Arbeiten/Leben als Grenzgänger - Region Konstanz+Bodensee (?)

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    • Arbeiten/Leben als Grenzgänger - Region Konstanz+Bodensee (?)

      Grüessech zsäme :CH: bin noch ganz neu, kurz zu mir, ich bin 30 Jahre alt, ledig, arbeite und lebe derzeit in Frankfurt am Main, ich bin IT'ler (Informatik) bei der Deutschen Bahn und das Thema Schweiz konnte auch ich in den letzten Jahren so nicht ignorieren,
      die Grenzgänger Thematik finde ich interessant habe das Thema auch etwa 1000 mal gehört. Alles fing bei mir mit einem harmlosen Bodensee Urlaub an und eigentlich sollte es bei einem Urlaub bleiben aber so langsam überlege ich ob ich denn nicht dahinziehen könnte, ich fand es wunderschön dort, habe mir die Region Konstanz und die angrenzende Schweizer Region hierzu angeschaut, da ich in der IT Branche beschäftigt bin habe ich auch sogleich einige interessante Arbeitgeber entdeckt, mein jetziger Arbeitgeber die Deutsche Bahn scheint auch irgendwie irgendwo entlang der DE-CH Grenze vertreten zu sein, besonders in Basel, aber ob ich konzernintern da eine passende Stelle finden könnte weiß ich nicht.

      Meine gezielten Fragen wären erstmal ob ich als Grenzgänger bei meiner jetzigen Krankenkasse (Bahn BKK) weiterhin bleiben könnte da ich ja als Grenzgänger Wohnsitz in DE hätte.

      Ich habe privat intensiv hobbymäßig mich mit Themen Trading, Cryptowährungen, Kapitalerträge und bishin zur DBA (Doppelbesteuerungsabkommen für Einkommen im Ausland) beschäftigt und denke, dass ich steuertechnisch es soweit nachvollziehen kann,
      ich finde die Grenzgänger Option deswegen interessanter da die Krankenkasse in DE mir günstiger erscheint oder wenn ich ein Fahrzeug kaufen würde und dessen jährliche KFZ Steuer und die KFZ Versicherung erscheint mir auch günstiger.

      Wie sind eure Erfahrungen so mit den Salären und steuerlichen Abzügen, sollte man lieber gleich komplett nach CH rüber oder ist Grenzgänger sein auch gut?
      Ich sage schonmal vielen Dank. :rolleyes:
    • Hallo ITMensch,

      das Thema Krankenkasse habe ich grad im anderen Thread beantwortet.

      So lange du Grenzgänger bleibst wirst du mit der Steuererklärung in Deutschland auf jeden Fall mehr Kopfschmerzen haben. Hinzu kommt, dass du als Grenzgänger die deutlich höhere deutsche Einkommenssteuer zahlen musst.
      Von deinem hohen Schweizer Gehalt geht also einiges weg. Die Wohnungspreise auf deutscher Seite direkt an der Grenze sind mittlerweile relativ hoch (ich kenne Weil und Lörrach), d.h. es ist nicht unbedingt besser Grenzgänger zu bleiben (vom täglichen Pendeln mal ganz abgesehen).

      Speziell wenn du dich mit Trading und Kryptowährungen beschäftigst wäre es besser zu ziehst direkt in die Schweiz. In Deutschland musst du sämtliche Gewinne versteuern, sei es über die Abgeltungssteuer bzw mittels deinem persönlichen Steuersatz (Kryptowährungen gelten als private Veräusserungsgeschäfte). Die Gewinne sind in der Schweiz steuerfrei, aber du musst die Kryptos bzw dein Vermögen bei der jährlichen Steuererklärung mit angeben. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in der Schweiz eine Vermögenssteuer, allerdings zieht die erst bei grösseren Vermögen (>150.000CHF, variiert von Kanton zu Kanton).

      Die Krankenkasse als Aufenthalter (B-Bewilligung) ist teurer als das Grenzgängermodell via KVG (Krankenversicherungsgesetz), aber je nachdem wie hoch deine Gewinne aus Trading/Kryptos sind kannst du das locker kompensieren.

      Ein weiterer Vorteil als Aufenthalter ist die deutlich einfachere Steuererklärung. Es gibt keine 1.000 Sondersachen wie in Deutschland. Im besten Fall schaffst du deine Steuererklärung innerhalb von 30 Minuten.

      KFZ-Steuer und Versicherung ist etwas günstiger in Deutschland. Aber mal ehrlich: wenn du in CH 100k pro Jahr verdienst, fallen die zweihundert Stutz mehr für die Versicherung bzw Steuer nicht ins Gewicht.


      VG basileus
    • Hi Basileus, vielen lieben Dank für die sehr hilfreichen und informativen Tipps, aus der Motivation habe ich jetzt die erste Bewerbung nach Bern abgefeuert, mal schauen was sich ergibt, ich war einige Male in Bern, ist wie ich finde eine wunderschöne Stadt, genauso haben mir auch Basel und Zürich gefallen (Luzern war ich noch nicht) aber Bern hat was.

      Die ganze Steuerthematik erscheint doch sehr abschreckend, inklusive die hohe Krankenkassenbeiträge, die Bahn BKK wo ich bin ist eine gesetzliche Krankenversicherung.

      Ich halte eine sehr grosse Menge an Kryptowährungen, bin kein Day Trader sondern ein Langzeithalter für paar Jahre und in der Tat die Schweiz gewinnt hier in punkto Steuern.

      Selbst wenn die Kryptowährungen beachtlich was bringen sollten würde ich wohl den Job nicht an den Nagel nennen aufgrund der bekanntlich hohen Lebenshaltungekosten in der Schweiz.

      Derzeit habe ich kein Auto in Deutschland, wenn es mit der Schweiz klappen sollte würde ich in der Schweiz ein Auto kaufen, klar denkt man an ein gutes Auto aber will jetzt auch kein mega ding mir anschaffen.

      Ob ich wirklich 100K CHF im Jahr verdienen kann in CH weiss ich nicht, ich habe soeben mal eine Bewerbung nach Bern geschickt für eine IT Stelle mit Schwerpunkt Netzwerk, laut Internet liegen die Saläre bei 90.000-95.000 CHF, auch 100K habe ich gelesen aber Gehaltsvorstellung direkt 100K angeben kommt nicht gut rüber am Anfang :)
    • Hallo ITMensch,

      Glückwunsch zum ersten Schritt mit der Bewerbung! Ich denke du solltest keine grossen Probleme haben im IT-Bereich etwas zu finden in der Schweiz.

      Luzern solltest du dir auf jeden Fall noch anschauen. Eine tolle Stadt und ein wunderschönes Panorama mit dem Vierwaldstättersee und den Bergen!


      Ich vermute du bist früh eingestiegen bei Kryptowährungen, sonst würdest du sicher nicht von sehr grossen Mengen sprechen. Wichtig ist dass du die Kryptowährungen in deiner Schweizer Steuererklärung angeben musst. Da wird der Kurs zum Stichtag 31.12. genommen und dann mit der Anzahl deiner Coins multipliziert. Ist ein bisschen blöd, da Kryptos generell sehr volatil sind, aber es gibt bisher noch keine andere Lösung in der Schweiz.
      Gar nicht angeben kann blöd werden wenn du die Kryptos mal verkaufst. Bis auf ein paar wirklich anonyme Kryptos sind die meisten ja nur pseudoanonym. Du müsstest dann also irgendwie erklären wo das ganze Geld herkommt.

      In Städten wie Bern, Basel oder Zürich brauchst du im Prinzip kein Auto. Du musst dann immer einen Parkplatz suchen, Steuern und Versicherung bezahlen. Der ÖV ist in der Schweiz meist sehr gut ausgebaut. In einer grösseren Stadt ist man zudem schneller mit Tram oder Bus als mit dem Auto.

      Naja, Internet ist nicht gleich Internet ;) Hast du die Grösse der Firma und den Kanton mit berücksichtigt?
      100k sind im Bereich Netzwerk keine Seltenheit.


      VG basileus
    • Neu

      Hallöchen :)! Luzern möchte ich auf jeden Fall sehen, auch wenns beruflich da wohl eher nicht klappen sollte, beruflich habe ich mir Luzern nicht angeschaut.

      Suchen die denn noch eigentlich viele IT'ler in der Schweiz? Ich habe das Gefühl, dass dieser "hype" vorbei ist, bei den Grossbanken zumindest habe ich das Gefühl, Ich weiss zum Beispiel, dass die Banken eher in Abbaustimmung sind, kenne auch hier in Frankfurt Bekannte und Freunde die in namhaften Banken Frankfurts arbeiten,
      da sind mitunter Grossbanken dabei wo die IT zu 50% über Zeitarbeit läuft, Jahresverträge, Zeitarbeit, damit sie kein Weihnachtsgehalt oder sonstige Optionen kriegen können. Ich habe selber 4 Jahre in Banken gearbeitet in Frankfurt am Main bis ich die Finanzbranche verlassen habe und jetzt in der Logistik/Transport Branche bin bei der DB in der IT, "gott sei dank" kann ich wahrlich dazu sagen um nach dem Gehalt und viel mehr den Konditionen zu urteilen,
      es ist fast ein Witz, dass ein grosses Unternehmen aus der Transport/Logistik Branche sehr gut, ja sogar besser bezahlt als eine Grossbank.

      Ähnlich wird es wohl auch in Zürich aussehen mit den Grossbanken, Abbau, Zeitarbeit, ich persönlich meide Bewerbungen an die Banken und damit indirekt Zürich, ist eine sehr schöne Stadt aber ich habe für mich sehr interessante Arbeitgeber insbesondere in Bern gefunden, heute schicke ich zwei weitere Bewerbungen raus an zwei grosse Konzerne in Bern.

      Die Kryptowährungen wahre ich derzeit sicher auf, sonst mache ich ja nichts damit, habe mal 1-2 Tage Short Trading / Day Trading gemacht und war auch erfolgreich aber habe keine Zeit dafür, für sowas braucht man viel Zeit, ist fast wie ein Vollzeitjob, so sehr muss man es verfolgen.
      Ich kann alles nachweisen also Menge, Kaufdatum, Stückpreis, habe ich von Anfang an gemacht, alles in Excel drin, bin da bestens organisiert, alles vorbereitet für "irgendwann".

      So lange bin ich gar nicht drin im Kryptogeschäft, bin März 2018 eingestiegen, da war der Bitcoin stark gefallen und damit auch die Altcoins (Alternativen Coins) und da fing ich halt an zu recherchieren, zu lesen, zu kaufen, ist noch ein sehr junger Markt, es formt sich grade erst alles zusammen.

      100K im Bereich Netzwerk sind keine Seltenheit stimmt, habe auch 120K Saläre gesehen, aber das direkt zu verlangen wäre wohl für mich nicht die feine Art und noch bin ich kein Senior in der Netzwerk Administration, bin noch zarte 30 Jahre alt :D
    • Neu

      Beruflich befürchte ich, dass wohl der "hype" vorbei ist mit "es werden viele IT'ler gesucht", auch in der Schweiz denke ich so, ich möchte es aber trotzdem versuchen, immerhin ist es das Land wo ich nach Deutschland mich bis jetzt am meisten aufgehalten habe, erkundet, bereist habe, aber an einen "IT hype" glaube ich nicht in der Schweiz, bei den Banken eh nicht, habe selber in Frankfurt die Realität gesehen, gesucht wird viel aber die Konditionen, Verträge, naja....
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      Hallo ITMensch,

      nein, der Hype ist noch lange nicht vorbei. Du hast Recht dass die Grossbanken eher abbauen als neue Leute einzustellen.
      Das liegt aber oft an daran dass die Finanzabteilung die treibende Kraft für Entscheidungen in der IT ist.
      Stichwort Outsourcing mit Near- und Offshoring. Gerade für grosse Unternehmen lohnt sich, zumindest auf dem Papier, die Auslagerung der Stellen ins Ausland.

      Du musst aber auch nicht bei einer Grossbank anfangen. Es gibt genügend andere Bereiche (Pharma- und Chemie, Versicherungen, Uhrenhersteller etc) wo Leute gesucht werden. Wichtig ist dass die IT in-house ist, und nicht an einen Dienstleister outgesourced wurde.

      Alternativ gibt es auch Möglichkeiten bei Dienstleistern (Swisscom, T-Systems, IBM). Die suchen auch ständig nach Leuten.

      Gefühlt hat die Auswahl an guten Leuten in den letzten Jahren abgenommen. Ich habe es selber erlebt als Manager in einer Firma. Es gibt zu wenige Bewerber, und dann noch jemanden zu finden der wirklich etwas kann ist fast wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

      Mit 30 Jahren kann man schon Senior sein. Habe ich schon häufiger gesehen. Mach es lieber an deiner Berufserfahrung fest. Mit mehr als fünf Jahren und Erfahrung in einem Spezialgebiet kann man sehr wohl als Senior gelten.

      Ich kann deine Erfahrungen bzgl Konditionen und Verträgen nicht teilen: fast alle Angebote die ich bekommen habe waren unbefristet.
    • Neu

      Ich kann basileus nur zustimmen. Wir suchen momentan auch ITler und ich bin erstaunt wie wenige Bewerbungen wir erhalten.
      100k finde ich durchaus angemessen. Je nach Betrieb wirst du dann vielleicht auf 95k runtergehandelt. Als Netzwerkspezialist wären auch 120k mit 30 nicht ungewöhnlich. Dazu kann ich aber nicht viel sagen ohne dein Profil genauer zu kennen.
    • Neu

      Hi zusammen :),

      die Frage ist natürlich was gesucht wird, beispielsweise Cloud Experten kann ich gut nachvollziehen, dass da wenig Bewerbungen sind, oder Softwareentwickler sind auch nicht viele, aber ICT Supporter oder sogar schon Netzwerk Admins sollten wohl mehr als genug auf dem Markt unterwegs sein, vielleicht bilde ich es mir nur ein, es gibt viele, aber vielleicht nicht viele gute.

      Vielleicht wenden sich die Leute auch von der Schweiz ab, was zu weniger Bewerbungen führt, ich meine von Deutschland aus hört man schon viel über die Schweiz und wahrscheinlich auch über die hohe Absagequote, da vergeht manchen schnell die Lust. Und auch der beste Java Software Entwickler muss auch mal die eine oder andere Absage einstecken, nungut wenn er sich ausgerechnet bei Google oder Apple in der Schweiz bewirbt =).....

      Die Schweiz bildet ja auch selber viele Informatiker aus, in Universitäten oder Berufsausbildung (EFZ hieß das richtig?), soll heissen an Informatikern sollte es eigentlich nicht mangeln? Oder wandern die widerrum aus der Schweiz aus?

      Ich habe den Rat von Basileus zu Herzen genommen und eine Bewerbung auch an Swisscom geschickt nach Bern, da haben die ihren Hauptsitz. Bern hat für mein aktuelles Profil sehr interessante Arbeitgeber.
      Aktuell bei der Deutschen Bahn bin ich im Netzwerkbereich, wir arbeiten mit Deutsche Telekom, Vodafone, Huawei und einigen weiteren Telekommunikationsdienstleistern zusammen, ausgehend vom aktuellen Arbeitgeber gibt es nicht so viele Firmen wo mein Profil vielleicht passend wäre in der Schweiz, die SBB CFF FFS käme noch in Frage als 1:1 vergleichbarer Bahnkonzern, ansonsten wegen der starken Telekommunikationsschiene derzeit schaue ich mir Swisscom an, als nächstes T-Systems und Vodafone falls die Vodafone in der Schweiz vertreten ist. Aktuell hangel ich mich entlang der bekannten Firmen in Bern.

      Wenns ja mal überhaupt klappen würde bei einem Arbeitgeber wäre auch ein Salär unter 90K ok, natürlich möchte jeder was gutes verdienen aber mir gehts in der Schweiz nicht nur ums Geld, immerhin ist es nach Deutschland das Land wo ich am zweithäufigsten unterwegs war.