind eher lang, Wochenarbeitszeiten für Vollzeitarbeitnehmer von 42 bis 45 Stunden sind die Regel. Regelmässige Streiks von Gewerkschaften wie man es aus Deutschland kennt, gibt es in der Schweiz nicht. Das Lohnniveau ist im Allgemeinen hoch, aber man sollte sich vorher genau informieren. Je nach Region werden sehr unterschiedliche Löhne bezahlt. Die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau sind im Durschnitt grösser als in Deutschland. Vom Gesetzt her sind Männer und Frauen gleichberechtigt, aber die traditionelle Rollenverteilung ändert sich nur langsam.

Laut Umfragen sind die Schweizer zufriedener mit Ihrer Arbeit. Krankheitsbedingte Ausfälle sind seltener und meiner Erfahrung nach kürzer, als ich es von Deutschland her kenne. Das Thema Weiterbildung ist stärker ausgeprägt und bleibt auch mit steigendem Alter aktuell.

Jobsuche

Für die Jobsuche empfiehlt sich neben dem Stellenteil der lokalen Tageszeitungen und der regionalen Kleinanzeigen Zeitungen auch das Internet. Im Folgenden liste ich euch gern ein paar Links von Stellenportalen auf.

 

www.jobs.ch
www.jobpilot.ch
www.stellen.ch
www.monster.ch
www.tobjobs.ch
www.jobscout24.ch
 

Berufsspezifische und Branchenspezifische Stellenbörsen

Für viele Berufe und Branchen gibt es spezialisierte Jobbörsen. Häufig lässt sich dort auch ein Emailabo einrichten, welches einen dann über neue Stellen informiert.

 

Praxisstellen.ch Stellenportal für medizinisches Fachpersonal
medTalents Stellenangebote für Fachpersonal im Gesundheitsbereich
Pflege-Berufe.ch Stellenportal für Pflegeberufe
Gastronet Stellenangebote für die Gastronomie
Hotel Career Stellenangebote für die Gastronomie und Hotellerie
IngJobs Stellenangebote für Ingenieure
WorkerJobs Stellenangebote für Handwerker
ictcareer Stellenportal  für Informatiker und IT Branche
Krippenstellen Stellenangebote für Erzieher
Schuljobs Stellenangebote für Lehrer und Pädagogen
Vikariate Vertrettungsstellen für Lehrer und Pädagogen

 

Arbeitsvermittlung

Neben der staatlichen Arbeitsvermittlung, gibt es auch private Arbeitsvermittler, die für einen das Suchen der Arbeitsstelle übernehmen. Als zusätzliche Möglichkeit ist dies sehr zu empfehlen. Über die Rahmenbedingen sollte man sicher vorher unbedingt informieren.

 

Treffpunkt Arbeit Staatliche Arbeitsvermittlung
Adecco Bekannte Private Arbeitsvermittlung
Manpower Bekannte Private Arbeitsvermittlung
AVG-Seco    Verzeichnis der genehmigten Privaten Arbeitsvermittler

 

Ich wünsche viel Erfolg bei der Jobsuche und Toi Toi Toi, wie man in der Schweiz sagt.

 

 

 

Lohnstatistiken - Bundesverwaltung für Statistik

Bundesverwaltung für Wirtschaft

Lohnrechner des Schweizer Gewerkschaftsbundes