Minimalistischer geht es fast nicht - wir richten die Wohnung ein

18. Juni 2017 - Der Umzug ist vollbracht. Der Sprinter wieder an Ort und Stelle in Freiburg. Es ist schon spät und wir sind müde. Heute geht nichts mehr. Die erste Nacht verbringen wir auf einer Luftmatratze (die mein Schwager fürsorglicherweise schon für uns bereitgestellt hat). Der Glaube daran, das in Erfüllung geht, was man in der ersten Nacht in einem neuen Bett träumt gilt heute nicht. Es ist kein Bett, es ist nur ein Gummihaufen. Also das verschieben wir dann auf morgen....


Montag morgen wache ich also in unserer neuen Wohnung auf. Beim Rundgang entdecke ich einen Küchentisch aus Holz mit 4 Stühlen, 1 Regal in weiss mit 4 Fächern, 2 kleine Holztische (Couchbeistelltisch, da ziemlich niedrig), eine Küchenlampe montiert (sonst nur Fassungen mit Birnen), noch ein weisses Regal mit Schubladen und Türen und eine grosse Kommode mit 6 Schubladen und einen Schwing-Sessel.


Yeah - was ist das alles? Das sind geschenkte Möbel aus der Familie meiner Schwägerin. Da ihre Eltern mittlerweile auch seit ein paar Jahren hier leben, waren das Möbel, die sie irgendwo auf dem Speicher aufbewahrt hatten und uns überliessen. Kein Schund, sondern wirklich Möbel, wie neu.


Meine ersten Ikea Möbel - in den 50 Jahren meines bisherigen Lebens hatte ich noch kein Ikea von innen gesehen. Natürlich kannte ich die Kataloge und auch den Stil, aber ich bin kein Servietten oder Kerzensammler (und das ist lt. Aussagen das, was man immer kauft) :rolling_on_the_floor_laughing: Ausserdem mag mein Mann Ikea nicht (Er hatte in seiner ersten Ehe eine Küche von dort - zugegeben eine wunderschöne Küche - aber auf Massanfertigung und so schwer aufzubauen, das er fast verzweifelt ist). Und mich hat er dann immer abgeschreckt mit den Worten: Wenn du bei Ikea eintrittst musst du durch den ganzen Laden (das ist Absicht) und immer den Pfeilen nach....


Okay, aber bevor ich sterbe, möchte ich nach Ikea (ich hab es mittlerweile nach Spreitenbach geschafft)


Ich schweife ab, nun wieder zum eigentlichen Punkt.


Wir bauen unsere wenig mitgebrachten Möbel auf. Bett und Kleiderschrank im Schlafzimmer, Mein "Bibliotheks-Wunsch-Regal" im Gästezimmer.TV auf den einen Tisch, PC auf den anderen. Fertig.


Mit den Kartons haben wir etwas mehr Arbeit. Das schon vorab geerbte Geschirr meiner Eltern (mühsam einzeln zusammengekauft und für 12 Personen) möchten wir in Ehren halten und räumen es schon mal in die Küche ein. Und die Hälfte davon packen wir auch gleich wieder aus und in einen Karton zurück..... Liebste Mama, wir sind 2 Personen

Das geerbte "Heiligtum"-Geschirr von der Grossmutter meines Mannes (es ist immerhin von Villeroy und Boch) packen wir erst gar nicht aus - man darf es nämlich nur zu Heiligabend benutzen und muss es dann von Hand spülen. Soviel zu, wir lassen alles unwichtige zurück.....


Meine Bücher und Romane räume ich in stundenlanger Präzision in mein neues Regal. Für meinen Mann das unwichtigste überhaupt auf der Welt...


Der Kleiderschrank ist gross genug für unsere Klamotten und die Bett- und Tischwäsche. Einräumen und fertig.


Und wer sich nun fragt: Wo ist die Couch? Es gibt keine.


Und es wird tatsächlich über ein Jahr dauern, bis es eine gibt. :see_no_evil_monkey: Unser Leben spielt sich die nächste Zeit sozusagen auf den Küchenstühlen ab...