60 Tage Regelung,Homeoffice Sozialversicherungspflicht in D? Grenzgängerberatung bringt nichts, bitte um Hilfe!

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 60 Tage Regelung,Homeoffice Sozialversicherungspflicht in D? Grenzgängerberatung bringt nichts, bitte um Hilfe!

      Hallo zusammen,
      Ich wünsche Euch allen ein gutes neues Jahr zusammen!

      ich war bis vor kurzem über mehrere einigen Jahren als Grenzgänger im Kanton Solothurn tätig.
      Jetzt bin ich in meine alte Heimat (D, 700km Entfernung zum Arbeitsort) umgezogen, habe die Stelle behalten und Arbeite grösstenteiles von Zuhause im Homeoffice.

      Somit greift die 60-Tage Regelung und ich wäre somit in der Schweiz steuerpflichtig und nicht mehr in D.
      Soweit wärs ja noch ganz schön.

      Jetzt habe ich schon von mehreren Seiten gehört, dass wenn man angeblich mehr als 25% von Deutschland aus arbeit, man dann in Deutschland voll Sozialversicherungsplichtig wäre. Dies findet man auch im Internet.
      Aber wenn das wirklich stimmt, was heisst das konkret? Gibt es irgendjemand hier, der damit wirklich mal Erfahrung hat, so ist und der mir das mal konkret an einem Bespiel aufzeigen kann was dann eigentlich wirklich passiert?

      Bedeutet es dass mann dann nicht mehr im Schweizer System ist und weder eine Absicherung über AHV oder Pensionskasse mehr hat? Dass wäre dann vermutlich ein ganz grosser Nachteil, oder?
      Den dafür wird man dann in Deutschland mit den ganzen Sozialversicherungsabgaben entsprechend zur Kasse gebeten.

      Ich war vor einiger Zeit bei der Grenzgängerberatung, und statt mir konkret zu sagen, was ich am Besten machen soll , haben sie mich nur verwirrt.
      Dass Schlimme ist, jetzt bin ich total verunsichert, ob die Entscheidung für "Gre3/60-Tage Regelung" letztlich wirklich gut war gut= man hat nach dem Ende des Monats noch etwas mehr Geld übrig ;) )
      oder schlecht war. Oder ob das normale Grenzgängertum eigentlich vom Geld her gesehen besser ist, wo man zwar die Einkommensteuer grösstenteils in D zahlen muss, aber dafür vom Schweizer Sozialsystem mit niedrigeren Beitragssätzen profitiert.
      Ich wäre extrem dankbar wenn mich dazu mal jemand wirklich etwas konkretes sagen könnte, ich bin für jede Rückmeldung extrem dankbar.
      Danke im Vorraus und viele Grüsse
      Hans
    • Hallo Hans,

      du wirfst hier einiges durcheinander aus meiner Sicht.

      Fassen wir mal kurz zusammen:
      - du hast eine G-Bewilligung
      - du hast einen Wohnsitz im Kanton Solothurn
      - du hast einen Wohnsitz in Deutschland (700km entfernt vom Arbeitsort)
      - bisher hast du in der Schweiz gearbeitet

      Stimmt das so bisher?

      Falls dem so ist, hätte die 60-Tage-Regel bisher für dich gegolten. Du hättest also sämtliche Steuern in der Schweiz getätigt.

      Mit dem "Rückzug" nach Deutschland und der Homeoffice-Regelung wird es sehr kompliziert. Du musst dann alle Tage, welche du aus Deutschland gearbeitet hast, auch in Deutschland versteuern.
      Noch dümmer: wenn du mehr als 25% aus dem Homeoffice arbeitest, kommst du wieder ins deutsche Sozialversicherungssystem. Heisst: dein Arbeitgeber behält nur noch die ermässigte Quellensteuer von 4,5% ein, den Rest musst du in Deutschland mit deinem deutschen Grenzsteuersatz versteuern. AHV und PK ist eine gute Frage. Laut meinem dritten Link unten kippt die Sozialversicherungsunterstellung vom Erwerbsstaat zum Wohnsitzstatt bei über 25% Homeoffice.

      Konkret habe ich mit Homeoffice in Deutschland keine Erfahrung, aber ich kenne die 60-Tage-Regel relativ gut.

      Anbei noch ein paar Links:
      hier, hier und hier


      Zusammenfassung:

      - 60 Tage Regel gilt NICHT für dich

      - die musst das Schweizer Einkommen in Deutschland versteuern

      - du musst vermutlich ins deutsche Sozialversicherungssystem zurück (Rente, ALV, Krankenkasse)


      Ich würde es nicht machen an deiner Stelle. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.


      Bitte beachten: ich bin kein Steuerberater. Rechtssichere Auskunft kann dir nur ein solcher geben.



      VG basileus
    • Hans82 schrieb:



      Ich war vor einiger Zeit bei der Grenzgängerberatung, und statt mir konkret zu sagen, was ich am Besten machen soll , haben sie mich nur verwirrt.
      Das was üblicherweise als "Grenzgängerberatung" firmiert, sind oft nur Versicherungsmakler.

      Basileus hat ja schon korrekt festgestellt, dass hier die 60-Tage-Regelung nicht mehr greift.

      Bezüglich Sozialversicherung: Ja, wenn du darunter fällst, würde es das heissen wie von dir befürchtet. Du müsstest dann Renten-, Arbeitlosenbeiträge etc. in Deutschland nach deutschem Recht abführen.
    • Lieber Basileus, liebejott, Danke für Eure Antworten,

      Aber ich glaube ich hab mich doof ausgedrückt, die Zusammenfassung stimmt so nicht ganz

      - du hast einen Wohnsitz im Kanton Solothurn -------- NEIN, ich hab dort keinen Wohnsitz, ich komme nur an über 60 Tagen in die Schweiz zurück und übernachte dort in einem Hotel/Unterkunft und arbeite dort vorort, den Rest der Arbeitszeit (100% Stelle) arbeite ich im Homeoffice, in der gleichen Position

      - du hast einen Wohnsitz in Deutschland (700km entfernt vom Arbeitsort) -- Korrekt, aber das ist mein einziger Wohnsitz

      - bisher hast du in der Schweiz gearbeitet -- genau ich war ganz normaler Grenzgänger der in D grenznah gewohnt hat und bin jeden abend nach D zurückgefahren ist, daher habe ich noch die G Bewilligung.

      Ich hab das immer so verstanden, dass ich also jetzt nach dem Umzug durch meine Übernachtungen in der SChweiz am Arbeitsort an mehr als 60 Tage im Jahr nicht an den Wohnsitz in D zurückkommen kann und somit würde für mich doch die 60 Tage Regelung greifen (Gre-3) und ich würde damit voll in der SChweiz Quellensteuerpflichtig? So dass ich dann in Deutschland von der EK-Steuer befreut werden würde und dafür in der Schweiz voll zahle.
      So steht es ja auch sinngemäss im einem Link von Basileus oder HIER 60-Tage Regelung drin

      Ein beruflicher Anlass wird von den Finanzämtern auch in solchen Fällen anerkannt, in denen ein arbeitstägliches Pendeln von der Arbeitsstätte in der Schweiz an den deutschen Wohnsitz aufgrund der weiten Entfernung oder aufgrund der langen Arbeitszeit unzumutbar wäre. Die Finanzverwaltung zieht hier die Grenze bei einer einfachen Strecke von 110 km bzw. bei einer am inländischen Wohnsitz verbleibenden Aufenthaltszeit von 8 Stunden für die Zumutbarkeit der Rückkehr. Beträgt z. B. die Entfernung Wohnung – Arbeitsstätte etwa 80 km, wie dies zwischen Freiburg und Basel der Fall ist, liegt in der Entfernung noch kein beruflicher Grund, der zu einer Berücksichtigung von Übernachtungen in der Schweiz im Rahmen der 60-Tage-Grenze führen könnte.


      Also müsste ich doch demnach drunter fallen, sogar mein Lohnsteuerhilfe-Mann, bei dem ich Mittlerweile auch war, sagt das.
      Oder meint Ihr nicht? Wenn nein warum nicht???
      (________________________________________________________________________________________________________________)

      Da ich aber über 25% im Homeoffice Arbeite, würde ich nach dem was Ihr sagt und ich auch im Internet gefunden habe, zu 100% ins Deutsche Sozialversicherungssystem fallen, also Rentenversicherung Pflegeversicherung, ALV, Krankenversicherung, volles Programm, dies würde den vermeintlichen Vorteil dann wieder komplett zunichte machen und ins Gegenteil verkehren. Demnach müsste ich auch nichts nach Tagen in D oder CH aufsplitten sondern alles komplett nach D abführen?

      stimmt das so oder ist das falsch was ich sage?

      Ich kann lieberjott nur zustimmen, ich war bei einem Beratungstermin (190 EUR für 1h) - Der Mann hat es geschafft eine Stunde zu reden, aber doch nichts Konkretes zu sagen, bzw. er wollte sich nie festlegen.
      Und hat mich dann letztlich an einen Steuerberater weitervermitteln wollen. Sowas nervt echt.

      viele Grüsse und schönen Sonntag, bin für Euer Feedback sehr dankbar!
      Hans
    • Hallo Hans,

      danke für die Erklärung. Jetzt verstehe ich es besser!

      Grundsätzlich würde die 60-Tage Regel für dich gelten (wenn du wirklich mehr als 60 Tage in der Schweiz übernachtest, und dein Arbeitgeber dir das auch mit dem GRE-3 Formular bestätigt!). Da du aber so viel aus dem Homeoffice arbeitest, kommt die 25% Regel zur Anwendung. Also komplett im deutschen System.

      Die 60-Tage Regel ist übrigens nicht ganz so trivial wie sie scheint: selbst wenn man darunter fällt, muss man Tage, welche man nicht in der Schweiz arbeitet (z.B. auch eine Schulung in Frankreich), in dem anderen Land versteuern. Das wird dann sehr kompliziert.

      Ich hab bei der Grenzgängerberatung nie etwas bezahlt. Man kann dort Mitglied werden für 25€ pro Jahr, dann ist die "Beratung" kostenlos.
      Such dir einen Steuerberater, welche die Zusatzqualifikation "Fachberater für Internationales Steuerrecht" hat. Die sollten sich dann damit auskennen.
      Leider sind die meisten guten Steuerberater in Grenznähe (zumindest im Kreis Lörrach) alle ausgebucht und nehmen keine neuen Kunden mehr an.


      VG basileus
    • Soweit ich eruieren konnte, ist man doch bei Wohnsitz in D ohnehin komplett= unbeschränkt steuerpflichtig in D?
      Das sogar dann wenn man dort gar nicht gemeldet ist.
      So erklärte es mir der Finanzamtmann. Ich hab ein ähnliches Konstrukt, aber umgekehrt, dh. Job in D, möchte aber in die Schweiz ziehen, und dort im Homeoffice arbeiten.

      Was die SV betrifft, lese ich auch immer wieder anderes. Einerseits hab ich das mit den 25% gelesen. Im Gesetz steht davon nichts, sondern nur "Arbeitsort ist da, wo die Arbeit tatsächlich ausgeübt wird", ohne aber Anteilsprozente zu nennen, falls man noch 1-2 Tage die Woche in die Firma fährt.
      Anderswo stand was von "überwiegend", wobei bei einem 3 Tage Homeoffice, 2 Tage Firma das Homeoffice überwiegt, aber die 2 Tage Firma trotzdem mehr als 25% sind, was gilt denn da?
      Die Krankenkasse wiederum behauptet, der Arbeitsort sei völlig egal, es zählt wo der Firmensitz ist und wo man wohnt. Das wiederum kann nicht stimmen, siehe SGB IV §9 zum Arbeitsort.

      Also irgendwie herrscht da Uneinigkeit.

      Den Link fand ich am hilfreichsten, wobei er bestätigt, was ich gerne hätte: haufe.de/personal/haufe-person…k_PI42323_HI10225293.html unter Praxisbeispiel wäre grenzüberschreitendes Homeoffice mit Firma im anderen Land beschrieben.
      Wobei ich immer noch ein Problem mit der Definition von "Wohnsitzland" habe,sofern man 2 Wohnsitze hat. Demnach wäre dann wohl das Wohnsitzland dasjenige, wo man den Lebensmittelpunkt hat.
    • Shanau schrieb:

      Soweit ich eruieren konnte, ist man doch bei Wohnsitz in D ohnehin komplett= unbeschränkt steuerpflichtig in D?
      Das sogar dann wenn man dort gar nicht gemeldet ist.
      So erklärte es mir der Finanzamtmann. Ich hab ein ähnliches Konstrukt, aber umgekehrt, dh. Job in D, möchte aber in die Schweiz ziehen, und dort im Homeoffice arbeiten.
      Nein, deine Eruation ist verkehrt. Du kannst auch einen Wohnsitz in Deutschland haben und dort nicht komplett besteuert werden.
      Beispiele wären z.B. 183-Tage-Regel oder auch die 60-Tage-Regel für Grenzgänger. Wenn du in Deutschland einen Wohnsitz hast der weiter als 110km oder 1,5h einfache Fahrt entfernt ist, kehrst du vermutlich nicht jeden Tag dorthin zurück.
      Der Finanzbeamte kennt es vermutlich nicht besser, bzw würde er die Steuer natürlich gerne in Deutschland behalten ;)
      Nicht melden ist übrigens keine gute Idee. Wenn die Steuerbehörde das rausbekommt, musst du im dümmsten Fall für die ganzen Jahre Steuern nachbezahlen.

      Shanau schrieb:

      Was die SV betrifft, lese ich auch immer wieder anderes. Einerseits hab ich das mit den 25% gelesen. Im Gesetz steht davon nichts, sondern nur "Arbeitsort ist da, wo die Arbeit tatsächlich ausgeübt wird", ohne aber Anteilsprozente zu nennen, falls man noch 1-2 Tage die Woche in die Firma fährt.Anderswo stand was von "überwiegend", wobei bei einem 3 Tage Homeoffice, 2 Tage Firma das Homeoffice überwiegt, aber die 2 Tage Firma trotzdem mehr als 25% sind, was gilt denn da?
      Die Krankenkasse wiederum behauptet, der Arbeitsort sei völlig egal, es zählt wo der Firmensitz ist und wo man wohnt. Das wiederum kann nicht stimmen, siehe SGB IV §9 zum Arbeitsort.

      Also irgendwie herrscht da Uneinigkeit.

      Den Link fand ich am hilfreichsten, wobei er bestätigt, was ich gerne hätte: haufe.de/personal/haufe-person…k_PI42323_HI10225293.html unter Praxisbeispiel wäre grenzüberschreitendes Homeoffice mit Firma im anderen Land beschrieben.
      Wobei ich immer noch ein Problem mit der Definition von "Wohnsitzland" habe,sofern man 2 Wohnsitze hat. Demnach wäre dann wohl das Wohnsitzland dasjenige, wo man den Lebensmittelpunkt hat.
      Aus meiner Sicht gibt es da überhaupt keine Uneinigkeit. Wenn du mehr als 25% im Homeoffice arbeitest als Grenzgänger, dann wirst du dort besteuert.
      Deine Konstellation mit AG in Deutschland und Wohnung in der Schweiz ist schon etwas speziell. Die meisten machen es andersrum.

      In dem Link von dir finde ich nichts bei dem Praxisbeispiel. Im Text vorher ist es meiner Meinung nach gut erklärt:
      "Wenn ein Arbeitnehmer seinen Telearbeitsplatz im Ausland hat, das ihn beschäftigende Unternehmen aber im Inland ansässig ist, wird als Beschäftigungsort der Ort der ausländischen Arbeitsstätte (= Wohnort) angesehen. Dementsprechend unterliegt der Arbeitnehmer dem Sozialversicherungsrecht des Staates, in dem er seinen Heimarbeitsplatz hat."

      Dafür müsste dir aber dein deutscher Arbeitgeber bestätigen, dass du einen Heimarbeitsplatz hast. Für ihn ist die Geschichte mit einem AN im Ausland sicherlich komplizierter.

      Ich würde also erstmal mit deinem deutschen Arbeitgeber klären, ob er dir das bestätigen könnte. Für den Rest und die rechtssichere Abklärung: geh zum Steuerberater!
      Ich spare ja auch gerne Geld, aber spätestens wenn du eine Steuernachzahlung in fünfstelliger Höhe vor dir liegen hast, wünscht du dir du hättest gleich einen Steuerberater hinzugezogen...

      Wohnsitzland = Land, in dem man seinen Lebensmittelpunkt hat



      VG basileus
    • Danke schonmal! Dass ich einen Homeofficearbeitsplatz habe, steht so im Arbeitsvertrag. Brauche ich da noch eine zusätzliche Bestätigung?
      Die Steuern muß ich klar in Deutschland zahlen, da ich hier ein Haus habe und mein Mann hier wohnen bleibt (erstmal).
      Dh. es gäbe wahrscheinlich keine Chance den Lebensmittelpunkt in der Schweiz sehen zu wollen.
      Ich gehe also fest davon aus, hier in D weiterhin das Finanzamt beglücken zu dürfen.
      Eben damit es nicht so reinhaut, dachte ich daran meinen Arbeitgeber zu fragen, ob ich nicht 2 Tage die Woche ins Büro kommen dürfte. In dem Fall hätte ich nämlich eine "erste Arbeitsstätte", die es beim reinen Homeoffice nicht gibt.

      Diese erste Arbeitsstätte wäre die Voraussetzung dafür die Wohnung in der Schweiz von der Steuer absetzen zu können.
      Das macht immerhin gute 500 Euro im Monat aus, wie ich mir per Onlinerechner habe ausrechnen lassen, also darauf möchte man nicht verzichten.

      Dummerweise führen aber 2 Tage Präsenz im deutschen Büro dazu, dass ich in D auch SV-pflichtig bleibe, da es mehr als 25% sind und leider ja mein Lebensmittelpunkt nicht die Schweiz sein kann, solang mein Mann hier wohnt. Selbst wenn ich auf keinen Fall 183 Tage nach D zurückkehre, ich denke die 2 Kriterien (Eigenheim in D, Mann in D) reichen aus.

      Sobald ich aber in CH gemeldet bin, muß ich doch auch dort krankenversichert sein?

      Ich habe die DVKA angeschrieben, und gefragt und die sagten mir es sei grundsätzlich nur ein Land für alle SV Beiträge zuständig und das wäre nach meiner Beschreibung Deutschland.
      Dh ich muß obwohl ich dann in der Schweiz gemeldet bin, dort eben doch keine KV abschließen?

      Es wäre alles einfacher wenn mein Arbeitgeber meinen Vertrag auf unsere Schweizer Niederlassung umstellen würde. Aber das werden die schön bleiben lassen, ist ja deutlich teurer :(

      Edit hier noch aus der Mail von der DVKA zur Ermittlung des Lebensmittelpunkts:

      "
      Auch
      für den Fall, dass eine Person mehrere Wohnsitze hat, gibt es im Sinne
      der VO (EG) 883/04 nur einen Lebensmittelpunkt. Der Lebensmittelpunkt
      bestimmt sich anhand der folgenden Kriterien, die sich aus Artikel 11 VO
      (EG) 987/09 ergeben:
       familiäre Verhältnisse (Familienstand und familiäre Bindungen)
       Dauer und Kontinuität des Aufenthalts im betreffenden Mitgliedstaat
       Beschäftigungssituation (Art und spezifische Merkmale einer ausgeübten Tätigkeit, insbesondere der Ort, an dem eine solche Tätigkeit in der Regel ausgeübt wird, Dauerhaftigkeit der Tätigkeit und Dauer des Arbeitsvertrages)
       Ausübung einer nicht bezahlten Tätigkeit
       im Falle von Studierenden ihre Einkommensquelle
       Wohnsituation, insbesondere deren dauerhafter Charakter
       Mitgliedstaat, der als der steuerliche Wohnsitz der Person gilt
       Gründe für den Wohnortwechsel"
    • Moin zusammen,

      Mit stellen sich ähnliche Fragen.

      Wohnsitz ist in Hamburg.
      Arbeitgeber evtl in der Schweiz.

      Verschiedene Scenarien:
      A) 4 Tage in CH / 1 Tag HH
      B) 3 Tage in CH / 2 Tage HH
      C) 1 Woche CH / 1 Woche HH

      Bei allen 3 Scenarien gilt 60 Tage Regelung.
      Nur bei A) gilt 25%.

      Dh doch:
      A) Lohnsteuer und SV komplett in CH - nichts in D
      B) und C) Lohnsteuer und SV komplett in D

      Korrekt?

      Ferner, wenn ich bei A) zb Dienstreise in die USA mache gilt das ja als Tage zu den 60 Tagen hinzu, da ich ja gerne in CH wäre, aber dienstlich mein AG sagt, du musst in die USA - korrekt?

      Ferner, habe ich jetzt gehört, dass man zb bei B) Lohnsteuer und SV für die Tage in der CH zahlt und für die Tage in D zahlt???

      Herzliche Grüße
      Physman
    • Mit der 60 Tage Regelung kenne ich mich nicht aus, aber Deine Annahme im Fall A ist falsch, da Du durch den Wohnsitz HH natürlich weiterhin in Deutschland steuerpflichtig bleibst. Du musst also eine Steuererklärung abgeben, die aber nicht zwingend zu einer Zahlung führt. Aber wenn weitere Einkommensarten vorhanden sind, fällt das schweizerische Gehalt unter Progressionsvorbehalt.
    • Denke ich auch, da in der Tat noch andere Einnahmen vorliegen.
      Jedoch wird doch für die Arbeit für die CH Firme doch nur die CH Lohnsteuer und SV angesetzt?
      Progressionsvorbehalt auf die anderen Einnahmen - ok ja , ist wohl so.
      Aber wenn der CH Lohn eben nur mit CH Stwuern und SV belegt wird soll es so sein.

      In meiner Frage ging es eher darum ob ich mit den Beispielen oben wie veranlagt werde?
    • Dienstreisen ins weitere Ausland fallen nicht unter die 60 Tage Regelung. D.h. musst du beruflich in die USA, zählen die Tage nicht als nichtrückkehrtage im Sinne der 60 Tage Regelung. Dazu gabs auch etliche Gerichtsurteile in den letzten Jahren...Siehe Google...
      Desweiteren ist zu beachten, dass bei zu vielen beruflichen Tagen im Ausland, eine weitere Steuerpflicht in den Reiseländern aufkommen kann.
    • Druschii schrieb:

      Dienstreisen ins weitere Ausland fallen nicht unter die 60 Tage Regelung. D.h. musst du beruflich in die USA, zählen die Tage nicht als nichtrückkehrtage im Sinne der 60 Tage Regelung. Dazu gabs auch etliche Gerichtsurteile in den letzten Jahren...Siehe Google...
      Desweiteren ist zu beachten, dass bei zu vielen beruflichen Tagen im Ausland, eine weitere Steuerpflicht in den Reiseländern aufkommen kann.
      Da wäre ich nicht ganz so sicher. Laut Aussage von meinem Steuerberater muss man Auslandsaufenthalte dann genau für jedes Land versteuern, in dem man sich während des Jahres berufsbedingt aufgehalten hat. Das wird bei jemandem, der viel im Ausland unterwegs ist, sehr kompliziert. Dabei kann es selbst bei nur wenigen Tagen schon zur Steuerpflicht kommen.


      Physman schrieb:

      Denke ich auch, da in der Tat noch andere Einnahmen vorliegen.
      Jedoch wird doch für die Arbeit für die CH Firme doch nur die CH Lohnsteuer und SV angesetzt?
      Progressionsvorbehalt auf die anderen Einnahmen - ok ja , ist wohl so.
      Aber wenn der CH Lohn eben nur mit CH Stwuern und SV belegt wird soll es so sein.

      In meiner Frage ging es eher darum ob ich mit den Beispielen oben wie veranlagt werde?
      Mit Beispiel A) würdest du unter die 60-Tage Regel fallen, mit B) und C) nicht. Ich kann dir aber versichern, dass das deutsche Finanzamt dafür dann Belege sehen will (Fahrtkosten, evtl Übernachtungen in der Schweiz). Du solltest dann nicht nur auf dem Papier 4 Tage CH / 1 Tag HH einhalten!

      Beim Einhalten der 60-Tage Regel würde dein Schweizer Arbeitgeber die volle Quellensteuer sowie die Sozialabgaben einbehalten (AHV/ALV/EO).
      Du brauchst dafür aber zwingend auch einen Wohnsitz in der Schweiz. Eine kleine Anmerkung noch: dein Gesuch(!) auf internationalen Wochenaufenthalt kann von deiner Schweizer Gemeinde auch abgelehnt werden, wenn keine triftigen Gründe vorliegen.


      VG basileus
    • @basileus: Jedes Land hat eine andere Grenze der Tage bezüglich steuerpflicht und ist davon abhängig ob ich für die Tätigkeit in dem Land auch bezahlt werde (Rechnungsstellung durch inländisches Unternehmen). Marketingaktivitäten oder "interne" Meetings bleiben auch wochenlang steuerfrei...
    • Physman schrieb:

      Wie - abgelehnt?
      Und dann - kommt der Arbeitsvertrag nicht zu Stande?
      Ganz einfach. Da der Antrag auf internationalen Wochenaufenthalt ein Gesuch ist, kann dieses auch abgelehnt werden.
      Die Gemeinde sagt dann halt: bitte melde dich als Aufenthalter in der Schweiz an.
      Bei mir wurde der Wochenaufenthalt auf ein Jahr befristet genehmigt, aber auch nur weil ich gute Gründe angeben konnte.

      Das Ganze hat mit deinem Arbeitsvertrag erstmal nichts zu tun. Im Zweifelsfall kann es aber bei einer Ablehnung heissen, dass du nach Deutschland in Grenznähe ziehen musst.
    • Druschii schrieb:

      @basileus: Jedes Land hat eine andere Grenze der Tage bezüglich steuerpflicht und ist davon abhängig ob ich für die Tätigkeit in dem Land auch bezahlt werde (Rechnungsstellung durch inländisches Unternehmen). Marketingaktivitäten oder "interne" Meetings bleiben auch wochenlang steuerfrei...
      Ich gebe nur das wieder, was mir mein Steuerberater gesagt hat. Und der sollte es eigentlich wissen, als Fachberater für internationales Steuerrecht.
      Wenn man die 60-Tage Regel in Anspruch nimmt, muss man für jedes Land dokumentieren wie lange man dort gearbeitet hat. Auch wenn es "interne" Meetings sind.

      Denk bitte daran, dass wir hier über den Spezialfall im DBA CH/DE sprechen. Nicht über jemanden, der regulär nur in Deutschland oder der Schweiz besteuert wird.
    • Ich glaube, hier wird gerade etwas ziemlich durcheinander geworfen.

      Die Ursprungsfrage war, ob auch Arbeitstage ausserhalb der Schweiz unter die 60 Tage Regel fallen bezüglich der nicht Rückkehr an seine Heimatadresse in D. Das tun sie nicht. Steht auch im Begleitschreiben zum GRE-3 Formular.
      Es zählen nur die Arbeitstage in der Schweiz. Für alle anderen Tage im Ausland war mein Hinweis, zu beachten dass man dort auch noch steuerpflichtig werden kann, wenn man nicht aufpasst.
      Gerade USA ist da ein heikles Thema. Einem Kollegen ist es so ergangen, er musste dann 2 Jahre lang in den USA eine Steuererklärung einreichen....

      Uns betreut KPMG und die haben ein Auge darauf, dass wir nicht steuerpflichtig in anderen Ländern werden.