Angepinnt Schwanger oder in Elternzeit auswandern

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    • Schwanger oder in Elternzeit auswandern

      Nachdem ich nun wirklich Monate gebraucht habe um verschiedene Informationen zu sammeln möchte ich das ganze mal aufschreiben, damit es die nächsten werdenden Muttis etwas einfacher haben. Leider waren weder meine Elterngeldstelle, noch meine Krankenkasse hierbei besonders hilfreich.
      Sofern man in der Elternzeit in die Schweiz geht bleibt man in dieser Zeit betragsfrei in der deutschen Krankenversicherung versichert. Man hat die Möglichkeit sich bei der deutschen Krankenversicherung das Formular E106 ausstellen zu lassen. Mit diesem kann man dann die Registrierung bei der KVG Solothurn beantragen. Die KVG ist ein zentraler Träger, über diese kann man auch eine schweizer Versichertenkarte bekommen und die KVG rechnet dann mit der deutschen Versicherung ab. In meinem Fall, ich bin schwanger, kann ich in der Schweiz ab er 13 SSW. Zuzahlungsfrei zum Arzt, Entbinden und auch 56 Tage nach Entbindung werden keine Zuzahlungen fällig.


      Meine Krankenkasse hat von dieser Möglichkeit nichts erwähnt und immer wieder drauf gepocht das ich die Rechnungen dort einreiche und den Eigenanteil selbst zahle...! Wie hoch der wäre, könne man mir nicht sagen....! Und so eine Geburt ist ja nicht ganz billig!


      Kinder können theoretisch in der deutschen KV Familienversichert bleiben, da die Schweiz keine Familienversicherungen hat, müssen die Kinder aber sobald ein Elternteil in der Schweiz arbeitet dort versichert werden. Da wir Patchwork sind und der leibliche Vater meines Sohnes in DE bleibt wird mein Großer wahrscheinlich auch über die KVG aufgenommen.
      Ich warte noch auf die Formulare und schicke dann alles zur KVG, sollte sich hier noch etwas gegenteiliges ergeben aktualisiere ich den Beitrag. Soweit ist das verstanden habe ist die Aufnahme bei der KVG auch Bestandteil für die Befreiung der Versicherungspflicht in der Schweiz.


      So, nun zum Elterngeld...das hat mich wirklich Nerven gekostet.
      Grundsätzlich ist ein Wohnsitz in DE Voraussetzung für den Bezug des Elterngeldes, hat jedoch ein Elternteil ein Inländisches Arbeitsverhältnis und einen Wohnsitz in EU/EWR oder der Schweiz, kommt das EU Recht zum tragen.
      In unserem Fall (leben in der Schweiz, Arbeiten in Liechtenstein, Elternzeit in Deutschland) ist die Schweiz wegen wohnhaft des Kindes hier vorrangig leistungspflichtig, die Schweiz zahlt aber keine vergleichbare Leistung (gibt es Tabellen für jedes Land bei der Elterngeldstelle). Dann käme bei uns Liechtenstein ins Spiel, auch keine Leistung,....und damit ist Deutschland wieder vorrangig leistungspflichtig. Auch OHNE Wohnsitz in Deutschland.


      Würde die Schweiz etwas zahlen, das wäre aber weniger als in DE, dann würde es Ausgleichsleistungen geben.
      Das Gesetz soll nicht verhindern das Elterngeld bezogen wird, nur das es in mehreren Ländern gleichzeitig zu unrecht bezogen wird.
      Hierfür wird vom deutschen Arbeitgeber am besten gleich eine Elternnzeitbescheinigung benötigt.


      Um für ein in der Schweiz geborenes Kind eine Geburtsurkunde zu bekommen, benötigen die Schweizer Behörden Abschriften aus dem Geburtenregister von Mutter, Vater und Geschwisterkindern, die nicht älter als ein halbes Jahr sind.


      Da ich diverse andere Informationen bekommen habe, hoffe ich der Beitrag hilft anderen. Ich selbst habe das alles noch nicht genehmigt da mein Kind erst im August kommt, und wir zum 01.06. umziehen. Ich kenne mittlerweile aber drei vergleichbare Fälle, bei denen es genau so gehandhabt wird und meine Anträge laufen.



      Lg Kathrin
    • Hallo Kathrin

      Vielen Dank für deinen Beitrag und die ausführlichen Informationen. Ich habe dein Thema im Forum angepinnt, damit dies schneller zu sehen ist und andere werdende Eltern es einfacher haben deinen Beitrag zu finden.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Hallo @Kat_hrin,

      Genau so wie du es beschrieben hast habe ich auch alles recherchiert. Ich gehe im dezember in den mutterschutz und habe bereits meinen Wohnsitz in die schweiz verlegt. Bedeutet unter fer Woche arbeite ich in DE und am we bin ich in CH.

      Meine Frage, hast du dich in Deutschland abgemeldet? Wo beantragt man das Elterngeld da die Adresse fpr den Antrag doch Wohnortgebunden ist?

      Danke und Grüsse
    • Kat_hrin schrieb:

      hat jedoch ein Elternteil ein Inländisches Arbeitsverhältnis und einen Wohnsitz in EU/EWR oder der Schweiz, kommt das EU Recht zum tragen.


      Hi Kat_hrin das heißt im Umkehrschluss, wenn meine Frau bereits in Mutterschaft ist und beide Elternteile in die Schweiz ziehen, sie jedoch noch keine Arbeit aufnimmt, weil sie ja "theoretisch in Mutterschaft ist".

      Gibt es von von beiden Seiten kein Elterngeld, richtig?
    • Kat_hrin schrieb:

      Nachdem ich nun wirklich Monate gebraucht habe um verschiedene Informationen zu sammeln möchte ich das ganze mal aufschreiben, damit es die nächsten werdenden Muttis etwas einfacher haben. Leider waren weder meine Elterngeldstelle, noch meine Krankenkasse hierbei besonders hilfreich.
      Sofern man in der Elternzeit in die Schweiz geht bleibt man in dieser Zeit betragsfrei in der deutschen Krankenversicherung versichert. Man hat die Möglichkeit sich bei der deutschen Krankenversicherung das Formular E106 ausstellen zu lassen. Mit diesem kann man dann die Registrierung bei der KVG Solothurn beantragen. Die KVG ist ein zentraler Träger, über diese kann man auch eine schweizer Versichertenkarte bekommen und die KVG rechnet dann mit der deutschen Versicherung ab. In meinem Fall, ich bin schwanger, kann ich in der Schweiz ab er 13 SSW. Zuzahlungsfrei zum Arzt, Entbinden und auch 56 Tage nach Entbindung werden keine Zuzahlungen fällig.


      Meine Krankenkasse hat von dieser Möglichkeit nichts erwähnt und immer wieder drauf gepocht das ich die Rechnungen dort einreiche und den Eigenanteil selbst zahle...! Wie hoch der wäre, könne man mir nicht sagen....! Und so eine Geburt ist ja nicht ganz billig!


      Kinder können theoretisch in der deutschen KV Familienversichert bleiben, da die Schweiz keine Familienversicherungen hat, müssen die Kinder aber sobald ein Elternteil in der Schweiz arbeitet dort versichert werden. Da wir Patchwork sind und der leibliche Vater meines Sohnes in DE bleibt wird mein Großer wahrscheinlich auch über die KVG aufgenommen.
      Ich warte noch auf die Formulare und schicke dann alles zur KVG, sollte sich hier noch etwas gegenteiliges ergeben aktualisiere ich den Beitrag. Soweit ist das verstanden habe ist die Aufnahme bei der KVG auch Bestandteil für die Befreiung der Versicherungspflicht in der Schweiz.


      So, nun zum Elterngeld...das hat mich wirklich Nerven gekostet.
      Grundsätzlich ist ein Wohnsitz in DE Voraussetzung für den Bezug des Elterngeldes, hat jedoch ein Elternteil ein Inländisches Arbeitsverhältnis und einen Wohnsitz in EU/EWR oder der Schweiz, kommt das EU Recht zum tragen.
      In unserem Fall (leben in der Schweiz, Arbeiten in Liechtenstein, Elternzeit in Deutschland) ist die Schweiz wegen wohnhaft des Kindes hier vorrangig leistungspflichtig, die Schweiz zahlt aber keine vergleichbare Leistung (gibt es Tabellen für jedes Land bei der Elterngeldstelle). Dann käme bei uns Liechtenstein ins Spiel, auch keine Leistung,....und damit ist Deutschland wieder vorrangig leistungspflichtig. Auch OHNE Wohnsitz in Deutschland.


      Würde die Schweiz etwas zahlen, das wäre aber weniger als in DE, dann würde es Ausgleichsleistungen geben.
      Das Gesetz soll nicht verhindern das Elterngeld bezogen wird, nur das es in mehreren Ländern gleichzeitig zu unrecht bezogen wird.
      Hierfür wird vom deutschen Arbeitgeber am besten gleich eine Elternnzeitbescheinigung benötigt.


      Um für ein in der Schweiz geborenes Kind eine Geburtsurkunde zu bekommen, benötigen die Schweizer Behörden Abschriften aus dem Geburtenregister von Mutter, Vater und Geschwisterkindern, die nicht älter als ein halbes Jahr sind.


      Da ich diverse andere Informationen bekommen habe, hoffe ich der Beitrag hilft anderen. Ich selbst habe das alles noch nicht genehmigt da mein Kind erst im August kommt, und wir zum 01.06. umziehen. Ich kenne mittlerweile aber drei vergleichbare Fälle, bei denen es genau so gehandhabt wird und meine Anträge laufen.



      Lg Kathrin
      Hallo Kathrin,

      dieser Beitrag ist so mega hilfreich! Vielen Dank! Ich bin schwanger, mein Freund lebt und arbeitet in der Schweiz und ich plane noch während der Schwangerschaft zu ihm zu ziehen.
      Gerade die elterngeld-Problematik hat mir hier in Deutschland die Elterngeldstelle mit keinem Wort erwähnt. Ich habe auf das EU-Recht verwiesen und erst dann sind sie darauf eingegangen. Aber jedes mal mit dem Satz "Aber das muss geprüft werden".

      Musstest du lange auf die Bestätigungen (Krankenversicherung, Formular E106 und Elterngeldantrag) warten?

      Danke und liebe Grüße
    • Das Formular der deutschen klar, E106 geht schnell. Die Bestätigung der kvg dauert ein bisschen, aber das kannst du vor Umzug schon klären. Die sind sehr nett.
      Den Elterngeldantrag kannst du vorher ausdrucken oder holen und erst nach Geburt des Kindes abgeben. Für die Geburtsurkunde (wird sich für den Elterngeldantrag benötigt) braucht ihr eine Abschrift aus dem Geburtenregister der Eltern, diese solltet ihr euch schonmal bei eurem zuständigen Standesamt besorgen damit es schneller geht. Auf das Elterngeld habe ich dann 5 Monate gewartet.
    • Super, danke für das schnelle Feedback! Dann werde ich jetzt mal anfangen, alles zusammen zu sortieren und viele Telefonate/ Behördengänge vornehmen.

      Eine Frage hätte ich noch: Wo beantrage ich denn dann das Elterngeld, wenn ich ja keine Meldeadresse mehr in Dtl. habe ab Nov./ Dez.?

      Vielleicht weißt du auch, ob das Kind nach der Geburt über mich (deutsche Krankenkasse) familienversichert ist oder ob wir das über meinen Freund machen sollten/ müssen?

      DANKE für die tollen und seeehr hilfreichen Tipps!
    • Das Elterngeld beantragt du in der Gemeinde in der du als letztes gemeldet warst und euer Kind muss zwingend eine eigene Krankenversicherung in der Schweiz haben. Am besten vor Geburt abschließen. Wenn dein Freund sehr wenig verdient kann das Kind eventuell zusätzlich in Deutschland Familienversichert werden. Aber in der Regel liegen Schweizer Gehälter über der Grenze.

      Viel Erfolg!