Wohnsitz/Steuerpflicht/Konto

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    • Wohnsitz/Steuerpflicht/Konto

      Hallo zusammen!

      Ich werde ab Februar als Assistenzarzt in der Schweiz anfangen und hätte einige Fragen.

      Auch lange Recherchen habe meine Fragen eher nicht beantwortet bzw eher Verwirrung gestiftet. Ich hoffe, hier Antoworten zu finden. Vieln Dank schon im Voraus!

      Ich bin alleinstehend, habe also keine eigene Familie etc in D und würde vollständig in die Schweiz auswandern.

      1. Würdet Ihr eich in D abmelden oder z. B. am Wohnsitz der Eltern gemeldet bleiben? Und welchen Einfluss hat dies z. B. auf eine mögliche deutsche Steuerpflichtigkeit? Ich würde natürlich eher in D keine Steuern zahlen wollen.

      2. Kann man ein deutsches Konto behalten, z. B. für Zahlungen von deutschen Versicherungen (BU, Haftpflicht) oder finanzielle Unterstützung von Angehörigen? Oder führt dies dazu, dass das deutsche Finanzamt dann Ansprüche erhebt?

      3. Wie sieht die Besteuerung von Geldzahlungen von der Schweiz nach D aus (z. B. Miete für Bruder)?

      Danke recht herzlich.

      jumptim
    • Hallo jumptim,

      zu 1. Ich würde mich ganz abmelden, denn es hat keinen Vorteil in D gemeldet zu bleiben. Im Gegenteil, Versicherungen die du in der Schweiz
      sowieso neu brauchst, kannst du dann ausser der Zeit mit Sonderkündigungsrecht kündigen, z.B Krankenkasse

      zu 2. Sollte kein Problem sein, ich habe auch noch ein Konto in D, das hat keinen Einfluss auf die Steuerpflicht in D, denn dafür musst du ein Einkommen in D generieren
      und das tust du ja nicht.

      zu 3. Ich überweise auch regelmässig Geld von CH nach D auf mein Konto für gewisse Zahlungen, das Geld ist ja in der CH versteuert, also hat der deutsche Staat da keinen
      Einfluss drauf, Begründung siehe 2

      Das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass evtl. dein Bruder die Zahlung als Einkommen angeben müsste, aber das weiss ich nicht genau.

      Bei deinen Versicherungen musst du mit den Gesellschaften reden, ob diese auch in der Schweiz gelten, meist nämlich nicht.
      Ich habe noch eine "inoffizielle" Adresse bei meiner Tochter, weil ich z.B noch immer meine deutsche Handynummer habe (finde die Umstellung irgendwie sehr mühsam
      da alle Verwanden und Bekannten in D sind) da brauchte ich eine deutsche Postanschrift, aber gemeldet bin ich da nicht. Diese Option wäre sicher für dich mit deinen Eltern
      auch gegeben, wenn du dies brauchst.


      Hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.
      Schönes Wochenende
    • Hoi z'same,

      Ich stimme meinen Vorrednerinnen zu:

      1. Diese Frage wird hier immer wieder gestellt. Mich würde kurz interessieren, was Ihr für Nachteile erwartet, wenn Ihr Euch komplett abmeldet? Ich verstehe diese Angst leider nicht und bin deswegen sehr auf ein Feedback gespannt.

      2. Ein Konto allein begründet keine Verlegung des Lebensmittelpunkts. Was Du evtl. beachten musst, dass Du Deiner Bank den Umzug ins Ausland melden musst. Die AGBs können Dir da weiterhelfen.

      3. Null Steuern, so einfach ;) Was batschys Kommentar angeht: Hier kommt es a) auf die Höhe an und b) könnte Dein Bruder als Schenkung deklarieren und c) falls er Student ist, muss er eh keine Steuern bezahlen.

      Gruss
    • Hallo zusammen,

      Ich wohne schon seit 2 Jahren in der Schweiz (fürs Studium), bin in einer ähnlichen, aber leider etwas komplizierteren individuellen Situation, da ich nächstes Jahr hier anfangen werde zu arbeiten. Auch ich stelle mir gerade die Frage ob ich in D gemeldet bleiben sollte, da es meiner Meinung nach einige interessante Vorteile haben könnte. Jedoch ist es bei mir so, dass mir momentan vor allem die Wegzugsbesteuerung (§6 AStG) in Deutschland massive Kopfschmerzen bereitet. Es ist immer individuell unterschiedlich. Hier aus meiner individuellen Situation die Vor- bzw. Nachteile:

      Nachteile bei der Abmeldung in D:
      - Ich bin gezwungen meine Waffen in die Schweiz einzuführen und ordentlich zu verzollen, und verursache unnötigen bürokratischen Aufwand und Kosten in beiden Ländern.
      - Ich gehe das Risiko ein, dass meine depotführenden Banken in Deutschland mir meine Konten/Depots kündigen, was ich schade fände, da die Depotführung dort komplett kostenlos ist, hier in der Schweiz liegen die Gebühren deutlich höher. (Deutsche Banken und Online-Broker hassen Kunden die im Ausland wohnen und Erträge in Deutschland freistellen lassen, das verursacht für diese nämlich nur Kosten und Aufwand)

      Vorteile beim Behalten des Wohnsitz in D:
      - Da ich voraussichtlich demnächst in Deutschland beschränkt einkommensteuerpflichtig sein werde, ergeben sich durch einen zweiten Wohnsitz in Deutschland evtl. zusätzliche Steuervorteile in Hinblick auf Einkünfte aus Deutschland.
      - Durch ein weiterführen des Wohnsitzes in Deutschland ergibt sich evtl. eine Möglichkeit eine Wegzugbesteuerung nach §6 AStG wenigstens zu verzögern.
      - (Vorausgesetzt man hat in Deutschland weiterhin einen 450 EUR Job): Es besteht die Wahl der Deutschen Renten- Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung weiterhin angeschlossen zu bleiben, mit dem Ziel die Mindestbeitragszeiten (momentan 5 bzw. 10 Jahre soweit ich weiss) zu erreichen.


      Gibt es hier sonst positive/negative Erfahrungen mit dem gemeldet bleiben in D oder einer Abmeldung?

      @jumptim:
      Steuerlich in Deutschland ist bei dir offenbar lediglich relevant wo du deinen gewöhnlichen Aufenthalt bzw. Lebensmittelpunkt 2019 haben wirst. Wichtig abzuklären: Bist du in der Arztpraxis/Unternehmen deiner Eltern zufällig beschäftigt (z.B. 450€ Job oder ähnliches) oder hast du sogar Anteile an einer Deutschen Firma? (Dann wird es kompliziert und evtl. teuer)
    • Hans5670 schrieb:

      Nachteile bei der Abmeldung in D:

      - Ich bin gezwungen meine Waffen in die Schweiz einzuführen und ordentlich zu verzollen, und verursache unnötigen bürokratischen Aufwand und Kosten in beiden Ländern.
      Vorsicht! Wenn die Waffen dauerhaft in Deutschland aufgehoben werden ohne Aufsicht einer sachkundigen Person, kann das böse enden!!

      So hoch ist der Aufwand gar nicht: Verbringungserlaubnis von der für Dich zuständigen Waffenbehörde in Deutschland. Mit Ausweis B dann Waffenerwerbsschein bei der Kantonspolizei beantragen (mit einem kannst Du 3 Waffen erwerben), kostet 50CHF das Stück und dann die Einfuhrbewilligung bei Fedpol beantragen (hier wieder 3 Waffen pro Bewilligung und 50CHF pro Bewilligung). Für den Erwerbsschein benötigst Du noch einen Strafregisterauszug aus Deutschland und aus der Schweiz, der nicht älter als 3 Monate ist (jeweils um 18CHF).

      Falls Du es machen solltest noch ein Tipp: beantrage einen internationalen Feuerwaffenpass, dann kannst Du die Waffen problemlos über die Grenze mitnehmen.
    • @ MotU: Vielen Dank für deinen Beitrag, werde das sobald es geht machen.


      Ein Weiteres Problem bei der Abmeldung in Deutschland, sofern man einen Immobilienkredit in D aufgenommen hat:
      • Erhebliche Nachteile bei der Anschlussfinanzierung oder der Aufnahme weiterer Kredite, wenn man plant in Zukunft weitere Immobilien in Deutschland zu erwerben.
      Vor diesem Hintergrund ist es ratsam sich vor einer Abmeldung in D mit der finanzierenden Bank in Verbindung zu setzten, um mögliche Probleme und böse Überraschungen aus dem Weg zu räumen.
    • Hans5670 schrieb:

      Nachteile bei der Abmeldung in D:
      - Ich bin gezwungen meine Waffen in die Schweiz einzuführen und ordentlich zu verzollen, und verursache unnötigen bürokratischen Aufwand und Kosten in beiden Ländern.
      - Ich gehe das Risiko ein, dass meine depotführenden Banken in Deutschland mir meine Konten/Depots kündigen, was ich schade fände, da die Depotführung dort komplett kostenlos ist, hier in der Schweiz liegen die Gebühren deutlich höher. (Deutsche Banken und Online-Broker hassen Kunden die im Ausland wohnen und Erträge in Deutschland freistellen lassen, das verursacht für diese nämlich nur Kosten und Aufwand)
      Hallo Hans5670,

      wo hast du denn das rot markierte aufgeschnappt? Ich habe mich Anfang des Jahres auch in Deutschland abgemeldet, und konnte alle Konten problemlos umschreiben.
      DKB, Comdirect, Renault Bank und Onvista haben da überhaupt keine Probleme gemacht.


      VG basileus