Mehrere steuerrechtliche Fragen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Mehrere steuerrechtliche Fragen

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier und würde mich über Input zu meiner Situation freuen:

      Ich habe ein deutsches Girokonto und eine deutsche Vermögensverwaltung (via RoboAdvisor). Meine Eltern haben vor einiger Zeit eine Wohnung in DE gekauft, in der ich im Moment wohne und angemeldet bin (jedoch nicht als Eigentümer in Grundbuch geführt werde). Zum 1.1.19 ziehe ich nach Zürich und plane zumindest kurz- bis mittelfristig in der Schweiz zu bleiben.

      1. Muss ich mein deutsches Konto und meine deutsche Vermögensverwaltung auflösen, um eine deutsche Besteuerung zu vermeiden?

      2. Muss ich mich von meinem Wohnsitz in der Wohnung meiner Eltern abmelden um eine deutsche Besteuerung zu vermeiden? Habe da auch Unterschiedliches gehört und/oder gelesen.

      3. Hat der 2. Punkt iwelche Auswirkungen auf eine etwaige Schenkung bzw Vererbung der Wohnung (Immobilienwert unter 400.000) in der Zukunft? Kann ich auch wenn ich in der Schweiz steuerpflichtig bin, die Wohnung steuerfrei als Schenkung bzw. Erbe empfangen?

      4. Wenn ich mich in Deutschland abmelde, kann ich immer noch eine Steuererklärung für 2018 in Deutschland abgeben und zuviel gezahlte Steuern wiederbekommen?

      5. Mit meinem Fixsalär bin ich unter der magischen 120.000 CHF Grenze. Durch meinen Bonus würde ich aber darüber kommen. Ich kann den Bonus aber in Abstimmung mit meinem Chef auf nächstes Jahr verlagern, wenn ich dann auch Fix über die 120.000 CHF komme. Ergibt es Sinn? Wie stark unterscheiden sich die Steuerquoten (und der Mehraufwand durch die Erstellung einer Steuererklärung in der Schweiz) wenn man Quellensteuer zahlt?


      Danke im Voraus und beste Grüsse
    • saitek schrieb:

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier und würde mich über Input zu meiner Situation freuen:

      Ich habe ein deutsches Girokonto und eine deutsche Vermögensverwaltung (via RoboAdvisor). Meine Eltern haben vor einiger Zeit eine Wohnung in DE gekauft, in der ich im Moment wohne und angemeldet bin (jedoch nicht als Eigentümer in Grundbuch geführt werde). Zum 1.1.19 ziehe ich nach Zürich und plane zumindest kurz- bis mittelfristig in der Schweiz zu bleiben.

      1. Muss ich mein deutsches Konto und meine deutsche Vermögensverwaltung auflösen, um eine deutsche Besteuerung zu vermeiden?
      Du kannst weiter deutsche Konten haben, solltest aber deine neue Adresse in der Schweiz angeben um etwaige Kapitalertragssteuer zu vermeiden.


      2. Muss ich mich von meinem Wohnsitz in der Wohnung meiner Eltern abmelden um eine deutsche Besteuerung zu vermeiden? Habe da auch Unterschiedliches gehört und/oder gelesen.
      Du musst dich nicht zwingend in Deutschland abmelden. Die Frage bei der wäre, wo der Lebensmittelpunkt liegt. Als Alleinstehender wahrscheinlich eher in der Schweiz. Aus meiner Sicht wärst du mit einem deutschen Wohnsitz Grenzgänger, am wahrscheinlichsten dann Wochenaufenthalter. Da muss man (aus eigener Erfahrung) etwas aufpassen. Einfacher wäre es, wenn du die in Deutschland abmeldest und in der Schweiz die B-Bewilligung bekommst. Dann ist die Besteuerung komplett in der Schweiz (niedriger als in DE).


      3. Hat der 2. Punkt iwelche Auswirkungen auf eine etwaige Schenkung bzw Vererbung der Wohnung (Immobilienwert unter 400.000) in der Zukunft? Kann ich auch wenn ich in der Schweiz steuerpflichtig bin, die Wohnung steuerfrei als Schenkung bzw. Erbe empfangen?
      Kann ich dir leider nicht beantworten. Entweder googlen, oder besser einen Steuerberater fragen.


      4. Wenn ich mich in Deutschland abmelde, kann ich immer noch eine Steuererklärung für 2018 in Deutschland abgeben und zuviel gezahlte Steuern wiederbekommen?
      Natürlich. Selbst wenn du im Februar schon in die Schweiz gezogen wärst, im Januar aber noch in Deutschland gearbeitet hast, kannst du eine Steuererklärung machen.


      5. Mit meinem Fixsalär bin ich unter der magischen 120.000 CHF Grenze. Durch meinen Bonus würde ich aber darüber kommen. Ich kann den Bonus aber in Abstimmung mit meinem Chef auf nächstes Jahr verlagern, wenn ich dann auch Fix über die 120.000 CHF komme. Ergibt es Sinn? Wie stark unterscheiden sich die Steuerquoten (und der Mehraufwand durch die Erstellung einer Steuererklärung in der Schweiz) wenn man Quellensteuer zahlt?
      Das kann ich dir nur bedingt beantworten. Bisher musste ich keine komplette Steuererklärung machen, da ich unter den 120k geblieben bin. Je nach Wohnort kann es besser sein nur Quellensteuer zu zahlen, da diese den Durchschnitt des Kantons an Steuern nimmt. Du müsstest also im schlechten Fall Steuern nachzahlen. Die Steuererklärung in der Schweiz ist einfacher als in Deutschland. Ich habe mir diese letztes Jahr schon mal angeschaut, und das meiste kann man ohne Treuhänder ausfüllen.



      Danke im Voraus und beste Grüsse
    • basileus schrieb:

      saitek schrieb:

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier und würde mich über Input zu meiner Situation freuen:

      Ich habe ein deutsches Girokonto und eine deutsche Vermögensverwaltung (via RoboAdvisor). Meine Eltern haben vor einiger Zeit eine Wohnung in DE gekauft, in der ich im Moment wohne und angemeldet bin (jedoch nicht als Eigentümer in Grundbuch geführt werde). Zum 1.1.19 ziehe ich nach Zürich und plane zumindest kurz- bis mittelfristig in der Schweiz zu bleiben.

      1. Muss ich mein deutsches Konto und meine deutsche Vermögensverwaltung auflösen, um eine deutsche Besteuerung zu vermeiden?
      Du kannst weiter deutsche Konten haben, solltest aber deine neue Adresse in der Schweiz angeben um etwaige Kapitalertragssteuer zu vermeiden.


      2. Muss ich mich von meinem Wohnsitz in der Wohnung meiner Eltern abmelden um eine deutsche Besteuerung zu vermeiden? Habe da auch Unterschiedliches gehört und/oder gelesen.
      Du musst dich nicht zwingend in Deutschland abmelden. Die Frage bei der wäre, wo der Lebensmittelpunkt liegt. Als Alleinstehender wahrscheinlich eher in der Schweiz. Aus meiner Sicht wärst du mit einem deutschen Wohnsitz Grenzgänger, am wahrscheinlichsten dann Wochenaufenthalter. Da muss man (aus eigener Erfahrung) etwas aufpassen. Einfacher wäre es, wenn du die in Deutschland abmeldest und in der Schweiz die B-Bewilligung bekommst. Dann ist die Besteuerung komplett in der Schweiz (niedriger als in DE).


      3. Hat der 2. Punkt iwelche Auswirkungen auf eine etwaige Schenkung bzw Vererbung der Wohnung (Immobilienwert unter 400.000) in der Zukunft? Kann ich auch wenn ich in der Schweiz steuerpflichtig bin, die Wohnung steuerfrei als Schenkung bzw. Erbe empfangen?
      Kann ich dir leider nicht beantworten. Entweder googlen, oder besser einen Steuerberater fragen.


      4. Wenn ich mich in Deutschland abmelde, kann ich immer noch eine Steuererklärung für 2018 in Deutschland abgeben und zuviel gezahlte Steuern wiederbekommen?
      Natürlich. Selbst wenn du im Februar schon in die Schweiz gezogen wärst, im Januar aber noch in Deutschland gearbeitet hast, kannst du eine Steuererklärung machen.


      5. Mit meinem Fixsalär bin ich unter der magischen 120.000 CHF Grenze. Durch meinen Bonus würde ich aber darüber kommen. Ich kann den Bonus aber in Abstimmung mit meinem Chef auf nächstes Jahr verlagern, wenn ich dann auch Fix über die 120.000 CHF komme. Ergibt es Sinn? Wie stark unterscheiden sich die Steuerquoten (und der Mehraufwand durch die Erstellung einer Steuererklärung in der Schweiz) wenn man Quellensteuer zahlt?
      Das kann ich dir nur bedingt beantworten. Bisher musste ich keine komplette Steuererklärung machen, da ich unter den 120k geblieben bin. Je nach Wohnort kann es besser sein nur Quellensteuer zu zahlen, da diese den Durchschnitt des Kantons an Steuern nimmt. Du müsstest also im schlechten Fall Steuern nachzahlen. Die Steuererklärung in der Schweiz ist einfacher als in Deutschland. Ich habe mir diese letztes Jahr schon mal angeschaut, und das meiste kann man ohne Treuhänder ausfüllen.



      Danke im Voraus und beste Grüsse

      Vielen lieben Dank für deine Antwort.

      zu 2) Liegt denn die Beweislast an mir nachzuweisen, dass mein Lebenmittelpunkt in der Schweiz ist? Ich mein die Wohnung meiner Eltern ist in Düsseldorf, ich dann in Zürich - würde vllt ein mal im Monat nach Düsseldorf kommen, um meine Eltern zu besuchen.
    • Da du wahrscheinlich über 20 bist, würde ich sagen, dass die Wohnung bei deinen Eltern wohl kaum als Lebensmittelpunkt gesehen wird. Einmal im Monat nach Düsseldorf fahren wird auch kein Problem sein.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Maik schrieb:

      Da du wahrscheinlich über 20 bist, würde ich sagen, dass die Wohnung bei deinen Eltern wohl kaum als Lebensmittelpunkt gesehen wird. Einmal im Monat nach Düsseldorf fahren wird auch kein Problem sein.

      Schöne Grüsse
      Maik
      Hi Maik,

      ganz genau, bin über 20 :) Also kann ich ganz normal in Deutschland (mit meinem Hauptwohnsitz) angemeldet bleiben? Obwohl mein Hauptwohnsitz ja dann Zürich sein wird. Frage, weil es ja nicht möglich ist einen Nebenwohnsitz in Deutschland zu haben wenn der Hauptwohnsitz im Ausland sein wird. Es wäre def einfacher für mich in Deutschland angemeldet zu bleiben, weil ich ja noch Post etc bekomme und noch z.B. eine Haftpflichtversicherung habe, die eine deutsche Adresse benötigt.
      Auf der anderen Seite lese ich auf der Website der deutschen Bürgerbüros, dass eine Änderung des Hauptwohnsitzes immer angezeigt werden sollte und andernfalls auch zu eine Bußstrafe führen kann. Und ich möchte natürlich verhindern, in DE Einkommenssteuer zahlen zu müssen :)
    • Hallo Saitek

      Ist die Haftpflichtversicherung für die Übergangszeit (bis 12 Monate) fürs Auto? Sonst wüsste ich nicht, wofür du eine brauchen solltest.

      Steuerrechtlich spielt es keine Rolle ob Hauptwohnsitz oder Nebenwohnsitz. Entscheidend ist wo dein Lebensmittelpunkt ist und wo gearbeitet wird. Wenn beides in der Schweiz ist, bist du nur in der Schweiz steuerpflichtig. Ausser für Einkommen, die du in Deutschland generierst (Bsp. Mieteinnahmen, Nebeneinkünfte usw.). Solange du an deiner gemeldeten Adresse weiterhin Post erhältst und regelmässig öffnest gibt es keine Probleme.

      Es gibt drei Nachteile die entstehen können, wenn du weiterhin in Deutschland gemeldet bist:
      • Du könntest weiterhin in Deutschland Kirchensteuerpflichtig sein, sofern du in der Kirche bist.
      • Personalausweis und Reisepass muss bei deinem Wohnsitz in Deutschland beantragt werden.
      • Amtliche Schreiben gelten als zugestellt und Fristen laufen auch nur mit der reinen Zustellung ab. Daher bei Wohnsitz in Deutschland, regelmässig Post öffnen, evtl. auch durch deine Eltern.
      Schöne Grüsse
      Maik
    • Maik schrieb:

      Hallo Saitek

      Ist die Haftpflichtversicherung für die Übergangszeit (bis 12 Monate) fürs Auto? Sonst wüsste ich nicht, wofür du eine brauchen solltest.

      Steuerrechtlich spielt es keine Rolle ob Hauptwohnsitz oder Nebenwohnsitz. Entscheidend ist wo dein Lebensmittelpunkt ist und wo gearbeitet wird. Wenn beides in der Schweiz ist, bist du nur in der Schweiz steuerpflichtig. Ausser für Einkommen, die du in Deutschland generierst (Bsp. Mieteinnahmen, Nebeneinkünfte usw.). Solange du an deiner gemeldeten Adresse weiterhin Post erhältst und regelmässig öffnest gibt es keine Probleme.

      Es gibt drei Nachteile die entstehen können, wenn du weiterhin in Deutschland gemeldet bist:
      • Du könntest weiterhin in Deutschland Kirchensteuerpflichtig sein, sofern du in der Kirche bist.
      • Personalausweis und Reisepass muss bei deinem Wohnsitz in Deutschland beantragt werden.
      • Amtliche Schreiben gelten als zugestellt und Fristen laufen auch nur mit der reinen Zustellung ab. Daher bei Wohnsitz in Deutschland, regelmässig Post öffnen, evtl. auch durch deine Eltern.
      Schöne Grüsse
      Maik
      Super vielen Dank. Ja, meine Eltern können meine Post checken. Und die Haftpflicht ist eine privat Haftpflicht, habe kein Auto :) Ich bin wegen der Abmeldethematik nur so verunsichert, weil im Netz folgendes steht:

      duesseldorf.de/buergerservice/…8516dc0f13df33b64af7ba374

      karrierepropeller.de/strafe-wegen-abmeldung/

      Anscheinend muss man sich spätestens innerhalb von 14 Tagen nach Auszug abmelden, da sonst eine Geldstrafe droht. Kann sowas überhaupt stimmen?

      Und hier zum Thema Zweit/Nebenwohnsitz: "Wichtig zu wissen: In Deutschland ist der erste gemeldete Wohnsitz stets der Hauptwohnsitz. Sie können sich also nicht mit einem Zweitwohnsitz anmelden, wenn Sie noch keinen Hauptwohnsitz in Deutschland haben". Also darf man dann keinen Nebensitz in De haben, wenn der Erstwohnsitz im Ausland ist?

      deutsche-im-ausland.org/nc/im-…/wohnsitz-im-ausland.html
    • Hallo saitek,

      saitek schrieb:

      3. Hat der 2. Punkt iwelche Auswirkungen auf eine etwaige Schenkung bzw Vererbung der Wohnung (Immobilienwert unter 400.000) in der Zukunft? Kann ich auch wenn ich in der Schweiz steuerpflichtig bin, die Wohnung steuerfrei als Schenkung bzw. Erbe empfangen?
      in der Schweiz wurde die Erbschaftssteuer für direkte Verwandte, also an Kinder, Enkel, Urenkel und Adoptiv- wie Pflegekinder abgeschafft, sprich steuerfrei, egal wie hoch das Erbe ist. Dafür müsstest du aber komplett in der Schweiz steuerpflichtig sein, weil sonst kommt Deutschland mit der hohlen Hand, da ist der Wert wie du oben schreibst bis 400.000.

      Trotzdem empfehle ich dir bei der kantonalen Steuerbehörde nachzufragen, wie es sich dort verhält. Weil jeder Kanton darf mit diesem Thema wieder individuell vorgehen. Schau hier kannst deinen Kanton eingeben:
      ch.ch/de/schenkungssteuer/

      wiehnachtlichi Griess
      deNice
    • Halo Saitek

      Nur zur Info, die Privathaftpflicht aus Deutschland ist in der Schweiz nicht gültig. Dafür solltest du dich bei einer Schweizer Versicherung absichern.

      Richtig, beide Länder akzeptieren den Nebenwohnsitz nur, wenn bereits ein Hauptwohnsitz im jeweiligen Land besteht, ist aber auch egal wie es heisst. ;) Ich kann dir zwar keine rechtssichere Auskunft geben. Ich wüsste aber nicht warum du wegen der fehlenden Abmeldung bei deinen Eltern gebüsst werden solltest, solange du die drei Nachteile aus meinem vorherigen Posting beachtest. Wenn du aber nur wegen der deutschen Haftpflichtversicherung gemeldet bleiben möchtest, kannst du dich genauso gut auch abmelden und die unnötige deutsche Versicherung kündigen. Post kannst du auch so bei deinen Eltern weiterhin bekommen.

      Guter Hinweis deNice :thumbup:

      Schöne Grüsse
      Maik