Wo: Zürich

Böögg beim Sechseläuten in Zürich © Roland Fischer, Zürich (Switzerland) – Mail notification to: roland_zh(at)hispeed(dot)ch / Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0 Unported

Bedeutung des Sechseläuten

Das Sechseläuten ist ein Frühlingsfest in Zürich mit einem Feuerbrauch zur Vertreibung des Winters. Wie viele andere Feuerbräuche ist das Sechseläuten an die Tagundnachtgleiche des Frühjahres gebunden. Der Brauch entstand bei den Handwerkszünften der Stadt Zürich und wurde mit dem Wachstum von Zürich mit den Quartierszünften der neuen Stadtgebiete erweitert. Mittlerweile wird dieses Fest und vor allem die Verbrennung des Bööggs sogar im Schweizer Fernsehen übertragen und verfolgt.

Datum Sechseläuten in Zürich

Das Sechseläuten findet normalerweise am dritten Montag im April statt. Wenn das Datum aber auf Ostermontag fällt, dann findet es am vierten Montag im April statt. Wenn es in die Karwoche fällt, so findet das Sechseläuten am zweiten Montag im April statt. Zur Vereinfachung findet ihr im Folgenden eine Übersicht der zukünftigen Termine.

Zukünftige Termine des Sechseläutens:

Jahr Beginn
Sechseläuten 2018 16. April
Sechseläuten 2019 08. April
Sechseläuten 2020 20. April
Sechseläuten 2021 19. April
Sechseläuten 2022 25. April

 

Zug der Zünfte zum Feuer

Um 15 Uhr findet der Umzug der Zürcher Zünfte statt. Die von Pferden gezogenen Wagen werden von kostümierten und uniformierten Zünftlern, Musikkorps und Reiterstaffeln begleitet. Die zwei grössten Reitergruppen sind immer am Anfang und Ende des Umzuges zu finden. Der Umzug  startet in der unteren Bahnhofsstrasse und führt über den Bürkliplatz, Uraniabrücke und Limmatquai zum Sechseläutenplatz.

Sechseläuten: Kämbel Zunft im Kostüm beim Zug der ZünfteSechseläuten: Zug der Zünfte vom Grossmünster aus © Roland Fischer, Zürich (Switzerland) – Mail notification to: roland_zh(at)hispeed(dot)ch / Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0 Unported

Bööggverbrennung

Der Böögg ist eine Strohpuppe in Form eines Schneemannes. Dieser steht auf einem Scheiterhaufen in der Mitte des Sechseläutenplatzes in Zürich. Um 18 Uhr wird dieser angezündet und die Reiterstaffel der Zünfte umkreisen dabei den Böögg dreimal, während der Umkreisung wird der Sechseläutenmarsch gespielt. Der Kopf des Bööggs ist mit Feuerwerkskörpern gefüllt und sobald dieser explodiert, beginnt die Menge zu jubeln. Eine Regel besagt, je schneller der Böögg den Kopf verliert, desto schöner wird der Sommer.

Sechseläuten: Böögg kurz vom Anzünden des ScheiterhaufensSechseläuten: Böögg nach dem Anzünden des ScheiterhaufensSechseläuten: BööggverbrennungSechseläuten: Der Kopf des Bööggs explodiert © Roland Fischer, Zürich (Switzerland) – Mail notification to: roland_zh(at)hispeed(dot)ch / Wikimedia CommonsCC-BY-SA-3.0 Unported

Auszug

Nach dem Umzug und der Bööggverbrennung kehren die Zünfte in Ihre Zunfthäuser zurück und nehmen dort das Nachtessen (Abendbrot) ein. Im Anschluss machen sich die jüngeren der Zunft mit Musik und Laternen auf den Weg die anderen Zünfte zu besuchen. In der eigenen Zunft bleiben der Zunftmeister und die Stubenhocker um die anderen Zünfte in Empfang zu nehmen. Aus der Gruppe der Jüngeren wird ein Herold ernannt, dieser meldet bei der Ankunft die Gruppe im besuchten Zunfthaus an. Sobald diesen Einlass gewährt worden ist, marschiert die Gruppe mit dem Sechsliäutenmarsch ein. Ein weiterer Brauch ist es, dass ein Redner, der sich schon Monate vor dem Besuch gut vorbereitet hat, in einer Rede die besuchte Zunft und den Zunftmeister etwas auf die Schippe nimmt und Ihnen ein Geschenk überreicht. Nach einem dreimaligen Tusch bekommt der Zunftmeister die Möglichkeit Antwort auf die Rede der Gäste zu liefern und wird ebenfalls mit einem dreimaligen Tusch beendet. Die Besucher verlassen dann in Begleitung des Sechseläutenmarsches wieder die Zunft und machen sich auf den Weg zur nächsten Zunft. Mit diesem Ritual werden 3 – 4 Zünfte besucht und kehren zwischen 24 und 1 Uhr zur eigenen Zunft wieder zurück. Einer aus der Gruppe hat sich während des ganzen Abends Notizen gemacht und gibt den Stubenhockern und dem Zunftmeister Bericht über den Ablauf der Besuche. Als Zuschauer hat man zwar nicht die Möglichkeit den humorvollen Reden der Zünfte zu folgen, aber es ist sehr schön anzuschauen, wie die Zünfte am Abend umherziehen und aus jeder Ecke Musik zu hören ist.

Gastkanton

Seit einigen Jahren wird jedes Jahr ein Kanton als Gast nach Zürich eingeladen.  Der Gastkanton kann sich dabei auf dem Lindenhof präsentieren. Dort werden typische Spezialitäten und eine Ausstellung des Gastkantons angeboten. Beim Umzug der Zünfte und Kinderumzug nimmt der Kanton mit einer eigenen Delegation teil.

Kinderumzug

Dieser findet um 14 Uhr am Sonntagnachmittag vor dem Sechseläuten statt. Es dürfen alle kostümierten Kinder zwischen 5 und 15 Jahren daran teilnehmen. Die Kinder werden dabei von dunkelbekleideten jungen Frauen und Männern der Zünfte begleitet. Die rund drei Kilometer lange Route startet am Stadthausquai und endet am Sechseläutenplatz.

 

Buchtipp

Sechseläuten und Morgenstraich: Die schönsten Feste und Bräuche der Schweiz - Geschichte und Gegenwart

Eine Übersicht von bekannten und weniger bekannten Bräuchen und Festen der Schweiz. Nach Jahreszeiten sortiert und mit zahlreichen Schwarz-Weiss-Bildern gestaltet. Die regionalen Rezepte, Ausflugstipps und detaillierten Hintergrundinformationen machen dieses Buch zu einem Nachschlagwerk für alle, die mehr über die Schweiz und ihre Traditionen erfahren möchten.

Sechseläuten

SechseläutenSechseläuten Roman

Roman passend zum Sechseläuten. Beim offiziellen Anlass wird eine Frau niedergestochen und neben ihr steht ein verängstigter Junge. Der Fall führt den Kommissar zum Weltfußballverband FIFA. Die Tote arbeitete dort im Sekretariat, doch niemand scheint daran interessiert, den Mörder zu finden. Als der Junge endlich zu sprechen beginnt, wird der Kommissar hellhörig, es ist »Rotwelsch«, die Sprache der Jenischen. In den Akten des Hilfswerks Pro Juventute findet der Kommissar eine Liste, die höchster Geheimhaltung unterliegt. Darauf die Namen der jenischen Kinder, die bis 1972 aus ihren Familien »entfernt« wurden. Was ist aus diesen Menschen geworden? Nur so viel steht fest: Alle, die mit der Liste vertraut waren, sind unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Und nicht nur eine Spur führt zur FIFA.

 

Offizielle Internetseite des Sechseläutens

Sechseläutenmarsch zum anhören