Neues Unterforum "Rückwanderung"

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    • Neues Unterforum "Rückwanderung"

      Da in letzter Zeit immer wieder mal das Thema Rückwanderung aufkam und diese Beiträge in keinen der Forenbereiche wirklich passten, habe ich diesem Thema einen extra Bereich gewidmet. Wenn ihr Themen finden solltet, die im falschen Forum sind, könnt ihr mir gern schreiben oder auf diesen Beitrag antworten.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Hallo Maik

      Ich habe in diesem Forum verschiedene Artikel gelesen. Es sind Erfahrungsberichte, die ich im Schnitt auch so erlebt habe. Ich habe neun Jahre in der Schweiz gelebt.
      Ich habe auch Ablehnung erfahren und Leute kennen gelernt die nett und offen für die alltäglichen kleineren und grösseren Probleme waren.
      Nach meinen Erfahrungen, die ich dann aber in Deutschland machen musste, kann ich nur Allen die diesen Schritt auch machen möchten, dringend davon abraten.
      Nach einer Operation und dem darauf folgenden Verlust der Arbeit habe ich mich auch in Deutschland beworben und eine Stelle bekommen. Mit der Vertragsunterzeichnung habe ich ohne es zu wissen den Schritt in den absoluten Abstieg gemacht. Ich kann es nicht glauben, wie sich ein Land in neun Jahren verändern kann. Vom Arbeitgeber bis zum Vermieter wird das Vertrauen missbraucht. Als Arbeitnehmer und als Mieter ist man so ziemlich ohne Rechte. Das Gesundheitssystem in Deutschland ist schlecht. Es verwaltet die Patienten mehr, als das sie behandelt werden. Wartezeiten gab es in der Schweiz auch, aber in Deutschland sind sie unglaublich länger. Selbst wenn man Schmerzen hat und nicht die Notaufnahme eines Krankenhauses belasten möchte, findet man schlecht einen Facharzt der schnell helfen kann.
      Ich hatte in der Schweiz eine schöne Wohnung, mit einem Vermieter, der eine faire Miete verlangt hat. Die Wohnung war beim Einzug renoviert. Hier wollte als erstes der Vermieter die Kaution bar auf die Hand. Für ein mit Möbeln vollgestelltes Loch, die wohl vom Spermüll waren. Nach ergebnislosen Verhandlungen, welche Kosten er übernimmt (er war der Meinung, ich habe alles selbst zu zahlen) bin ich in ein erträglichere Wohnung gezogen. Dieses nur zur Kenntniss, das es offenbar in Deutschland keine Regelungen im Mietrecht gibt, was ein Vermieter an Kosten übernehmen muss. In der Schweiz ist das geregelt.
      Es folgt der Wahnsinn mit den Ämtern und Dienstleistern. Das Anmelden im Einwohnermeldeamt geht noch. Ob Rentenversicherung, Finanzamt oder Krankenkasse - die Sätze die immer wieder kommen: "Ich bin nicht zuständig.Der Zuständige hat Urlaub.Den Fall hatte ich noch nicht." Das Einrichten eines Kontos dauert lange und Internetbanking ist so kompliziert gemacht, das selbst Bankangestellte es nicht geschafft haben, beim Einloggen zu helfen.
      Ich bin in eine ländliche Gegend gezogen. Ideal, wenn man sich Internet und Handy abgewöhnen möchte. Anbieter versprechen viel, können dann aber gar nicht liefern. Nach drei Monaten hatte ich endlich einen DSL-Anschluss mit sehr mässiger Geschwindigkeit. Service- Null. Eine Schande.
      Alle Anstrengungen, die ich unternommen habe um wieder zu arbeiten, haben mich zehntausende Euro gekostet. Vom Finanzamt kommt nur ein Bruchteil zurück.
      Wenn man nach Deutschland zurück geht, muss man nicht lange rechnen, um zu wissen, das dort die Altersarmut wartet. Also sollte Jeder überlegen ob er unangenehme Situatuionen in der Schweiz in Kauf nimmt.
      Abschliessend muss ich sagen, das es eine schlechte Entscheidung war. Ein Fehler der nicht zu reparieren ist. Ich habe in der Schweiz sicherer und ruhiger gelebt.

      Viele Grüsse

      Leo