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Onlineshopping in der Schweiz

Veröffentlicht: 07. Juni 2019

Es gibt unzählige Gründe, sein Leben in der Schweiz verbringen zu wollen. Die herrliche Landschaft, die entspannten Menschen oder – je nach Gemeinde – steuerliche Vorteile sind nur drei der Dinge, die jedes Jahr auch viele Deutsche dazu bewegen, ihren Wohnsitz dauerhaft gen Süden zu verlegen.

Leider gibt es jedoch auch Aspekte, die die Freude über das neue Domizil trüben können. Als erstes fallen vielen sicher die vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten ein, die sich jedoch durch die ebenfalls hohen Löhne gut decken lassen. Ein Punkt, der oft vergessen wird, in der heutigen Zeit aber umso wichtiger ist: Wer in der Schweiz lebt, ist relativ isoliert, was das Online-Shopping betrifft.

Mittendrin und nicht dabei

Der Grund dafür ist offensichtlich: Da die Schweiz nicht zur EU gehört, gelten andere Einfuhrbestimmungen als beim weitestgehend freien Handel zwischen den Mitgliedsstaaten. Für den Onlinehandel hat das zwei Konsequenzen: Aufgrund der hohen Zölle bestellen viele Schweizer gar nicht erst bei ausländischen Shops, da die Preisersparnisse gegenüber einheimischen Anbietern fast ausgeglichen werden. Viele Händler sehen wiederum keine Notwendigkeit, den Versand in die Eidgenossenschaft überhaupt anzubieten.

Wer seinen Wohnsitz in der Schweiz hat, hat also keine Möglichkeit, bei einem dieser Shops Waren zu bestellen. Dass Unternehmen freiwillig auf diesen extrem zahlungskräftigen und –freudigen Markt verzichten, macht deutlich, wie kompliziert der Handel durch die geltenden Zollregularien gemacht wird.

Die deutsche Lieferadresse löst Probleme

Man kann zu der Tatsache, dass die Schweiz sich gegen einen EU-Beitritt ausspricht, halten was man will. Dass sie für den Internethandel nicht förderlich ist, steht jedoch ausser Frage. Da dieses Problem jedoch weder neu noch ein grosses Geheimnis ist, gibt es längst Abhilfe. Schweizer können die Einfuhrbestimmungen umgehen, indem sie ihre Bestellung nicht zu sich nach Hause, sondern an eine Paketstation in Deutschland liefern lassen.

Damit sind keine offiziellen Einrichtungen der Post gemeint, sondern Firmen, deren Geschäftsmodell auf dieser Art der Lieferung fusst. Gegen eine geringe Gebühr werden Pakete und andere Sendungen dort gelagert, bis der Empfänger sie abholt. Da Waren bis zu einem Wert von 300 Franken pro Person und Tag zollfrei sind, können also auch Schweizer problemlos von den günstigeren Angeboten im Ausland profitieren. Ausgenommen von dieser Regel sind Alkohol und Fleisch, Lebensmittel machen allerdings ohnehin nur einen vernichtend geringen Anteil der online gekauften Güter aus.

Das Geschäft mit den EU-Lieferadressen boomt: Viele Anbieter direkt an der Grenzen verzeichnen täglich ein deutliches Wachstum ihres ohnehin schon grossen Kundenstamms. Wer diese Art des Onlineshoppings nutzen will, muss sich lediglich bei einem dieser Unternehmen registrieren und kann anschliessend nach Herzenslust im Internet einkaufen gehen.

Zusätzliche Steuerentlastung für Schweizer

Was dieses Modell noch attraktiver macht: Wer seinen Wohnsitz in der Schweiz hat, aber bei einem gewerblichen Anbieter in Deutschland bestellt, kann sich von diesem die Mehrwertsteuer zurückzahlen lassen. So kann man beim Online-Einkauf doppelt sparen.

Händler sind zwar nicht verpflichtet, die Steuer zurückzuerstatten, die meisten tun dies aber aus Kulanz. Schwierig wird es natürlich bei Privatanbietern. Wer also Waren über eBay kauft, sollte nicht mit dieser steuerlichen Vergünstigung rechnen.


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