Warum ich von Deutschland nach Glarus in die Schweiz gezogen bin und warum ich das niemals wieder tun würde.

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    • Warum ich von Deutschland nach Glarus in die Schweiz gezogen bin und warum ich das niemals wieder tun würde.

      Hier meine Erfahrungen, vielleicht sind sie ja für den einen oder anderen hilfreich:

      Glarus ist einer der 26 Schweizer Kantone, dessen Namen nicht ortsansässigen Schweizern bei der Aufzählung aller Kanton meist zuletzt oder gar nicht einfällt. Die Menschen gelten als verschrobene Sonderlinge, die in ihrem engen und tiefen Tal leben und nach Möglichkeit jeden Kontakt mit Auswärtigen meiden. Und unter Auswärtigen fallen hier schon Außerkantonale. Von Ausländern ganz zu schweigen.
      Auch ich gehörte in Deutschland zu denjenigen, die noch nie in ihrem Leben etwas von diesem Landstrich gehört hatten. Aber mir stand der Sinn irgendwie nach Veränderung, das vom Headhunter angebotene Gehalt war gut und die Steuersätze klangen niedrig. Also sagte ich schnell entschlossen zu, packte meine sieben Sachen und zog ins Alpental.

      Auf den ersten Blick wirkte das Tal nicht uneinladend, reichlich altmodisch zwar, wie ein Modellbahn-Wunderland aus den 1960er Jahren. Und da ich im Sommer ankam, konnte ich noch nicht wissen, dass das Leben zwischen 2000-Meter-hohen Felswänden auch heißen würde, dass der durchschnittliche Wintertag, sofern nicht wieder wochenlang die Wolken im Tal hingen, maximal 1-2 Sonnenstunden bieten würde.
      Die Menschen an meiner Arbeitsstelle wirkten reserviert, aber durchaus freundlich. Die Kommunikation auf Schweizerdeutsch war schwierig. Das sollte man nicht unterschätzen: Für alle Deutschen, die nördlich des Mains aufgewachsen sind, ist das Schweizerdeutsche mit seinen unzähligen Dialekten und Abwandlungen eine Fremdsprache. Und wirkliche Sprachschulen dafür gibt es nicht. Schweizerdeutsch lernen ist harte trial-and-error-Arbeit im Alltag. Und die Schweizer machen es einem dabei auch nicht einfach, verwenden immer ihren Dialekt, selbst wenn sie merken, dass man sie nicht versteht.

      Etwas stutziger wurde ich dann schon im Einkaufszentrum. Ein sehr mitteilungsbedürftiges Ehepaar klettete sich an mich ran, fragte mich woher ich käme und wann ich wieder ginge. Sehr einladendes Erstgespräch! Und sie stutzten erkennbar bei meiner Antwort, dass ich länger bleiben wolle. Danach schwallten sie mich zu mit Schweizer Politik, was mich zu diesem Zeitpunkt null interessierte, schwärmten von der Schweizerischen Volkspartei SVP und deren Übervater Christoph Blocher, der würde endlich mal richtig anpacken und aufräumen.

      Die SVP ist die größte Schweizer Partei, die in machen Regionen bis zu 50 Prozent der Stimmen einsackt und so stramm rechtsnational ist, dass einem die deutsche AfD dagegen fast linksliberal vorkommt. Es ist also in etwa so, als würde man als Deutscher einem Ausländer gegenüber im Erstgespräch von Adolf Hitler vorschwärmen.

      Warum ich das so ausführlich schildere? Nun… was man für einen skurrilen Einzelfall halten könnte, wiederholte sich in der Folgezeit immer wieder. Ich hatte mich in Europa niemals zuvor irgendwo als Ausländer gefühlt. Fremde Geburtsorte waren für mich eher ein Indiz für interessante Biographien, nicht für Ausgrenzung und Abwertung. Hier war das offenbar anders.

      Das fing schon beim “Ausländerausweis” an, den man per Formular mit der “Unterschrift des Ausländers” unterzeichnet beantragen musste. Und nach einem undurchsichtigen Quotensystem zugeteilt bekam oder nicht. Grundsätzlich schon ja, aber möglicherweise auch nicht. Und nicht heißt dann Heimreise nach drei Monaten bei automatischer Auflösung des Arbeitsvertrages. Ohne Möglichkeit, gerichtlich dagegen vorzugehen.

      Das war im Job nicht anders. “Ich hätte aber lieber einen Schweizer.”, war der Standardsatz den ich fast täglich zu hören bekam. “Dann müssen Sie mehr davon ausbilden und nicht im Ausland abwerben!”, dachte ich mir dann leise. Und auch sonst gab es im Job klare Hierarchien. Erst die Schweizer, vom Geschäftsführer bis zur Putzfrau, dann die Deutschen, immerhin noch vor Albanern und Kosovaren. Die mögen sie noch weniger.

      So konnte es dann passieren, das eine Schweizer Putzfrau eine ganz absurden Vorwurf gegen einen rangmäßig wesentlich höheren deutschen Angestellten äußerte und ihr automatisch Glauben geschenkt wurde, einfach nur weil sie Schweizerin war.
      Auch in der Gesellschaft war das Klima gegen Ausländer stets recht frostig. Ich hatte mich nie sonderlich für Schweizer Politik interessiert und war relativ unvorbereitet da rein geraten: Just kurz vor meine Ankunftsphase platzte das erste von der rechtsnationalen SVP initiierte Referendum, dass den Zuzug von Ausländern begrenzen sollte und überraschend dann auch eine knappe Mehrheit fand. Zwei Jahre später scheiterte ein weiteres Referendum knapp, dass Ausländer bei kleinsten Vergehen, worunter auch schon Übersehen eines Tempo-50-Schildes am Ortseingang oder eine fahrlässige Körperverletzung bei einem Autounfall fallen konnte, also keine Schwerstdelikte), dass Ausländer schon bei kleinsten Vergehen automatisch und ohne Widerspruchsmöglichkeit des Landes verweist.

      Aktuell, weitere zwei Jahre später, arbeitet die SVP an der Lancierung des nächsten ausländerfeindlichen Referendums, dass das erste Referendum verschärfen soll, das nach Meinung der SVP nicht streng genug umgesetzt wurde.
      Nun kann man sicher sagen, gut, da wurde ja nur ein Referendum angenommen und auch nur deutlich entschärft umgesetzt. Was man dabei vergisst, ist, dass all diese Referenden die öffentliche Debatte über Jahre bestimmt und man in den Medien, an den Straßen und im Briefkasten permanent Wahlwerbung findet, die in Deutschland den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen würde und eindeutig und unmissverständlich gegen - genau - einen selbst - gerichtet ist. Da braucht man schon ein dickes Fell.
      Kommen wir zu den Finanzen, weil deswegen bin ich ja ganz klar gekommen. Das Gehalt klang sehr gut, die niedrigen Steuersätze in der Deutschweiz von um die 15-20% auch. Doch was bedeutet das in der Realität?
      Zunächst will der Franken in Euro umgerechnet werden. Der Kurs war vor einigen Jahren nur kurz bei 1:1, im Durschnitt liegt er zwischen 1,10 und 1,20 Franken pro Euro. Das vergisst man manchmal beim groben Überschlagen.
      Dann muss man sagen, dass die Schweiz kein klassischer Sozial- und Rechtsstaat ist. Weniger Steuern heißt auch dramatisch weniger Sozialleistungen und staatliche Angebote. Krankenversicherung ist komplett Privatsache, inklusive Selbstbehalt. Das ist bezahlbar, wenn man zu den nicht versicherten Zahnbehandlungen ins nahe Ausland fahren kann.

      Schwieriger kann es schon werden, wenn man irgendwann mal aus gesundheitlichen Gründen oder durch Jobverlust durchs Netz fällt, denn dann fällt man tief. Wo in Deutschland dann immer noch irgendeines der zwar zu Recht kritisierten aber dennoch irgendwie funktionierenden sozialen Sicherungssysteme greift, fällt man in der Schweiz nach kurzer Arbeitslosigkeit bereits in einen Sozialhilfestatus, der prekärer nicht sein könnte. Wer nichts leistet, ist nichts wert, das ist die Maxime. Und gegen die Willkür der Beamten kann man auch rechtlich nicht vorgehen.

      Das ist mir zum Glück nicht passiert, aber ich habe es erster Hand bei Bekannten erlebt, die recht unzweideutig ins Heimatland zurückgedrängt wurden.
      Ansonsten… Lebenshaltungskosten… dass diese höher sein würden, war mir schon klar, aber nicht, dass sie so hoch sein würden. Für eine 3-Zimmer-Wohnung mit mit Deutschland vergleichbarem Standard bezahlt man im Raum Zürich gerne auch mal 3000 Franken oder mehr im Monat. Kalt. in Glarus waren es immer noch um die 2000 Franken. Es geht auch billiger, aber dann sinkt der Status erheblich auf 50er-Jahre-Niveau, grüne Badezimmerfliesen oder Ofenheizung. Kann man machen, wenn man nur kurz zum Geld verdienen kommt, aber für länger?

      Das Einkaufen ist zum Teil absurd teuer. Im Schnitt das 3-fache des deutschen Preisniveaus. Ein Blumenkohl bis zu 8 Franken, eine Gurke 2, ein Kilo Hackfleisch niedrigster Qualität (aus der EU natürlich) 10 Franken, Schweizer Nicht-Bio-Fleisch 35 Franken pro Kilo. Ganz heftig wird der Preisvergleich bei Kosmetikprodukten, die es völlig identisch auch jenseits der Grenze zu kaufen gibt. Das kostet ein Deostick mal schnell statt 1,79 EUR 8,99 CHF oder ein Shampoo statt 2,99 EUR 12,49 CHF. Das läppert sich.
      So fährt man dann doch gerne wieder zurück nach Deutschland oder Österreich, in meinem Fall im Schnitt einmal die Woche. Dort konnte ich dann auch wieder im Versandhandel zu normalen Preisen einkaufen.
    • Hallo Daniel,

      es tut mir Leid, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast.

      Aber so wie ich deinen Bericht lese, hast du dich vorher nicht über die Region oder die Schweiz informiert, sondern nur das Gehalt gesehen!

      Wir sind hier nun mal die Ausländer und sollten uns dementsprechend anpassen.

      Ich selbst habe genau die gegenteilige Erfahrung gemacht! Sowohl im Betrieb, auf der Gemeinde oder sonstigen Ämtern
      bin ich immer zuvorkommend und höflich behandelt worden. Ich wurde sogar stets darauf hingewiesen, was ich noch so
      zu erledigen habe, dazu entweder Telefonnummern oder E-Mail Adresse oder die benötigten Formulare wurden mir von
      der Gemeinde direkt ausgehändigt, egal ob ich diese dann direkt dort abgeben konnte oder nicht.

      Mit Nachbarn hatte ich nie ein Problem, egal ob Schweizer oder nicht. Im Betrieb wird darauf geachtet, dass alle gleich
      Behandelt werden, egal welche Nation. Natürlich gibt es Menschen, die man einfach nicht mag, aber da spielt die Nationalität
      keine Rolle!
      Ich für mich, habe bis heute (ca. 3 Jahre nach der Übersiedlung) noch nicht eine Sekunde bereut, diesen Schritt getan zu haben.

      Was das Einkaufen anbelangt: Vergleiche mal den Verdienst mit den Preisen im Verhältnis, da ist es etwa gleich. Ausser Fleisch,
      das ist auch im Verhältnis teurer, aber ich finde die Qualität auch um ein Vielfaches besser.
      Gut ich wohne im Kanton Zürich, vielleicht ist da die "Aussländerfeindlichkeit" nicht so wie im Glarus, das kann ich nicht beurteilen.

      Was die Krankenkasse anbelangt ist es halt so, dass man dies selbst zahlen muss. Aber ich habe (mein Mann hatte in der Zwischenzeit
      leider 2 TIA`S) dass die Ärzte genauer und mehr auf Vorsorge behandeln. In D werden meist nur Symthome behandelt, aber die Propylaxe
      ist auch dort "Privatvergnügen". Möchte dir dies nur mal zu bedenken geben, auch in Deutschland ist nicht alles rosarot oder gold!
      Was ist denn in D nach dem Arbeitslosengeld? Da fällst du auch in Hartz IV, das ist nichts anderes als Sozialhilfe.

      Dass die Schweizer versuchen, die Sozialleistungen gering zu halten und über längere Zeit nicht arbeitende Ausländer ausschaffen oder
      ihnen nahelegen, in ihr Heimatland zurück zu gehen, finde ich jetzt nicht verwerflich oder rechtsradikal. Klar gibt es solche Menschen auch
      die nach dem Motto "wir sind Schweizer und dann kommt der Rest der Welt" denken und handeln, aber die gibt es auch anderswo überall,
      in jedem Land!

      Wollte dies nur als meine Erfahrung und Überlegungen aufschreiben.

      Noch einen schönen Dienstag!
      Beate
    • Hallo Daniel

      Da scheint ja einiges unglücklich gelaufen zu sein bei dir. Bist du wieder gut in Deutschland angekommen?

      Ein Irrtum, der wohl immer wieder passiert, ist die Annahme die Schweizer und die Deutschen wären sich ähnlich. Die Kultur wäre nahezu identisch. Was Sozialleistungen, Krankenkasse, Steuern und auch die Preise in den Supermärkten angeht. JA da unterscheiden sich Deutschland und die Schweiz sowie z.b. auch Schweiz und Österreich und Schweiz und andere Länder ganz gewaltig. Wobei ich denke, dass sich da auch Deutschland und irgendein anderes Land unterscheiden. Das sind aber Dinge über die man sich vorher erkundigen kann. Die Annahme gleiche Sprache gleiches System ist ein Irrtum. Das hast du ja selber gemerkt.

      Lebenshaltungskosten, Lohnkosten, Sozialleistungen....darüber sich aufzuregen ist müssig, das ist nun mal so in der Schweiz. Ich ziehe auch nicht in ein x-beliebiges Land und beschwere mich nachher, weil es nicht so ist wie daheim.

      Ich wohne in einem Vorort von Zürich. Und ich muss sagen hier ist alles international, ok ich beherrsche schweizerdeutsch bzw. denken die Schweizer hier ich wäre aus Graubünden oder dem Glarus. Allerdings habe ich auch noch Probleme, wenn ich mit meinem Freund unterwegs bin. Mit diesem spreche ich hochdeutsch, da er aus Deutschland ist. klar manche sind unfreundlich, die meisten allerdings sehr offen und freundlich. Unfreundliches Servicepersonal gibt es auch in Deutschland. Mein Freund findet immer, dass die Schweizer so nett wären.

      Bergvölker sind einfach anders :) ...

      Wie war dein Auftreten in der Schweiz?

      Achja und die Putzfrau hier will mir auch immer reinreden....vielleicht ist das ein Putzfrauenphänomen :) Sie hat immer was zu meckern und am liebsten wäre alles sauber bevor sie kommt.

      Alles Gute

      Monika
    • Sali Daniel
      Ich habe solche Erfahrungen nach etwas über einem Jahr nicht gemacht.
      Ich habe das Gefühl Dir waren Steuern und Verdienst wichtig und nun hast Du gemerkt das mehr dazu gehört....
      Nun bist Du um eine Erfahrung reicher.Mein Tip:
      Ziehe in eine grenznahe Region zu Deutschland.
      Bis denn.
    • Guten Abend Daniel

      Auch ich möchte kurz ein Statement zu Deinem Erfahrungsbericht abgeben.

      Bei einigen deiner Punkte kann ich durchaus zustimmen, muss aber konsternieren, du hast dich leider nicht gut vorbereitet auf das Abenteuer Schweiz. Wer vorhat in ein anderes Land zu ziehen und dann noch in einen ländlichen Kanton wie Glarus, sollte wissen worauf er sich einlässt. Ein Kanton mit einer der geringsten Einwohneranzahl der Schweiz könnte eigentlich logischerweise gegenüber "Fremden" etwas ablehnender gegenüberstehen als vll Aargau, Zürich oder Basel. Diese Erfahrung sammelst Du aber nicht nur in der "fremdenfeindlichen" Schweiz sondern auch in Oberbayern oder in Ostfriesland. Ich als Ossi kann aus eigener Erfahrung berichten, wie man z.B. in Bayern mit diesem Stempel "Ossi" zu kämpfen hat. Also dies ist kein Stereotyp aus der Schweiz!

      Weiterhin kann ich Deine Meinung zur SVP nicht gänzlich unterstützen. Eine rechtsNATIONALE Partei wie die SVP setzt sich in erster Linie für die Interessen der Schweiz(er) ein, was sie wiederum wohl auch zur stärksten Partei im Lande macht. Die durchgeführten Referenden sind völlig nachvollziehbar und logisch;

      1. Gegen Masseneinwanderung
      Führen wir uns vor Augen, dass die Schweiz durch ihre attraktiven Bedingungen, weswegen du ja selbst auch gekommen bist, eine gewisse Sogwirkung auf Menschen hat und dies dazu geführt hat, dass das Land eine Situation erreicht hat wo die Schweizer Identität auf dem Spiel steht! Bei 25-30% Ausländern und einen permanenten Zuzug ist auf nahe Zukunft die Gefahr das es der Schweiz geht wie anderen europäischen Ländern (Deutschland, Schweden, Frankreich, Belgien etc. etc.). Dabei geht es vorrangig nicht um den Einfluss den wir Deutsche oder andere Mitteleuropäer nehmen, sondern eher fremdländische Kulturen aus Afrika und dem Nahen Osten.Und da die Schweiz schon immer selbstständig über seine Belange entscheiden hat, hat man dieses Referendum verabschiedet.
      Es ist vom Schweizer Stimmvolk angenommen worden und damit ist der Demokratie genüge getan! Wenn andere Länder einen Weg der multikulturellen Gesellschaft gehen möchten, sollen sie dies tun aber ich vermute einfach mal, dass die Schweiz auch noch in 200 Jahren die christlich, demokratische Schweiz sein möchte, trotz das sie ja schon von Grund auf multikultureller ist als andere Länder in ihrer Geschichte. Wohl dann, so soll es sein...das ist direkte Demokratie!

      2. Ausschaffung krimineller Ausländer
      Hier könnte ich glatt an die Decke gehen! Derjenige der sich als Fahrsünder oder Empfänger einer Mahnung gefährdet sieht des Landes verwiesen zu werden, muss schon wirklich unter Verfolgungswahn leiden. Diese Art der Propaganda war wahrscheinlich auch der Grund warum das Referendum abgelehnt wurde...
      Die Lancierung des Referendums durch die SVP war gezielt auf kriminelle Ausländer wie Gewaltverbrecher, Wiederholungstäter und/oder Terroristen ausgerichtet. Und wer sich die Gefängnisse der Schweiz mal näher anschaut wird sehen...recht haben SIE! Man hat einfach mit gewissen Bevölkerungsgruppen grössere Probleme wie mit anderen. Wer sich als hart und fleissig arbeitender Deutscher, Portugiese, Franzose oder Italiener von diesem Referendum angesprochen gefühlt hat, hat gar nichts verstanden!

      3. Referendum zur Begrenzung der Einwanderung aus der EU (bilaterale Verträge)
      Dieses Referendum folgt direkt auf Punkt 1., da dieser demokratische Entscheid nicht "nicht streng genug" umgesetzt wurde, sondern es wird de facto gar nicht umgesetzt! Dies widerspricht ganz klar dem demokratischen Entscheid!!!
      Aus eigener Erfahrung kann ich auch dieses Referendum nur unterstützen, auch wenn ich selber in den Genuss gekommen bin hier zu sein, da die Schweiz einfach VOLL ist! 8 Mio. Einwohner, wenn es so weitergeht wie aktuell werden es in naher Zukunft 10 Mio. sein. Der Ausländeranteil steigt, was zu o.g. Problemen führen kann und wird. Schon jetzt sind die Autobahnen und der ÖVP völlig überfüllt. Städte und Dörfer sind zugebaut und damit soll nun Schluss sein. Aber ich bin mir sicher und so schreibt es auch die SVP selber, Branchen die einen Mangel an Facharbeitern haben, sollen und werden auch in Zukunft diese aus dem Ausland holen können. Nur kann es nicht sein, das Unternehmen sich den "billigen" Arbeiter aus dem Ausland holen und der "teure" Schweizer bleibt zu Hause. Dass ist einfach Irrsinn!!!
      Man wird sehen was passiert...

      Als selber ausgewanderter Deutscher mit Frau & Hund in die Schweiz ziehe ich immer gerne den Vergleich, "Wie war es denn vorher in Deutschland?". Und da muss ich dir sagen, ich ziehe das "unsozialere" und eigenständigere Leben hier vor. Die Schweizer geben viel auf ihre nationale Identität und ihre Traditionen. In Deutschland hingegen werden diese Punkte mit Füssen getreten! Die Schweizer zahlen gerechte Löhne, so dass man auch mit Jobs im Dienstleistungsgewerbe, Gesundheitswesen und Handel ein gutes Einkommen haben kann. In Deutschland leben 7 Mio. Menschen (Tendenz steigend) trotz Arbeit vom Sozialstaat weil sie so niedrig verdienen das sie aufstocken müssen! Deutsche in Deutschland müssen sich vollkommen nackt machen vorm Amt, müssen alle ihre Ersparnisse aufbrauchen und 1 Euro Jobs annehmen, sonst kürzt man ihnen die Leistungen. Wohingegen alle "Neubürger" ein Rund-um-Sorglos-Paket geniessen dürfen, obwohl man genau weiss das diese Menschen nie etwas ins Sozialsystem eingezahlt haben und dies auch niemals tun werden. Man baut diesen Menschen sogar neue Wohnviertel und Häuser und gibt ihnen natürlich gerne Vorrecht bei Jobs wo die arbeitende Deutsche Bevölkerung längst zu teuer geworden ist!
      Wenn ich mir zusätzlich die aktuell vorherrschende Altersarmut (auch hier dramatisch steigende Tendenz), die 330.000 Obdachlosen (davon 30.000 Kinder) in Deutschland und die vielen tausenden Menschen anschaue die nach Flaschen in Müllcontainern suchen, dann nenne ich so etwas soziale Ungerechtigkeit!!!
      Und nicht zu vernachlässigen sind die steigenden Kosten in Deutschland in Bezug auf Mieten, Lebenshaltungskosten und Steuern und dies mit meinem Salär und den Ausgaben hier in der Schweiz verglichen, dann ist auch dies ein grosser Pluspunkt für die Schweiz.
      Ich gebe Dir recht, viele Dinge sind hier teilweise völlig überteuert und man kann diese im Ausland günstiger einkaufen aber hey, sei doch froh das man diese Freiheit (noch) hat. Und davon profitiert ja auch Deutschland etc.
      Wie Batschy bereits gesagt hat, die qualitativen Unterschiede zur EU sind frappant. Anfangs hatten wir auch noch viel in D eingekauft, jetzt nur noch spezielle Dinge die es nur dort gibt oder welche hier wirklich überteuert sind. Und nachdem die EU entschieden hat, Glyphosat weiterhin freizugeben, macht es mir/uns es nur noch leichter hier direkt vom Hof Lebensmittel zu kaufen.

      Abschliessend kann ich noch sagen, dass wir uns etwas mehr als 1 Jahr mit dem Thema Schweiz befasst haben, Berichte gelesen und angeschaut haben sowie persönliche Erfahrungen gesammelt haben. Wir haben uns in Foren wie diesem angemeldet und vor allem und ganz wichtig, vorher dort Urlaub gemacht haben. Wir haben 1 Woche hier verbracht, uns sämtliche in Frage kommenden Gegenden angeschaut. Schon damals wussten wir, mmh gleich zu Beginn aufs Dorf in die Zentralschweiz?! Neee, dass könnte Probleme geben. Ich selber hatte sogar ein Stellenangebot aus Glarus und wir haben gemeinsam entschieden es nicht zu tun, da wir ahnten das sowas passieren könnte, wie das was du berichtet hast. Wir entschieden uns für den Kanton Aargau und sind mega happy. Es kommt wirklich immer darauf an wo man lebt und vor allem wie gut man sich vorbereitet hat. Ich will nicht unhöflich sein aber ich behaupte mal das du dich einfach nicht ordentlich vorbereitet hast und hier eine Bruchlandung hingelegt hast. Ich würde aber nun den Schweizern dafür nicht die Schuld geben, denn irgendwas müssen sie ja in den letzten 700 Jahren richtig gemacht haben, denn sonst würden wir ja nicht den Weg hierher zu ihnen gefunden haben...
      :CH: :CH: :CH:

      In diesem Sinne, alles Gute.

      Robert
    • Liebe alle

      Die ernsthafte Auseinandersetzung mit den Erlebnissen und Berichten von anderen Forumsteilnehmern, die hier immer wieder anzutreffen ist, schätze ich sehr. Ich frage mir nur, wieviel jemand mit dem Tipp, man hätte sich besser auf die Schweiz vorbereiten sollen, anfangen kann.

      Es klingt manchmal so, als wären einige von euch hier monatelang akribisch an der Erstellung eines Schweiz-Dossiers gesessen, unterteilt nach Kantonen, gegliedert nach Land&Land, Kultur, Geschichte, Preisniveau, Ausländeranteil usw usw. Mit anschliessendem Abgleich mit dem eigenen Persönlichkeitsprofil, selbstverständlich erstellt nach strenger Selbstanalyse. ;) 8o

      Manchmal spielt das Leben aber einfach nicht so. Da ist spontan eine Entscheidung zu treffen, Auswandern ja oder nein. Jetzt oder nie. Und dann lässt man sich ein auf das Abenteuer, mal besser, mal schlechter. Manchmal nervt es einen, und manchmal findet man es total klasse. Und manche stellen eben nach einer Weile fest, dass es einfach nichts für sie ist - was doch auch ok ist. Es gibt auch Menschen, die wären schon 5 km entfernt von ihrem Geburtstort todunglücklich. Der Wunsch und die Erkenntnis, dass man lieber wieder in die alte Heimat zurückgehen möchte, ist nichts schlechtes, nur das Ergebnis von Erfahrungen. Vielleicht zieht es die Leute ja auch gar nicht nach „Deutschland“, sondern konkret an den Ort XY, den wir alle nicht kennen, aber wo es so schön ist, wie man nach längerer Abwesenheit festgestellt hat.

      Liebe Grüsse an alle und weiterhin guten Mut bei dem Unterfangen, sich die Schweiz zur neuen Heimat zu machen.
      Carina

      :CH: