Umgekehrter Grenzgänger - welche Bewilligung greift? G oder B?

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    • Umgekehrter Grenzgänger - welche Bewilligung greift? G oder B?

      Hallo und danke für das tolle Forum mit den unendlich vielen Informationen! Leider sind meine Fragen dadurch noch immer nicht beantwortet. Gerade auch, was die offiziellen Seiten (Migrationsamt, Merkblätter etc.) betrifft, konnte ich keine wirkliche Antwort finden.

      Also zu mir: weiblich, 41, Ingenieurin, arbeite seit Jahren im Öffentlichen Dienst in D und möchte nun endlich zu meinem Freund im Kanton SG ziehen (Deutscher mit C-Niederlassungsbewilligung). Da es seit 1,5 Jahren nicht mit einer Stelle in der Schweiz geklappt hat, möchte ich meinen Job in Berlin vorerst behalten und in Teilzeit pendeln. D.h. Di bis Do in Berlin, Do-Abend bis Mo früh in der Schweiz.
      Steuerlich gelte ich als Wegzügler (Besteuerung wie gehabt in D für die nächsten 5-6 Jahre, sofern ich keine Anstellung in der Schweiz finde).

      Nun meine Frage: Welche Aufenthaltsbewilligung müsste ich beantragen? G oder B? Irgendwie bin ich ja Wochenaufenthalter - nur gibts diesen Begriff nur im umgekehrten Fall (Arbeit in CH, Wohnen in D, wenn die Entfernung fürs tägliche Pendeln zu groß ist). Dies trifft ja auf meinen Fall nicht zu (Wohnen in CH, Arbeit in D). Auch die offiziellen Formulare sagen über diese Konstellation nicht viel aus. Als Grenzgänger müsste ich täglich an den Wohnort zurückkehren, als Wochenaufenthalter eben wöchentlich (bis zweiwöchentlich). Und als Grenzgänger bzw. Wochenaufenthalter gilt (laut dem, was ich gelesen habe) nur wer als Ausländer in der Schweiz arbeitet. So ist auch das Merkblatt beim Migrationsamt in SG aufgebaut - da steht leider nichts von umgekehrtem Grenzgänger.

      Oder gelte ich als Aufenthalter (B) in der Schweiz, weil mein Lebensmittelpunkt dort wäre? Wenn ja - muss ich dann die B-Aufenthaltsbewilligung mit oder ohne Erwerbstätigkeit beantragen (da ich ja auch keinen Erwerb in der Schweiz habe)?

      Ich hatte in einem anderen Thread gelesen, dass, wenn man genügend Einkommen nachweist (ZH mind. 30.000 CHF pro Jahr), dass man dann die B-Bewilligung (ohne Erwerbstätigkeit) bekommt. Ist das richtig oder habe ich das falsch verstanden? Oder gibt es dennoch die B-Bewilligung (mit Erwerbstätigkeit), auch wenn ich zwar keinen Erwerb in CH hab, aber eben in D? Und gilt hier das Einkommen oder eher doch das Vermögen? Ich verdiene in Teilzeit immernoch mehr als 41.000 CHF (36.000 € ca.). (Ich weiß, ist für schweizer Verhältnisse nicht viel, aber um über diese angezeigte Grenze mit Nachweis von genügend Eigenmitteln zu kommen, reicht es hoffentlich..)

      Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen..

      LG
    • Hallo Bealinerin

      Ist wirklich schwierig zu beantworten. Endgültig wird dir es dir nur das Amt für Migration beantworten können.

      Von den Umständen her würde ich aber von einer B-Bewilligung ohne Erwerbstätigkeit ausgehen. Da du deinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz haben wirst, aber vorerst keiner Arbeit in der Schweiz nachgehen wirst. Das ändert aber nichts daran, dass du dich auf alle Stellen in der Schweiz bewerben kannst und diese auch annehmen kannst. Eine Arbeitsbewilligung hast du Dank Personenfreizügigkeit sowieso. Sobald du einen Job gefunden hast, meldest du es einfach dem Amt für Migration.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Nur weil man Ausländer ist wird man nicht unbedingt aussortiert. Ob aber eine Adresse in der Schweiz vorhanden ist oder nicht, kann aber schon ein entscheidendes Kriterium sein. Ist schliesslich für den Arbeitgeber einfacher, wenn er jemanden einstellt, der bereits im Land lebt oder erst herziehen muss. Vorstellungsgespräch und Probetag sind auch einfacher zu händeln, wenn der Bewerber bereits vor Ort ist.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Ich kopiere mal meine Sachen aus dem anderen Thread hierher, weil es nun doch konkreter wurde:

      Ja, hab ich heut dann auch glatt gemacht. Allerdings schriftlich per Kontaktformular. Auf meine vielen Fragen wurde leider nicht eingegangen, man hat mir nur das Merkblatt für die Aufenthaltsbewilligung B ohne Erwerbstätigkeit gesandt. Daraus leite ich nun ab, dass G für mich nicht gilt und eben alles ohne Erwerb ist. Jetzt hatte ich daraufhin noch einmal gefragt, wieviel ich verdienen muss, um „ausreichende finanzielle Mittel“ nachzuweisen. Mal sehen, was geantwortet wird..


      Hallo zusammen,

      Also mir wurde auch hier wieder nur eine Tabelle gesandt mit dem Hinweis, dass bei näheren Auskünften meine Unterlagen geprüft werden müssten, es mir aber frei steht, das Gesuch inkl. aller im Merkblatt aufgeführten Unterlagen, über das Einwohnermeldeamt einzureichen.

      Die Tabelle erschließt sich mir nicht zu 100 %.

      Unter Nr. 1 ist der Grundbedarf für den Lebensunterhalt aufgeführt:
      1 Person CHF 1013
      2 Personen CHF 1550
      3 Personen CHF 1884 etc.


      Dann folgt Nr. 2 Ergänzungsbedarf für den Lebensunterhalt:
      1 Person CHF 241
      2 Personen CHF 452
      3 Personen CHF 609 etc.

      Dann folgt Nr. 3 Wohnungskosten (monatlich):
      Gemäß Mietvertrag inkl. aller Nebenkosten

      Nr. 4 Krankenversicherung :
      Effektiv zu bezahlende Prämien der obligatorischen Grundversicherung plus 1/12 Jahresfranchise pro Person

      Nr. 5 Weitere finanzielle Verpflichtungen:
      Alimente, Schuld- und Darlehenszinsen, Steuerschulden, zusätzliche finanzielle Verpflichtungen

      Nr. 6 Lohngestehungskosten:
      Erwerbsunkosten (pro erwerbstätiger Person pauschal CHF 250 pro Monat bei Vollzeit), Kosten für die Fremdbetreuung der Kinder (effektive Kosten bzw. mind. pauschal CHF 250)



      Kann mir das jemand erläutern?

      1. Also mein Grundbedarf ist 1013, weil ich ja nur eine Person bin, die den Antrag stellt oder 1550, weil wir zu zweit wohnen? (Mein Partner dürfte ja hier eigentlich gar nicht mit auftauchen oder?)

      2. Fällt der immer an? Also rechne ich diesen Betrag noch zu Nr. 1 hinzu.

      3. Wohnungskosten werde ich nur die in Deutschland haben, zählen die mit hierein?

      4. die Krankenversicherung wird wie gehabt über den Arbeitgeber in Deutschland abgerechnet. Muss ich da trotzdem einen Betrag angeben (meine Hälfte vom Anteil im Brutto)?

      5. ist klar

      6. zählen hier auch die Pendel-Kosten mit rein?

      Am Ende habe ich eine Summe X, die dann 1 zu 1 mit meinem monatlichen Netto zu verrechnen ist.

      Mir erschließt sich nicht ganz, ob ich nur die Tatsachen, die in der Schweiz dann vorliegen (keine Miete, keine extra Krankenkassenbeiträge etc.) angeben muss oder eben die Deutschen.

      Ich hoffe, jemand hat damit schon mal Erfahrungen gemacht. Ich würde ungern den Antrag abgeben, und am Ende ein böses Erwachen haben..

      Ich hatte eben auch mit der Dame telefoniert.

      Also wie du auch sagtest, zähle ich als Einzelperson.

      Die Nr. 2 wird wohl irgendwie nochmal genau errechnet für jede Person.

      Bei den Wohnungskosten ist es so, dass mein Partner mir eine Bestätigung schreiben müsste, dass ich bei ihm keine Miete zahlen muss und sollte dann die Miete aus Deutschland angeben. Andernfalls würde die Hälfte der Miete in der Schweiz angerechnet werden.

      Als es dann zur Krankenkasse kam, sagte ich, dass ich hier keine Kosten extra hätte, eben nur das, was bei mir vom Brutto (hälftig AG/AN) abgehen würde und die Erweiterung für die Schweiz ginge dann über das E 107 Formular (hatte mir die TK vorhin auch bestätigt). Dabei hieß es dann, dass ich mich in Deutschland aber abmelden müsse, was ich ja nicht kann, wenn ich noch eine Wohnung habe.
      Wie regelt sich das denn dann?

      Auf jeden Fall bin ich zwar ein Stück weiter und ich werde es mir mal durchrechnen, wie du beschreibst Basileus. Mein Partner wird zudem ja auch mit für mich aufkommen, ich möchte halt nur nicht, dass er für mich bürgen muss..

      Hinweis vom ADMIN:
      >> Hier geht es zum anderen Beitrag im Thema: Steuer für Wochenaufenthalter. <<
      (Bitte nur in einem Thema die gleichen Inhalten schreiben, sonst wird es schwer dem Thema zu folgen).
    • Soweit ich recherchieren konnte, bezieht sich die obige Tabelle auf die VOF Richtlinien der Migrationsämter Ostschweiz, die etwas von den SKOS Richtlinien abweicht, wonach ein Mindesteinkommen vorhanden sein soll, mit dem man in der Schweiz auf jeden Fall nicht sozialhilfeabhängig werden würde.
      Die Tabelle ist auf der VOF Seite unter Familiennachzug Bedingungen abrufbar.

      Dort wird auch erklärt, was Ergänzungsbedarf bedeutet (zusätzliche Ausgaben zb für Handy und Hobbys, siehe unten auf dem Blatt).

      Die entsprechenden Kantone packen also diese Posten Ergänzungsbedarf und Erwerbsunkosten pauschal auf den Bedarf drauf. Das wurde in mehreren Urteilen, die man im Internet auch abrufen kann, beanstandet (Kläger hatten das Problem, dass durch die hohen Mehrbedarfe ein Familiennachzug verhindert wurde).
      Die Urteile die ich gelesen habe, verneinten sämtlich die pauschale Annahme des Ergänzungsbedarfs, da er laut SKOS Richtlinien auch nicht relevant sei.
      Die Berufsunkosten wurden in den Urteilen auch nicht pauschal, sondern nach tatsächlichen Kosten angesetzt. Macht der Kläger einen bestimmten Betrag als Werbungskosten geltend, kann er nicht behaupten, er habe weniger Berufsunkosten gehabt zb. Auch zb wenn für die Tätigkeit ein Auto benötigt wird, werden die Erwerbsunkosten durchaus von den Gerichten auch so akzeptiert. Die Frage ist wie es aussieht, wenn kein Auto gebraucht wird.
      Das alles bezogen auf Familiennachzug.

      Wie es bei einer Erstbewilligung aussieht weiß ich nicht, könnte mir aber vorstellen, dass die Gerichte ähnlich entscheiden würden, ich habe jedoch keine Urteile dazu gefunden. Das könnte auch ein gutes Zeichen sein (braucht ja keiner klagen, wenn er die Erstbewilligung ohne Murren und Knurren bekommt). Beim Familiennachzug (vor allem nicht erwerbstätige Frau und Kind/er) wird das evtl. strenger gesehen.
    • Guten Abend,
      Ich brauche bitte ganz dringend eure Hilfe.
      Mir ist was schlimmes passiert. Ich habe ja einen Rahmenvertrag bei einer Firma der Seniorenbetreuung . Ich arbeitete bis 10.10. Für diese Firma bei ein- und derselben Klientin. Die Familie dieser Klientin engagierte einen neuen Dienst und ich blieb aus Zuneigung zu dieser Dame bei ihr und wechselte so den Arbeitgeber. Nun hat dieser schon nach einer Woche für mich den Ausländer Ausweis parat gehabt. Ich fühle mich bei diesem Arbeitgeber aber nicht wohl und möchte wieder zu meiner alten Firma zurück.
      Ich möchte von euch gerne wissen, ob jeder Arbeitgeber in meinem Grenzgänger Ausweis sehen kann, wo ich zuletzt gearbeitet habe? Wenn dem so ist, hab ich bei meiner alten Firma wahrscheinlich schlechte Karten. Ich habe aus Liebe zu der Dame gehandelt, was mir jetzt sicher zum Verhängnis wird. Ich bitte euch ganz ganz herzlich, mir schnell zu antworten. Ich tendiere dazu, ganz ehrlich mit der Firma zu reden. Ich habe Angst. Könnt ihr mir bitte ganz schnell einen Tipp geben???
      Liebe Grüße

      Nachtrag vom Admin: Hier geht es zum Thema. Bitte Antworten für Shaktiki dort geben.
    • hey
      Vielleicht kann @basileus etwas dazu sagen?
      Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird .Ich kenne das auch...ein paar Tage später sieht alles wieder entspannter aus.
      Ich bin kein Grenzgänger ...wüsste aber nicht..warum die Arbeitgeber in den Grenzgängerausweis eingetragen werden sollte.
      TIP:Vielleicht solltest Du dieses Thema als eigenständiges Thema eintragen.Jetzt stehst Du über Grenzgängerbewilligung ...aber nicht mit eigenständiger Frage.Deine eigenständige Frage wird besser gesehen und kann schneller bearbeitet werden.Text kopieren und nochmals unter dem richtigen Thema einstellen.
      Du schaffst das...es kommt schon gut.
      Beste Grüsse Honigbiene