Hallöle

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    • Jetzt stell ich mich auch mal vor.
      Ich bin 41, Dipl. Biologin, habe vor anderthalb Jahren meinen ersten Job angetreten (davor Rentnerin). Damit bin ich wohl eine der wenigen, die ihr Berufsleben nach der Rente startet und nicht umgekehrt :D
      Ich arbeite nun also im Homeoffice in einem großen multinational agierenden Unternehmen als Certification Officer.
      Das Unternehmen hat auch eine Niederlassung in der Schweiz, mit der wir eng verbandelt sind und ich liebäugele mit einem Wechsel, aber möchte andererseits mein Department auch nicht verlassen.
      Daher wäre für mich der Plan, in die Schweiz umzuziehen und meinen deutschen Arbeitsvertrag zu behalten. Arbeitsort wäre aber Schweiz (Privatwohnung). Sind das nun aus Sicht Deutschlands trotzdem "inländische Einkünfte"? hm

      Warum überhaupt in die Schweiz, ja mein Mann (Produktionsfachkraft Chemie) möchte gern dorthin wechseln und dann will ich natürlich mitziehen.
      Wir waren vor kurzem zum ersten Mal in der Schweiz, anläßlich eines Zahnarztbesuchs. Ich habe in Deutschland ums Verrecken keinen Zahnarzt gefunden, der mich behandeln könnte. In der Schweiz war das überhaupt kein Problem. Wir werden in Zukunft zu keinem deutschen Zahnarzt mehr gehen, die sind hier einfach nix.
      Gesehen habe ich von der Schweiz nicht arg viel, wir sind um 16 Uhr bei strömendem Regen rein und um 20 Uhr wieder weg.

      Gefallen hat mir spontan, dass die Autobahnen alle km Brücken haben, auf denen Wald wächst, so dass die Tiere rüberkönnen ohne plattgefahren zu werden (links und rechts auch Schutzzäune an der Fahrbahn). Als ich dann mehr gelesen habe, erfuhr ich, dass die Kühe freie Tage haben. Das erklärte dann wohl auch das Pärchen glücklich herumhüpfender Kühe, das wir gesehen haben als wir an der Ladesäule in Uster standen,
      Die Leute haben auf der Straße gegrüßt. Der Zahnarzt war der erste, der nicht so arrogant war wie die Zahnärzte in D.
      Ich denke in der Schweiz kann man bedenkenlos freundlich zu den Leuten sein. Hier in D können sehr viele Leute mit Freundlichkeit nicht umgehen. Sie verstehen es als Einladung, einen als Fußmatte zu benutzen oder mißdeuten Freundlichkeit als Schwäche. Dennoch ist uns schon klar, dass Deutsche in der Schweiz nicht gerade super beliebt sind und erwarten nicht, dass wir mit offenen Armen empfangen werden. Da wir in D auch praktisch nur für uns bleiben und keine großartigen Kontakte pflegen, würde es uns aber nichts ausmachen, wenn wir erstmal isoliert leben und keine Freunde finden.

      Mir gehts auch um meine Rente. Da ich erst seit 18 Monaten arbeite, ist mein Rentenanspruch in D für den A*** und gleicht einem kleinen Taschengeld. In der Schweiz hätte ich nach einem Jahr Anspruch auf eine Mindestrente, die ein Vielfaches von der Rente in D beträgt. Soweit ich verstanden habe, gilt das auch für meinen deutschen Arbeitsvertrag, dh ich zahle Sozialversicherungsbeiträge in CH, wenn ich dort wohne und arbeite, egal wo der Firmensitz meines Arbeitgebers ist. Ich bräuchte daher nicht unbedingt den Job wechseln. Das würde ich nur ungern, da ich das allererste Mal einen Vertrag habe und was man hat, das hat man. Mir gefällt auch die Arbeit und die Tatsache, dass ich 5 min vor Arbeitsantritt aus dem Bett fallen kann und mich 2 Meter weiter an den Schreibtisch schleppe, wo ich dann den ganzen Arbeitstag im Pyjama sitzen kann.
      Das ist eigentlich nicht zu toppen, auch nicht mit mehr Geld.

      Also allgemein versprechen wir uns von einem Umzug in die Schweiz mehr Lebensqualität, eine Mentalität, die unserer ein bißchen mehr nahe kommt und eine sichere Rente. Wir würden uns dann irgendwann auch gern einbürgern lassen. Geplant ist ein Umzug mittelfristig, dh. mein Mann bewirbt sich schonmal und ich warte eigentlich darauf, dass mein Arbeitsvertrag hochgestuft wird, damit mein Einkommen dort auch als überlebensfähig anerkannt wird (momentan arbeite ich 50%, Anfang 2019 sollen es 70% sein und Anfang 2020 dann 100%).
      Also insgesamt keine Eile und genug Zeit, um sich ausgiebig einzulesen und zu informieren. Ich freue mich, dieses Forum gefunden zu haben, wo man schonmal eine Menge Antworten findet.
    • spannender Beitrag: 4 Std in der Schweiz gewesen für einen Zaharztbesuch und Du redest schon von Einbürgerung.Das kann ich noch nicht einmal nach 2 Jahren hier vor Ort sagen.
      Sonst verstehe ich Deine Belange zwecks Rente.Frage mich warum man damit erst mit 65 anfängt..
      Bin erwas hin und hergerissen ob ich das so gut finde.Aber ist ja legal.
      Honigbiene
    • Das mit der Rente ist eigentlich eine Notwendigkeit. IIm Alter käme ich vielleicht gerade mal so auf Minijobniveau, wenn jetzt nichts mehr dazwischenkommt und ich so weiterarbeiten kann. Wenn man das schon mehr als 20 Jahre vor Eintreten der Situation weiß, wäre es grob fahrlässig, nicht irgendwas zu versuchen um es zu ändern.
      Zufällig ist das in der Schweiz nicht nur möglich, sondern es ist ein durchaus sympathisches Land, da geht man auch aus anderen Gründen gern hin, mal ganz abgesehen von der Rente. Ich denke mir zumindest dass das für die meisten Auswanderer erstmal nicht Priorität Nr 1 ist/war.
      Aber wir stehen noch ganz am Anfang der Planungen oder eher Überlegungen und wer weiß was noch passiert. Vielleicht kommt auch alles ganz anders.
    • Hallo Shanau und willkommen im Forum

      Zur Beruhigung: Mit einer offenen und freundlichen Art kann man in der Schweiz gute Freunde finden. Aber es ist sicher eine gute Voraussetzung auch ohne einen grossen Freundeskreis Leben zu können. Das trifft nicht nur auf die Schweiz zu, sondern sollte jedem Auswanderer bewusst sein, wenn er seine Heimat verlässt.

      Das dir der Ersteindruck von der Schweiz schon mal gefällt ist eine gute Voraussetzung um Land und Leute besser kennenzulernen und später einzuschätzen ob es einem wirklich passt.

      Schöne Grüsse
      Maik