B-Bewilligung, Zweitwohnsitz in DE bei Freundin anmelden.

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    • B-Bewilligung, Zweitwohnsitz in DE bei Freundin anmelden.

      Hallo zusammen,

      mich beschäftigt momentan ein Thema ziemlich und ich hoffe hier ein paar mehr Informationen zu erhalten um ein klareres Bild zu bekommen.

      Zu meiner Person:
      Ich bin aus Deutschland in die Schweiz vor gut 2,5 Jahren gezogen und habe dort eine unbefristeten Arbeitsvertrag und B-Bewilligung. Mein Wohnsitz ist im Kanton Aargau, dort habe ich einen Mietvertrag in einer WG seit Beginn meines Umzuges.

      Aktuelle Situation:
      Arbeitsort der Anstellung ist im Aargau (Baden), flexibles Arbeitszeitmodel auch Homeoffice Möglichkeiten. Ursprünglich komme ich aus dem Raum Freiburg im Breisgau und habe dort meine Freundin kennen gelernt. Derzeit führen wir eine Fernbeziehung aber ich bin häufiger derjenige der sie besucht.

      Planung:
      Sie würde gerne eine schöne Wohnung beziehen allerdings mit mir zusammen, was ich auch gerne machen würde zumindest über die Wochenenden/ ggf. Homeoffice Tage.

      Nun meine Frage:
      Wie verhält sich das Steuerlich? Was muss ich hier beachten?
      60 Tage Regelung
      Lebensmittelpunkt
      Steuererklärung in DE und CH
      Niederlassungsbewilligung

      Ich hoffe ihr versteht meine aktuelle Beschreibung und könnt mir hierbei einige Fragezeichen beantworten.

      LG
      Mark
    • Hallo Markrobert,

      vielleicht starte ich mal mit einer Gegenfrage:

      Was genau möchtest du erreichen? Zur Zeit wird deine Quellensteuer verm. vom Arbeitgeber in der Schweiz einbehalten. Dies wird sich m.E. auch nicht ändern, wenn du Deine Freundin weiter am Wochenende in eurer Wohnung besuchst und auch Mieter dieser Wohnung bist.

      Hat noch jemand ne Idee?
    • Mit Aufenthaltsbewilligung B wird sich das mit der Quellensteuer nicht ändern, das ist richtig.

      Melderechtlich ist die Wohnung mit der Freundin in Deutschland ein Erstwohnsitz. (Erst und Zweitwohnsitz werden immer nur im gleichen Land unterschieden). Und dieser Schritt wird für die Finanzverwaltung der Hinweis sein, dass der Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt, egal wie viele Tage Aufenthalt dort stattfinden. Damit ändert sich die steuerliche Ansässigkeit bzw. muss zwischen den Behörden der beteiligten Ländern geklärt werden.

      Fällt die steuerliche Ansässigkeit nach Deutschland, hat das aus meiner Sicht erhebliche Nachteile. In Deutschland wird dann das Globaleinkommen besteuert, der Verdienst in der Schweiz wird zwar "nur" unter Progressionsvorbehalt gestellt, aber aufgrund der vergleichsweise hohen Einkommen in der Schweiz ist man dann in Deutschland immer im Spitzensteuersatz unterwegs.

      Homeoffice-Verdienst wäre dann im Rahmen des DBA auch noch einmal zu prüfen. In der Grenzregion D-Lux wird ziemlich hart gegen diejenigen vorgegangen die in D leben (steuerlich ansässig sind), in Lux arbeiten, die Arbeit aber hin und wieder auch von D aus leisten. Da gibt es nur wenige Tage die "frei" sind, ab dann verlangt das Finanzamt in D EkSt. auf den in D erbrachten Teil der Arbeit. Schweizer Gehalt -> sehr hohe Steuer in D.

      Die Niederlassungsbewilligung (C) setzt meines Wissens nur 5 Jahre Wohnsitz im Kanton AG voraus, nicht den Lebensmittelpunkt. Das würde ich aber mit dem Migrationsamt klären.

      Die mögliche Änderung der steuerlichen Ansässigkeit muss auch den schweizerischen Banken angezeigt werden, da diese dann im Rahmen der automatisierten Austausche Daten nach Deutschland melden müssen. Ggfs. entstehen dadurch Domizil-Gebühren für die Konten.

      Für rechtssichere Auskünfte hierzu wären Fachleute zu befragen, Steuerberater/Treuhänder sowie das zuständige Finanzamt in Deutschland und das Migrationsamt AG.
    • Aus aktuellem Anlass würde ich gern in die Diskussion einwerfen, dass es wohl seit neustem recht streng gehandhabt wird mit den A1 Bescheinigungen.
      Soll heißen: jeder Arbeitseinsatz im Ausland muß mehrere Tage vorher per Bescheinigung genehmigt werden. Das gilt auch für Homeoffice.
      Bei uns in der Firma an der Grenze Schweiz/DE (sowie Niederlassung in CH) ist es so, dass die Inspektoren sogar bei einer Zwischenlandung eine A1 Bescheinigung brauchen, wenn sie ihren Arbeitslaptop anschmeißen...
      Die Bescheinigung soll nachweisen dass und wo SV Beiträge gezahlt werden. Ansonsten riskiert man, vom Zoll aus dem Land "eskortiert" zu werden.

      Grenzüberschreitende Arbeitseinsätze sind dadurch mit enormem Aufwand verbunden.

      Zudem kann es sein dass durch den Erstwohnsitz in D und Bezug einer "Familienwohnung" eine Besteuerung in D erfolgen kann (Verbindliche schriftliche Auskunft beim dann zuständigen Finanzamt einholen! Nur die bietet Rechtsicherheit)
      In dem Fall würde bei mehr als 2 Homeofficetagen in D auch eine SV Pflicht im Ansässigkeitsstaat Deutschland angenommen (mehr als 25%). Entscheidung trifft die dvka per Formular (man kann auch vorab Auskünfte einholen).

      Aber schon durch den Aufwand mit den A1 bescheinigungen wird grenzüberschreitendes Homeoffice mMn total unattraktiv. Wird man ohne "erwischt" muß man mit zigtausenden Euro Bußgeld rechnen...