Ehepartner - Schweiz und Deutschland

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    • Ehepartner - Schweiz und Deutschland

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier, vielen Dank vorab für eure Unterstützung. Meine Frau fängt am 01.06. an in der Schweiz zu arbeiten und wird dort unter der Woche wohen mit B-Bewilligung. Ich werde weiterhin in Deutschland arbeiten und wohnen. Unser Steuerberater hat uns heute gesagt, dass es besser ist, meine Frau in Deutschland gemeldet zu lassen. So können wir von einer doppelten Haushaltsführung profitieren und weiterhin in Deutschland zusammenveranlagt werden. Die in der Schweiz gezahlte Quellensteuer wird auf die in Deutschland zu zahlende Steuer angerechnet.

      Da der Steuersatz in der Schweiz doch etwas niedriger ist als hier, Frage ich mich, ob sich das tatsächlich lohnt. Mein Steuerberater ist kein Experte auf dem Gebiet Schweiz/Deutschland.

      Hat jemand Erfahrungen bei diesem Thema gesammelt?

      Viele Grüße
      Benni
    • Ich habe keine Erfahrung und mein auch kein Steuerberater, aber von dem, was ich über die Jahre hier gelesen habe, macht dass schon Sinn. Ihr könnt es drehen und wenden wie ihr wollt, aber Deine Frau wird nicht darum herumkommen in Deutschland versteuert zu werden! Deswegen solltet ihr das so gut optimieren, wie es geht und dafür ist dann auch wieder der Deutsche Steuerberater am besten geeignet.

      Gruss
    • Hoi Benni

      ich habe auch keinen Steuerberater und keine Erfahrung, aber je nach Kanton bzw. Gemeinde kann es sein, das deine Frau eine Abmeldung aus Deutschland benötigt um die Bewilligung zu bekommen - also bei uns im Aargau was das so.

      Ist es geplant, das du irgenwann nach ziehst oder wollt ihr das auf Dauer so handhaben? Wie weit seid ihr dann voneinander entfernt?

      Ich bin ehrlich, ich würde mich als getrennt lebend in Deutschland angeben, wenn es nur für einen geringen Zeitraum geplant ist. Du wirst dann in Deutschland versteuert und deine Frau in der Schweiz. Sie gilt dann dort für sich als Alleinverdiener und zahlt so nur eine geringe Quellensteuer.

      Allein die Kosten der regelmässigen Besuche gegeneinander werden horrend sein, wenn ihr euch jedes Wochenende sehen wollt und auf Dauer ist eine Fernbeziehung echt stressig, da würde ich alles einsparen, was möglich ist und dem deutschen Fiskus nicht alles in den Rachen schmeissen.

      Ist natürlich auch abhängig von eurer Ausgangssituation.... und so jetzt könnt ihr über mich herfallen... :) :) (ich weiss ja nicht, ob man es so umsetzten könnte, aber vielleicht besteht ja diese Möglichkeit)

      Gruss Kerstin
    • Der Steuerberater hat das schon richtig erkannt, zu prüfen wäre ggfs. noch die Art der Bewilligung. Aber an der steuerlichen Ansässigkeit wird das nichts ändern und die Zusammenveranlagung wird in Deutschland vorgenommen. Da gilt es dann Kosten zu "sammeln", denn durch die Lohnhöhe in der Schweiz wird das bei der Steuer bitter.

      Dauerhaft ist das - vor allem auch je nach Entfernung - sicherlich nicht optimal. Den Tipp von Kerstin sehe ich aber skeptisch, für die deutsche Seite ist man da ganz schnell im Bereich der Steuerhinterziehung. Auch sind dann Angaben z.B. gegenüber der Bank in der Schweiz u.U. falsch getätigt (Stichwort hier: steuerliche Ansässigkeit).

      Für die Frage der Abmeldung aus Deutschland hilft einerseits die Bewilligungsart, denn Deine Frau wäre ja offensichtlich eher eine Wochenaufenthalterin und zum Zweiten ein Telefonat mit dem zuständigen Migrationsamt im Vorfeld. Wir waren ebenfalls im Kanton Aargau in der Lage, uns im Vorfeld auch ohne Abmeldung in unserer neuen Gemeinde anzumelden. (Die Abmeldung war dann für das Grundbuchamt notwendig, aber das hatte ausschliesslich mit dem Hauserwerb zu tun.)
    • Hallo zusammen,

      die B-Bewilligung wurde von der Firma in der Schweiz beantragt. Hierfür wurde keine Abmeldebestätigung benötigt, sie wurde aber auch noch nicht bearbeitet vom zuständigen Amt, da die Bearbeitungsdauer aktuell sehr hoch ist. Es handelt sich um den Kanton Wallis.

      Ich bin auf Arbeitssuche in der Schweiz und könnte mir auch vorstellen gegen Ende des Jahres bzw Anfang nächsten Jahres dort eine Arbeitsstelle zu haben.

      An den Antworten sehe ich, dass es vermutlich keinen eindeutigen besten Weg gibt, was zu tun ist. Über jede weitere Antwort, ggf. auch mit den neuen Infos, bin ich sehr dankbar.

      Grüße
      Benjamin
    • Die doppelte Haushaltsführung bringt schon eine Entlastung, zb kann die Miete bis zu 1000 Euro monatlich abgesetzt werden. Hier ein Rechner dazu: biallo.sueddeutsche.de/tz/sued…oppelhaushaltrechneri.php
      Und dieser Beitrag beantwortet ziemlich gut den Sachverhalt: frag-einen-anwalt.de/Wohnsitzn…Deutschland--f299357.html

      Demnach wäre eine Zusammenveranlagung möglich, aber auch eine komplette Besteuerung in der Schweiz für den ausgewanderten Ehepartner (nicht für beide).
      Hier wäre wohl DBA §15 lesenswert. Arbeitgeber in der Schweiz, Arbeitsort auch in der Schweiz: nur in CH erfolgt eine Besteuerung. Da steht zwar nix zum Thema Ehepartner aber ich würde sagen, der würde dann in D einzeln veranlagt - wie ein Single.

      In jedem Fall würde ich VOR jeglichen Schritten beim Finanzamt eine rechtsverbindliche Auskunft einholen, wie dieser Fall dann behandelt würde. Dann hat man rechtliche Sicherheit, in jedem Fall mehr als eine Auskunft beim Steuerberater. Einfache Auskünfte beim FA sollen auch Kostenfrei sein (unter 2 h Bearbeitungsdauer). Gebunden ist das FA daran aber nur, wenn dann der geschilderte Fall tatsächlich genau so umgesetzt wird.