Gute News vom Schweizer Arbeitsmarkt

Gute News vom Schweizer Arbeitsmarkt

Nach der knappen Annahme (50.3% Zustimmung) der SVP-Volksinitiative „gegen Masseneinwanderung“ im Februar 2014, suchte der Bundesrat lange nach einer europatauglichen Lösung. Der Nationalrat entschied sich schlussendlich für einen Kompromissvorschlag, auch bekannt unter dem Schlagwort „Inländervorrang light“. Mit dem Verfassungsartikel „Steuerung der Zuwanderung“ wurde, gegen den Willen der SVP, die Masseneinwanderungsinitiative umgesetzt. Mit der Einführung des Verfassungsartikels zur Steuerung der Zuwanderung zum 1. Juli 2018 wurde in der Schweiz die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8% eingeführt. Fast ein Jahr später möchte ich die Gelegenheit nutzen den Erfolg der Massnahme zu prüfen. Das Ergebnis hat mich dann doch überrascht. Im Anschluss führe ich euch Berufe auf, die von der Meldepflicht betroffen sind und bei denen es Bewerbungen aus dem Ausland schwerer haben. Ich präsentiere euch aber auch Berufsgruppen welche eine besonders niedrige Arbeitslosenquote vorweisen und nach Fachkräften aus dem Ausland verlangen.

Fangen wir mit ein paar nackten Zahlen an. Laut dem Schweizer Newsportal Nau.ch wurden im März beim RAV 37'409 Stellen gemeldet, davon unterlagen 23’245 Stellen der Meldepflicht. Insgesamt wurden 189’467 Stellensuchende registriert, 11’652 weniger als im Vorjahresmonat. Damit sank die Arbeitslosenquote um beeindruckende 5.8% zum Vorjahr. Besonders bei der Jugendarbeitslosigkeit und bei der Altersgruppe 50+ war die Wirkung frappant. Konkret bedeutet, dass bei den 15- bis 24-Jährigen die Arbeitslosigkeit um 14.6% und bei den über 50-Jährigen um 13.0% gesunken ist. Die Schweiz weisst damit unterm Strich eine Arbeitslosenquote von nur 2.5% (Vorjahr 2.9%) vor. Auf in der Schweiz lebende Deutsche hatte die Meldepflicht keine negative Auswirkung gehabt, die Arbeitslosigkeit fiel sogar noch leicht auf 2.7 %.  Mein Fazit anhand der Zahlen: Die Umsetzung des Verfassungsartikels zur Steuerung der Zuwanderung hat sich auf den Schweizer Arbeitsmarkt sehr positiv ausgewirkt. Der Bundesrat der Schweiz hat aus meiner Sicht eine gute Massnahme für den Schweizer Arbeitsmarkt realisiert.

Welche Berufe unterliegen der Meldepflicht?

Der Meldepflicht unterliegen alle Berufsarten mit mehr als 8% Arbeitslosenquote. Mit der Stellenmeldepflicht sollen beim RAV (Regionale Arbeitsvermittlungszentrum) registrierte Stellensuchenden, als erste über freie Stellen in Berufsarten mit hoher Arbeitslosigkeit informiert werden. Dadurch erhalten sie einen Bewerbungsvorsprung gegenüber anderen Kandidaten. Damit soll das Potenzial inländischer Arbeitskräfte besser genutzt werden. Bewerber aus dem Ausland haben es in diesen Berufen besonders schwer eine Stelle in der Schweiz zu finden.

Bis zum 31. Dezember 2019 unterliegen zum Bespiel folgende Berufe der Meldepflicht:

  • Kuriere/Kurierinnen
  • Betonbauer/innen, Zementierer/innen
  • Empfangspersonal und Portiers
  • Etagen-, Wäscherei- und Economatpersonal
  • Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen
  • Isolierer/innen
  • Küchenpersonal
  • Landwirtschaftliche Gehilfen/Gehilfinnen
  • Lageristen/Lageristinnen
  • Marketingfachleute
  • PR-Fachleute
  • Schauspieler/innen
  • Servicepersonal
  • Telefonisten/Telefonistinnen
  • Verputzer/innen, Stuckateure/Stuckateurinnen

Mehr News zur Stellenmeldepflicht und aktuellen Liste der betroffenen Berufsarbeiten gibt es auf arbeit.swiss.

Welche Berufsgruppen weissen im Moment eine besonders niedrige Arbeitslosenquote auf?

Mit Stand Ende März 2019 weissen laut dem SECO die folgende Berufsgruppen eine Arbeitslosenquote von 1.5% oder weniger auf:

  • Land- und Forstwirtschaft, Tierzucht
  • Techniker/innen
  • Unterricht, Bildung, Seelsorge und Fürsorge
  • Gesundheitswesen
  • Keramik- und Glasverarbeitung
  • Ingenieurberufe

Kleine Erklärung zu Nau.ch: Nau ist ein noch recht neues Schweizer Newsportal, welches 2017 gegründet wurde und seine News hauptsächlich über Bildschirme in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Tankstellen, in Fitnesscenter sowie über die eigene Webseite und App verbreitet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Regionalität. Neben professionellen News-Beiträgen, werden auf Nau.ch auch Leserbeiträge veröffentlicht.