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Autoverkauf in der Schweiz - Tipps für Einwanderer

Veröffentlicht: 10. Februar 2022

Wer in die Schweiz einwandert, nimmt nicht selten das eigene Auto mit. Irgendwann kommt der Punkt, an dem das Fahrzeug verkauft werden soll. Eventuell stand der Entschluss auch bereits früher fest, doch es ergab sich noch nicht die richtige Gelegenheit. Grundsätzlich ist es tatsächlich sinnvoll, den Wagen erst nach der Einwanderung zu verkaufen.

Im Vergleich mit beispielsweise Deutschland sind die Verkaufspreise in der Schweiz schlichtweg höher - ein Verkauf in Deutschland wäre daher ein Verlust, auch unter Berücksichtigung der höheren Lebenserhaltungskosten in der Schweiz. Aber ist es so einfach, das Fahrzeug zu verkaufen oder müssen rechtliche Punkte oder geänderte Gegebenheiten beachtet werden? Dieser Artikel zeigt auf, wie in der Schweiz das eigene Fahrzeug veräussert werden kann.

Die Verkaufskanäle

In der Schweiz stehen Privatverkäufern natürlich dieselben Optionen zur Verfügung, wie woanders auch:

  • Zeitungsanzeige - das ist der kompliziertere und oftmals langsame Weg. Zeitungsanzeigen bieten zwar regionale Verkäufe, doch kann das Fahrzeug durch den geringen Raum der Annonce schlechter angepriesen werden.
  • Internet - auf Verkaufsportalen können Privatverkäufer die Fahrzeuge nicht nur beschreiben, sondern auch Bilder einstellen. Gleichfalls bietet sich die einfache Möglichkeit des Preisvergleichs, da spielend leicht nach ähnlichen Verkaufsanzeigen gesucht werden kann.
  • Händler - wer nur wenig Zeit und Mühe in den Verkauf seines Autos investieren möchte, wählt einen schlichten Gebrauchtwagenhändler. Teilweise sind die Erlöse bei diesem Weg niedriger, dafür muss sich der Verkäufer jedoch rechtlich absolut keine Gedanken machen, da der Händler selbst bestens in der Lage ist, den Zustand des Wagens zu erkennen - und notfalls vor dem Ankauf zu prüfen.
  • Onlineportale - mittlerweile gibt es im Internet spezielle Portale für den Autoankauf in der gesamten Schweiz. Das Fahrzeug wird eingestellt und über das Modell, das Alter und einige weitere Preise online begutachtet. Es folgt ein Preisvorschlag, den der Verkäufer annehmen oder ablehnen kann. Ist der Preis akzeptabel, kann der Wagen in einem mit dem Portal zusammenarbeitenden oder zum Portal gehörigen Betrieb abgegeben werden.
  • Tausch - wer ohnehin einen Neuwagen kaufen möchte, kann den alten Wagen natürlich auch beim Händler abgeben und den Verkaufserlös gleich auf den Kaufpreis des neuen Wagens anrechnen lassen.

Der Ankaufsservice über ein Portal ist ein sehr einfacher und praktischer Weg für Verkäufer. Es entfallen die oft zahlreichen Käuferanfragen und Besichtigungen, die einen Privatverkauf sehr zeitaufwendig gestalten.

Rechtliches um den Verkauf

Gesetzlich ist es nicht vorgeschrieben, einen Vertrag über den Verkauf abzuschliessen. Ein Verkauf per Handschlag ist aber immer heikel. Sinnvoller ist es, einen der bei Autoclubs oder auch im Internet ausgegebenen Musterverkaufsverträge zu nutzen. Einige Punkte sollen immer im Vertrag stehen:

  • Gewährleistungsausschluss - um zu verhindern, dass man als Verkäufer nach dem Verkauf doch für Schäden aufkommen muss, kommt der Passus »Gekauft wie gesehen. Jede gesetzliche Gewährleistung des Verkäufers für Mängel ist ausgeschlossen.« in den Vertrag. Mit diesem Satz schliesst der Verkäufer die Gewährleistung aus.
  • Verschwiegene Mängel - der Verkäufer kann dennoch in Regress genommen werden, wenn er absichtlich und wissentlich vorhandene Mängel am Fahrzeug verschweigt.
  • Vorschäden - grundsätzlich ist es empfehlenswert, jeden bekannten Schaden am Fahrzeug gleich mit in den Vertrag aufzunehmen. Hierzu zählen natürlich auch Unfallschäden, die professionell repariert worden sind.
  • Tachostand - auch der Tachostand gehört in den Vertrag.
  • Fahrgestellnummer - das Auto sollte so genau wie nur möglich im Vertrag deklariert werden. Daher darf die Fahrgestellnummer keinesfalls fehlen. Auch besondere Einbauten oder Zubehörteile werden mit in den Vertrag aufgenommen.

Die Preisermittlung

Natürlich kann ein Verkäufer jeden ihm beliebigen Preis verlangen - ob er das Fahrzeug aber verkauft, ist fraglich. Die Preisangabe sollte schon realistisch sein. Um herauszubekommen, wie viel das eigene Auto noch wert ist, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Vergleich - ob Halter verschiedene Händler abfahren oder online auf Verkaufsportalen nach ähnlichen Anzeigen suchen, ist in diesem Fall unerheblich. Doch Vorsicht: Regional können sich die Preise deutlich unterscheiden, sodass der online gefundene Verkaufspreis für die eigene Region völlig überhöht oder aber zu niedrig sein kann.
  • Schätzung - online ist es möglich, den Wert des Fahrzeugs über Eurotaxx schätzen zu lassen.
  • Schätzung mit Prüfung - im Technischen Zentrum des TCS können Privatverkäufer ihr Fahrzeug gleich vor Ort einschätzen lassen. Dieser Weg hat einige Vorteile. So kann gleich eine technische Überprüfung mit beauftragt werden, für die es ein Protokoll gibt. Gerade bei älteren Fahrzeugen ist dies sinnvoll. Das Protokoll schafft beim Privatverkauf Vertrauen und der Käufer sieht direkt, in welchem Zustand sich der Wagen befindet. Zwar kostet die Prüfung etwas, allerdings kann zumeist ein höherer Kaufpreis erzielt werden.

Es muss immer berücksichtigt werden, dass ein gut gepflegtes Fahrzeug einen höheren Wert erzielt. Beim Einstellen auf Verkaufsplattformen sollte der Wagen ausgiebig gereinigt und auf Hochglanz gebracht werden - und das bereits, bevor er fotografiert wird. Wurde in dem Fahrzeug geraucht, wurden Tiere transportiert oder ist der Innenraum stärker verschmutzt, lohnt sich eine professionelle Reinigung. Auch hierfür fallen Kosten an, doch steigt der Wert des Wagens massgeblich, sodass ein höherer Verkaufspreis erzielt werden kann.

Bevor der Wagen eingestellt wird, sollten Autohalter noch überprüfen, ob die folgenden Dokumente vorliegen:

  • Fahrzeugausweis
  • Abgaswartungsdokument
  • Betriebsanleitungen (auch für Radio, Navi)
  • Serviceheft
  • Schlüsselcode und Radiocode

Übrigens sollte das Fahrzeug vor dem Verkauf unbedingt abgemeldet werden. Trägt es nach dem Verkauf noch die alten Nummernschilder und verursacht der Käufer einen Unfall, muss der ehemalige Besitzer weiterhin für den Schaden aufkommen. Erst mit der Umschreibung auf den neuen Halter und der Neuausstellung der Nummernschilder geht die Haftung auf den neuen Halter über.

Fazit

Es gibt keinen definitiven Weg, um das eigene Auto zu verkaufen. Jeder muss für sich entscheiden, wie viel Aufwand er auf sich nehmen möchte. Einfach und schnell geht es meist über den Händler, beim gleichzeitigen Kauf eines Neuwagens sind die Preise oft angemessen. Wichtig ist beim privaten Verkauf, dass der Wagen bestens präsentiert wird und dass keinerlei Schäden und Mängel verschwiegen werden.

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