Internationale Tätigkeit aus der Schweiz für Deutsches Unternehmen nach Schweizer Steuerrecht, Vermeidung unbeschränkter Steuerpflicht in Deutschland.

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    • Internationale Tätigkeit aus der Schweiz für Deutsches Unternehmen nach Schweizer Steuerrecht, Vermeidung unbeschränkter Steuerpflicht in Deutschland.

      Ich bin Deutscher, lebe z. Zt in Deutschland und führe eine internationale Vertriebstaetigkeit aus.

      Ich würde sehr gerne auf Grund meiner Schweizer Lebenspartnerin meinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlegen und habe zufällig jetzt von meinem Ex-Arbeitgeber ein Jobangebot bekommen. Dieser würde sich darauf einlassen, dass ich meinen Wohnsitz in die Schweiz verlagere und neben meiner internationalen Tätigkeit zwischen Schweiz und Deutschland pendele (Entfernung ca. 850 km). Dabei werden sich ca. folgende jährliche Aufenthaltszeiten ergeben: Deutschland < 182 Tage, Schweiz wahrscheinlich auch < 180 Tage, Rest der Tage auf der ganzen Welt, ca 50 ..80 Tage im Jahr. Neben allen Ländern der Welt wird sich ein Teil meiner Tätigkeit auf die Schweiz beziehen.


      Ich habe zwei volljährige Töchter, eine lebt noch bei Ihrer Mutter, die andere lebt in einer Wohnung, welche z. Zt noch mir gehört. Natürlich werde ich meine Töchter ein paarmal im Jahr besuchen.


      Ich besitze noch eine Wohnung in Deutschland, welche z Zt. vermietet ist, sowie ein noch von mir derzeit bewohntes Haus, welches ich zunächst auch vermieten bzw in der Übergangszeit leer stehen lassen möchte.


      Meine Lebenspartnerin ist noch mit Ihrem Ex-verheiratet, da eine Scheidung in der Schweiz mindestens zwei Jahre in Anspruch nimmt. Ich werde Sie also so kurzfristig nicht heiraten können.


      Meine eigene Scheidung von meiner Ex wird in in Kürze über die Bühne gehen.


      Der potenzielle Arbeitgeber ist eine deutsche GmbH und hat den Hauptsitz in Deutschland. Der Arbeitgeber hat Niederlassungen in verschiedenen Ländern, nicht jedoch in der Schweiz. Die Kosten fuer meine Tätigkeit werden letztendlich von Deutschland getragen.


      Um mir das teure Leben in der Schweiz halbwegs leisten zu können, bin ich darauf angewiesen dass ich Schweizer Steuerbuerger werde und mich in Deutschland abmelde und abgesehen von der Versteuerung der Mieteinnahmen die unbeschränkte Steuerpflicht loswerde.


      Frage: Welche Möglichkeiten gibt es hierzu und welches Konstrukt ist bei den gegebenen Bedingungen* gesetzlich rechtssicher zulässig und auch empfehlenswert?

      * Wohnsitz Schweiz, Lebensmittelpunkt Schweiz, Internationale Tätigkeit, regelmäßige Besuche/ Besprechungen in DE < 182 Tage/ Jahr, Aufenthaltsdauer Schweiz < 180 Tage/ Jahr, Aufenthalt im sonstigen Ausland ca 50 .. 80 Tage7 Jahr



      z.B.

      - Gehalt wird von deutschem Arbeitgeber bezahlt und in der Schweiz versteuert

      - Selbstständigkeit z.B. über Beratervertrag, monatliche Kosten werden der deutschen GmbH in Rechnung gestellt

      - Gründung eines Unternehmens/ einer Niederlassung durch die deutsche GmbH in der Schweiz > welche Form ist hier seitens des Aufwands empfehlenswert?


      Werde ich der deutschen Besteuerung meines Gehalts aus nichtselbständiger Tätigkeit (Lohnsteuer), welche über die Besteuerung der Gewinne der Vermietung hinaus geht, entkommen, obwohl ich im Besitz der Immobilien bin?

      Können die anderen erforderlichen Bedingungen, wie Aufenthaltsbewilligung etc. zum Arbeiten in der Schweiz mit den genannten Modellen erfüllt werden?

      Kann eine Altersabsicherung nach dem Schweizer 3 Säulenmodell erfolgen?


      Würde mich über alle Hinweise zu der Thematik sehr freuen oder einen Hinweis auf die Stellen, die mir in der Sache weiterhelfen können.



      Vielen Dank!
      Stefan :CH:
    • Hallo Skorpion64,

      die von dir geschilderte Situation ist leider sehr sehr tricky. AG in Deutschland, du pendelst 850km, bist auch noch viele Tage im Ausland unterwegs...

      Aus meiner Sicht solltest du darauf achten dass dein Gehalt bei der deutschen GmbH hoch genug ist damit du dir das Leben in der Schweiz leisten kannst.
      Die meisten Leute in diesem Forum machen es andersrum und arbeiten bei einem Schweizer Unternehmen welches hohe Steuern zahlt.

      Mit der geschilderten Situation von dir würdest du unter das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz fallen. Dort gibt es eine 60-Tage Regel, d.h. wenn du Grenzgänger bist und mehr als 60 Tage in dem Tätigkeitsstaat verbringst (in deinem Fall Deutschland), fällt die Steuerhoheit dem Tätigkeitsstaat zu. Wäre also nicht in deinem Sinne.

      Hinzu kommt die Thematik Quellensteuer. Ich vermute dass du anfangs eine B-Bewilligung bekommen würdest, d.h. dein Arbeitgeber muss Quellensteuer an das kantonale Steueramt abführen. Inwieweit dein deutscher Arbeitgeber das macht bzw Erfahrungen hat kann ich nicht einschätzen.

      Ich an deiner Stelle würde einen der zahlreichen Grenzgänger-Vereine kontaktieren. Diese haben meist Kontaktadressen von Steuerberatern in Deutschland, welche sich auf Grenzgänger spezialisiert haben. Alles andere hier ist leider nur gefährliches Halbwissen, auf dass du dich nicht verlassen solltest.


      VG basileus