Der Fondue-Guide für Einwanderer

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Der Fondue-Guide

In der kalten Jahreszeit gibt es in der Schweiz nichts Schöneres als ein paar Freunde einzuladen und in geselliger Runde ein feines Käsefondue zu geniessen. Mit diesem Fondue-Guide wirst du in kürzester Zeit die wichtigsten Fachbegriffe und Verhaltensregeln kennenlernen. Zum krönenden Abschluss präsentiere ich dir noch die beliebtesten Fondue-Mischungen.

Wichtige Fachbegriffe

Der Begriff Fondue kommt aus dem Französischen und heisst geschmolzen. Auch weitere Begriffe rund ums Fondue sind stark vom französischen geprägt. Das Käsefondue findet seinen Ursprung in den Westalpen, irgendwo im Bereich Romandie (Schweiz), Savoyen (Frankreich), Piemont (Italien) und Aostatal (Italien), wo genau ist nicht klar. 

  • Caquelon: Käsefonduetopf aus Gusseisen, Steingut, Keramik oder Porzellan. Das Material sollte die Hitze nur langsam in das Innere des Topfes weiterleiten, wodurch der Käse besser geschmolzen wird.
  • Rechaud: Der Kocher auf dem das Caquelon gestellt wird. Funktioniert mit einer offenen Flamme und wird entweder mit Brennspiritus, Gas oder einer speziellen Brennpaste betrieben. Moderne Rechauds gibt es mittlerweile auch mit Strom. Echte Kenner schwören ab auf Geräte mit offener Flamme.
  • Grossmutter: Die beliebte Käsekruste, die am Ende des Fondues am Boden zum Vorschein kommt. Je nach Region ist die Kruste auch als Croûton, Religieuse oder Nonne bekannt. Fondue-Anfänger verraten sich dadurch, dass sie die Kruste, als angebrannten Käse bezeichnen.

Fondue-Knigge

Die gängigen Tischmanieren kennt wahrscheinlich jeder. Beim gemütlichen Fondueplausch kommen noch ein paar eigene Benimmregeln hinzu. Wer nicht unangenehm auffallen möchte, sollte diese beachten.

Das Brot im Käsetopf verlieren, gilt als grobes Missgeschick. Je nach Runde wird dieser Fehltritt auch noch bestraft. Die Strafen reichen von eine Runde schmeissen, einen Schnaps trinken oder aufstehen und ein Lied singen. Diese unglückliche Situation hat der Asterix-Comic „Asterix bei den Schweizern“ vortrefflich eingefangen.

Käsefondue - Asterix bei den Schweizern

Jemandem extra das Brot von der Gabel stossen geht gar nicht. Damit dies nicht geschieht vorsichtig rühren. In welche Richtung gerührt wird, spielt keine Rolle. Hauptsache man einigt sich und alle rühren in die gleiche Richtung. Entweder im Uhrzeiger- oder gegen den Uhrzeigersinn. Welche Richtung spielt keine Rolle.

Extra die Flamme erhöhen, damit sich rasch eine Grossmutter (Kruste) am Boden bildet, ist ein No-Go. Das Fondue wird zu schnell zu heiss und scheidet. Eine gute Käsekruste braucht Zeit. Bei Liebhabern entbrennt am Ende des Fondues ein heisser Kampf um die Grossmutter. Aber Vorsicht, rücksichtsloses kratzen am Boden wird beim Besitzer des Caquelons keine Freude auslösen. 

Zu viel Kirsch (Schnaps) im Fondue ist nicht jedermanns Sache. Darum sparsam bei der Zubereitung mit dem Kirsch sein. Die Fonduerunde wird dadurch nicht lustiger, nur der Geschmack leidet. Lieber extra Kirsch zum Fondue als Schnäpschen reichen.

Wichtig ist zum Käsefondue viel trinken. Für gewöhnlich wird zum Fondue trockener Weisswein oder Tee getrunken. Diese beiden Getränke passen zum einem geschmacklich hervorragend und helfen bei der Verdauung. Wer nicht ausreichend trinkt, dem kann am Ende der Käse schwer im Magen liegen.

Die beliebtesten Fondue-Mischungen

Die Grundzutaten eines Käsefondues sind praktisch immer gleich: Maisstärke, Weisswein, Kirsch, Knoblauch, Pfeffer, Muskat und natürlich Käse. Den entscheidenden Unterschied machen die verwendeten Käsesorten. Jeder hat dabei seinen eigenen Favoriten und die Auswahl ist riesig. Im Folgenden zähle ich die beliebtesten Mischungen auf:

  • Moitié-moitié: Französisch für halb und halb. Besteht zur Hälfte aus Greyerzer und Vacherin Fribourgeois.
  • Appenzeller: Besteht zu 100 % aus Appenzeller Käse (mein persönlicher Favorit)
  • Fribourgeoise: Besteht zu 100 % aus Vacherin Fribourgeois.
  • Neuchâteloise: Besteht je zur Hälfte aus Greyerzer und Emmentaler.
  • Walliser: Käsemischung aus 50 % Vacherin, 25 % Greyerzer, 25 % Raclette-Käse.
  • Innerschweizer: Käsemischung mit je ein Drittel Greyerzer, Emmentaler und Sbrinz.
  • Ostschweizer: Käsemischung mit je ein Drittel Greyerzer, Appenzeller und Tilsiter.