Abmelden in Deutschland und die damit verbundenen Konsequenzen

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    • Abmelden in Deutschland und die damit verbundenen Konsequenzen

      Hallo liebe Gemeinde,


      ab dem 01. Mai werde ich in die Schweiz umziehen, Kanton St. Gallen. Ich habe einen unbefristeten Arbeits- und einen Mietvertrag, und damit war ich letzte Woche auf der Gemeinde, wo mir gesagt wurde, dass ich mich noch in Deutschland abmelden muss.

      Ich habe das so platt mitgenommen, und im Nachhinein angefangen mir Sorgen zu machen, was das alles heißen wird. Und soweit habe ich diese Woche hier in Deutschland erfahren, dass ich mit der Bank keinen Stress haben werde, bzw. mein Konto beibehalten darf, was ganz gut ist, da ich hier ein Haus besitze das noch zwei Jahren finanziert werden muss.


      Das Problem scheint die Deutsche Zulassungsstelle zu sein, da mir mitgeteilt worden ist, dass in Deutschland kein PKW auf meinen Namen angemeldet sein darf, wenn ich mich in Deutschland abmelde.

      Das Motorrad und eins der beiden Autos kann ich unter Umständen und mit Mehrkosten auf meine Tochter zulassen, das Hauptproblem bleibt jedoch das privat geleaste Auto bei der VW Bank.

      Zudem hat folgendes für Verwirrung gesorgt: Ich habe zwei Bekannte, Deutsche CH Expads heute angerufen um mir ihre Meinungen und Erfahrungen zu holen, und als Antwort die Aussagen bekomme, dass keiner von den zwei in CH aufgefordert worden ist sich in Deutschland abzumelden(?!)


      Natürlich habe ich gleich nochmal die Gemeinde in CH angerufen, die nette Dame hat es auch nochmal überprüft, und die Anforderung mit dem Abmelden bleibt leider unverändert.

      Ich habe auch online recherchiert, und auf der Seite


      www.auswandern-handbuch.de/abmeldung-aus-deutschland/


      unter „Konsequenzen der Abmeldung“ und heute die Deutschen Beamten beim Landrats- sowie Bürgeramt auf den Passus aufmerksam gemacht wo steht:


      Personen, die ohne festen Wohnsitz in Stuttgart ein Fahrzeug zulassen wollen, benötigen einen Zustellbevollmächtigten mit Wohnsitz in Stuttgart.[1] Für Auswanderer bedeutet dies, falls man keinen Zustellungsberechtigten findet, muss man das Auto abmelden (und verkaufen/ verschenken…) oder mit ins Ausland nehmen und dort neu anmelden.“


      Und da ich ganz klar weiter ein Konto hier haben werde, sowie das Familienhaus in welchem ein Teil meiner Familie weiterleben wird, und damit eigentlich auch ganz klar einen Zustellbevollmächtigten habe, war ich verzweifelt nachdem mir platt gesagt worden ist, dass eine Abmeldung eben eine Abmeldung ist, und dass ich kein Recht auf eine Anschrift bzw. einen Bevollmächtigten in Deutschland haben werde…(!?)


      Liebe Leute, ich stehe gerade wirklich auf dem Schlauch, muss das ganze zeitnah geklärt bekommen, und für jede Hilfe und eure Erfahrungen was ich jetzt noch machen könnte/sollte bin ich euch im Voraus sehr dankbar.


      P.S.

      Natürlich werde ich nach spätestens 12 Monaten mein Hab und Gut in CH angemeldet haben wollen, mir geht es darum, dass ich paar Wochen Puffer bekomme da mir zurzeit sehr viel um die Ohren fliegt, und vor allem versuchen will das geleaste Auto noch paar Wochen zu behalten.
    • Hallo Mojo

      Das eine Abmeldung verlangt wird ist leider von Kanton zu Kanton (vielleicht sogar von Gemeinde zu Gemeinde) unterschiedlich. Vom Kanton St. Gallen habe ich es schon öfter gehört, dort scheint man ohne Abmeldung wirklich nicht weit zu kommen.

      Für deine Fahrzeuge sehe ich aber kein Problem, welches daraus resultiert. Leider sind die Mitarbeiter auf den deutschen Zulassungsstellen manchmal schlecht informiert. Bei deinem Umzug gibst du deine Fahrzeuge als Umzugsgut (zuerst beim deutschen Zoll zur Ausfuhr und danach beim Schweizer Zoll zur Einfuhr) an und hast ab da bis zu 12 Monate Zeit dieser in der Schweiz anzumelden. Ob du in Deutschland abgemeldet bist oder nicht spielt dabei keine Rolle. Ein paar Dinge solltest du aber dabei beachten.
      • Zur Einfuhr als Umzugsgut kannst du nur Fahrzeuge anmelden, welche mindestens seit 6 Monaten von dir in Gebrauch sind und bei geleasten Fahrzeugen muss die Bank der Ausfuhr zustimmen. Wenn die Bank nicht zustimmt oder/und das Fahrzeug weniger als 6 Monate in Gebrauch ist, kannst du das Fahrzeug auch mit Form. 15.30 vom Zoll bewilligen lassen. Dann kannst du das Fahrzeug während zwei Jahre unverzollt in der Schweiz bewegen und bis zum Ende der Frist überlegen, ob du das Fahrzeug einführen und verzollen willst oder zurück nach Deutschland bringst.
      • Du solltest dir von deiner bisherigen Versicherung bestätigen lassen, das dein Fahrzeug bis zur Ummeldung auch in der Schweiz versichert ist. Je nach Versicherer wird dies sehr unterschiedlich gehandhabt. Manche geben dir eine bestimmte Frist, manche geben die volle Zeit bis zur Ummeldung und einige lassen sich gar nicht darauf ein.
      • Ummeldung des Führerscheins nicht vergessen!
      Ich hoffe ich konnte dich etwas von deinen Sorgen befreien.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Ich mach mal den Unsympath und frage wie man denn ohne jegliche Vorbereitung und Information über die Konsequenzen auf die Idee kommt, in ein anderes Land umzuziehen, obendrein eins, das nicht der EU angehört. ;)

      Und im Gegensatz zu Maik mache ich Dir möglicherweise leider weitere Sorgen: Da Du selbst schreibst dass Du weiterhin ein Haus abbezahlst in dem offensichtlich Deine Familie wohnt werden sich mindestens zwei wichtige Fragen ergeben:

      - Wem gehört das Haus? Wenn es Deins ist und es nicht vermietet ist, wird es theoretisch in der Schweiz als Vermögen besteuert sowie der Eigenmietwert anzusetzen sein. Bei nahezu abgeschlossener Finanzierung und damit keiner Gegenposition in Form von Hypothekenzinsen kann das durchaus zu Buche schlagen.
      - Allerdings kann man aus dem Abbezahlen durch Dich sowie der "Familie" darin auch zu dem Schluss kommen, dass sich Deine steuerliche Ansässigkeit gar nicht ändern wird, auch nicht mit der Abmeldung in Deutschland. Damit würdest Du weiter in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bleiben.

      Nebenbei: Abmeldeforderungen durch die Gemeinde müssen eigentlich auf einem Gesetz oder einer ähnlichen Regelung begründet sein. Aus diesen ergibt sich dann auch, ob Du Dich nicht einfach wieder in Deutschland anmelden kannst (Wohnsitze in mehreren Ländern sind problemlos möglich, zumal wenn Deine steuerliche Ansässigkeit in D verbleibt). Es kann sich allerdings aus den Regelungen auch ein "Verbot" der Anmeldung ergeben.

      Dazu ein praktisches Beispiel: Wir (Frau, Kind und ich) haben im Aargau zum Umzug ein Haus gekauft, also zum Zeitpunkt als wir noch in Deutschland gewohnt haben. Ein Grundstückserweb von im Ausland ansässigen Personen ist im Kanton Aargau aber nur unter Auflagen möglich. Diese war bei uns, dass wir ein Gesuch über die Bewilligungsfreiheit des Kaufs beim Grundbuchamt einreichen mussten. Daraufhin erging eine Verfügung, die den Kauf zu bestimmten Bedingungen bewilligungsfrei gestellt hat. Die Bedingungen hatten zum Ziel, die Hauptwohnsitznahme durch uns am Standort der Immobilie zu belegen. Wir hatten also die Auflage den Umzug mit einer Umzugsrechnung sowie den Zollpapieren nachzuweisen. Zusätzlich verlangt war da auch die Abmeldebestätigung der Stadt in Deutschland und der Nachweis der Firmengründung per Handelsregisterauszug. Bis nächstes Jahr müssen wir dann noch nachweisen dass die bisher als Wohnsitz dienende Wohnung dauerhaft vermietet oder verkauft worden ist. Eine Wohnsitznahme an einem anderen Ort ist uns durch die Verfügung bis zum Abschluss des Verfahrens quasi untersagt.

      Neben der Gemeinde kann allerdings auch der Zoll bei der Anmeldung des Umzugsgutes eine Abmeldebestätigung verlangen, das liegt tatsächlich im Ermessen der Zöllner.