Besteuerung bei Umzug nach CH & weiterhin Eigenheim in DE

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    • Besteuerung bei Umzug nach CH & weiterhin Eigenheim in DE

      Hallo Schweiz Freunde

      Ich bin momentan Grenzgänger. Da mein Arbeitgeber aber mehr in Richtung „Innerschweiz“ gezogen ist, möchten meine Frau und ich nun in Richtung meinem Arbeitsort in die Schweiz ziehen.
      Somit werden wir uns in der Schweiz anmelden und dementsprechend in Deutschland abmelden.
      Da wir ein eigenes Haus in Deutschland besitzen ist nun die Frage wie wir dies handhaben müssen in Bezug auf die Steuern in Deutschland.
      Wir möchten natürlich verhindern, dass wir weiterhin in Deutschland für unser Einkommen steuerpflichtig sind. Da aber vom Finanzamt bei einem Eigenheim angenommen wird, dass man rein theoretisch regelmäßig dorthin zurück kehren könnte und somit weiter in Deutschland steuerpflichtig wäre, ist diese Konstellation vielleicht nicht so trivial wie es scheint.

      Wie sehen unsere Optionen aus um eine Besteuerung in DE zu verhindern?
      - Darf das Haus leer stehen?
      - Dürfen wir das Haus als Feriendomizil verwenden?
      - Darf man das Haus nur sporadisch vermieten als Ferienhaus oder per AirBnB?
      - Müssen wir das Haus dauerhaft fest vermieten?

      Viele Grüsse und ich bin gespannt auf eure Erfahrungen zu diesem Thema [Blockierte Grafik: http://www.hallo-schweiz.ch/forum/images/smilies/icon_smile.gif]
      Spitzbueb
    • Hallo Spitzbueb

      Wie die Optionen aussehen, um eine generelle Annahme des Lebensmittelpunktes in Deutschland, zu verhindern, solltest du unbedingt mit einen deutschem Steuerberater oder dem deutschen Finanzamt anschauen. Dann bist du auf der sicheren Seite. Generell sollte es aber bei allen vier Varianten möglich sein, ohne in Deutschland Einkommenssteuerpflichtig zu sein. Aber wie gesagt, ich bin kein Steuerexperte und kann nur aus meinen Erfahrungen berichten. Einnahmen aus der Vermietung eures Eigenheimes (egal ob AirBnB oder dauerhaft) sind in jedem Fall in Deutschland steuerpflichtig.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Wir haben das gleiche Problem, daher recherchiere ich gerade die rechtlichen Grundlagen. Anscheinend ist das Kriterium für eine ständige Wohnstätte, welche die überdachende Besteuerung begründen würde (Quelle: reichert-reichert.de/files/upl…t_perwein_PIStB-07-14.pdf)
      - dass die Wohnstätte vorhanden ist (zum Wohnen geeignete Räume)
      - dass der Steuerpflichtige diese Wohnstätte ständig nutzen KANN über längere Zeit
      - und dass dies auch verteilt übers Jahr auch tatsächlich geschieht, wobei

      weder das Gesetz noch das BFH hier eindeutig definiert, was unter "verteilt übers Jahr tatsächliche Nutzung" zu verstehen ist. Es gibt also keine Mindestnutzung oder irgendein Kriterium für "Regelmäßigkeit" noch ist geklärt, was denn bei ungleichmäßig übers Jahr verteilter Nutzung passiert.
      Ich denke dass die FÄ da ihre Dienstanweisungen haben werden, wonach sie entscheiden.
      Oder aber jeder Sachbearbeiter kocht da sein eigenes Süppchen.

      Ich würde daher sagen:

      - Darf das Haus leer stehen? Ja, verbietet kein Recht und zumindest hat man dann keine Einnahmen, die wieder eine Steuerpflicht begründen würden
      - Dürfen wir das Haus als Feriendomizil verwenden? Dürfen schon, aber siehe oben: "regelmäßige übers Jahr verteilte Nutzung" ist wiederum ein Kriterium für "Ständige Wohnstätte"
      - Darf man das Haus nur sporadisch vermieten als Ferienhaus oder per AirBnB? Ja bestimmt, aber man muß dann wieder Steuern darauf zahlen
      - Müssen wir das Haus dauerhaft fest vermieten? Müssen wohl nicht, und halte ich auch für ungünstig, wenn man evtl. unerwartet die Zelte in der Schweiz abbrechen muss/will

      Der Autor der oben genannten Quelle empfiehlt, hier eine verbindliche Auskunft beim zuständigen FA einzuholen (dh schriftlich). Dann muss man sich allerdings auch genau an das geplante Verhalten, welches in der Anfrage beschrieben wird, halten.

      Da wir das Haus nicht voreilig verkaufen wollen, kommt für uns wahrscheinlich der "Leerstand" (i.e. Mutti wird kostenlos einquartiert zur Aufsicht und Blumengießen) als einzige praktikable und risikoarme Lösung in Betracht, inkl. der unregelmäßigen und ungleichmäßig aufs Jahr verteilten Kontrollbesuche :D