Einen Schritt weiter, in die Schweiz?

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    • Einen Schritt weiter, in die Schweiz?

      Hallo liebes Forum,

      wie der ein oder andere eventuell an meiner Beitragsanzahl erkennen wird, befinde ich mich hier bei Euch, in digitalem Neuland! :)

      Nun denn, wie fange ich an.. diverse Fragen gehören eigentlich in ein anderes Unterforum, ich fange einfach mal an:


      Vorgeschichte

      Meine Lebensgefährtin (32) (lt. Papier, deutsch) und ich (32) (lt. Papier kroatisch, gebürtig in D) leben und arbeiten gemeinsam in Deutschland.
      Aufgrund von Spekulationen bezüglich der platzenden Immobilienblase, planen wir unsere Immobilie zu verkaufen, welches später ein Startkapital sein soll.

      Meine Lebensgefährtin hat eine Kollegin, die seit einigen Jahren in die Schweiz auswanderte und ihre Selbstständigkeit dort weiter führt.

      Als plötzlich die Idee "Och, komm doch in die Schweiz!" präsentiert und mir am selben Abend dargelegt wurde, diskutierten wir ein wenig darüber.
      Kurz darauf, prüfte ich den Schweizer Stellenmarkt in Richtung Anwendungsentwickler

      Peng!

      In Deutschland arbeite ich für ein relativ bekanntes Nischenunternehmen, welches intern eine ERP-Lösung einer Fremdfirma bezieht.

      Plötzlich sehe ich, dass genau diese Firma, welche diese ERP-Lösung anbietet, im Züricher Raum eine "Aussenstelle" hat und derzeit auch Entwickler + Projektleiter sucht.
      *Gänsehaut* - Aus einem anfänglich "lockeren Auswanderungsthema", wurde plötzlich ein Stück Ernst!

      Die ERP-Firma hat ein kleines Projekt mit uns am laufen, worin jedes Jahr ein Azubi jeder Firma, die andere über einen Zeitraum von Vier Wochen besucht um Erfahrungen zu sammeln.
      Aus erster Hand lies sich bestätigen, dass sie a) Dort sehr gut zurecht kamen und b) Die Firma bislang jeden Azubi "anwerben" wollte, welches natürlich ihr gutes Recht ist! =)

      Bezogen auf die Stellenausschreibung, denke ich, dass ich die Firma durch meinen Erfahrungsschatz der letzten Jahre sinnvoll unterstützen und vorantreiben kann.
      Beworben habe ich mich noch nicht, weil ich mir noch nicht sicher bin, wie ich diese Sache grundsätzlich bzgl. Gehalt & Kontaktaufnahme angehen soll. Mehr dazu später:

      Hauptteil - Fakten & Fragen

      Mal angenommen, mein Gehalt würde sich auf 40.000,- € Brutto bei 42,5h / Woche belaufen.

      These:

      > Das Schweizer Gehalt sollte doppelt so hoch wie in Deutschland sein <

      Beispiele:

      -> Um also den Lebensstandard / Lebensqualität zu halten, müsste ich also mindestens 80000CHF Brutto im Jahr verdienen? (Wir leben hier nicht im Luxus)
      -> Ist es hier Ratsam, auch mit solch einer Zahl anzukommen? Für mich klingt das ganze etwas krass "viel". Der Arbeitgeber bittet um eine Gehaltsvorstellung bei der Bewerbung.. :P
      -> Hier habe ich mal die Preise vom Aldi (D) und Aldi (CH) betrachtet. Vom Bauchgefühl ist hier ein Aufschlag von 20% real
      -> Die große Pizza (Margherita) kostet beim Lieferanten 15CHF - Hier ist auch ein Aufschlag von 20% real
      -> Die Steuerlichen Pflichtabgaben seien geringer als in Deutschland, vor allem im Bereich Zürich
      -> Wohnungen, die uns von den Metadaten im Züricher Bereich interessieren, kosten um die 1500-2000CHF - Ebenfalls 20-30%

      Meine These:

      Fall 1:
      Die Firma nimmt mich in ihre Familie auf, verdienst liegt bei 5000CHF Brutto, was lt. Lohncomputer.ch einen Nettoverdienst von ~4000 CHF wäre.
      Meine Lebensgefährtin findet nichts:

      Wohnung - 1500 CHF
      Lebensunterhaltungskosten (Auto, Versicherungen, Futter, ..) - Höher als 2000 CHF im Monat, halte ich nach Bauchgefühl für utopisch.
      Als Richtwert: In Deutschland zahlen wir monatlich an Unterhaltungskosten für alles, vielleicht 1000€.

      In dieser Rechnung wäre es also noch Möglich, ein paar Groschen auf die Seite zu legen. Liege ich hier brutalst daneben?

      Fall 2 und alle anderen Szenarien wären in diesem Fall "besser" - Das heißt für mich: Könnt ihr mir Erfahrungsgemäß bestätigen, dass man mit 4000CHF, "normal ohne großen Luxus", zu zweit überleben kann - Erübrigen sich alle anderen Fälle :-).


      These:

      > Anscheinend sei der Arbeitsmarkt relativ brutal - ich las hier von Stories, in welchen (objektiv betrachtet), durchaus gebildete & erfahrene Zuwanderer massiv Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben <

      Hierzu möchte ich meine Lebensgefährtin als Beispiel hernehmen:

      - Spricht fließend Deutsch
      - Englisch wäre aufzufrischen (machbar)
      - Gelernte Pflegerin, war einige Jahre in der Werbetechnik & Kurierdienstleistungen (Bsp DHL für Firmen, nur in klein) selbstständig und wurde letztendlich von einer deutschen Firma als "Universell Einsetzbares Medium" im Sinne eines Miniprojektleiters, angestellt.
      - Laut Papier sind hier keine großen Bildungsnachweise vorzuzeigen, jedoch managed sie für einen Mittelständer mit einer Kundenbasis von 200+, alles in den Bereichen: Finanzbuchhaltung, Vertrieb, Angebotswesen, Sicherheitswesen, bedienen von Maschinen uuuund so weiter.

      Sie sagt auch, dass sie ohne Stress als Reinigungskraft arbeiten würde, sofern nichts in ihrem gewohnten Umfeld findet.
      Natürlich würde ich es mir wünschen, dass sie keine langfristigen "Mehraufwand" leisten muss, um ein finanziell entspanntes Leben zu führen (Ja, Auslegungssache)

      Meine These:

      Praxiserfahrung > Bildungsnachweise

      Wie seht ihr das? Wie sind Eure Erfahrungen?


      These:

      > Ausländer"feindlichkeit" <

      Hier komme ich sofort zu meiner These:

      Da der Arbeitsmarkt im Züricher Bereich relativ groß ist und Firmen natürlich sehr gerne billigere Arbeitskräfte, zu gleicher Leistung einstellt, wird sich so mancher angegriffen oder betrogen fühlen.
      Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass sich ein grundsätzlich Korrektes Verhalten in der Gesellschaft, in den seltensten Fällen auf sehr extreme Art und Weise, bestraft wird

      Außerdem habe ich gelesen, dass für Kroaten eine kleine "Sonderregelung" bezüglich der Arbeitserlaubnis gilt (Iwelche EU-Dinge).
      Würde diesbezüglich von Euch empfohlen werden, vorab Deutscher zu werden, weil diese mir in einer potentiellen CH-Zukunft, günstiger kämen?


      Fazit und die Frage - Warum auswandern ?

      Jeder ist seines Glückes Schmied:

      Der Hauptgrund, möge man mich nun steinigen, ist:

      Den Schweizer Traum zu leben :CH: !

      Es soll ein Abenteuer sein, aus dem in eventuell in naher Zukunft, eine bessere Lebensqualität für meine Lebensgefährtin, unseren Hund (wichtig: ein Mops!) und mir, ermöglicht werden soll.


      Vielen Dank an alle, die sich die Mühe machen meinen Post zu lesen und ggf. ihren Senf dazu geben.
      Vielleicht kann ich durch Eure theoretischen Einschätzungen auch selber irgendwann, jemandem behilflich sein :)

      Niederschlagende Argumente gegen solch ein Abenteuer wären schade, aber unbedingt erwünscht!
      Selbiges gilt natürlich auch für praktikable Vorgehensweisen, basierend auf realen Erfahrungen!


      Schöne Grüße
      D.
    • Auf die Thesen kann ich gerade nicht eingehen, sondern wegen Brachenkenntnis nur auf deinen Teil:
      Als ERP-Projektleiter oder -Programmierer im Raum Zürich bist du mit 80.000 CHF im Jahr viel zu niedrig angesetzt.
      Mit einschlägiger Erfahrung sollte das locker eine sechsstellige Summe sein. Wie hoch genau kommt darauf an, ob das Unternehmen eher ein kleineres oder grösseres ist und ob dein Fokus mehr auf Projektleitung oder Entwicklung ist - ersteres würde ein etwas höheres Gehalt bedeuten. Einschlägige Erfahrung, Abschlüsse und Referenzen spielen logischer Weise auch eine Rolle.
      Ich werfe mal 100.000 bis 140.000 CHF in den Raum. Für eine genauere Spannweite müsste man noch mehr Details kennen.
    • Hallo Dan und willkommen im Forum

      Zur Situation deiner Lebensgefährtin würde ich sagen, als gelernte Pflegerin bekommt sie auf jeden Fall einen Job. Dieser Beruf ist hier wirklich oft gesucht. Und für die Schweizer ist es wichtig, das eine Ausbildung gemacht wurde und auch Zeugnisse, Weiterbildungen und Diplome haben hier einen hohen Wert. Und tatsächlich wird hier auch von einer Reinigungskraft nachweisliche Erfahrung gewünscht :)

      Und zum Gehalt - ich denke mal, da hat mein Vorredner recht - das wird etwas höher sein. Denn zu zweit von 4000 CHF zu leben wird sicherlich knapp - bedenke die Krankenkasse für euch beide wird schon einiges vom Lohn fressen :) und Zürich ist dazu ein ziemlich teures Pflaster....


      Liebe Grüsse
      Kerstin
    • Dan schrieb:





      Außerdem habe ich gelesen, dass für Kroaten eine kleine "Sonderregelung" bezüglich der Arbeitserlaubnis gilt (Iwelche EU-Dinge).
      Würde diesbezüglich von Euch empfohlen werden, vorab Deutscher zu werden, weil diese mir in einer potentiellen CH-Zukunft, günstiger kämen?


      Angehörige aus Kroatien



      Seit dem 1. Januar 2017 profitieren auch kroatische Staatsangehörige von der Personenfreizügigkeit, jedoch gelten für sie noch Übergangsbestimmungen. Sie können bis auf weiteres nur unter Berücksichtigung der folgenden Einschränkungen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zugelassen werden:
      • Kontrolle des Inländervorranges (bevorzugte Berücksichtigung von In- und Ausländern, die sich bereits auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt befinden)
      • Kontrolle der Lohn- und Arbeitsbedingungen
      • Separate, jährlich ansteigende Höchstzahlen für Kurzaufenthalts- und Aufenthaltsbewilligungen.



      D.h. es gibt für die ausgeschriebene Stelle einen Inländervorrang und das Kontingent darf noch nicht erfüllt sein.

      Ansonsten schliesse ich mich lieberjott an. Entwickler eher weniger (hier sehe ich auch noch was im 5stelligen Bereich), Projektleiter eher mehr. Aber: die Erfahrungen müssen belegt werden, ausser der Zugangsweg ist der nicht offizielle via Bewerbung. D.h. in Deinem Fall liegt es doch fast auf der Hand das Gespräch mit der Firma zu suchen, mal einen Trip in die Schweiz planen und die Firma besuchen usw. dann kann das auch weniger formell klappen.

      Mit den kalkulierten 20% bei den Lebenshaltungskosten liegst Du allerdings deutlich zu niedrig. Eine Pizza in Züri liefern lassen ist viel teurer, da ist nichts unter 20CHF. Hier ein guter: webshop.dieci.ch/listArticle ;)

      Dafür ist Wasser und Strom gnadenlos günstig, für deutsche Verhältnisse. Aber das reisst es bei den übrigen Kosten auch nicht raus.

      Auf die fehlende Krankenkassenkalkulation wurdest Du bereits hingewiesen, ich schätze da bist Du bei zwei (jungen) Leuten mit etwas über 400 CHF insgesamt dabei, Franchise beachten.

      Aber: für den Hund brauchst Du in dem Fall eine gute Versicherung, denn wenn das Budget knapp ist würde Euch ein Besuch beim Tierarzt oder gar im Spital richtig hart treffen. Das (Klein-)Tierspital in Zürich ist exzellent (und das nicht nur weil ich da bereits gearbeitet habe :evil: ) aber weniger als 4stellig sind die Besuche da nicht. Und Euer kleiner Brachyzephaler wird das vermutlich irgendwann brauchen...

      Für Deine Freundin dürfte der Arbeitsmarkt im erlernten Beruf sehr gut sein (publicjobs.ch/jobs/ und dann mal Pflegekräfte filtern), zumal wenn sie weitere Fähigkeiten belegen kann. Spitex ist da vielleicht das Stichwort.

      Und für Dich würde ich ganz praktisch empfehlen: Deutsche Staatsbürgerschaft annehmen (kein Doppelpass) und in der Zwischenzeit den Kontakt zur Firma in der Schweiz suchen und dabei vielleicht auch ein paar Erfahrungen im Land sammeln. Aus meiner Erfahrung ist das kleine Bergvolk überaus hilfsbereit - wenn man sich selbst zuerst bemüht und Dinge vorab klärt und versteht, dass niemand auf einen wartet. Also Eigeninitiative und es wird schon klappen. :CH:
    • Lieber Jott,
      liebe Kerstin,
      lieber Markus,

      vielen herzlichen Dank für Eure Ratschläge, Erfahrungen und vor allem, die Zeit!

      Alles vermerkt!

      Für den sporadischen Tierarztbesuch wird zukünftig, sofern alles läuft, wohl die Familie in D besucht :-). Natürlich steht die Familie im sarkastischen Vordergrund! *mopsknuddl*
      Gut zu wissen aber ist, dass man für dringliche Tierangelegenheiten extra was auf der Kante lassen sollte.

      Zum Gehalt: Auch hier vielen Dank für die Info, durch bereits erledigte Recherche kam ich auch auf solche Werte - jedoch ist auch hier in D der Durchschnitt für viele Berufe an Betrag X gekoppelt, letztendlich ist solch eine Thematik wohl zu Firmenspezifisch.

      Im Anschreiben würde ich in etwa so etwas schreiben:

      "Zu meiner Gehaltsvorstellung? Einen guten Lebensstandard sowie Sicherheit möchte ich beibehalten. Wenn alles was mir im Beruf wichtig ist und es Zwischenmenschlich passt, bin ich zuversichtlich, dass wir uns in Punkto Gehalt einig werden"

      WENN es dann zu einem Gespräch kommt, werde ich mich Gehaltstechnisch an "allgemeine Gehaltsrecherchen im Raum und Beruf" + Einschlägige Berufserfahrung lehnen. Erwähnen was mir im Team (Zusammenhalt, Transparenz, konstruktive Kritik um in Zukunft ein Problem zu vermeiden, anstatt einfach mit dem Finger zu zeigen) wichtig ist und mir dann eine Zahl geben lassen. Außerdem werde ich, DENKE ich.. eine Art Staffelung, an Zeit mit jeweiligen Feedbackgesprächen koppeln.

      " Monat 1-3: Betrag X - Gespräch: Was war gut, woran arbeiten? "
      " Monat 3-6: Betrag Y - " "

      Damit möchte ich erreichen, dass ich mich beweisen kann ODER den Arbeitgebern im Falle von unzufriedenen Leistungen, welche anfänglich definitiv präsent sind, eine Berechtigung zu geben. Solche Sprüche wie, "Das war ein Fehlkauf..", sind mit solch einer Strategie vermeidbar

      Das grundlegende "Problem" an dieser Sache ist, wir arbeiten sehr extraordinär mit dieser Software.
      Im Normalfall geht eine Kundenfirma her, kontaktiert die ERP-Firma und wünscht eine Anpassung A B C.
      Diese wird gegen einen Betrag umgesetzt.

      Anscheinend sind wir die einzigen Kunden, die dieses System in solcher Tiefe, ohne Entwicklungskosten bearbeiten.
      Soweit ich weiß, wurden auch schon einige von uns entwickelte Themen in ihren Standard übernommen.

      Das hört sich alles super an, ich weiß! Jedoch, da wir "im ganzen System" entwickeln, sind wir eher eine Art Generalisten welche theoretisch 3 Jobs im Sinne von Frontend, Backend, Support, Serververwaltungen, usw machen. In diesem sinne wäre ich wohl ein "Junior Fullstack Developer". Das "Junior"-Ding, ist für für einige Firmen definitiv ein Störfaktor.

      Vielleicht aber auch, kommt's zu gar keinem Gespräch - Wer weiß das schon! :S
      Vielleicht...
      Vielleicht.....


      Kommt Zeit.. kommt Rat.



      Liebe Grüße aus D
      D.
    • Hallo Dan

      80000 CHF (13 Gehälter ) im Jahr ist in der Schweiz gar nichts.... In deiner Branche ( bin auch aus IT ) musst du locker ohne Hemmungen 130.000 CHF/Jahr verlangen .... Evtl. auf 125.000 und da soll Schluss sein !!!
      Nämlich Netto bekommst du dann etwa 8000.... Wenn man Wohnung sucht musst du dein Netto durch 3 dividieren (ca. 2500 ) und bis diesen Betrag bekommst du die Wohnung FALLS sich Vermieter für dich entscheidet (Für Wohnung muss man sich auch bewerben).
      Ich bin seit einen Monat wieder zurück in Österreich und nach 8 Jahren Schweiz, bin ich total innerlich kaputt... Nie wieder CH !!!
      Es ist nicht alles Geld im Leben !!! (Merkt euch diesen Satz).
    • OK du hast schlechte Erfahrungen gemacht, das passiert im Leben.

      Seneca schrieb:

      Hallo Dan

      80000 CHF (13 Gehälter ) im Jahr ist in der Schweiz gar nichts....
      das halte ich allerdings für zu sehr pauschalisiert. Man kann auch mit weniger gut leben und auch mit deutlich weniger. Hängt immer auch von persönlichen Ansprüchen ab. (Ich habe mal von 3500 Fr brutto gelebt ... unglücklich war ich nicht).

      Dass die Miete nur 1/3 des Einkommens betragen sollte, gilt nicht nur in der Schweiz. Hier wird vielleicht verstärkt darauf geachtet.
    • Hallo zusammen,

      vielen Dank für die weiteren Beiträge und Meinungen!

      Feedback nach zwei Monaten:

      - Die Bewerbung ging raus
      - Der Prozess Deutscher zu werden, erfordert Willensstärke
      - Ein Interview mit der Hauptstelle fand statt
      - Ein paar Tage später gab es ein Telefonat mit der Stelle in der Schweiz

      Hierzu möchte ich Stellung zu meinem Ersteindruck mit diesen Schweizern kundgeben!!!! Achtung!!!!

      Kidding, dies wird kein Hass- sondern ein Freudenfeedback - Mein erster persönlicher Schweizer Kontakt lässt sich wie folgt beschreiben:

      - Sehr höflich, zuvorkommend, hoher Eindruck von Ehrlichkeit, Offenheit und Witz

      In naher Zukunft erfolgt ein Probetag, mir wurden sofort Tipps zur Wohnungssuche, Einkaufsmöglichkeiten und anderen Diversitäten geboten.
      Und das beim ersten Kontakt! Wenn das mal nicht Gastfreundlich wirkt?!

      Hier meine Nachricht an all die Abenteurer, welche so einen Schritt für ihre Zukunft planen:

      Ich denke, man sollte nichts verallgemeinern oder das klassische Schubladenspielchen zu exzessiv ausführen.
      Es gibt überall "gute" und "schlechte" Menschen die so sind, weil sie der bisherige Lebensweg eben genau so formte.

      An dieser Stelle könnte ich nun ausholen und weitere 12k Zeilen auskotzen, dafür ist's aber das falsche Forum :D.


      Traut Euch! :)

      :CH: :saint: :CH:
    • Hallo nochmal,

      noch einmal suche ich Rat, den ich hoffentlich schon bald weitergeben kann :thumbsup:

      [Vorheriger Post]

      - Die Bewerbung ging raus
      - Der Prozess Deutscher zu werden, erfordert Willensstärke
      - Ein Interview mit der Hauptstelle fand statt
      - Ein paar Tage später gab es ein Telefonat mit der Stelle in der Schweiz

      [Vorheriger Post]

      Der Arbeitsantritt beginnt zum 01.08.2019 *hust*, ich meinte, entsprechend nach dem wichtigsten Tag dag der Schweiz, zum 02.08 :-).

      Nun haben wir folgenden Plan / Faktenstand: Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand die Zeit findet und sich das ansieht, eine Meinung gibt :saint:

      - Meine Arbeitstätigkeit wird in der gesamten Schweiz stattfinden
      -> Logistische Lösung des Wohnortes: Zentralschweiz um den Radius auszunutzen. Vorauswahl der Kantone: Zug vs Schwyz

      Zug:

      - Jährliche Ersparnis der Steuer gegenüber Schwyz, ca. 1500,- CHF
      - Eine Wohnung ab 60m² kostet grob überblickt 500,- CHF mehr, als in Schwyz. Damit entfällt der steuerliche Vorteil aufs Jahr gesehen, deutlich.
      - Kürzlich gab es eine Ankündigung, dass im Jahre 2020 die Steuern im Kantog Zug erhöht werden müssten. Kurz darauf gab es "Entwarnung", dass noch iwo Geld herkam und die Steuererhöhung damit flach fällt.
      Ein hohes Lob an diesen Kanton. Dies vermittelte sofort einen "Herzlichen" Eindruck. In Deutschland könnte man dafür auf offener Straße erschossen werden, wenn man die Kuh nicht melkt :D.

      Resultat: Kanton Schwyz

      Fragen:

      - Ist solch eine Mentalität überwiegend im ganzen Lande zu erwarten? Also, kann man davon ausgehen, dass auch Schwyz als Wohnkanton "Herzlich" ist? Ist Zug "besonders Herzlich" ?

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      - Gibt es Eurer Meinung nach gute "wirtschaftliche" Argumente für weitere Kantone bei einem Wohnungsbudget von 2000,- CHF ?

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      - Das Wohnungsbudget resultiert aus folgendem Kontext: 2 Personen, 1 Hund. Wir gehen davon aus, dass wir Fixkosten von rund ...................
      -> Krankenkasse: Normale Leistungen, 800,- CHF
      -> Autoversicherung: Deutschland, zwei Autos, ein Diesel, ein Benziner: 100€ mntl. Beim wilden recherchieren, kamen wir auf ähnliche Preise. Gehen wir also von 200,- CHF aus
      -> Handy: Aldikarte, Geschäftstelefon: 50,- CHF
      -> Internet: Nach Möglichkeit 1GBIT up & down <3 : 120,- CHF
      -> Benzin: 150,- CHF
      -> Haftpflicht & Kleinscheiß: 200,- CHF
      -> Brot & Wasser! :)

      Entspricht letztendlich groben Fixkosten von 1500,- CHF. Rechnen wir also mit 2000,- CHF

      Kommt diese grobe Rechnung von Fixkosten in etwa hin?

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      Zum Thema Steuern und Versicherungen allgemein:
      Hat jemand Erfahrungen mit Comparis 360 (comparis.ch/360/default) gemacht? Dies ist eine Kooperation aus Comparis + Optimatis (optimatis.ch/)

      Ich kenne solche Vereine aus Deutschland. Wenn man sich nur das "notwendigste" Aufschwätzen lässt - rentiert sich das hier.
      Unser Gedanke war, den "Anfangsstress" dadurch etwas mindern zu können bzw. mehr Zeit für andere anfängliche Dinge aufzuwenden

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      Ich las, wenn der Arbeitsvertrag vorliegt, muss die Aufenthaltserlaubnis in der Stadt des jeweiligen Arbeitgebers angefordert werden.
      Also angenommen der Arbeitgeber liegt in Unteriberg (nicht!), müsste ich mitm Arbeitsvertrag aufs Unteriberger Amt und mir dort die Arbeitserlaubnis einholen?

      Auszug Artikel 11, Ausländergesetz:

      " Art. 11 Bewilligungspflicht bei Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit1 Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausübenwollen, benötigen unabhängig von der Aufenthaltsdauer eine Bewilligung. Diese istbei der am vorgesehenen Arbeitsort zuständigen Behörde zu beantragen. "

      Die Aufenthaltserlaubnis einzuholen geht soweit ich weiß erst, wenn Mietvertrag + Krankenkassenbescheinigung + Arbeitserlaubnis? *wuargh*

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      Für den Moment fällt mir nichts mehr ein.. Sollte mir noch etwas dringendes einfallen? ?(

      PS: Hat jemand eine Wohnung zu den Kriterien im Schwyzer Raum anzubieten? :-))
      -> Einzug: 01.07 / 15.07




      Ganz liebe Grüße aus Deutschland und vielleicht, hoffentlich, bis bald
      Dan
    • Dan schrieb:

      Der Arbeitsantritt beginnt zum 01.08.2019 *hust*, ich meinte, entsprechend nach dem wichtigsten Tag dag der Schweiz, zum 02.08 :-).
      Hoi Dan,

      erstmal Glückwunsch zur Zusage! Ich denke du wirst deine Entscheidung nicht bereuen.


      Dan schrieb:

      - Meine Arbeitstätigkeit wird in der gesamten Schweiz stattfinden
      -> Logistische Lösung des Wohnortes: Zentralschweiz um den Radius auszunutzen. Vorauswahl der Kantone: Zug vs Schwyz
      Grundsätzlich keine schlechte Überlegung, aber bedenke Folgendes: die Verkehrsdrehscheiben (Bahn) in der Schweiz sind eher Zürich und Bern. Von Zug (Stadt) aus musst du mindestens 20 Minuten einplanen bis Zürich HB. Das ist der schnellste Zug, sonst sind es eher 30 Minuten. Im Kanton Schwyz kommt es darauf an wo du hinziehst. Vom Steuerparadies Freienbach SZ sind es auch mehr als 30 Minuten bis zum HB.


      Dan schrieb:

      Zug:
      - Jährliche Ersparnis der Steuer gegenüber Schwyz, ca. 1500,- CHF -> das kann man nicht pauschal sagen. Je nach Einkommen kann es auch im Kanton Schwyz günstiger sein (z.B. Freienbach oder Wollerau)

      - Eine Wohnung ab 60m² kostet grob überblickt 500,- CHF mehr, als in Schwyz. Damit entfällt der steuerliche Vorteil aufs Jahr gesehen, deutlich.
      - Kürzlich gab es eine Ankündigung, dass im Jahre 2020 die Steuern im Kantog Zug erhöht werden müssten. Kurz darauf gab es "Entwarnung", dass noch iwo Geld herkam und die Steuererhöhung damit flach fällt.
      Ein hohes Lob an diesen Kanton. Dies vermittelte sofort einen "Herzlichen" Eindruck. In Deutschland könnte man dafür auf offener Straße erschossen werden, wenn man die Kuh nicht melkt :D.

      Resultat: Kanton Schwyz

      Fragen:

      - Ist solch eine Mentalität überwiegend im ganzen Lande zu erwarten? Also, kann man davon ausgehen, dass auch Schwyz als Wohnkanton "Herzlich" ist? Ist Zug "besonders Herzlich" ?

      Was bedeutet für dich "herzlich"? Warst du selber schon mal vor Ort und hast dir ein Bild gemacht? Zug (Stadt) ist internationaler, da dort viele Firmen sitzen um Steuern zu sparen. Zudem hat man in Zug zumindest den Anschein einer Stadt. Der grösste Ort im Kanton Schwyz ist Freienbach mit 16'269 Einwohnern. Mir persönlich sind die Orte dort viel zu klein. Hinzu kommt, dass die Leute dort eher konservativ unterwegs sind (Stichwort SVP als stärkste Partei). Es kommt also darauf an ob du dich in kleinen Orten wohlfühlen würdest oder nicht.


      Dan schrieb:

      - Gibt es Eurer Meinung nach gute "wirtschaftliche" Argumente für weitere Kantone bei einem Wohnungsbudget von 2000,- CHF ?
      Viel Spass beim Finden einer guten Wohnung für CHF 2'000 in Zug. Das wird sehr sehr schwer. Die sehr günstigen Steuern werden durch die Miete wieder aufgefressen. Ich denke ihr müsst eher 2'500 aufwärts einplanen für eine vernünftige Wohnung zu zweit.

      Dan schrieb:

      - Das Wohnungsbudget resultiert aus folgendem Kontext: 2 Personen, 1 Hund. Wir gehen davon aus, dass wir Fixkosten von rund ...................
      -> Krankenkasse: Normale Leistungen, 800,- CHF -> kommt hin (eher weniger wenn ihr 2'500er Franchise nehmt)

      -> Autoversicherung: Deutschland, zwei Autos, ein Diesel, ein Benziner: 100€ mntl. Beim wilden recherchieren, kamen wir auf ähnliche Preise. Gehen wir also von 200,- CHF aus -> eher zu wenig. Ihr müsst die Autos innerhalb von einem Jahr mit Schweizer Kennzeichen versehen. Wenn ihr ein top gepflegtes Auto habt, kostet euch das trotzdem nochmal ca. CHF 500 pro Auto für MFK/Werkstattbesuch/Motorwäsche/Anpassung an CH-Vorschriften. Versicherung kann man über Comparis abschliessen (ab ca. CHF 500 pro Auto pro Jahr)

      -> Handy: Aldikarte, Geschäftstelefon: 50,- CHF -> könnte pro Person passen. Wenn ihr auch nach Deutschland telefonieren wollt, eher teurer.

      -> Internet: Nach Möglichkeit 1GBIT up & down <3 : 120,- CHF -> kommt hin

      -> Benzin: 150,- CHF -> kommt darauf an wie viel ihr fahrt

      -> Haftpflicht & Kleinscheiß: 200,- CHF
      -> Brot & Wasser! :) -> vernachlässigt diesen Punkt nicht! Zu zweit eher so CHF 700 pro Monat


      Entspricht letztendlich groben Fixkosten von 1500,- CHF. Rechnen wir also mit 2000,- CHF

      Kommt diese grobe Rechnung von Fixkosten in etwa hin?
      Wir hatten schon mal einen Thread bzgl Kosten in der Schweiz (hier oder hier)

      Dan schrieb:

      Ich las, wenn der Arbeitsvertrag vorliegt, muss die Aufenthaltserlaubnis in der Stadt des jeweiligen Arbeitgebers angefordert werden.Also angenommen der Arbeitgeber liegt in Unteriberg (nicht!), müsste ich mitm Arbeitsvertrag aufs Unteriberger Amt und mir dort die Arbeitserlaubnis einholen?

      Auszug Artikel 11, Ausländergesetz:

      " Art. 11 Bewilligungspflicht bei Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit1 Ausländerinnen und Ausländer, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausübenwollen, benötigen unabhängig von der Aufenthaltsdauer eine Bewilligung. Diese istbei der am vorgesehenen Arbeitsort zuständigen Behörde zu beantragen. "

      Die Aufenthaltserlaubnis einzuholen geht soweit ich weiß erst, wenn Mietvertrag + Krankenkassenbescheinigung + Arbeitserlaubnis? *wuargh*
      Die B-Bewilligung kann dein Arbeitgeber beantragen. Am besten mal mit HR sprechen.

      Dan schrieb:

      Für den Moment fällt mir nichts mehr ein.. Sollte mir noch etwas dringendes einfallen? ?(
      PS: Hat jemand eine Wohnung zu den Kriterien im Schwyzer Raum anzubieten? :-))
      -> Einzug: 01.07 / 15.07
      Ich glaube von den Leute hier im Forum wird keiner eine Wohnung im Kanton Schwyz vermieten.
      Falls ja: gerne auch PN an mich :D


      VG basileus
    • thema Benzin
      Erscheint mir sehr wenig mit 150 Franken..ist die Rechnung mit 2 Autos gedacht?

      Thema Telefonie
      Bei der Post gibt es zu 39 Franken ein sehr gutes Angebot mit unbegrenzter Telefine Europaweit..natürlich auch Deutschland.Bin sehr zufrieden und hab mir jetzt ein neues Handy dazugekauft für ein Super Angebot.

      Thema Einkauf
      Ich alleine habe schon 350 Franken pro Monat..und ich kaufe gelegentlich in Deutschland ein..zb Drogerieartikel.700-800 zu zweit ist eher angesagt.
      Viel Erfolg Euch
    • Bei der Mentalität gibt es, wie basileus bereits schrieb, einen deutlichen Unterschied zwischen diesen beiden Kantonen. Im Kanton Schwyz wird der Start wesentlich schwieriger. Zürich wäre vielleicht noch eine Alternative.

      Die B-Bewilligung kannst du auch einfach bei der Anmeldung bei der Gemeinde beantragen, geht auch ohne abgeschlossene Krankenkasse. Den Versicherungsnachweis kannst du auch ohne weiteres nachreichen.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Hallo honigbiene,
      hallo Maik,

      vielen Dank für die Rückmeldungen!

      honigbiene111 schrieb:

      thema Benzin
      Erscheint mir sehr wenig mit 150 Franken..ist die Rechnung mit 2 Autos gedacht?
      Es sind zwei Autos, für eins davon gibt es jedoch Rückerstattungen.

      Maik schrieb:

      Bei der Mentalität gibt es, wie basileus bereits schrieb, einen deutlichen Unterschied zwischen diesen beiden Kantonen. Im Kanton Schwyz wird der Start wesentlich schwieriger. Zürich wäre vielleicht noch eine Alternative.
      Dass die Mentalität Richtung Zug / Zürich eher internationaler ist - scheint bekannt.
      Was ich jedoch nicht ganz verstehe ist, was Du genau mit "Im Kanton Schwyz wird der Start wesentlich schwieriger" meinst?

      Im Sinne von: Anschluss finden? Sprachbarrieren? Wohnung finden?

      Auf Zwischenmenschlicher Ebene mache ich mir bislang keine Sorgen, das funktionierte mit etwas Anstand Weltweit :D

      Zum Thema Sprachbarriere, sind ein paar Sprachkurse vor Ort geplant, wenn es dann sowas im Angebot gibt.


      Liebe Grüße
      Dan
    • Im Sinne von Anschluss finden. In konservativeren Kantonen wie Schwyz ist es einfach einen Level schwieriger als in Zug oder Zürich. Das soll nicht heissen, dass es unmöglich ist und wenn man es schafft sich zu integrieren ist es sogar umso besser. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass du dich zunächst gegen Vorurteile durchsetzen musst, ist grösser und nicht zu unterschätzen.

      Mit Sprachbarrieren musst du in der ganzen Schweiz rechnen. Je intensiver du dich mit dem Schweizerdeutsch am Anfang auseinandersetzt umso besser.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Danke für die Aufklärung :)

      Ich bin mal gespannt, ob man als IT-Futzi in der Schweiz auch so stark beansprucht wird, wie in Deutschland - Nach dem Motto "Kannsu ma büdde meinen PC checken? der ist so lahm"
      Die zweite Trumpfkarte ist der Mops. Diesen möchte man Naturgegeben einfach mal anfassen, so einen lebenden, laufenden Dönerspieß :D.

      Vielen Herzlichen Dank nochmal an alle, für die tollen Auskünfte! *bless all of you*

      Bis baldi! :o)