Deutschen Führerschein bei Deutschem und Schweizer Wohnsitz sowie gültiger B-Bewilligung behalten?

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    • Deutschen Führerschein bei Deutschem und Schweizer Wohnsitz sowie gültiger B-Bewilligung behalten?

      Hallo,

      die Frage steht ja eig. bereits im Titel und ich weiß auch, dass es bereits zig Beiträge zu dem Thema gibt, aber ich konnte nicht exakt meinen Fall finden.

      Ich habe sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz einen offiziellen Wohnsitz. In der Schweiz miete ich eine Wohnung, in Deutschland bin ich am WE öfters in der Wohnung meiner Familie (Eltern). Ich habe bei der Anmeldung in Zürich zu Beginn (5 Jahre her) die L-Bewilligung erhalten und nun seit einigen Jahren die B-Bewilligung.


      Ich bin entsprechend Doppelbesteuerungsabkommen vollständig in der Schweiz (Quellen-)steuerpflichtig, was vom Deutschen Finanzamt auch nicht angefochten wird.

      Beim Kantonalen Steueramt Zürich habe ich den Status Internationaler Wochenaufenthalt beantragt, aber noch keinen Bescheid darüber erhalten, da die Bearbeitung (seit 2 Jahren....) noch andauert.



      Ich habe den Deutschen Führerschein und weder in Deutschland noch in der Schweiz jemals irgendwelche Fahrverbote o.ä. auferlegt bekommen.

      Nun ist meine Frage: Darf ich mit B-Bewilligung und doppeltem Wohnsitz mit meinem Deutschen Führerschein einen Schweizerischen Mietwagen führen? Im Endeffekt kann das ja kein Polizist/Zöllner feststellen, wo ich nun meinen ordentlichen Aufenthalt habe und ob ich somit den Führerschein umgemeldet haben müsste oder nicht...


      Danke und Grüße
    • Hallo blablubb1234,

      aus meiner Sicht musst du mit der B-Bewilligung deinen deutschen Führerschein innerhalb eines Jahres in einen Schweizer Führerausweis umschreiben lassen.

      Mit einer B-Bewilligung wirst du keinen Status als "internationaler Wochenaufenthalter" bekommen aus meiner Sicht. Dies geht nur mit G-Bewilligung, also als Grenzgänger.
      Eventuell hast du deshalb noch keinen Bescheid bekommen.

      Aus meiner Sicht hast du bisher Glück gehabt dass dich entweder kein Schweizer Polizist angehalten hat bzw nicht genau Bescheid wusste. Wenn ein Polizist sieht dass du eine B-Bewilligung hast und auf das Datum schaut bist du ganz schnell in Erklärungsnot. Und die Strafen dafür sind heftig!

      Es gibt die Regel dass du mit einem Schweizer Führerausweis kein Auto mit deutschem Kennzeichen in der Schweiz fahren darfst, es sei denn der Fahrzeughalter befindet sich auch in der Schweiz. Das Gleiche gilt übrigens auch andersrum: also kein Auto mit Schweizer Kennzeichen in Deutschland, wenn der Fahrer einen deutschen Führerschein hat.


      VG basileus
    • Hi und Dank für Deine Antwort schon mal.

      Also wie ich das sehe kann man den Status sehr wohl erlangen, und zwar dann, wenn man sich regelmäßig an seinem ausländischen Wohnort aufhält (meine Schwester hat ein eigenes Deutsches KFZ, wollte es nicht umschreiben und hat ebenfalls in Deutschland einen Wohnsitz; sie hat dies so beim Zoll gemeldet und daraufhin vom Strassenverkehrsamt Zürich den Bescheid über ihren Wochenaufenthalterstatus bekommen, obwohl sie auch die B-Bewilligung hat, und darf das in Deutschland gemeldete KFZ in der Schweiz führen - Zoll-Sondergenehmigung 1530).

      Das hat mit Glück nichts zu tun, ich bin bisher einfach in der Schweiz kein Auto gefahren :D Die Frage ist ja eben, wie es sich verhält, wenn man sowohl die B-Bewilligung und damit einen Schweizer Wohnsitz als auch einen Deutschen hat. Für mich klang es bisher immer so, dass der Führerschein sich danach richtet, wo man gemeldet ist, was in meinen Fall eben sowohl CH als auch DE ist.


      Die letzte Regel war mir nicht bekannt. Gibt es dafür eine Erklärung?


      Danke und Grüße
    • Hallo blablubb1234

      Einen Schweizer Mietwagen, darf man mit deutschem Führerschein fahren. Das Problem ist nur, dass dein deutscher Führerschein in der Schweiz nicht mehr gültig ist. Sobald du deinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz hast, laut Besteuerung solltest du deinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz haben, hast du 12 Monate ab Anmeldung in der Schweiz, Zeit deinen Führerschein in einen Schweizer Führerausweis umzutauschen. Ob du noch einen zusätzlichen Wohnsitz in Deutschland hast, spielt dabei keine Rolle.

      Beim Wochenaufenthalter kann ich nichts zu sagen, da kennt sich basileus besser aus. Für mich erschliesst sich nicht warum man mit B-Bewilligung einen Wochenaufenthalter-Status erhalten sollte, wiederspricht sich aus meiner Sicht. Es ist auch sehr ungewöhnlich, dass die Bearbeitung 2 Jahre dauert. Hast du denn in der Zwischenzeit keinen Zwischenbescheid erhalten?

      Die Regel mit Schweizer Führerausweis und ausländischen Kennzeichen hat Steuer- und Zollrechtliche Gründe, in Deutschland gibt es die gleiche Regel nur andersherum. Zusätzliche Erklärungen findest du hier:
      Schöne Grüsse
      Maik
    • @Maik: Du schreibst ja hier von umtauschen. Man gibt doch nicht wirklich seinen deutschen Führerschein bei den Schweizer Behörden ab? Ich hatte das so verstanden, dass man auf Grundlage seines deutschen Führerscheins, einen schweizerischen ausgestellt bekommt?!?
    • Hallo Druschii

      Umtauschen ist schon richtig, du kannst immer nur einen von beiden haben. Du gibst deinen deutschen Führerschein beim Strassenverkehrsamt deines Wohnkantons ab und bekommst dafür einen Schweizer Führerausweis. Wenn du wieder nach Deutschland zurückgehen solltest, kannst du in Deutschland wieder einen neuen ausstellen lassen und gibst den Schweizer Führerausweis wieder ab.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Dann habe ich ein ziemliches Problem...Ich beabsichtige jede Woche zu pendeln bis der Familiennachzug erfolgt ist. Etwa 1 1/2 - 2 Jahre und bräuchte dafür natürlich meinen deutschen Führerschein wenn ich per Bahn oder Flieger nach D komme. Denn mit dem schweizer Führerschein darf ich nicht den Wagen meiner Lebensgefährtin fahren...Und den schweizer Führerschein benötige ich ja sofort, da ich ja einen schweizer Firmenwagen habe und mit diesem ja auch in die EU fahre...
    • Ich habe dazu nochmals eine Frage:

      Ich habe einen Hauptwohnsitz in DE und in CH, B-Bewilligung.
      Nun habe ich einen Sportwagen in DE zugelassen den ich nicht in die Schweiz einführen kann (MFK Norm usw).

      Wenn ich das Fahrzeug nun auf mich in DE zulasse, kann ich damit dann in der Schweiz ab und zu fahren?
      Oder kann ich das Fahrzeug auf meinen Vater in DE zulassen und dann damit in CH fahren?

      Hoffe ihr könnt mir hierbei helfen. Danke :)
    • tmaey schrieb:

      Oder kann ich das Fahrzeug auf meinen Vater in DE zulassen und dann damit in CH fahren?
      ezv.admin.ch/ezv/de/home/infor…zeuge-in-der-schweiz.html
      Die Aussage dort ist eigentlich eindeutig: "Personen mit Wohnsitz in der Schweiz dürfen im Inland grundsätzlich kein ausländisch immatrikuliertes Fahrzeug benutzen. Das gilt beispielsweise auch für Fahrzeuge, die ihnen Verwandte oder Bekannte aus dem Ausland zum zeitweiligen Gebrauch überlassen."

      Oder bedeutet "zwei Hauptwohnsitze" dass du noch einen deutschen Führerschein hast und haben wirst sowie einen deutschen Perso mit aktueller Adresse? Wo hast du denn de facto deinen Wohnsitz? Schon in der Schweiz, nehme ich mal an.
    • Wenn man keine Meldeverstösse begeht kann man nur einen Führerschein haben, egal ob man zwei Wohnsitze hat.

      Aus dem was ich gelesen habe entsteht das Problem auch nicht mit dem eigentlichen Führerschein, sondern ist ein zollrechtliches Problem im Zusammenhang mit dem Wohnsitz. (Und bei mehreren Wohnsitzen gilt die steuerliche Ansässigkeit)

      Ein in der EU immatrikuliertes Fahrzeug darf durch eine in der Schweiz ansässige Person demnach in der Schweiz nicht bewegt werden, egal ob der Besitzer/Eigentümer anwesend ist oder nicht. Ausnahme sind Kurzzeit-Mietwagen. Langzeit-Miete geht nicht, wobei die Definition von Kurz- und Langzeit mir nicht vorliegt.

      Ein in der Schweiz immatrikuliertes Fahrzeug darf hingegen von einem EU-Bürger in der Schweiz bedenkenlos bewegt werden, aber keinesfalls in der EU. Dreh- und Angelpunkt ist dabei immer die zollrechtliche Grundlage sowie weiter auch noch ob es eine private oder geschäftliche Nutzung gibt.

      pwc.ch/de/publications/2016/pw…erschreitend_nutzen_d.pdf

      Im PDF ist schön zu sehen, dass es bei allen Fällen unterschiedliche Auswirkungen in der EU und in der Schweiz gibt. In jedem Fall wird ein Verstoss bei Aufdecken hart bestraft, da dies immer im strafrechtlichen Bereich liegt und keine OW ist.

      @tmaey: In keinem der Fälle kannst Du ein in der Schweiz nicht verzolltes Auto hier nutzen. In DE hingegen kannst Du es auch mit einem schweizerischen Führerschein bedenkenlos fahren, solange es dort auch immatrikuliert (und damit verzollt) ist.
    • Danke @Markus Schulz

      Ich habe mir die PDF angeschaut und der Fall mit zwei Hauptwohnsitzen wurde garnicht beschrieben.
      Mein Führerschein ist mittlerweile ein Schweizer Führerausweis.

      Ich wundere mich das ich dann mit einem Fahrzeug von meinem DE Wohnsitz nicht zu meinem anderen CH Wohnsitz fahren darf.
      Eventuell gibt es hierfür ein Zolldokument bei dem man 8% einmalig zahlen muss?

      Gruss
      tmaey

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tmaey ()

    • Der Fall mit zwei Hauptwohnsitzen ist auch nicht üblich. Wenn deine Schweizer Gemeinde eine Abmeldebestätigung verlangt hätte, würdest du auch keinen deutschen Wohnsitz mehr haben. Dann hättest du auch kein Fahrzeug in Deutschland anmelden können.

      Es gibt da auch nichts gross zu wundern. Der Fall ist einfach:
      - Schweizer Führerausweis = du darfst kein Auto mit EU-Kennzeichen in der Schweiz fahren, es sei denn der Eigentümer sitzt mit im Fahrzeug oder befindet sich (nachweisbar) in der Schweiz
      - deutscher Führerschein = du darfst in Deutschland kein unverzolltes Auto mit CH-Kennzeichen fahren

      Auch wenn die Schweiz in Europa liegt, aber sie ist eben nicht in der EU. Deshalb ist es etwas komplizierter was das Thema Zoll / MWST angeht.
      Wenn du den Wagen mit deutschem Kennzeichen nicht einführen kannst, hast du leider Pech gehabt. Du darfst damit dann in Deutschland fahren, aber nicht über die Grenze.


      VG basileus
    • Markus Schulz schrieb:



      Aus dem was ich gelesen habe entsteht das Problem auch nicht mit dem eigentlichen Führerschein, sondern ist ein zollrechtliches Problem im Zusammenhang mit dem Wohnsitz. (Und bei mehreren Wohnsitzen gilt die steuerliche Ansässigkeit)
      Das ist klar, ich hatte interessehalber gefragt. Hätte er noch einen deutschen Führerschein gehabt und einen aktuellen deutschen Perso, dann würde dies ja eben nicht auffallen.
    • lieberjott schrieb:

      Markus Schulz schrieb:

      Aus dem was ich gelesen habe entsteht das Problem auch nicht mit dem eigentlichen Führerschein, sondern ist ein zollrechtliches Problem im Zusammenhang mit dem Wohnsitz. (Und bei mehreren Wohnsitzen gilt die steuerliche Ansässigkeit)
      Das ist klar, ich hatte interessehalber gefragt. Hätte er noch einen deutschen Führerschein gehabt und einen aktuellen deutschen Perso, dann würde dies ja eben nicht auffallen.
      Bin in der selben Situation. Frau und Kind wohnen in Deutschland und ich bin in Deutschland auch gemeldet. Habe ebenfalls eine B Bewilligung und bin ebenfalls in der Schweiz gemeldet und wußte jetzt auch nicht was ich mit dem Auto machen soll.
      Am Wochenende auf den Weg in die Züricher Wohnung kam ich in eine Grenzkontrolle und der Schweizer Grenzer meinte, für das Auto muss ich mir eine Zollamtliche Bescheinigung besorgen (Formular 15.30), dass ich das Auto weiter mit der deutschen Zulassung fahren kann, nur den Führerschein muss ich innerhalb eines Jahres umschreiben lassen.
      Der ADAC sagt dazu hier:
      adac.de/_mmm/pdf/Schweiz%20-%2…nd%20Zulassung_308718.pdf

      "Wenn Sie zum Studium oder zur Arbeitsaufnahme in die Schweiz umziehen, Ihr Aufenthalt dort abervon vornherein befristet ist, dann dürfen Sie Ihr Fahrzeug nur mit Bewilligung des schweizerischenZolls (Form 15.30) zollabgabenfrei in der Schweiz fahren. Das Gleiche gilt auch für Firmenfahrzeuge.Die Gebühr für die Bewilligung beträgt 25 CHF und wird ab Datum der 1. Einreise (z.B. Studiums- oderArbeitsbeginn) in der Regel für 2 Jahre ausgestellt.Ob das Fahrzeug trotz der Bewilligung vom Zoll auf schweizerische Kennzeichen umgemeldet werdenmuss, ist vom Einzelfall abhängig und wird vom schweizerischen Straßenverkehrsamt entschieden.Pendler und Studenten, die Ihren Wohnsitz nachweislich im Ausland behalten und regelmäßigmindestens zweimal pro Monat für mindestens 2 Tage dorthin zurückkehren, sind im Regelfall von derVerpflichtung zur Ummeldung ausgenommen. "

      Das einzige was sich mir nicht gnaz klar ist, wieso ich dann den Führerschein ummelden muss? Nach meinem Verständnis hab ich doch dann mit den deutschen Behörden Theater. Oder liege ich hier falsch?