Steuererklärung Schweiz als internationaler Wochenaufenthalter

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    • Steuererklärung Schweiz als internationaler Wochenaufenthalter

      Hallo zusammen,

      leider war ich schon Ewigkeiten nicht mehr hier im Forum, da mir die Arbeit in den letzten Monaten viel Zeit und Kraft geraubt hat.

      Anyway, ich habe die Suchfunktion genutzt um Beiträge zum Thema Steuererklärung zu finden, aber leider nichts Passendes gefunden.
      Folgende Situation:
      - ich arbeite seit dem 01.05.2017 in der Schweiz (Kanton Basel-Stadt)
      - von 01.01.2017 bis 30.04.2017 war ich in Deutschland beschäftigt und habe dort Steuern gezahlt
      - vom 01.05.2017 bis 01.09.2017 habe ich ein möbliertes Appartement auf deutscher Seite bewohnt
      - seit dem 01.09.2017 wohne ich in Basel
      - ich bin momentan noch internationaler Wochenaufenthalter, d.h. ich habe weiterhin eine Grenzgängerbewilligung (das hängt hauptsächlich damit zusammen dass ich in Deutschland noch einen Wohnsitz brauchte wegen einer Baugenehmigung in meinem Heimatort)

      Für die ersten vier Monate (Mai bis August) hat mein Arbeitgeber die ermäßigte Quellensteuer von 4.5% abgezogen.
      Seit September wird mir die volle Quellensteuer abgezogen.

      Ich habe bereits mit einem Anwalt vom Steuerbüro telefoniert bzgl der Steuern. Laut seiner Aussage gilt in meinem Fall die 60-Tage Regelung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz. Wenn man nachweislich mehr als 60 Tage in der Schweiz übernachtet hat (oder in meinem Fall 40 Tage - 8/12 von 60) fällt die Steuerhoheit dem Tätigkeitsstaat, also der Schweiz, zu. So weit, so gut.

      Eine Steuererklärung in der Schweiz muss man erst ab einem Jahreseinkommen von 120.000 CHF machen. Unter dieser Grenze bin ich drunter.

      Meine Frage: wird man automatisch vom Finanzamt hier angeschrieben und aufgefordert eine Steuererklärung abzugeben? Falls nicht, kann man diese einfach selbst einreichen? Ich muss ja die Monate Mai bis September noch nachversteuern, d.h. die Differenz von ermäßigter zu voller Quellensteuer zahlen. Dies möchte ich auch machen, da sonst der deutsche Staat um die Ecke kommt und dafür Lohnsteuer sehen will.

      Laut Aussage vom Anwalt werden sämtliche Einnahmen welche ich in der Schweiz gemacht habe über die 60-Tage Regelung versteuert.
      Ich habe extra Rechnungen aufgehoben um die Anwesenheiten hier zu dokumentieren (für das deutsche Finanzamt).

      Wäre toll wenn sich jemand von euch damit auskennt bzw schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat.


      VG basileus
    • Hallo Frank

      Kein leichter Fall, daher zusätzlich vielen Dank für deine Ausführungen. Von sich aus wird das Schweizer Finanzamt nicht auf dich zukommen, dies machen sie erst sobald du eine Niederlassungsbewilligung hast. Vorher müsstest du selbst aktiv werden.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Gut, ich sollte vielleicht nicht mehrere Themen vermischen. Mit den Fragen zum Steuerrecht sollte ich wahrscheinlich schon besser zum Steuerberater.

      Bzgl Verbraucherzentrale ging es mir um meine aktuelle Wohnung: ich zahle einen relativ hohen Anteil an Nebenkosten (190 CHF) pro Monat. Strom bekomme ich separat von den Stadtwerken. Da meine Wohnung keine Zähler an den Heizkörpern hat würde ich gerne wissen ob das rechtlich alles korrekt ist. Irgendwo müsste dann der Verbrauch dann ja anderswo gemessen werden.

      Soweit ich das im Internet lesen konnte ist der Verbraucherschutz in der Schweiz aber nicht ganz so gut wie in Deutschland.

      VG basileus
    • Richtig der Verbraucherschutz ist definitiv nicht so hoch wie in Deutschland. In deinem konkreten Fall kann ich dir den Beobachter oder ggfs. den Mieterverband empfehlen. Beide Ansprechpartner sollte dir die Frage gut beantworten können.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Ist zwar schon wieder eine Weile her, aber nochmal ein Update von meiner Seite:
      ich habe bei der Steuerverwaltung nachgefragt, und für die Differenz der ermäßigten zur vollen Quellensteuer kann man eine Nachberechnung beantragen. Dafür muss man keine Steuererklärung ausfüllen.

      Man kann aber freiwillig eine Steuererklärung einreichen. In Basel-Stadt gibt es dafür ein Programm (Baltax) von der Steuerverwaltung über welches man die Steuererklärung vornehmen kann. Wichtig ist, dass man eine Pers.-ID bei der Steuerverwaltung beantragt. Diese benötigt man in dem Programm (ist analog zur Steuer-ID in Deutschland).

      Wichtig wäre noch: die freiwillige Steuererklärung kann man mit Baltax sowie den auf der Webseite befindlichen Erläuterungen machen, aber man kann keine Unterlagen zur Steuererklärung anfordern. Dies geht erst als Aufenthalter.

      Ich war für eine kurze Beratung zu dem Thema bei einem Treuhänder hier, aber sonderlich gut informiert schien dieser leider nicht. Werde mich also selber dran machen und die Erklärung ausfüllen.


      VG basileus