Das nächste halbe Jahr

Eigentlich hatten wir geplant alles innerhalb von 3 Monaten zu regeln, das es nun doch ein halbes Jahr wurde, war im Nachhinein genau richtig. Es war schliesslich noch viel zu tun.

Wir waren sicher, das wir alle unsere "alten" Sachen nicht mehr mit in unser neues Leben nehmen wollten, sondern wirklich nur die Dinge, die wir dringend benötigten.


Also fing ich an, zu sortieren, zu waschen , zu putzen, einzupacken, auszupacken, wieder einzupacken und die Kartons wurden gestapelt. Mann oh Mann, was sich in über 20 Jahren alles so anhäuft, was man für wichtig gehalten hat. Im Endeffekt ist es nur Ballast.


Natürlich benötigt man Erinnerungsstücke. Und ich muss gestehen, ich bin ein kleiner "Freak". Seit meiner Jugend sammel ich Kinderbücher und später Liebesromane. Und die wollte ich unbedingt mitnehmen, damit ich endlich einmal in meinem Leben eine "Bibliothekswand" haben kann. Das allein machte 6 grosse Kartons aus....


Alles in allem haben wir dann nur mitgenommen: Unser Bett, den grossen Kleiderschrank, mein grosses neues Bücherregal (vorher altes Kinderzimmer-Regal), den PC und Fernseher und Geschirr und Kleinteile sowie Klamotten (alles einmal durchgewaschen und vorher aussortiert) und unser Auto. Fertig. Sonst nichts.


Alles anderen Dinge haben wir verschenkt oder zertrümmert und entsorgt.


Fazit schöne Momente von Januar bis Juni: in der Zeit war ich dreimal bei meinem Schatz zu Besuch, wir waren voller Vorfreude auf unser neues Leben. Sein Job war toll. Mein Job war prima. Unsere Tochter hat eine Wohnung gefunden.


Der schlimmste Moment dieser Zeit: Mein Papa ist im Februar gestorben nach kurzer schwerer Krankheit. Er hat im Krankenhaus am Tag seines Todes auf die ganze Familie gewartet und dann aufgehört zu atmen. Ich bin im Nachhinein sehr froh, das ich diesen Augenblick nicht verpasst habe. Wäre ich schon in der Schweiz gewesen, hätte ich es nicht rechtzeitig geschafft.

Er konnte leider nicht mehr sehen, wie gut es uns jetzt geht. Aber ich bin sicher, er schaut aus dem Himmel auf uns herab und freut sich über unseren Erfolg.

Kommentare 2

  • Hallo Kerstin

    Bei mir war es ähnlich. Meine Oma ist im 101. Lebensjahr im März gestorben, nachdem sie 2 Jahre im Heim nur noch so da lag. Ich habe dann neben meiner Auswanderung, meiner Abschiedsfeier, auch noch die Beerdigung organisiert. Einen Monat später bin ich in mein neues Leben gestartet.

    Als hätte es meine Oma gewusst, so konnte ich auch von ihr Abschied nehmen.


    Liebe Grüsse

    Anja

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    • Liebe Anja


      ja, manchmal ist es wirklich Schicksal was im Leben so passiert. Seien wir dankbar dafür.


      Liebe Grüsse

      Kerstin