PKV Deutschland

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    • PKV Deutschland

      Hallo ihr Auswanderer,

      kleine Frage für alle Grenzgänger: Wegen der hohen Kosten/Selbstbeteiligung in der Schweiz würde ich mich gerne in Deutschland privat versichern lassen. Dafür würde ich in Berlin einen Wohnsitz anmelden. Hat jemand ein ähnliches Arrangement und Tips dazu? Muss ich mich in der Schweiz dazu als Grenzgänger anmelden? Und könnte ich in dem Fall trotzdem noch Steuern in der Schweiz zahlen?

      Vielen Dank und LG :CH:
    • Bist du sicher, dass dies zielführend ist und bist du dir der Konsequenzen bewusst? Es kann nämlich bedeuten, dass du irgendwann in der PKV "gefangen" bist und nicht mehr in die GKV kannst, aber im Alter vielleicht sehr hohe Prämien (und auch eine Selbstbeteiligung) bezahlen musst.
      Zudem: Bist du sicher, dass eine PKV günstiger wäre, welche auch Leistungen in der Schweiz 100% abdeckt?

      Wie auch immer: Du kannst dich in der Tat nur als Grenzgänger von der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz befreien lassen. Diese Konstellation mit Scheinwohnsitz in Deutschland scheint mir aber hart am Rande der (Il-)Legalität entlang schrammend.
      Theoretisch könntest du weiterhin in der Schweiz steuerpflichtig sein - Stichwort 60-Tage-Regelung. Dafür musst du dann aber Übernachtungen in der Schweiz nachweisen.

      Nochmal als Fazit: Ich halte das nicht all zielführend. Zumal du als echter Grenzgänger ja im Vergleich zu Personen mit Wohnsitz in der Schweiz verdammt günstige Prämien hast (CHF 233 pro Monat bei Sympany, CHF 264 bei Helsana) - bei nur CHF 300 Franchise. Bei Behandlungen im Wohnsitzland fallen zudem weder Franchise noch Selbstbehalt an.
    • Letzteres ist wirklich interessant zu wissen. Das heißt ich kann mich in Deutschland mit der Schweizer Grenzgängerversicherung ohne Extrakosten ganz normal behandeln lassen?

      Ich werde dank eines flexiblen Arbeitsvertrages von überall arbeiten können und meine Zeit zwischen Berlin und Zürich teilen, d.h. auch in beiden Städten eine Wohnung mieten. Das müsste ja die 60-Tage-Regelung erfüllen?

      Merci für die große Hilfe!
    • Das heißt ich kann mich in Deutschland mit der Schweizer Grenzgängerversicherung ohne Extrakosten ganz normal behandeln lassen?
      Exakt. Das ist Standard. Als Grenzgänger bekommst du von der Schweizer Krankenversicherung das Formular E106 und kannst dir damit in Deutschland eine GKV suchen, welche aus aushelfender Träger fungiert. Bei Behandlung in Deutschland gelten auch die deutschen Bedingungen, womit keine Franchise oder Selbstbehalt anfallen.



      Ich werde dank eines flexiblen Arbeitsvertrages von überall arbeiten können und meine Zeit zwischen Berlin und Zürich teilen, d.h. auch in beiden Städten eine Wohnung mieten. Das müsste ja die 60-Tage-Regelung erfüllen?
      Die Flexibilität besteht unter Umständen nur auf dem Papier, du bewegst dich da auf dünnes Eis.
      Wenn du de facto zu mehr als 50% in Deutschland wohnst, dann wäre Deutschland dein Wohnsitzstaat und wenn du dort wiederum mehr als 25% der Arbeitsleistung erbringst, dann wärst du komplett in Deutschland sozialversicherungspflichtig. Dies gilt erst recht, wenn du vorhast, als Grenzgänger zu arbeiten, weil dann Deutschland definitiv dein Wohnsitzstaat ist. Siehe auch dvka.de/de/arbeitgeber_arbeitn…aeftigung_ag_ausland.html
      Bedenke auch, dass man zwischenstaatlich gesehen keinen Haupt- oder Nebenwohnsitz haben kann.
    • Lieberjott hat ja bereits darauf hingewiesen, dass ein Grenzgänger den Wohnsitzstaat Deutschland behält. D.h. die steuerliche Ansässigkeit bleibt ebenfalls in Deutschland. Damit ist auch das Globaleinkommen in Deutschland zu versteuern, insbesondere wenn ein Teil der Arbeit ohnehin in Deutschland erledigt wird. Angesichts der schweizer Einkommenshöhe sind das in Deutschland dann Steuersätze ausschliesslich im oberen Bereich Eine Einsparung bei der KV wird für die Gegenrechnung kaum ausreichen.

      Ein Grenzgänger zahlt typischerweise Quellensteuer in der Schweiz, die ist relativ gering und wird dann von der in Deutschland zu entrichtenden Steuer abgezogen.

      Hinzu kommt, dass eine steuerliche Anrechnung der Aufwendungen für den Wohnsitz in der Schweiz u.U. verwehrt werden kann, wenn es keine Notwendigkeit für die doppelte Haushaltsführung gibt. Diese gibt es regelmässig aus echten Grenzlagen (Berlin ist ein wenig weit weg) oder durch Familie (also Partner und vor allem Kinder). Ansonsten könnte die Vermutung der Steuervermeidung bzw. Steuerverkürzung aufkommen. Und genau das ist bei Dir ja offensichtlich der Fall, da Du davon sprichst einen Wohnsitz in Berlin anzumelden.

      Nebenbei musst Du bei zwei Wohnsitzen natürlich auch allfällige Abgaben doppelt bezahlen. Also GEZ und Serafe, da sind schon mal zwei bis drei Monate KV-Einsparung weg. Weiter geht es mit Grundgebühren für Wasser, Energie, Müll und ggfs. Internet.

      Fazit: Dein Konstrukt zur Einsparung von KV Kosten klappt hinten und vorne nicht.