Deutscher Aufenthaltstitel Schweiz

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    • Deutscher Aufenthaltstitel Schweiz

      Hallo, ich schreibe hier für meine Freundin (Thailänderin) da sie noch nicht so gut deutsch kann. Sie ist jetzt bei mir in der Schweiz. Sie hat einen deutschen Aufenthaltstitel zum Ehegattennachzug, hat sich aber jetzt nach 11 Monaten von ihrem Noch-Ehemann im friedlichen getrennt. Problem ist sie muss jetzt zur Ausländerbehörde schnellstmöglich, da ihr Mann der Ausländerbehörde gemeldet hat das sie getrennt sind. Aber sie ist dem nicht nachgekommen und zu mir in die Schweiz, da sie Angst hat ihren Aufenthaltsstatus zu verlieren, da sie noch nicht 3 Jahre verheiratet sind. "Die Aufenthaltserlaubnis zum Ehegattennachzug verliert bereits mit der Trennung ihren Sinn und kann von der Ausländerbehörde storniert werden, wenn die eheliche Gemeinschaft beendet ist".

      Abgemeldet ist sie jetzt auch in Deutschland hat auch der Noch-Ehemann gemacht. Sie ist jetzt sozusagen nirgends angemeldet, wie gesagt wegen der Angst vor der Ausländerbehörde. Sie hatte jetzt ein Vorstellungsgespräch in Zürich als Verkäuferin. Ist es möglich den Aufenthaltstitel schnellstmöglich umzuwandeln in eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung? Eventuell durch die Arbeit, wenn sie die Stelle kriegt.

      Was gibt es sonst für Möglichkeiten das sie in der Schweiz bleiben kann?
    • Hoi Marina,

      ich fürchte leider, dass das kein gutes Ende haben wird.

      1. Eine ausländische Aufenthaltsgenehmigung kann nicht mal eben in eine Schweizer umgewandelt werden! Das geht noch nicht einmal innerhalb der EU!
      2. Durch die Abmeldung in Deutschland UND die Scheidung verliert sie sozusagen doppelt das Deutsche Visum. Laut der Stadt Berlin schein ein "normales" Visum noch 6 Monate nach Ausreise gültig zu sein: berlin.de/labo/willkommen-in-b…-eines-aufenthaltstitels/.
        1. Für "Familienvisa": Nach § 3 Abs. 5 Nr. 1 FreizügG/EU verlieren ausländische Ehegatten von EU-Bürgern ihr Aufenthaltsrecht nicht schon durch die Trennung, sondern erst durch die Scheidung. Das gilt aber nicht, wenn die Ehe bis zur Einleitung des gerichtlichen Scheidungsverfahrens schon drei Jahre bestanden hat, davon mindestens ein Jahr im Bundesgebiet.Wird das gerichtliche Scheidungsverfahren schon vor Ablauf von drei Jahren eingeleitet, behalten die ausländischen Ehegatten ihr Aufenthaltsrecht, wenn das zur Vermeidung einer besonderen Härte erforderlich ist, insbesondere weil den Ehegatten wegen der Beeinträchtigung ihrer schutzwürdigen Belange ein Festhalten an der Ehe nicht zugemutet werden konnte (§ 3 Abs. 5 Nr. 3 FreizügG/EU).
      3. Als Drittstaatsangehörige unterliegt sie der Kontingentierung im Kanton Zürich. Das heisst, bevor sie die Stelle überhaupt annehmen darf, muss vorab eine Zusicherung des Migrationsamts vorliegen. Dies gilt auch für die Anmeldung innerhalb Zürichs! Sie darf sich nicht anmelden, bevor sie nicht eine schriftliche Zusicherung des Amts für Migration hat. Zürich schreibt auch explizit, dass die Entscheidung im Ausland abzuwarten ist.
      4. Auch ein Familiennachzug im Rahmen eines Konkubinats nach Art. 8 EMRK fällt bei Euch raus: "Die Zulassung von Konkubinatspartnern ist nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 30Abs. 1 lit. b AIG demnach nur denkbar, wenn eine gefestigte und mindestens seitdrei Jahren dauernde Partnerschaft vorliegt. Steht eine Heirat nicht konkret in Aussicht, sind achtenswerte Gründe erforderlich, weshalb das Paar nicht heiraten kann."
        Meines Verständnisses nach, seid Ihr noch nicht so lange zusammen. Wenn ihr in den Unterlagen das trotzdem angebt, gibt es auch für Dich strafrechtliche Konsequenzen.
        Den vollen Text findest Du hier unter Punkt 6:
        zh.ch/internet/sicherheitsdire…e+aus+Drittstaaten_IW.pdf
      5. Hier noch mehr Informationen zum Familiennachzug, falls eine Eheschliessung in Frage kommt (Die Scheidung in Deutschland muss dafür erst rechtskräftig sein):
        ma.zh.ch/internet/sicherheitsd…7.pdf/Familiennachzug.pdf
      In allen offiziellen Konstellationen muss Deine Freundin meines Verständnisses nach erst zurück nach Thailand, um von dort das Schweizer Visum zu beantragen. AUSNAHME: Das Deutsche Visum besteht weiterhin, dann kann sie "in Deutschland" abwarten, Dich aber hier besuchen, was nicht länger als 90 Tage am Stück sein darf. Es hängt also alles davon ab, ob sie vor rechtskräftiger Scheidung es noch schafft in Zürich alles abschliessend zu klären!

      Viel Glück
    • Die Möglichkeit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft existiert auch in der Schweiz :)

      Prinzipiell bezweifle ich aber, dass es eine gültige Abmeldung in Deutschland gibt, wenn sie das nicht selbst unterschrieben hat. Gerade bei ehelicher Gemeinschaft kann nicht der eine Partner den anderen aus dem ehelichen Haushalt "einfach so" abmelden.

      Wenn die Trennung friedlich war fallen möglicherweise aber Härte-Begründungen weg. In jedem Fall dürfte der aktuelle Aufenthaltstitel in Deutschland bereits fraglich sein, zumal bei der kurzen Dauer der Ehe auch der Verdacht der Scheinehe zur Erlangung eines Aufenthaltstitels in Betracht kommen könnte. Und damit natürlich auch der Aufenthaltsstatus in der Schweiz, denn sie darf sich visumsfrei nur in der Schweiz aufhalten, wenn Sie über einen gültigen Aufenthaltstitel in Deutschland (als Schengenstaat) verfügt, wie von MotU auch geschrieben. eda.admin.ch/countries/thailan…estimmungen-schengen.html

      Ich würde ihr raten sich schleunigst mit dem entsprechenden Amt in Deutschland in Verbindung zu setzen. Ein "Untertauchen" macht die Sache garantiert nicht besser und verbaut mehr Möglichkeiten als es eröffnet, auch in Bezug auf den angestrebten Status in der Schweiz.
    • honigbiene111 schrieb:

      häh
      Motu..sie heisst doch Marina und es ist Ihre Freundin...da ist nix mit zusammen sein und heiraten wollen :thumbsup:
      Aber sonst sehe ich das änlich.
      1. Nur wegen des Namens "Marina" muss man nicht gleich von einer Frau ausgehen, auch wenn es eher selten ist. Aber es gibt auch Männer, die Maria heissen.
      2. Der Nutzername muss ja nicht der echte Name sein.
      3. Man kann auch im Ausland heiraten und dies hier anerkennen lassen, wobei ich zugegebenerweise nicht weiss, ob eine gleichgeschlechtliche Ehe tatsächlich hier anerkannt werden würde. Zusätzlich gibt es die eingetragene Lebenspartnerschaft, wie Markus ausführte.
      4. "meine Freundin" ist im Deutschen recht unspezifisch und wird im Sprachgebrauch eher für eine Beziehung benutzt. Ich wollte nur möglichst viele Möglichkeiten, die ich sehe, erörtern.
    • Danke für die Antworten, meine Freundin heißt Marina mit Spitznamen deswegen sie hat sich hier registriert, aber ich schreibe für sie, also sollte ich ihr raten schnellstmöglich nach Deutschland zurückzukehren und das erstmal mit der Ausländerbehörde zu klären? Ihre Aufenthaltserlaubnis geht bis Ende 2020, aber das Problem ist ja die Trennung jetzt und die Aufenthaltserlaubnis hat sie ja nur durch die Heirat mit dem Deutschen.

      Doch die Abmeldung müsste gültig sein da sie schon seit einem Monat von ihrem Mann weg ist.
    • Marina123 schrieb:

      Ihre Aufenthaltserlaubnis geht bis Ende 2020, aber das Problem ist ja die Trennung jetzt...
      Ja, bis Ende 2020 wird es vermutlich nicht halten. Bitte beachtet in meinem vorigen Text, dass bei verheirateten NICHT die Trennung, sondern die Scheidung zählt (Nach § 3 Abs. 5 Nr. 1 FreizügG/EU).

      Meine Empfehlung ist ganz klar sich wieder mit den Deutschen Behörden in Verbindung zu setzen. Am besten natürlich, falls sie es sich leisten kann, mit/ über einen Anwalt! Gerade mit schlechtem Deutsch könnte da ein böser Beamter versuchen etwas falsches durchzusetzen und sie unterschreiben zu lassen.

      Marina123 schrieb:

      Doch die Abmeldung müsste gültig sein da sie schon seit einem Monat von ihrem Mann weg ist.
      Deswegen ist sie nicht automatisch abgemeldet! Sondern, sie muss proaktiv ein Abmeldeformular einreichen. Einfach so kann der Ehemann sie auch nicht abmelden, ausser er ist ihr offizieller Vormund (was ich nicht glaube) oder sie hat ihm eine Vollmacht ausgestellt. Andernfalls könnte die Abmeldung angefochten werden.
      Hier ist noch zu beachten, dass man sich in Deutschland innerhalb von zwei Wochen abmelden muss, ansonsten begeht man eine Ordnungswidrigkeit. Also würde ich hier eventuell aus Ausländer Vorsicht walten lassen, was ich bestreite, anfechte, aussage à la "Ich bin bereits einen Monat weg, aber es liegt keine Abmeldung von mir vor."
      Auch hierfür wäre ein Deutscher Rechtsbeistand sicher hilfreich.