B-Bewilligung mit Job in Deutschland (Konstanz) - doppelte Haushaltsführung bei Besteuerung in Deutschland

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    • B-Bewilligung mit Job in Deutschland (Konstanz) - doppelte Haushaltsführung bei Besteuerung in Deutschland

      Hallo zusammen,
      bisher war es mir nicht so ganz klar ob ich bei einem Umzug in die Schweiz, aber weiterhin mit deutschem Arbeitsvertrag ABER Arbeitsort Schweiz (Homeoffice) die B-Bewilligung bekomme und wenn ja welche.
      Anscheinend ist die B-Bewilligung ohne Erwerbstätigkeit laut Gesetz für Rentner, Studenten, Schüler und Arbeitssuchende gedacht, ich bin aber ja nicht arbeitslos und suche auch nicht. Hier müßte man ein gewisses Mindesteinkommen nachweisen - soweit klar.

      Eigentlich müßte für mich aber die B-Bewilligung mit Erwerbstätigkeit richtig sein. Ich bin ja erwerbstätig in der Schweiz (in meiner Privatwohnung dann ). Es steht auch nie wirklich was dabei ob die Erwerbstätigkeit jetzt bedeutet, dass es ein Schweizer Arbeitgeber sein MUSS.
      Nun habe ich hierzu endlich mal was gefunden, und zwar auf der Internetseite des Staatssekretariats für Migration "https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/themen/aufenthalt/eu_efta/ausweis_b_eu_efta.html"
      , wo es heißt

      "Personen ohne Erwerbstätigkeit aus allen EU/EFTA-Staaten haben Anspruch auf die Bewilligung B EU/EFTA ohne Erwerbstätigkeit, wenn sie genügende finanzielle Mittel sowie eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung nachweisen können".


      Also das soll dann wohl bedeuten, dass für die Bewilligung mit Erwerbstätigkeit ein deutscher Arbeitsvertrag ausreicht und dann auch reicht wenn er unbefristet ist, egal mit welchem Einkommen?


      Ich würde dann die Schweizer Wohnung beim Finanzamt (bleibe ja von Deutschland besteuert da weiterhin ein Wohnsitz in Deutschland mit Ehemann besteht) als Zweitwohnung anmelden. Hätte den Vorteil, wie mir der Mann vom Finanzamt erklärte, dass ich Doppelte Haushaltsführung geltend machen könnte, damit kann ich die Miete wohl komplett (bis 1000 Euro) und die Fahrkosten als Werbungskosten absetzen. Damit würde ich in meiner bösen Steuerklasse 5 wahrscheinlich auf mein gesamtes Einkommen keine Steuern mehr zahlen, was natürlich schon nice ware.

      Die Fahrkosten wären einmal pro Woche 800 km (es zählt ja die gesamte, nicht nur die einfache Entfernung) und zwar 0,3 Euro pro km (= ebenfalls knapp 1000 Euro). Da ich elektrisch fahre, habe ich keine Benzinkosten, der Strom ist kostenlos. Kommt mich mein Mann in der Schweiz besuchen, darf er ebenfalls die Fahrkosten als Familienbesuch von der Steuer absetzen (er fährt ebenfalls elektrisch).


      Ich find das war ein guter Tipp vom Finanzamt, daran hatte ich noch gar nicht gedacht: so wäre es günstiger in Deutschland versteuert zu werden als in der Schweiz - verkehrte Welt.


      Wegen der Unsicherheit mit der B-Bewilligung (ob nun mit oder ohne Erwerbstätigkeit) habe ich überlegt einfach per Internet einen Antrag an den zuständigen Kanton (wäre dann wohl Thurgau) zu stellen. Die Bewilligung ist dann ja 5 Jahre gültig, dh. wenn ich erst in einem Jahr tatsächlich hinziehe, ist das dann ja auch ok? Dann hätt ich zumindest Gewißheit ob mein Einkommen (ab Januar 2100 bei 70%) ausreicht für die Bewilligung oder ob der unbefristete Vertrag schon ausreicht.
    • Hallo Shanau

      Vielen Dank für deine wertvollen Tipps.

      Wenn ich deine Frage richtig verstanden habe: Fragst du ob du bereits vor der Umzug deine Bewilligung beantragen kannst?

      Meines Wissens geht dies nicht. Die Aufenthaltsbewilligung ist immer im Zusammenhang mit der Anmeldung bei der Gemeinde.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Shanau schrieb:


      Ich würde dann die Schweizer Wohnung beim Finanzamt (bleibe ja von Deutschland besteuert da weiterhin ein Wohnsitz in Deutschland mit Ehemann besteht) als Zweitwohnung anmelden. Hätte den Vorteil, wie mir der Mann vom Finanzamt erklärte, dass ich Doppelte Haushaltsführung geltend machen könnte, damit kann ich die Miete wohl komplett (bis 1000 Euro) und die Fahrkosten als Werbungskosten absetzen. Damit würde ich in meiner bösen Steuerklasse 5 wahrscheinlich auf mein gesamtes Einkommen keine Steuern mehr zahlen, was natürlich schon nice ware.
      Meines Wissens nach hast du dann keine Zweitwohnung, sondern eine Hauptwohnung in der Schweiz. Im grenzübergreifenden Verkehr kennt weder Deutschland noch die Schweiz eine Zweitwohnung in einem anderen Land.
      War der Mitarbeiter vom Schweizer Steueramt? Ich konnte keine komplette Wohnung absetzen, sondern nur ein Zimmer. Also Mietpreis der Wohnung geteilt durch die Anzahl der Zimmer. Es sei denn du suchst dir eine grosse Einzimmerwohnung :)
      Die Fahrtkosten kannst du bis zu einer gewissen Obergrenze ansetzen in der Schweizer Steuererklärung. Die Höhe unterscheidet sich von Kanton zu Kanton.

      Shanau schrieb:


      Die Fahrkosten wären einmal pro Woche 800 km (es zählt ja die gesamte, nicht nur die einfache Entfernung) und zwar 0,3 Euro pro km (= ebenfalls knapp 1000 Euro). Da ich elektrisch fahre, habe ich keine Benzinkosten, der Strom ist kostenlos. Kommt mich mein Mann in der Schweiz besuchen, darf er ebenfalls die Fahrkosten als Familienbesuch von der Steuer absetzen (er fährt ebenfalls elektrisch).
      800km elektrisch? Habt ihr Teslas als Erst- und Zweitauto? 8|
    • ich würde dann in Deutschland versteuert da mein Mann hier noch wohnt und mein Haus hier ist.
      Nein wir haben "nur" einen Zoe. Da müßte dann aber der mit dem größeren Akku her. Da müßte man dann einmal zwischenladen. Momentan haben wir nur den 22 kwh Akku, der reicht für unsere Strecken aus. Konnt ja keiner ahnen dass wir bald mal größere Strecken fahren müssen :D

      @ Maik
      Danke, ja das hab ich nun auch erfahren (müssen). Erst den Mietvertrag, dann die Bewilligung. Für mich klingt das etwas riskant oder optimistisch von Seiten der Behörde. Was wenn sie ablehnen, dann hat man eine Mietwohnung, aber keine Aufenthaltsbewilligung?
    • Also meines Wissens, kann bei deutschen Behörden eine Zweitwohnung nur bei beruflich bedingten Umständen abgesetzt werden. Und bei Dir sehe ich gerade keine berufliche Notwendigkeit, in die Schweiz zu ziehen. Ausser du wirst projektbedingt versetzt von deinem Arbeitgegeber.
      Das alles würde ich mir von einem deutschen Steuerberater schriftlich bestätigen lassen. Vor allem was das Finanzamt von Dir als Nachweis sehen will.
    • Also das Finanzamt selbst hat mir den Tip gegeben.
      Kriterium für berufliche Notwendigkeit ist eigentlich nur, dass die Arbeitsstelle von der neuen Wohnung (für die man doppelte Haushaltsführung geltend machen will) schneller zu erreichen ist als die bisherige Hauptwohnung.

      Mein Arbeitgeber und Arbeitsort sind laut Arbeitsvertrag in Konstanz (vertraglich festgelegt ist auch, dass ich zb auch für die Niederlassung in der Schweiz arbeiten muss wenn gewünscht). Mein Wohnort ist nahe Wiesbaden. Das sind 400 km +/-. Ich denke da ist eine Zweitwohnung durchaus gerechtfertigt.

      Ob ich nun nach KN ziehe oder in die Schweiz müßte dem FA eigentlich egal sein. Zumindest hab ich definitiv die Schweiz als Zweitwohnsitz beim FA genannt (mündlich). Da hatte der Sachbearbeiter keine Beanstandungen.

      Ich wurde also um das mal zusammenzufassen nicht versetzt, sondern mein Arbeitsort ist schon seit Beginn der Beschäftigung Konstanz. Ich denke mal das ist dann nicht zu beanstanden. Bevor ich da aber irgendwas festmache, frage ich auf jeden Fall nochmal nach und lasse mir das schriftlich geben.
      Man weiß ja nie...
    • Shanau schrieb:

      Danke, ja das hab ich nun auch erfahren (müssen). Erst den Mietvertrag, dann die Bewilligung. Für mich klingt das etwas riskant oder optimistisch von Seiten der Behörde. Was wenn sie ablehnen, dann hat man eine Mietwohnung, aber keine Aufenthaltsbewilligung?
      Für EU-Bürger gibt es höchst selten eine Ablehnung, sofern die Voraussetzung erfüllt sind und du kein gesuchter Straftäter bist. ;)