Steuern: Arbeit und Wohnung in Schweiz, Frau + Kind + Haus in DE

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    • Steuern: Arbeit und Wohnung in Schweiz, Frau + Kind + Haus in DE

      Hallo zusammen,

      Ich habe ab November eine Stelle in Bern und wollte einmal wissen, ob ich ausschließlich in der Schweiz besteuert werde.
      Meine Frau und mein Sohn werden vorerst weiterhin in Deutschland in unserem Eigenheim leben.

      Ich werde mir ein WG Zimmer mieten und an den meisten Wochenenden nach Hause pendeln. Es ist geplant, dass meine Familie ca ine Woche im Monat nach Bern kommt.


      Wenn ich das richtig sehe müsste ich doch so eigentlich die Niederlassungsbescheinigung B bekommen und somit nur Steuern in der Schweiz zahlen, oder?

      Wie sieht das mit unserem Haus aus?

      Ist ein WG Zimmer ein Problem?(Wäre eine eigene Wohnung zwingend für die Besheinigung B ?)

      Vielen Dank & Beste Grüße,


      Finn
    • Hallo Finn

      Ob WG oder Wohnung wäre nicht relevant, der Lebensmittelpunkt wird bei dir der Knackpunkt sein.

      Da deine Familie weiterhin in Deutschland wohnt, hast du aus meiner Sicht, deinen Lebensmittelpunkt weiterhin in Deutschland. Als Grenzgänger würdest du in Deutschland besteuert werden. Die in der Schweiz bezahlte Quellensteuer wird dabei angereichnet. Zur Sicherheit würde ich mich an deiner Stelle beim Amt für Migration in Bern erkundigen. Dann bist du ganz sicher.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Vielen vielen Dank Maik!

      Ich werde verrückt, da ich überall andere Auskünfte bekomme. Die Kantonale Migrationsbehörde hat mich ans Kantonale Steueramt verwiesen. Nachdem ich 3 mal weitergestellt wurde, habe ich die bisher beste Auskunft bekommen. Sie hat mich auf die Internetseite der Finanzdirektion vom Kanton Bern verwiesen und siehe da, ich habe eine erfreuliche Antwort gelesen:


      4.2.2 Wochenaufenthalt eines Ehegatten

      Hält sich ein Ehegatte während der Woche als Wochenaufenthalter am Arbeitsort und an den Wochenenden am Familienort (beim Ehegatten und den Kindern) auf, so gilt der Familienort als steuerrechtlicher Wohnsitz für beide Ehegatten. Wird hingegen nur ein Teil der freien Zeit am Familienort verbracht, befindet sich der steuerrechtliche Wohnsitz des einen Ehegatten am Arbeitsort während sich der Wohnsitz des anderen Ehegatten weiterhin am Familienort befindet. Die Ehegatten haben in diesen Fällen je einen selbständigen steuerrechtlichen Wohnsitz (nachfolgend Ziffer 4.2.3).
      4.2.3 Je selbständiger steuerrechtlicher Wohnsitz
      Leben Ehegatten an verschieden Orten, ohne die arbeitsfreie Zeit regelmässig gemeinsam am Wohnort des einen Ehegatten zu verbringen, so begründen sie in der Regel einen je selbständigen Wohnsitz. Sowohl im interkantonalen wie auch im innerkantonalen Verhältnis werden die Steuerfaktoren zwischen den Ehegatten ausgeschieden. Satzbestimmend ist jedoch bei beiden Ehegatten das gesamte Einkommen und Vermögen. Im innerkantonalen Verhältnis ist in einem solchen Fall die Wohnsitzgemeinde des Ehemannes für die Veranlagung zuständig. Getrennte steuerrechtliche Wohnsitze sind ebenfalls bei einer Tätigkeit in leitender Stellung möglich (vgl. Ziff. 4.2.4).

      Quelle :
      link


      Da wir uns mit dem Pendeln abwechseln sehe ich unseren Lebensmittelpunkt an unterschiedlichen Orten!

      Meinungen dazu?


      Danke & beste Grüße,

      Finn
    • Die obige Beschreibung bezieht sich aber nur auf verschiedene Wohnsitze innerhalb der Schweiz.
      In deinem Fall mischt das deutsche Finanzamt auch noch mit.
      Wenn ihr verheiratet seit und keine Gütertrennung vereinbart ist kann die Hälfte deines Einkommens deiner Frau angerechnet werden.
      Ich war mal selbstständig und musste einen grösseren Betrag Kirchensteuer nachzahlen obwohl ich keiner Kirche angehörte.
      Die hälfte meines Einkommens wurde meiner Frau zugeschlagen und sie war kirchensteuerpflichtig.
      Die Antwort auf deine Frage kann dir nur das deutsche Finanzamt geben.
    • Vom Finanzamt bekommt man leider erst Auskunft, wenn es zu spät ist. Ich habe gestern mit denen telefoniert und leider die Aussage bekommen, dass sie keine Berater sind. Ganz anders die Steuerbehörden in der Schweiz, die sich Zeit genommen haben, aber leider nicht abesehen konnten was das Finanzamt in DE macht

      Ich habe dazu nochmal zwei interessante Links, falls jemand an der Definition“Lebensmittelpunkt“ interessiert ist :
      Link
      Link2

      Die große frage ist nun wie viel Steuern nachträglich gezahlt werden müssten....
      Flüge und doppelte Haushaltsführubg kann man dann ja super absetzen...
      Wenn man sich in diesem Fall als Wichenaufenthalter meldet, könnten Frau und Kind deutlich günstiger über den sogenannten“Hausfrauentaruf“ gesetzlich in DE versichert werden. Man könnte auch in DE versichert bleiben und in der Schweiz den KV Minimalbetrag zahlen. Für Zahnbehandlung oder andere planbare Eingriffe kann man dann ja schön nach de.

      Ich habe morgen einen Steuerberatertermin. Ich hoffe er kann mir da aufschlussgeben, was an Steuern in DE auf mich zukommt, aber ich befürchte, dass das große Abenteuer Schweiz in diesem Fall bri mir am Fiskus scheitern wird....
      Beste Grüße,
      Finn(Ich habe irgendwie zwei Accounts)
    • Moin Finn...

      Was ist denn bei deinem Termin herausgekommen? Irgendwie stecke ich auch in dieser Klemme, Finanzamt gab mir die gleiche Antwort wie dir, ein Steruerberater konnte mir auch nicht weiterhelfen. Da war eher die Aussage, sich an einen Schweizer Kollegen zu wenden...