Auswandern mit Baby. Was bedenken? Krankenversicherung???

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    • Auswandern mit Baby. Was bedenken? Krankenversicherung???

      Hallo zusammen.
      Ich lebe momentan in DE und bin in Elternzeit (unbefristets Arbeitsverhältnis). Bekomme Elterngeld und Kindergeld. Mein Baby ist mit mir gesetzlich vetsichert.
      Nun wollen wir zu meinen Ehemann in die Schweiz ziehen (auch der leibliche Vater vom Kind). Bzw. wir suchen uns eine Wohnung in der Schweiz an der Grenze, damit ich nach der Elternzeit zurück in meinen Job kann.
      Nun stellen sich mir einige Fragen.

      Wir sind verheiratet. Bekomme ich die selbe Bewilligung wie mein Mann (C Bewilligung)? Und unser Baby auch? Ist das sicher oder wird das von Fall zu Fall entschieden?
      Das Elterngeld bekomme ich anscheinend weiter solange ich das deutsche Arbeitsverhältnis habe???
      Und das Kindergeld?
      Wie ist das mit der Krankenversicherung für mich und das Baby?
      Die U-Untersuchungen vom Baby sind privat zu zahlen bestimmt ganz schön teuer. Können Baby und ich weiterhin in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung bleiben (aufgrund meines deutschen Arbeitsverhältnisses -was momentan wegen Elternzeit ruht- ) oder muss der kleine bei meinem Mann privat versichert werden? Mein Mann ist in der Schweiz "gesetzlich" pflichtversichert mit Zusatzleistungen. Also nicht komplett nur "privat". Wie funktioniert das Krankenversichrungssystem denn dann allgemein da? Müssen wir die Kinderarztrechnungen komplett alleine tragen? Mein Mann kennt sich leider da auch absolut nicht aus. Und können wir weiterhin zu unseren Ärzten in DE gehen oder müssem wir in der Schweiz einen Arzt aufsuchen (wir leben direkt an der Grenze, also theoretisch vom Weg her ist das kein Problem).
      Auf was genau muss ich denn noch achten? Was wird oft und gerne vergessen?

      Fragen über Fragen.....bitte um Hilfe und Erfahrungsberichte.
      P.s.: Diese Grenzgänger-Info-Büros die es so gibt,.....die haben mir leider kaum helfen können. Eigentlich gar nicht. Sie "verkaufen" eigentlich nur private Krankenversicherungen.
    • Ich stänker mal vorweg ein wenig rum: wenn Dein Mann eine C-Bewilligung hat, muss er mindestens 5 Jahre in der Schweiz gemeldet sein. In dieser Zeit sollte man doch ein Minimalwissen erworben haben, vor allem wenn man sich damit beschäftigt, Frau und Kind zu sich ziehen zu lassen. So. :D

      In der Schweiz gibt es aus deutscher Sicht eigentlich ausschliesslich die private KV, die ist in der Grundversion aber obligatorisch, d.h. JEDER muss eine haben. (kann auch Kopfprämie genannt werden.) Alles was über den Umfang der Grundversicherung hinausgeht kann man dann noch weiter absichern, muss man aber nicht. Bei Kindern würde man - da sehr günstig - in jedem Fall an der Klinikversorgung was machen, ob das Erwachsene brauchen oder wollen sei dahin gestellt.

      Für das Eltern- und Kindergeld ist tatsächlich der Erhalt der abhängigen Beschäftigung in Deutschland relevant, dann wird dies weiter gezahlt, ggfs. erfolgt beim Kindergeld aber eine Verrechnung mit Ansprüchen aus einem anderen Land (Dein Mann kann für das Kind spätestens ab dem Umzug die Familienzulage beziehen.)

      Die Krankenversicherung wird für Dich nach Art. 11(3)a der EG-Verordnung 883/2004 in Deutschland bleiben, da Du dort abhängig beschäftigt bist.

      Aber für das Kind gilt das Wohnstaats-Prinzip, es wird also in der Schweiz versichert werden müssen. Eine Möglichkeit der Familienversicherung in Deutschland gibt es dabei nicht. (Diese wäre ohnehin zu hinterfragen, da Dein Mann sicherlich nach deutschen Massstäben zu viel verdient um das Kind bei Dir in der Familienversicherung zu belassen. Ich unterstelle hier mal dass sein Verdienst höher ist als Deiner.) Die Versicherung von Kindern in der Schweiz ist aber relativ günstig, wir zahlen für den Zweijährigen bei verbesserter Klinkversorgung knappe 100 CHF. Franchise und Selbstbehalt sind bei Kindern auch gesetzlich limitiert.

      Details zum Familiennachzug findest Du hier (sofern Dein Mann EU/EFTA Angehöriger ist): sem.admin.ch/content/dam/data/…/fs-familiennachzug-d.pdf

      Weiter hilft es das zuständige Migrationsamt anzurufen und vorab(!) die Situation zu besprechen. Die legen das passende Dossier an und fordern dann die notwendigen Dokumente an.
    • Herzlichen Dank für die super ausfürliche Antwort.
      Zu seiner "Verteidigung" ...er ist selber erst vor knapp einem Jahr aus der "Familienversicherung" (ich nenn das einfach mal so) von seinen Eltern raus und es graut ihn einfach davor, sich mit den Versicherungsleuten auseinandersetzen zu müssen. Denn ich bin mir sicher, dass auch er mehr aus seiner Versicherung rausholen könnte wenn er sich einfach mal damit auseinandersetzen würde was definitiv noch gemacht wird!

      Darf ich den mit unserem kleinen weiterhin zum Kinderarzt in Deutschland (wie schon erwähnt, wir leben grenznah) oder muss er dann einen Arzt in der Schweiz aufsuchen?
    • Du darfst schon zum Kinderarzt in Deutschland (das wird dann verrechnet und es gibt bestimmte Bedingungen), aber ich würde das nicht empfehlen. Die Untersuchungsqualität in der Schweiz ist deutlich höher. Wir waren mit unserem Zwerg erst einmal beim Arzt. Dort wurde eingehend untersucht und zum Auschluss einer Entzündung / bakteriellen Geschichte bei einer eigentlich harmlosen Sache ein Blutbild gemacht. Von meinem Schwager weiss ich, dass bei vielen Erkrankungen eine Kultur angesetzt wird um, wenn es unvermeidlich ist, das wirklich passende Antibiotikum geben zu können.

      Aber man muss sich einen guten Arzt suchen, Pädiater sind rar und hoch frequentiert. (Allerdings wurde bei unserem Besuch durch die Praxis vor der "Wartezeit" gewarnt weil viel los, wir sassen zu zweit im Wartebereich und es war weniger als eine halbe Stunde. Da wo wir herkommen wäre das nicht mal erwähnenswert gewesen, wenn da viel los war waren es 2 Stunden Warten im total vollgestopften Wartezimmer.)
    • Hoi,

      Du kannst überall zu jedem Arzt, zu dem Du möchtest, die Kosten sind nur unterschiedlich ;)

      Wichtig für das Kindergeld ist der Lebensort des Kindes! Das das vom angestellten Verhältnis abhängt, höre ich zum ersten mal. Ich bin vorneweg in die Schweiz, meine Frau ist arbeitslos mit Baby zurückgeblieben bei ihren Eltern. Also war die Deutsche Familienkasse zuständig!
      Erst, als sie nachgezügelt sind, wechselte alles in die Schweiz und deren Kinderzulagen.

      Wie bereits oben erwähnt, gibt es hier keine Familienversicherung, sondern jeder muss einzeln versichert werden. Für Kinder grob um die 100CHF pro Monat. Bei Kindern ist auch eine Franchise von 0CHF erlaubt, sodass auch die U-Untersuchungen "übernommen" werden, es bleibt dann nur noch der Selbstbehaltund eventuelle Impfungen, die Du haben möchtest, die in der Schweiz aber nicht gegeben werden (Eine gab es da, die war in Deutschland obligatorisch, aber nicht in der Schweiz, aber auf unseren Wunsch hin, wurde es hier gemacht und wir mussten die 130CHF für das Impfmittel privat bezahlen).

      Ausserdem kann ich nur unterstützen, was Markus zur Untersuchungsqualität gesagt hat. Sie nehmen sich viel mehr Zeit und untersuchen auch gründlicher.... klar, denn ich sie dürfen im 5min-Takt abrechnen ;)
    • vielen Dank.
      Ich wollte den Schweizern jetzt keine schlechte medizinische Behandlung unterstelmen. Ganz und gar nicht nur eben.....sind wir (sowohl mein Sohn, aber mehr ich ) unsere Kinderärztin gewohnt und sie kann gut mit mir umgehen. Deswegen die Frage.
      Also grob zusammen gefasst. Sohn monatlich ca. 100 Franken für die Grundversorgung und dann noch Zusatzleistungen due u. A. U-Untersuchungen, evtl. später Zahnbehabdlungen etc. abdecken. Kann den einer so ungefähr sagen, was die Zusatzleistungen kosten. Also 100 + ? Franken monatlich?

      Und wie ist das mit mir? Solange ich in Deutschland einen Vertrag habe bin ich gesetzlich versichert in DE. Sollte ich dennoch auch in der Schweiz irgendwas "versichern"?
    • Ich habe schnell bei meiner Versicherung für meine Gemeinde nachgeschaut:

      Die Grundversicherung, die in der gesamten Schweiz gleich viel kostet, ist 85.10CHF beim Modell mit freier Arztwahl mit 0CHF Franchise und mit Unfall-Deckung.

      Wenn ich ALLE möglichen Zusatzversicherungen im Maximum dazu buche, liege ich bei 137.60CHF

      Wichtig meiner Meinung nach ist die Ambulant (7.10CHF)- und Spitalversicherung (15.90CHF).

      Zahnversicherung kommt ja eher später und wird dann auch davon abhängig, wie viel Du gedeckt haben möchtest: 6.40CHF bis 36.30CHF

      Hier könnt ihre verschieden Sachen modellieren und die für Euch günstigste Versicherung eventuell finden: comparis.ch/krankenkassen/default
    • Nein, das ist nicht wirklich „extra“. Es gibt halt 3 verschiedene Modelle die unterschiedlich kosten. Grob: Telemedizin (erst mal telefonieren), Hausarzt (immer erst zum ausgewählten Arzt, den man aber gerade zu Beginn unproblematisch festlegen oder wechseln kann) und freie Auswahl (egal wohin). Die letzte Option bedeutet einen Aufpreis gegenüber den anderen, weil sie auch abdeckt dass man mit einem Schnupfen zum HNO-Facharzt rennen kann