Ab August in der Schweiz / Progressionsvorbehalt

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    • Ab August in der Schweiz / Progressionsvorbehalt

      Hallo zusammen,

      ich habe folgenden Sachverhalt:

      1) Ich bin zur Zeit in München verheiratet, berufstätig, lebe mit meiner Partnerin in einer gemeinsamen Wohnung und kündige meinen Job zum 01.07.

      2) Ab dem 01.08. nehme ich in Zürich eine Beschäftigung auf, melde mich dann in Deutschland ab und miete dort eine 1.5 Zimmer Wohnung an.

      3) Bei der deutschen Steuererklärung für 2019 werden dann die Schweizer Einkünfte unter den Progressionsvorbehalt gestellt, was meinen Steuersatz für die deutschen Einkünfte explodieren lässt.

      4) Ich habe hier gelesen, dass sich manche Leute sich deswegen später in Deutschland abmelden um eine doppelte Haushaltsführung für die deutsche Steuer geltend zu machen. Nehmen wir an, ich melde mich erst zum 01.11. in Deutschland ab (ganz abgesehen davon, dass viele Gemeinden in der Schweiz wohl bei Anmeldung eine Abmeldebescheinigung aus Deutschland verlangen).

      Meine Fragen dazu:

      - Funktioniert alles bis 3) so einfach oder habt ihr Erfahrungen, dass der deutsche Staat direkt für mein Schweizer Einkommen die Hand aufhalten kann?

      - Punkt 4) habe ich in diesem Forum stellenweise gelesen, nur ergibt es wenig Sinn für mich: Warum sollte der deutsche Staat die doppelte Haushaltsführung für ein Einkommen bezuschussen, welches ich in der Schweiz erziele? Für die doppelte Haushaltsführung müsste ich doch noch meinen Lebensmittelpunkt in Deutschland haben. Dann müsste das Einkommen der Schweiz für die überhängenden Monate nicht unter den Progressionsvorbehalt fallen, sondern in Deutschland direkt versteuert werden, um dann die Werbungskosten für die doppelte Haushaltsführung geltend zu machen. ?(

      Viele Grüße,
      CeWeEs
    • Hi,

      vielen Dank für die Antwort. die Ehe bleibt bestehen. Ursprünglich wollte ich zum Arbeitsbeginn in Zürich am 01.08. auch aus unserem gemeinsamen Mietvertrag raus und mich aus Deutschland abmelden. Nach weiterer Recherche reicht das wohl nicht, denn

      "Auch ein Ehegatte, der nicht dauernd von seiner Familie getrennt lebt, hat seinen Wohnsitz regelmässig dort, wo sich seine Familie befindet. Wenn sich der Auswandernde nicht von seiner Familie losgesagt hat ... hat er einen Wohnsitz in Deutschland und ist auch weiterhin unbeschränkt steuerpflichtig." Dies gilt auch wohl für den Übergangszeitraum, indem die Familie zunächst in Deutschland bleibt. Quelle: "Ich arbeite in der Schweiz und zahle Steuern" vom Grenzgänger Info e.V.

      Denkbar schlecht, denn faktisch halte ich mich überwiegend in der Schweiz auf und hatte angenommen, dass ich den Status "Wochenaufenthalter" habe, sodass meine gesamten Einkünfte in der Schweiz besteuert werden. Dass heisst widerum, dass verheiratete Wochenendaufhalter das Einkommen in Deutschland versteuern müssen. Für mich ein Widerspruch - wo denke ich hier falsch?

      Viele Grüße!

      Edit: Es heisst Wochengrenzgänger für EU-Rückkehrer und nicht Wochenaufenthalter.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CeWeEs ()

    • Irgendwer eine Idee? Im DBA zeichnet sich, unabhängig von Familie, erstmal ab, dass geprüft wird wo Wohnsitze (Meldungen) liegen. Wenn dann in beiden Ländern welche liegen wird der Lebensmittelpunkt geprüft. Heisst, wenn in Deutschland keine Meldung mehr besteht, knüpft nur der Progressionsvorbehalt an.
    • Ich würde einfach bei der Person im FA München anrufen, die letztes Jahr eure Steuererklärung geprüft hat und nach dem Sachverhalt im DBA fragen.
      Denn bei Verheirateten wird in der Regel immer der Lebensmittelpunkt dort sein, wo auch die Familie lebt. Zumindestens nach meinen Recherchen.

      Bei mir ist es recht ähnlich, mit dem Unterschied dass ich nicht verheiratet bin. Wobei dann auch die Auslegung über eine gemeinsame Wohnung ein
      ausschlaggebender Punkt sein kann, für den gemeinsamen Lebensmittelpunkt in D. Zur Zeit rette ich mich einfach mit der Tatsache, dass ich aus
      beruflichen Gründen nicht täglich zurück nach Hause in D kann, da eine Strecke 622km beträgt. Somit nicht zumutbar und daher auch der Grund bei mir
      nur den G-Ausweis zu beantragen und nicht B, mit allem was daran dranhängen kann. Da ich auch noch über der 120k Verdienstschwelle liege, werde ich
      als Grenzgänger genauso wie ein Aufenthalter, was Steuern & Steuererklärung betrifft, behandelt.
    • Hi,

      vielen Dank für die Antwort. Es wird wohl darauf hinauslaufen, eine verbindliche Auskunft zu erfragen. Über das Telefon war nicht viel zu machen. Jedoch sieht das DBA vor, zuerst zu schauen wo eine "ständige Wohnstätte" vorliegt. Liegt in beiden Vertragstaaten eine Wohnstätte vor wird nur dann auf persönliche und wirtschaftliche Interessen geprüft. Persönliche Interessen sind m.E. mit dem Lebensmittelpunkt gleich zu setzen.

      Ergo wenn keine Wohnung in Deutschland besteht, wird auch der Lebensmittelpunkt nicht geprüft.

      Das sind sehr viele Infos auf einmal aber, eines interessiert mich besonders, was bewegt dich den G-Ausweis zu beantragen "weil man da viel dranhängen kann?" Meinst du damit konkret die steuerliche Abzugsfähigkeit der Heimfahrten hier?

      Viele Grüße
    • Mit meiner Abmeldung in Deutschland müsste ich einiges an vertraglichen Dingen ändern. Und für die Schweizer Seite macht es für mich keinen Unterschied, ob ich G oder B habe, ausser dass ich einmal die Woche aus der Schweiz ausreisen muss. Was ich zur Zeit so oder so tu um meine Familie zu sehen, bis wir alle in die Schweiz gehen.
    • Neu

      Hallo,
      ich weiss nicht, ob das noch aktuell ist.

      Ich arbeite seit 1.5., 5 Tage die Woche in der Schweiz und habe meinen Lebensmittelpunkt in Deutschland (auch in München).
      Steuern zahle ich in der Schweiz. Es gibt bei den Kantonalen Steuerämter die entsprechenden Formulare, die man ausfüllen und abgeben muss, um nach Schweizer-Recht besteuert zu werden.
      Wichtig ist, dass du das Steueramt deines Wohnortes (nicht deines Arbeitsortes) nimmst (es sei den du wohnst und arbeitest im Kanton Zürich, die Abzüge sind in den Kantonen verschieden).
      Soweit ich das verstanden habe, werden "nur" die deutschen Einkünfte nach dem Progressionsvorbehalt dann mit dem höheren Steuersatz in Deutschland versteuert, die Schweizer-Einkünfte werden in der Schweiz versteuert.

      Bei der Anmeldung am Wohnort auch noch berücksichtigen, das man keiner Schweizer Kirche angehört und somit keine Kirchensteuer in der Schweiz zahlt.

      Ansonsten auch noch bedenken, dass man als Internationaler Wochenendaufenthalter auch seine Krankenversicherung in Deutschland behalten kann ("einmaliges Wahlrecht" !!!!; muss man aber entsprechend klären, da es immer drauf ankommt, was man will; z.B. will man nach seinem Aufenthalt in der Schweiz wieder zurück nach Deutschland in die private Krankenkasse, kann es teuer werden oder man wird nicht mehr genommen usw.
    • Neu

      Hallo Lumpu, hallo Druuschii,

      klar ist das noch aktuell und vielen Dank für die Auskunft und die Tips. :)

      Viele Krankenkassen hier haben hier eine stand-by-rate um die 50-60 Euro pro Monat, bei der du nach der Rückkehr direkt wieder aufgenommen wirst. Ich überlege dies zur Zeit, da wir unseren Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlegen würden.

      @Lumpu: Was hast du für eine Arbeitsbewilligung/Ausweis?
    • Neu

      Zur Ergänzung hier noch mal ein Link der es gut erklärt:

      steuerberaterin-huber.de/2018/…uer-arbeitnehmer-schweiz/

      Wichtig ist, dass im Umzugsjahr in Deutschland auch eine Steuererklärung abzugeben ist, wenn ein Partner in Deutschland wohnt muss auf die Veranlagung geachtet werden.

      In allen Fällen empfiehlt es sich aber auf beiden(!) Seiten fachkundige Auskunft einzuholen.
    • Neu

      Hallo @CeWeEs,

      Ich habe eine G-Bewilligung und bin auch offiziell in der Schweiz gemeldet.

      Was noch wichtig ist: "man darf nur für 300,- CHF Gegenstände/pro Person im Auto einführen. Auch Möble usw.. Ich hatte eine Liste erstelle und dann bin direkt zur Zoll-Einfuhr gegangen. Diese wurde mir dann abgestempelt und ich durfte meine Möbel einführen.
      Wichtig, die Zollbestimmungen lesen und man kann auch beim Zoll anrufen. Die Leute sind sehr nett und hilfsbereit.