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Die ersten 10 Schritte nach der Ankunft in der Schweiz

Veröffentlicht: 19. August 2025

Die ersten 10 Schritte nach der Ankunft in der Schweiz

So startest du deinen Alltag in der Schweiz schnell und korrekt. Die wichtigsten Behördengänge und Organisatorisches – klar, knapp und praxisnah. Mehr hilfreiche Infos rund um deinen Neustart findest du auf About Swiss - Auswandern Schweiz.

1) Anmeldung bei der Gemeinde

Frist

Innert 14 Tagen nach Ankunft und vor Arbeitsbeginn bei den Einwohnerdiensten der Gemeinde anmelden.

Mitbringen

  • Reisepass/ID
  • Miet- oder Untermietvertrag bzw. Wohnsitzbestätigung
  • Arbeitsvertrag oder Immatrikulationsbestätigung
  • Passfoto (je nach Kanton)
  • Allenfalls Heirats-/Geburtsurkunden
  • Gebühren einplanen

Ergebnis

Du erhältst eine Anmeldebestätigung. Die Aufenthaltsbewilligung (L/B/C) wird vom kantonalen Migrationsamt ausgestellt.

Hinweis

EU/EFTA melden sich bei der Gemeinde an und dürfen gemäss Bewilligung arbeiten. Drittstaatsangehörige halten sich an die Visum-/Bewilligungsauflagen; oft folgt ein Termin zur Abnahme biometrischer Daten.

2) Krankenversicherung abschliessen

Pflicht

Grundversicherung (KVG) innert 3 Monaten ab Wohnsitznahme abschliessen. Die Deckung gilt rückwirkend ab Zuzug.

Wahl

Franchise (Selbstbehalt) für Erwachsene 300–2500 CHF wählen; Modell (Hausarzt, HMO, Telmed) beeinflusst die Prämie.

Unfall

Arbeitest du mind. 8 Std./Woche beim gleichen Arbeitgeber, bist du über den Arbeitgeber auch für Nichtberufsunfälle versichert – dann Unfalldeckung in der Grundversicherung abwählen. Darunter: Unfalldeckung in der Grundversicherung belassen.

Sparen

Je nach Kanton gibt es Prämienverbilligungen (IPV). Fristen beachten.

3) Bankkonto eröffnen und Zahlungsverkehr einrichten

Unterlagen

Pass/ID, Wohnsitznachweis (Anmeldebestätigung/Mietvertrag), ggf. Arbeitsvertrag. Falls Bewilligung noch in Bearbeitung ist, akzeptieren viele Banken die Anmeldebestätigung.

Auswahl

Kantonalbanken, UBS, Raiffeisen, PostFinance sowie digitale Anbieter. Achte auf Kontogebühren, Karten, Wechselkurse.

Direkt starten

  • eBill/Lastschrift und Daueraufträge (z. B. Miete, Krankenversicherung) einrichten
  • Debitkarte bestellen; Kreditkarte nur nach Bedarf

Besonderheit

US-Personen und einzelne Nationalitäten unterliegen zusätzlichen Vorgaben (FATCA/CRS).

4) Mobile, Internet und Post

Mobile

Grosse Anbieter: Swisscom, Sunrise, Salt; zudem günstigere Marken wie yallo, Wingo, M-Budget, Coop Mobile, Lebara. Prepaid ist unkompliziert zum Start.

Internet

Verfügbarkeit an der Adresse prüfen (Glasfaser/Kupfer/Kabel). Mit Vermieter klären, ob eine Anschlussdose aktiviert ist.

Post

Bei Umzug innerhalb der Schweiz Nachsendeservice aktivieren; bei Erstzuzug reicht die korrekte Anmeldung, damit Post zustellt. Namensschild am Briefkasten anbringen.

5) Wohnung finden und richtig einziehen

Suche

Beliebte Portale: Homegate, Immoscout24, Flatfox, tutti, anibis. Besichtigungen organisieren.

Bewerbungsmappe

  • ID/Passkopie
  • Arbeitsvertrag/Lohnausweis
  • Betreibungsauszug (falls schon in CH)
  • Referenzen; als Neuzuzüger helfen Nachweise aus dem Herkunftsland (z. B. Einkommensnachweis)

Kaution

Üblich sind bis 3 Monatsmieten. Sicher hinterlegen auf einem Mietkautionskonto auf deinen Namen oder via Kautionsversicherung (kostet jährlich, wird nicht rückerstattet). Niemals Kaution auf ein Privatkonto des Vermieters überweisen.

Übergabe

Protokoll mit Mängeln erstellen, Fotos machen. Späteres Melden verdeckter Mängel rasch schriftlich.

6) Wichtige Zusatzversicherungen

  • Privathaftpflicht: Deckt Schäden, die du Dritten zufügst. Sehr empfohlen; viele Vermieter verlangen sie.
  • Hausrat: Deckt deine Einrichtung (Feuer, Wasser, Diebstahl u. a.). Versicherungssumme realistisch wählen.
  • Tipp: Police digital ablegen; Notfallnummern der Versicherer speichern.

7) Steuern und Sozialversicherungen verstehen

  • Quellensteuer: Ohne C-Bewilligung wird die Einkommensteuer meist direkt vom Lohn abgezogen. Prüfe jährlich, ob eine Tarifkorrektur oder ordentliche Veranlagung nötig/möglich ist (kantonal unterschiedlich, oft ab bestimmter Einkommenshöhe).
  • AHV/AVS-Nummer: Wird automatisch vergeben; der Arbeitgeber meldet dich an. Lohnabrechnung prüfen.
  • Pensionskasse (BVG): Bei ausreichendem Lohn obligatorisch. Arbeitgeber informiert dich; Freizügigkeitslösung bei Stellenwechsel beachten.
  • Belege: Lohnabrechnungen, Miet- und Versicherungsunterlagen geordnet ablegen.

8) Führerausweis, Auto und Verkehr

  • Führerausweis: Ausländischen Ausweis innert 12 Monaten beim Strassenverkehrsamt umschreiben lassen. Erfordert Formular, Sehtest (Optiker), Passfoto, Originalausweis; je nach Herkunftsland kann eine Kontrollfahrt nötig sein.
  • Fahrzeug: Für den Betrieb in der Schweiz brauchst du Haftpflichtversicherung und eine Zulassung. Auf Autobahnen ist eine Vignette Pflicht (Sticker oder E-Vignette).
  • Fahrrad/ÖV-Regeln: Licht/Reflektoren am Velo, Vortritts- und Signalisation beachten. Bussen sind teuer – Regeln kennen spart Geld.

9) Öffentlicher Verkehr, SwissPass und Alltag

  • SwissPass: Zentrales ÖV-Konto für Halbtax, GA und viele regionale Abos. Infos auf swisspass.ch. SBB Mobile App für Fahrpläne und Tickets.
  • Abo-Wahl: Halbtax lohnt sich oft schon ab wenigen Fahrten pro Monat; regionale Netzkarten prüfen.
  • Kinder/Schule: Schulpflicht und Eintrittsalter sind kantonal geregelt. Kinder beim Schulsekretariat der Gemeinde anmelden; für Kita/Tagesstrukturen gibt es teils einkommensabhängige Beiträge.

10) Lokale Pflichten und Integration

  • Abfall/Recycling: In vielen Gemeinden gibt es Gebührensäcke – nur offizielle Säcke werden abgeholt. Recycling (PET, Glas, Aluminium, Papier/Karton) ist meist gratis an Sammelstellen. Infos bei der Gemeinde.
  • Radio/TV-Abgabe (Serafe): Pro Haushalt obligatorisch. Anmeldung erfolgt in der Regel automatisch anhand der Einwohnerdaten; Rechnung kommt per Post. Änderungen im Haushalt melden. Mehr Infos: serafe.ch.
  • Hausarzt und Notfälle: Hausarzt suchen und als ersten Ansprechpartner nutzen. Notfallnummern: 144 (Sanität), 117 (Polizei), 118 (Feuerwehr), 112 (europaweite Notrufnummer).
  • Sprache & Ankommen: Kantonale Integrationsstellen und fide-Sprachkurse nutzen. Lokale Vereine, Sport und Nachbarschaft helfen beim Einleben.

Praktische Dokumente-Checkliste für den Start

  • Reisepass/ID, Visum (falls nötig)
  • Miet- oder Untermietvertrag, Übergabeprotokoll
  • Arbeitsvertrag/Immatrikulationsbestätigung
  • Anmeldebestätigung der Gemeinde
  • Passfoto(s), Sehtest (für Führerausweis)
  • Versicherungsnachweise (Kranken-, Haftpflicht-, Hausrat)
  • Finanzunterlagen (Bank, Daueraufträge, eBill)
  • Wichtige Telefonnummern (Notfälle, Gemeinde, Versicherer)

Hinweise

  • Vorgaben und Fristen können je nach Kanton/Gemeinde leicht variieren. Prüfe die Website deiner Gemeinde und des kantonalen Migrationsamts.
  • Hebe Quittungen und Bestätigungen auf; vieles lässt sich digital per App oder Kundenkonto verwalten.

So gehst du strukturiert vor, vermeidest teure Verzögerungen und bist in wenigen Wochen vollständig in der Schweiz eingerichtet. Willkommen!

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