Steuerberechnung

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    • Steuerberechnung

      Hallo zusammen:-)

      Ich habe in 3 Wochen einen Termin beim Steuerberater, aber es beschäftigt mich jetzt schon.

      Seit Februar 2018 bin ich als Grenzgänger im Kanton Zürich angestellt.

      Nach kurzer Zeit habe ich mehr verdient als vom dt.Finanzamt angerechnet... da ich monatlich schwankende Umsätze erhalte meinte mein zuständiger Berater beim Finanzamt ich solle es dann bei der Steuererklärung angeben und nicht monatlich.

      So jetzt hab ich in Vorahnung einiges beiseite gelegt

      Weiß jemand wie die Nachberechnung funktioniert, circa 25000sfr hab ich mehr verdient.

      Wäre froh über ein Berechnungstipp

      Lieben Gruß
    • Hoi Moritz,

      ein genaue Berechnung wird schwierig, da wir deine Zahlen nicht kennen.

      Ein paar Fragen wären vorher zu klären:
      1. bist du wirklich regulärer Grenzgänger, d.h. du wohnst in Deutschland? Der Kanton Zürich ist gross...
      2. falls du in der Schweiz wohnst, kannst du vermutlich die 60-Tage Regel nach Doppelbesteuerungsabkommen CH-DE anwenden.
      3. hast du weitere Einnahmen in Deutschland?

      Als Grenzgänger wird dir vom Schweizer Arbeitgeber 4.5% als ermässigte Quellensteuer abgezogen. Die kannst du bei der deutschen Steuererklärung anrechnen lassen.
      Ansonsten ist es so, dass dein Schweizer Einkommen deinen Grenzsteuersatz in Deutschland erhöht. Das Gehalt wird in Euro umgerechnet (Jahresmitteldevisenkurs, gibt's u.a. bei der ESTV) und dann zu deinem deutschen Einkommen addiert. Auf dieses Gesamteinkommen hast du dann einen Steuersatz.

      Da wir nicht wissen, ob du a) in Deutschland noch weitere Einnahmen hattest und b) wie hoch deine Schweizer Einkommen war (also ob CHF 50k oder CHF 150k), können wir keine konkrete Aussage treffen.

      Aber wenn du eh einen Termin beim Steuerberater hast, würde ich mir an deiner Stelle keine weiteren Gedanken machen.

      PS: als groben(!) Richtwert kannst du dein Schweizer Jahresgehalt (in Euro) mal in einen deutschen Brutto-Netto Rechner eingeben. Bei manchen Rechnern kann man noch auswählen, dass Krankenversicherung bzw Rentenversicherung privat gemacht wird. Dann hast du eine Obergrenze (so viel wirst du nicht bezahlen, da du ja Sozialabgaben in der Schweiz hast).


      VG basileus
    • Nunja, wie soll denn eine Berechnung funktionieren, wenn du ja anscheinend selber nicht einmal sicher sagen kannst, wie viel du in den kommenden Monaten verdienen wirst?
      Und wenn du "richtiger" Grenzgänger bist, dann hat der Sachbearbeiter vom Finanzamt recht: In der Steuererklärung gibst du deine definitiven Einkünfte an und dann kommt auch die richtige Steuerhöhe raus ;)

      Ansonsten als auch als Tipp für eine näherungsweise Rechnung: In einem Steuerprogramm von/für letztes Jahr die vermuteten Einkünfte für dieses Jahr eintragen. Die Steuerlogik bleibt ja gleich, Einzug die Abzüge für Altersvorsorge erhöhen sich pro Jahr um 2% (demnächst nur noch 1%) und Steuergrundfreibetrag wird ja ab und an angepasst. Natürlich ändert sich auch der Jahreswechselkurs. Aber bei dieser Methode hat man vielleicht eine Unsicherheit von "nur" ca. 2-5%. U
      nd wegen des schon genannten Effekts mit den Abzügen für die Altersvorsorge und dem Wechselkurs (war im vergangenen Jahr eher höher als dieses Jahr bisher), fällt die Berechnung eher pessimistischer, als höher aus, womit du dann eher auf der sichereren Seite bist.
      Alternativ kann man auch selber nach dem bisherigen, diesjährigen Durchschnittskurs verwenden und alles direkt in Euro umrechnen und eintragen, damit nicht der im Formular hinterlegte Wechselkurs vom alten Jahr verwendet wird.
    • Danke erstmal für die schnellen Antworten :)

      1) Ja ich bin regulärer Grenzgänger, fahre jeden Tag von D nahe der Grenze Richtung Zürich

      2) erwäge noch in diesem Jahr den Wohnortwechsel

      3) keinerlei Einkünfte in D

      Aufgrund des ersten Lohntarifs in der Probezeit hat das Amt mit einem durchschnittlichen Gehalt von 50000sfr gerechnet, real verdient hab ich aber 75000 im letzten Jahr und dieses Jahr wird es nochmals mehr aufgrund anderer Prozentbeteiligung.
    • Du kannst dem Finanzamt formlos Änderungen an den Einkünften mitteilen und erhälst dann auch angepasste Vorauszahlungsbescheide. Aber eben, das sollte man nicht monatlich machen ;)
      Falls man das nicht will, so wäre der beste Weg eben der von mir beschriebene.
      Ansonsten: Ab einem gewissen Einkommen ist man eh am Grenzsteuersatz von 42% angelangt und kann somit fast schon pauschal rechnen, dass für jeden netto mehr verdienten Franken ca. 40% (pi mal Daumen...) für die Steuer zurückgelegt werden müssen.
    • Hoi Moritz,

      machen wir mal eine grobe Kalkulation:
      Jahresmittelkurs 2018 CHF/EUR: 1.1548663 (laut ESTV, siehe hier)

      Jahresgehalt 2018: CHF 75'000.- = 64942.58€

      Ermässigte Quellensteuer 4.5%: CHF 3'375.- = 2922.41€



      Die 64942.58€ tippst du in einen Brutto-Netto-Rechner (z.B. den hier), wählst deine Daten (Alter, Kirche, Bundesland, Kinder) und gibst bei KV: privat (0€ Beitrag), RV: nicht gesetzlich versichert, ALV: nicht gesetzlich versicht ein.
      Ich habe mal hypothetisch folgendes eingegeben: Steuerklasse 1, ledig, 30 Jahre, keine Kinder, kirchlich.

      Dann kommen folgende Steuern heraus:
      Solidaritätszuschlag: 949,32€
      Kirchensteuer: 1.380,84€
      Lohnsteuer: 17.260,92€


      Gesamt also Steuern in Höhe von 19.591,08€. Davon kannst du noch die Schweizer Steuern in Höhe von 2'922.41€ abziehen.
      Ergibt also gesamte Steuern in Höhe von 16'668.67€ (vergiss die Cent...)

      Bei dir kommen aber noch Werbungskosten für Fahrten etc hinzu. Das wird dir aber dein Steuerberater besser erklären können als ich.

      PS: ich weiss dass meine Rechnung sehr vereinfacht und eher etwas für Milchmädchen ist. Grob wird es aber hinkommen.


      VG basileus
    • Vielen Dank Basileus&lieberjott,

      Super Infos, gerade in der ersten Zeit ist das ganze wirklich ein wenig verwirrend.

      Aber mit der Aufschlüsselung ist es plausibel.

      Dennoch wird wahrscheinlich der Schritt des kompletten Auswanderns sinnvoll sein, keine 2h Arbeitsweg mehr, bessere Integration und vieles mehr.