In die Schweiz umziehen mit Freundin und Kind

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • In die Schweiz umziehen mit Freundin und Kind

      Hallo liebe Forumsleut,

      da das Thema bei mir aktuell geworden ist wollte ich euch kurz um eure Meinung bitten. Und zwar habe ich ein Jobangebot aus Luzern vorliegen mit knapp 6k Nettogehalt. Habe einen 11-jährigen Sohn und bin mit meiner Freundin (Kindesmutter) seit knapp 13 Jahren zusammen. Ist das Leben denn mit 6k CHF leistbar? Ich trage momentan auch eine feste Zahnspange, die ich wohl noch ein paar Jahre brauchen werde.

      Ich habe ein paar Ausgabenrechner gefunden und mir scheint fast dass ich als Alleinverdiener schlechter aussteigen würde als zuvor in Deutschland.
    • bandersnatch schrieb:



      Ich habe ein paar Ausgabenrechner gefunden und mir scheint fast dass ich als Alleinverdiener schlechter aussteigen würde als zuvor in Deutschland.
      Wenn deine Freundin in der Schweiz nicht arbeiten wird, so kann das sehr gut sein.
      Einer der Gründe: Es gibt in der Schweiz keine Familienversicherung. Du musst sowohl für das Kind Krankenversicherungsprämien zahlen, als auch für deine Freundin (bzw. sie muss das).

      Zahnärztliche Behandlungen in der Schweiz sind teuer und zudem nicht von der Grundversicherung gedeckt. 6000 Franken pro Monat sind zudem kein überdurchschnittliches Gehalt - im Gegenteil.

      Daher kann es tatsächlich sehr gut sein, dass du in der Schweiz unterm Strich eher schlechter dran bist: Vor allem, wenn du jetzt halbwegs ordentlich verdienst.
    • lieberjott schrieb:

      bandersnatch schrieb:

      Ich habe ein paar Ausgabenrechner gefunden und mir scheint fast dass ich als Alleinverdiener schlechter aussteigen würde als zuvor in Deutschland.
      Wenn deine Freundin in der Schweiz nicht arbeiten wird, so kann das sehr gut sein.Einer der Gründe: Es gibt in der Schweiz keine Familienversicherung. Du musst sowohl für das Kind Krankenversicherungsprämien zahlen, als auch für deine Freundin (bzw. sie muss das).

      Zahnärztliche Behandlungen in der Schweiz sind teuer und zudem nicht von der Grundversicherung gedeckt. 6000 Franken pro Monat sind zudem kein überdurchschnittliches Gehalt - im Gegenteil.

      Daher kann es tatsächlich sehr gut sein, dass du in der Schweiz unterm Strich eher schlechter dran bist: Vor allem, wenn du jetzt halbwegs ordentlich verdienst.
      ich denke mit Prämie und allem drum und dran würde ich so auf knapp 7,500 CHF nach Abgaben kommen, aber selbst da sehen die Rechner nicht viel rosiger aus. Damit bleibt wohl meine Freundin der Knackpunkt.
    • 7500 Franken Nettogehalt (bereits mit Quellensteuerabzug oder ohne?) sind schon mal etwas anderes und nicht so schlecht. Damit bist du, verglichen mit dem Schweizer Medianlohn, schon ein Besserverdiener. Und es bleibt genug zum Leben übrig, auch nach Berücksichtigung der Krankenversicherungsprämien.

      Ansonsten sollte sich deine Freundin kurz oder lang trotzdem einen Job suchen. Allein schon deswegen, damit in ihrer Altersvorsorge nicht eine riesige Lücke entsteht. Oder garantierst du ihr, auch im Alter für sie zu sorgen und reichen dafür auch deine Renten- und Pensionsansprüche?
    • Quellensteuer schon abgezogen. Das mit dem Thema Job haben wir schon hier als Problem, zumal unser Sohn ja kein Kleinkind mehr ist. Mit Rente- und Pensionsansprüchen rechne ich schon nicht mehr, sind ja noch viele Jahre bis da hin. Ich sorge Privat vor, aber ob das dauerhaft für zwei reicht bleibt zu bezweifeln.
    • lieberjott schrieb:

      bandersnatch schrieb:

      Quellensteuer schon abgezogen.
      Dann hast du kein so schlechtes Budget, sondern vermutlich sogar eher ein überdurchschnittliches. Selbst nach Berücksichtigung von Kosten für Wohnung, Krankenversicherung und allg. Lebenshaltung sollte im Monat noch üppig Geld übrig sein.
      Hab mir die Seite angesehen: Budgetberatung

      Und eben die 7000 als Referenz genommen.

      Die knapp 7000 habe ich hier berechnet.
      Abzüge inklusive:

      • AHV/IV/EO-Beitrag
      • ALV-Beitrag
      • NBU-Beitrag
      • KTG-Beitrag
      • Pensionskasse
      • Quellensteuer
    • Beachte dass in diesen Budgets nochmal Steuern drin sind, welche abgezogen werden. Die Nahrungsmittelkosten finde ich auch für Schweizer Verhältnisse fast etwas zu hoch - es sei denn, man kauft nur Coop Fine Food und kocht jeden Abend aufwändig Fleischgerichte. Und frage dich, ob die Kosten genereller Art so auch in Deutschland angefallen wären.
    • Wie du ja bereits schriebst, sind bei lohncomputer.ch schon die Quellensteuern abgezogen, wenn du einen Kanton auswählst.
      Und der Posten fällt eben nur einmal an.
      Ansonsten nutze auch mal den Rechner von Comparis bezüglich der Quellensteuer, der ist etwas präziser: comparis.ch/steuern/quellenste…er/quellensteuervergleich
      Als Person mit Kind sind die Quellensteuern geringer. Kinderzulage (aka Kindergeld) bekommst du ja evtl. auch noch.

      Unabhängig davon würde ich dazu raten, dass deine Freundin zumindest sich um einen Teilzeitjob bemüht, aus mehreren Gründen:
      - Ihr habt dann ein deutlich komfortableres Familienbudget und auch der Besitz eines eigenen Autos wäre dann nicht mehr so finanziell belastend
      - Wie schon angesprochen das Thema Altersvorsorge
      - Unterschätzter Aspekt: Integration. Mit einem Job kann deine Freundin viel schneller (eigene) Kontakte knüpfen, hat mehr Umgang mit der Sprache etc. pp.
    • Hi,

      Wir haben Anfangs zu dritt mit 6k netto ohne Probleme leben können. Es kommt hier auch immer auf die Ansprüche an (Urlaub, Auto, Größe und Lage der Wohnung,...). Sehr viel sparen kann man so nicht, aber es ist kein Problem, damit zu leben. Bei 7k sieht es natürlich noch viel entspannter aus...
    • MotU schrieb:

      Hi,

      Wir haben Anfangs zu dritt mit 6k netto ohne Probleme leben können. Es kommt hier auch immer auf die Ansprüche an (Urlaub, Auto, Größe und Lage der Wohnung,...). Sehr viel sparen kann man so nicht, aber es ist kein Problem, damit zu leben. Bei 7k sieht es natürlich noch viel entspannter aus...
      Darf ich fragen wie ihr das mit Lebensmitteln und so macht? ich kenn das eben nur aus so Ausgabenrechnern und das erscheint mir hoch. Auch wenn ich Fleisch liebe und relativ oft Fleisch esse. Aber gibt doch da auch Lidl und Aldi und alles Mögliche. Kann mir beim Besten Willen nicht vorstellen dass ich 900 CHF für Lebensmittel ausgebe.

      Habe mir auch schon überlegt zu pendeln, aber eine Stunde Fahrt pro Richtung ist mir das nicht wert muss ich zugeben.

      Zum Lebenswandel - ich rauche seit einigen Jahren nicht mehr, haben zwei Haustiere (Hund und Katze) und Alkohol konsumiere ich auch nicht regelmäßig, ab und zu ein Bierchen wenn ein gutes Spiel läuft. Bin auch kein "ins-Kaffee-Sitzer" oder typischer Bar-Gänger.

      Über kurz oder lang wird sich sicher auch meine Freundin was suchen aber bis dahin hoffe ich dass ich auskomme damit.

      Hab die Zusage leider ohnehin noch nicht bekommen, mal schauen ob und wann das dann wirklich kommt.
    • Hi,

      ich kaufe das meiste bei Aldi ein (Fleisch, Saft, Getränke, Waschmittel, TK-Produkte,..) und Obst und Gemüse, was also qualitativ hochwertiger sein soll, ergänze ich dann bei Migros. Im Schnitt macht das 200CHF pro Woche, wobei unser Kind noch sehr klein ist, weshalb die Portionen kleiner sind. Andererseits wirst Du keine Windeln etc mehr kaufen müssen ;)

      Einmal pro Monat fahre ich nach Deutschland (35min mit dem Auto). Dank Rückerstattung der MwSt bezahle ich da für denselben Einkauf ca. 115€.

      Viel Glück
    • Mein Job wär ja dann in Luzern, ich denk dass es da wohl eine gute Stunde bis an die Grenze dauert. Bin mir nicht sicher ob sich das dann rentiert?

      Mein Sohn braucht keine Windeln mehr, der hat eher technische Bedürfnisse aber das scheint in der Schweiz in Relation zum Gehalt kein Problem zu sein. :) Das Fast Fooden werd ich uns wohl abgewöhnen müssen, da ist Deutschland dann doch entschieden billiger damit.
    • Fleisch, gerade aus Schweizer Produktion, ist vergleichsweise teuer, deswegen hatte ich das schon angesprochen.

      Für einen Überblick schau mal in einen Online-Supermarkt, beispielsweise:
      coopathome.ch/de/supermarkt/fl…isch-vom-metzger/c/m_2333 (fast alles nur Naturafarm, das kostet noch mal extra)
      coopathome.ch/de/supermarkt/fl…es-frischfleisch/c/m_0088
    • bandersnatch schrieb:

      Das ist echt satt. Dafür scheint aber auch die Qualität deutlich besser zu sein. Ansonsten mal mit dem Kühl-LKW an die Grenze fahren :)
      Macht aber auf Dauer auch keinen Spass und raubt wieder etwas von der gewonnen Lebensqualität.
      Auf Grund der höheren Preise haben wir auch die ersten Monate immer wieder mal Lebensmittel in Deutschland gekauft. Sehr bald gewöhnt man sich aber an die Preise und lässt den Umstand mit dem EInkaufen der Lebensmittel in Deutschland. Nicht alles ist teurer in der Schweiz und das was teuerer ist hat auch im Vergleich eine bessere Qualität.
    • Ich fahre im Moment auch nur, weil es nicht so weit weg ist. Später im Jahr ziehen wir nach Zürich um. Von dort aus würde ich ca. 50min benötigen, um zu einem preisgünstigen Deutschen Supermarkt zu kommen. Das werde ich dann nicht mehr auf mich nehmen. Die 50CHF, die ich spare, verliere ich doppelt und dreifach an Benzin und Zeit...
    • Bei der Schule gibts, vor allem was die Fächer und das Niveau angeht teilweise massive Unterschiede.
      Französisch ist in dem alter schon ein paar Jahre im Unterricht verankert, das könnte mit 13 in Deutschland noch fehlen.

      Ansonsten ist das Tempo und der Lerndruck etwas höher, vor allem wenn es später eventuell mal auf die Kantonsschule (Gymnasium) gehen soll. Die Matura ist deutlich schwerer als das Abi in Deutschland.