Auswandern Sinnvoll oder doch zu Riskant ?

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    • Auswandern Sinnvoll oder doch zu Riskant ?

      Hallo zusammen ich bin seit kurzem auf diese Seite gestoßen und habe mit den Gedanken gespielt in die Schweiz auszuwandern und es würde mich freuen wenn jemand wir ein paar Ratschläge geben könnte.

      Kurz zu meiner Person
      -Bin 20
      -Auszubildender als Fachkraft für Lagerlogistik
      - Komme aus den Norden Deutschlands

      Ich bin nämlich ein wenig überfragt ob ich diesen Schritt wirklich machen sollte und ob es sich überhaupt wirtschaftlich etc lohnt da ich echt vom Schweizer System überzeugt bin und ich dort eine bessere Zukunft sehe als hier in Deutschland!

      Meine Fragen:
      Lohnt es sich wirklich auszuwandern?
      Ist mein Job gefragt in der Schweiz?
      Lohnt es sich erst nach Bayern zu ziehen und dann in der Schweiz Arbeit zu suchen? ( Ja ich weiß Schweizer mögen so welche nicht :CH: )
      Sollte man Kapital mitbringen ?
      Wird man als Deutscher fair behandelt? (Habe oft gehört das die Schweizer nicht mögen und sogar hassen was ich durchaus verstehen kann!)

      Schlusswort: Danke für jede Antwort in voraus und falls es fragen geben sollte einfach melden :thumbsup:
    • Hallo Schneeball,

      da du noch Auszubildender bist, würde ich Dir grundsätzlich empfehlen noch mindestens ein Jahr Berufserfahrung zu sammeln.

      Meine Fragen:
      Lohnt es sich wirklich auszuwandern?

      Das kann man pauschal leider nicht beantworten. Ist abhängig von den Angeboten =)

      Ist mein Job gefragt in der Schweiz?

      de.indeed.com/Schweiz,-Fachkraft-Lagerlogistik-Jobs

      m.lohnanalyse.de/ch/loehne/details/lageristin.html


      Kapital wirst Du sicherlich brauchen. Allein für die Mietkauton könnten durchaus 6-8000 Franken draufgehen.

      Ob man als Deutscher fair behandelt wird, lässt sich meiner Meinung nach auch nicht pauschalisieren. Ich hörte, dass es in den Internationalen Kantonen wie Zürich / Zug "einfacher sei"


      LG
      Dan
    • Für den Beruf "Magaziner/innen, Lageristen/Lageristinnen" gilt die Stellenmeldepflicht aka Inländervorrang, da die Arbeitslosenquote für diesen Beruf in der Schweiz bei 9,9% liegt und man die inländischen Arbeitssuchenden vor weiterer Konkurrenz schützen möchte.

      Daraus ergibt sich: Dein Beruf ist eher nicht gefragt - es gibt bereits an Überangebot an Arbeitskräften. Ebenso wirst du bzw. dein Arbeitgeber vermutlich nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen eine Arbeitsbewilligung erhalten.
      Eine erste Stichprobe hat zudem gezeigt dass die Löhne in diesem Beruf in der Schweiz eher unterdurchschnittlich sind (im Vergleich zu anderen Berufen), womit du vermutlich wirtschaftlich kaum besser dastehen würdest.
      Sorry für die "harte" Antwort, aber das ist die Realität.

      Wenn du aktuell günstige Lebenshaltungskosten da hast wo du lebst, dann solltest du erstmal schauen was dein Berufsleben so bringt und ob du dich weiterbilden kannst.
    • Lieberjott und Dan danke für die Antworten naja ist nicht das was ich gerade hören wollte aber die Realität ist leider so schade naja mir geht es eig nicht so sehr darum ob ich wirtschaftlich besser dastehe mir geht um die persönliche Freiheit und das Politische System in der Schweiz! Und das mein Beruf nicht gefragt ist hätte nicht jetzt nicht gedacht in Deutschland z.b suchen die Hände dringend ;)!

      Aber danke für die Antworten !
      PS falls jemand noch antworten oder Kommentieren will ist immer willkommen!
    • Da bleibt nur Weiterbildung und Berufserfahrung sammeln. Bei der Weiterbildung würde ich aber vorab schauen, was in der Schweiz gefragt ist und an Zertifikaten verlangt wird, was zu deiner Branche und zu deinen Stärken passt und das Wichtigste: was dir Freude macht.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Lageristen oder Verkäufer(in) im Detailhandel waren noch nie gut bezahlt, da wäre eine Weiterbildung bestimmt ganz gut,
      da hab ich die letzte Zeit öfter gelesen z.B.“ Fachlagerist/logistiger für Einführung SAP gesucht“.
      Und wenn du speziell das Rentensystem in der Schweiz meinst, dann schau dir mal die Migros-Gruppe an, die zahlen das
      doppelte in die Pensionskasse ein, und die brauchen immer wieder Lageristen in den vielen Produktionsstandorten oder
      bei den großen Verteilzentren.
      Aber ich würde auch erst mal etwas Erfahrung sammeln, und schauen dass ich gute Zeugnisse „überkoo“
    • Willkommen :)

      Auswandern ist sinnvoll, aber zuerst die Lehre mit Gesellschaft oder eben dem spezifischen Abschluss Deiner Branche in der Tasche haben. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in Deutschland wirst Du in vielen Ländern dieser Welt geradezu geadelt. In der Schweiz wahrscheinlich nicht, weil es da ganz offensichtlich ein Überangebot Adeliger gibt. Die Sinnhaftigkeit ins Ausland zu gehen würde ich aber primär nicht nur über Cash zu beantworten versuchen, sondern, wie bist Du verwurzelt dort oben in Nord-Deutschland? Großfamilie, viele Tanten, Onkels, Oma/Opa usw., bist Du in einem funktionierenden Familiengefüge, Freundeskreis, welcher Dir Halt und Kraft gibt? Oder im Gegenteil, leidest Du unter Helikopter-Eltern? Sinnvoll ist das Ausland, um auf einer gewissen Art im "Turbogang" Lebenserfahrung zu sammeln, seine eigene Herkunft, seine Kultur, seine Gesellschaft besser zu reflektieren, zu verstehen, abgleichen können mit der anderen Kultur, in der man im Ausland lebt. Bekannte von mir waren 3 Jahre in Norwegen, sind zurück, haben hier ihr Häuschen gekauft und sagen, sie mussten erst in die Ferne gehen, um zu sehen, wie schön die Heimat ist. Ich bin 1997 ausgewandert und bin derzeit nach der langen Zeit zurück in DE und stelle fest, wie schön die nichtdeutsche Ferne ist. Ich warte mal wieder auf einen Zug :P

      Du bist 20 und schreibst von Risiken. Muss man mit 20 schon Existenzängste haben? Oder pauschal die Angst vor dem Fremden? Vor dem Unbekannten?

      Und die Variante in Bayern wohnen und in der Schweiz arbeiten, da gibt es viele Threads hier im Forum, vielleicht ist das wirtschaftlich relevant, für mich ist das wie ein bisschen schwanger. Die Schweiz ist auf jeden Fall ein guter Einstieg in den Ausstieg.
      ***************
      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • /Amadeus ehm ich finde schon berechtigt es klingt hart aber Geld regiert die Welt zudem klar mit 20 schon von solchen Problemen zu sprechen klingt ein wenig witzig oder übertrieben aber man muss mit der Zeit gehen da Deutschland meiner Meinung eine tikkende Zeitbombe ist (Sozialsystem etc). Außerdem es hat schon Gründe warum jedes Jahr hunderttausende Deutschland verlassen da man als Arbeiter aufgrund des Sozialsystem das meiner Meinung übertrieben ist und null auf Eigenverantwortung setzt nicht mehr fair behandelt wird. Ich möchte Selbständigkeit und Eigenverantwortung wo die Schweiz deutlich mehr Wert legt als in Deutschland und von der Kultur die du oben angesprochen hast wird in Deutschland immer mehr und mehr Entfernt oder negativ beurteilt wenn z.b alte Bräuche flegt oder eher Konservative Meinungen hat wird man in Deutschland meiner Meinung nach dann als böser Nationalist und teilweise als Rechtsradikaler beschrieben ( den Zusammenhang muss ich nicht verstehen aber ok ;)) Ich bin jung und bin von nix abhängig warum sollte ich es nicht Wagen. Und Wirtschaftlich geht es mir eig nicht unbedingt darum ob ich reicher oder ärmer bin selbst wenn ich dort unterbezahlt werde denke ich das insgesamt trotzdem mehr Geld haben werde als hier + gutes Politisches System und ein freies Wirtschaftssystem.

      Bevor Missverständnisse entstehen!

      Ich möchte hier niemanden kritisieren oder eine Meinung aufzwingen das ist nur eine Erklärung aus Sicht meiner Meinung über bestimmte Themen ;)
      Gruß
      Schneeball
    • Ich kann deine Motivation schon nachvollziehen und du hast vollkommen recht: Du bist derzeit ungebunden, hast keine Verpflichtungen, vermutlich nicht viel Hausrat, weshalb es relativ einfach wäre, diesen Schritt zu finden. Viel zu verlieren hättest du ja vermutlich nicht.

      Mal so aus Interesse: Wie gut kennst du die Schweiz? Schon mal länger da gewesen oder in welche Region würde es dich denn ziehen?

      Ja, es kann unterm Strich mehr Geld übrig bleiben - es hängt stark vom Gehalt ab, wo du wohnst, welche Ansprüche du hast.
      Und wie gesagt: Es wird unter Umständen nicht einfach, einen Job zu bekommen - wegen genannter Situation.

      Wie gesagt, du solltest bedenken dass du in diesem Beruf in der Schweiz, ohne weitere Qualifikation, im unteren Einkommensbereich bist.
      Lass dich nicht von Zahlen blenden, die dir aus deutscher Perspektive hoch vor kommen; "In der Schweiz gelten Einzelpersonen, die nach Bezahlung der Mietkosten einer zweckmässigen Wohnung und der Krankenversicherungsprämie weniger als etwa 1000 Franken pro Monat ausgeben können, als arm." (Quelle)
    • Hoi Schneeball

      du bist noch sehr jung, stimmt, daher solltest du etwas Berufserfahrung sammeln, denn darauf wird hier grossen Wert gelegt. Ausserdem so viele Kurse und Weiterbildungen machen wie möglich, hier mag man Zeugnisse, Zertifikate und Urkunden (das ist schon die halbe Miete)

      Und das schimpfen über den deutschen "Sozialstaat" ist bisschen blöd, denn hier ist es ohne Arbeit längst nicht so angenehm wie in Deutschland, z.B. in Bezug auf Krankenkasse, Arbeitslosengeld und "Sozialhilfe". Denn man will ja nicht als Schmarotzer hier stehen, denn das mögen die hier gar nicht.

      Hier bist du ohne Arbeit echt aufgeschmissen und im Schnitt wird hier der Job bedeutend öfter gewechselt, da die Kündigungsfrist auch nicht so toll ist (kommt natürlich darauf an, was man macht) und nirgends ziehen die Leute öfter um (immer näher an die Arbeitsstelle ran) - also in den zwei Jahren, die wir jetzt hier sind, haben wir so einiges erlebt. Und da kann man ganz schnell weg sein vom Fenster und wieder gezwungen zurück zu gehen....

      Aber unterm Strich: Versuch es einfach, bewirb dich überall - ohne Job und Wohnung kannst du eh nicht wirklich hier ankommen und vielleicht hast du ja Glück. Ich wünsch es dir

      LG Kerstin
    • Da kann ich Kerstin wirklich beipflichten...ich habe Monatliche Grundkosten um ca 2300 - 2500 Chf...wenn Du 3 Monate nach einem Job suchst dann kommt schon schön was zusammen.Also ersteinmal langsam...vorallem leg Dir mal einen Sparstrumpf an.Ich habe in 2 Jahren 3 mal den Job gewechselt.Zum Glück musste ich nicht auch noch umziehen.
      Und das mir...die 15 Jahre in Deutschland einem sicheren Job hatte..da muss man ganz schön flexibel sein...mutig und ein gut gefülltes Konto.Ich habe einen Job im Gesundheitsbereich und trotzdem musst Du mal 3 Monate überbrücken.Du könntest auch Arbeitslosengeld beantragen.Wollte ich aus persönlichen Gründen nicht.

      Also sei nicht vorschnell sondern gut überlegt.Und nur übersiedeln..wenn Du einen Job hast.Sonst verläuft das alles in dumme Bahnen.Es gibt genug Schwierigkeiten mit dem drumherum...Kultur...Sprache ect.
      Ohne Job keine Wohnung..ect pp.

      Wohlgemeinte Grüsse
      Honigbiene
    • Hi

      Single, jung und frei, definitiv ja und ich motiviere dich zum Schweiz Wechsel, kannst nur profitieren.
      Aber nicht unterschätzen, vor allem nicht unvorbereitet und alles auf biegen und brechen machen.
      Zustimmen tue ich das du auf jeden Fall einen Job in der Tasche haben musst, ohne dem geht gar nix.
      Nach Job kommt Wohnung, Zimmer oder Pension und der Rest liegt dann an dir was du draus machst.
      Aber wenn du einen Job hast und ein Arbeitsbeginn feststeht, dann hast du die halbe Miete.
      Es ist schon klar, das du viel Vorbereitung vor allem in Sachen Behörden, Papiere, Pflichten und Rechte bewältigen musst, aber auch das ist Lösbar.
      Auch ein paar Entscheidungen sind noch zu fällen, die du dir gut überlegen musst sprich Grenzgänger täglich/Grenzgänger wöchentlich oder direkte Auswanderung und welche Region (( Wunschwohngegend oder Wunscharbeitsort oder Flexibel je nach Jobfindung)), aber wenn du den Willen hast, den Mut besitzt und vor allem Arbeitswillig bist und das ganze dann auch durch ziehst, dann klappt das auch.
      Zum Thema Logistiker bin ich mir nicht sicher ob das oben angegebene richtig ist seitens nur Inlandarbeitskräfte, da in der Logistik und Lagerbranche ständig gesucht wird, bestätigen kann ich aber das der Verdienst gegenüber anderen Berufen wirklich etwas niedriger ausfällt, aber in dem Berufszweig habe ich einige Verbindungen und könnte da vielleicht weiter helfen.
      Bei Mietkaution war auch nicht ganz richtig, weil es in der Schweiz bei vielen Wohnungsangeboten die Möglichkeit einer Versicherung gibt mit einem recht erschwinglichem Jahresbeitrag von 2-300 Franken je nach Wohnung, aber du solltest beim Start sowieso erstmal nur ein Zimmer oder eine Pension nehmen für den Anfang und schauen ob die Schweiz dir wirklich gut bekommt.
      An Startkapital, solltest du aber wenigstens das Geld auf der hohen Kante liegen haben für die ersten ein bis zwei Mieten, Geld für Gebühren und Anmeldungen, Fernsehen und Telefon, Essen und Trinken etc. …, Gründe dafür sind z.b. wenn dein Arbeitgeber Stundenlohn zahlt fällt meistens der erste Lohn nicht sehr hoch aus.
      Aber eines noch, die Schweiz ist im großen und ganzen ein freundliches, schönes und kreatives Land, wo man gut verdienen und gut leben kann, aber.....
      ..... es ist auch ein teures Land und weit entfernt von deiner Heimat, Freunden und Familie, das sollte man nicht unterschätzen, denn man bekommt hier nix geschenkt und Heimweh kann sehr unangenehm werden.

      Gruß Stephan :CH: