Von dt. Grossbank in die Schweiz wechseln?

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  • Von dt. Grossbank in die Schweiz wechseln?

    Hallo liebe Foristen,

    ich bin Lukas, aktuell 24 Jahre jung und befinde mich so langsam am Ende meines dualen Studiums bei einer Großbank in DE. Durch meiner vorangegangene Ausbildung, ebenfalls bei einer Bank, überlege ich nun in die Schweiz zu wechseln.

    Gibt es hier Personen, die auch aus der Finanzbranche kommen und mir Tipps geben können? Kann jemand den Arbeitsmarkt in der Schweiz beurteilen im Bereich Finanzen? Ich kann mir da irgendwie kein wirkliches Urteil bilden. Wieviele Monate vor Einstieg soll man sich frühestens auf eine Stelle bewerben? Wieviel kann ich aus Bankkaufmann und Studium bei einer Großbank (BWL) verlangen? Was ist hier realistisch? Gilt in der Branche Faktor 1,8 oder was meint ihr?

    Kann mir jemand konkret sagen, wie das mit den Steuern aussieht? Ich habe im Internet Brutto-Netto Rechner gefunden, die aber bei gleichen Angaben mehrere Hundert CHF Unterschied darlegen. Wie kommt das zustande? Alle Angaben waren meiner Meinung nach gleich.

    Immer wieder höre ich, dass deutsche gar nicht gerne gesehen sind. Wie geht ihr aus dem Forum damit um ? Kommt es einem nur so vor oder sie die wirklich so negativ den deutschen gegenüber? Bekommt man dies auch zu spüren?

    Ich überlege aktuell, da ich aus dem Süden von DE komme, nach Schaffhausen zu ziehen und von dort nach Zürich (oder andere Arbeitsstätte) zu pendeln? Was haltet ihr davon ?

    Beste Grüße
    Lukas
  • Mal zur Einstimmung: awa.zh.ch/content/dam/volkswir…zplatz_zh_2019-20_web.pdf

    Und eine weitere Anekdote: Die UBS hat viele Jobs in Billiglohnregionen verschoben: Sowohl innerhalb der Schweiz (z.B. nach Biel oder Schaffhausen) als auch innerhalb von Europa (Polen). Oder es wird outgesourced.

    Aber ja, teste doch mal deinen Marktwert und bewirb' dich, wenn es passende Stellen gibt. Sei aber gefasst, dass bei UBS, CS und Konsorten ein rauer Wind wehen dürfte.

    Zu den Nettolohnrechnern: Prüfe mal die Details. Nicht alle Sozialbeiträge sind fix. KTG und UVG hat keine fixe Prämie und man kann daher nur Annahmen treffen. Dito Pensionskasse (oft höherer Abzug).

    Zum Thema Lohn: gate.bfs.admin.ch/salarium/public/index.html#/start
    Vermutlich findest du mit Google auch konkrete Erhebungen zur Lohnstruktur im Bankensektor.
  • Vielen Dank @lieberjott für deine Antwort.

    Ich sehe mich, um ehrlich zu sein, in keiner Schweizer Grossbank. Eher was regionales (Kantonalbank) oder Vermögensverwaltungen/Wealth Management etc.

    Bewerben werde ich mich in jedem Fall mal. Wie viel früher sollte man sich denn in die Schweiz bewerben? 9/12 Monate im voraus? Oder ist das anders als in Deutschland?

    Laut Erzählungen von entfernten Bekannten sollte man mit dem Faktor 2 in die Verhandlung gehen. Ist das aber auch bei Kantonalbanken die Regel? Muss ich die Gehaltsvorstellung wie in DE auch in das Anschreiben packen?

    Ich würde mich vermutlich in den Kantonen Basel, Schaffhausen oder im nördlichen Bereich von Zürich niedersetzen wollen.
  • Ah sorry, dann habe ich dich falsch verstanden. Ist vermutlich auch besser, wenn du in keine Grossbank gehst ;)
    Ansonsten ist halt die Frage, was genau du machen willst. Laut deiner Beschreibung soll es schon mit Kundenkontakt sein und das könnte für dich dann nicht so einfach sein, an eine Stelle zu kommen oder, falls es klappt, akzeptiert zu werden. Banken und Finanzen sind für Schweizer immer noch heilige Kühe und einige dürften Probleme damit haben, solche Geschäfte mit einem Deutschen zu regeln. Zudem werben viele Banken auch mit lokaler Verwurzelung und Beratung auf Mundart (so die UBS am Basler Sitz).

    Zum Thema Gehalt verweise ich dich nochmal auf Salarium und bestimmt zu findende Strukturerhebungen zu Banker-Löhnen in der Schweiz. Das bringt dir viel mehr als irgendwelche Fausregeln vom Hören-Sagen.
    Die Gehaltsvorstellung kommt in der Regel nicht ins Anschreiben - es sei denn, es wird in der Stellenausschreibung so gefordert, da es meist im ersten Gespräch zu diesem Thema kommt.

    9 1/2 Monate im Voraus sind viel zu viel Zeit. Wenn Stellen ausgeschrieben sind, dann möchten Unternehmen diese möglichst rasch besetzen (es sei denn, es steht ein anderes Eintrittsdatum in der Ausschreibung). Niemand wird neun Monate auf einen Deutschen warten, der vom Schweizer Banken- und Finanzplatz noch gar keine Ahnung hat - es sei denn, du wärst ein gesuchter Spezialist. Drei , vier Monate bevor du "frei" wirst, kannst du mal anfangen dich umzuschauen und zu bewerben.
  • Hoi Lukas

    Bezüglich der Vorlaufzeit: Ich habe die Erfahrung gemacht, das hier Stellen jeglicher Art viel viel schneller vergeben sind als man das von Deutschland her gewohnt ist.

    Zumindest im kaufmännischen Bereich. Also Stellen die seit 5-10 Tagen online sind braucht man fast gar nicht mehr anzuschreiben, ausser es ist ein festes Datum bis zur Bearbeitung angegeben... das geht hier wirklich fix.

    Weil man macht sich die ganze Arbeit (jede Bewerbung speziell auf die ausgeschriebene Stelle angepasst) und bekommt als Antwort - die Stelle wurde gerade vergeben. Hab ich schon 100 mal so gehabt :)

    Ich such mittlerweile mit Filter - nicht älter als 2 Tage - aber dafür gucke ich wirklich jeden Tag

    Du bist noch sehr jung. Ein kleiner Tipp - mach noch ein paar Kurse vorab, damit du einige Zertifikate vorzuweisen hast, das bringt einige Vorteile. Die Schweizer lieben Urkunden und Zeugnisse. Jegliche Art der Weiterbildung wird hier hoch anerkannt.

    Viel Erfolg

    Liebe Grüsse
    Kerstin
  • Ich muss sagen, dass ich mir das nicht vorstellen kann.

    9 Monaten sind vllt etwas mehr, allerdings kann ich mir weniger als 4-6 Monaten kaum vorstellen. Stellen sollen innerhalb Tagen weg sein? Sorry, aber das ist Quatsch. Wie soll das gehen? Bearbeitungszeit? Telefoninterview? Persönliches Kennenlernen? Bedenkzeit?
    Unter 3 Monaten ist absoluter Nonsens.

    Mit meinen Qualifikationen bin ich mir sehr sicher, dass sie auch 1 Jahr warten würden. Habe ein ziemlich gutes Profil, daran scheitert es nicht. Gerade im Grossbankenbereich ist DE>CHF.
    Wollte nur eine Einschätzung, keine persönliche Meinungsmache.
  • Hallo Lukas
    Ich kann mich mit meinen Erfahrungen eigentlich nur Kerstin anschliessen. Vielleicht liegt es daran, dass wir mit Ü50 anders ticken. Es ist aber tatsächlich so, dass auch ich mich möglichst schnell auf Stellen bewerbe. Jeden Tag auf der Suche bin und die Absagen mal schneller, mal länger oder gar keine Antwort auf meine Bewerbung kommt.
    Das ist meine Erfahrung im Gesundheitsbereich, wo ständig jede Menge Stellen ausgeschrieben sind... Ich habe sogar beobachtet, dass die Stellen für die eine vermeintliche Bewerberin gefunden wurde, die den Anforderungen besser entspricht (so steht es in den meisten meiner Absagen, die ich bekomme) schon nach kurzer Zeit wieder ausgeschrieben sind.

    Als Mutter eines Sohnes (32), welcher inzwischen in Deutschland als Beamter im gehobenen Dienst (Berufsfeuerwehrmann) angekommen ist und es bis dahin ein langer, steiniger Weg für ihn war (Ausbildung, Fachabitur und Studium), kann ich Dir nur raten, probier es einfach aus, ob Du in der Schweiz eine Chance hast!
    Und ich stimme lieberjott auch voll zu, teste Deinen Marktwert und zwar ab sofort! Es wartet wirklich niemand hier auf uns Deutsche, es sei denn in bestimmten Berufsgruppen, in denen auch ich nicht arbeiten würde.... oder nur, wenn gar nichts mehr geht.... Aber selbst da ist es mitunter schwierig.

    Nimm es nicht als Meinungsmache, sondern als gut gemeinten Rat, von uns ALTEN ;) :CH:
  • Wenn es zu einer Kantonalbank gehen soll, dann ist es doch einfach: akb.ch/die-akb/jobs-karriere/offene-stellen

    Allerdings sehe ich auch nicht, dass unbedingt lange auf Personal gewartet wird, auch wenn es tatsächlich Bedarf gibt.

    Einer meiner Kunden ist ein kleiner, feiner Dienstleister im Bereich strukturierter Produkte, ansässig in Luxemburg und Frankfurt. Da wurde jetzt in einer Woche über die Einstellung von 3 Leuten entschieden. Dass sich einer davon nicht innert 2 Tage entschieden hat wurde intern mit leichtem Naserümpfen quittiert.

    Und vielleicht wären 2 - 3 Jahre als "einfacher" Mitarbeiter einer kleineren Bank auch genau der richtige Einstieg für Dich.

    Aus Sicht des AG steht da nämlich ein frisch gelernter BWLer ohne nennenswerte Erfahrung im Zielmarkt. Wealth-Management ist Vermögensplanung und -verwaltung u.a. auch unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte, bei denen es immer gilt unterschiedliche Varianten gegeneinander abzugleichen und daraus ein Langfriststrategie zu entwickeln. Was weisst Du über die Säulenmodelle der schweizerischen Altersvorsorge und die aktuellen und historischen Entwicklungen in diesem Bereich, die steuerlichen Aspekte von Vermögen und Grundbesitz und wie man dies zu Gestaltungszwecken einsetzen kann? Du sprichst nicht mal die Landessprache. Hier wartet tatsächlich niemand auf Dich, wenn überhaupt bietet man Dir eine Chance zum Einstieg. In ein paar Jahren kann das dann anders ausschauen.

    Und jetzt haue ich noch als potentieller Kunde in die gleiche Kerbe: Ich mag es wenn mein Bankberater bereits ein Team von Leuten führt, die meine Anfragen - egal ob geschäftlich oder privat, da sind die Grenzen ja fliessend - kompetent bearbeiten während ich mit ihm in der Besprechung bin. Einen Berufsanfänger kann ich da nicht brauchen, da hab ich die relevanten Infos meist schneller zusammen. Hätte mir meine Kantonal-Bank keinen erfahrenen Banker zur Seite gestellt, wäre unsere Geschäftsbeziehung gar nicht zu Stande gekommen.

    Warum schreibe ich so "böse"? Etwas mehr Demut und weniger Selbstüberschätzung werden Dir den Start in der Schweiz erheblich erleichtern. Ein "Juhu ich bin BWLer einer Grossbank und alle warten auf mich" wird nicht gerne gesehen - und das aus guten Gründen. Deine Reaktion auf den Post von Kerstin, die ihre persönlichen Erfahrungen einbringt, zeigt ja schon ein Defizit in der Kommunikation. Egal wie Du die erhaltenen Informationen für Dich einordnest, gehört sich ein höfliches "Danke" und fertig.
  • lukas94 schrieb:

    Ich muss sagen, dass ich mir das nicht vorstellen kann.

    9 Monaten sind vllt etwas mehr, allerdings kann ich mir weniger als 4-6 Monaten kaum vorstellen. Stellen sollen innerhalb Tagen weg sein? Sorry, aber das ist Quatsch. Wie soll das gehen? Bearbeitungszeit? Telefoninterview? Persönliches Kennenlernen? Bedenkzeit?
    Unter 3 Monaten ist absoluter Nonsens.

    Mit meinen Qualifikationen bin ich mir sehr sicher, dass sie auch 1 Jahr warten würden. Habe ein ziemlich gutes Profil, daran scheitert es nicht. Gerade im Grossbankenbereich ist DE>CHF.
    Wollte nur eine Einschätzung, keine persönliche Meinungsmache.
    Hallo Lukas,

    du hast nach Meinungen gefragt, und die Leute haben dir ihre (natürlich subjektiven) Erfahrungen geschildert. Leider, oder zum Glück ;) , ist keiner von uns in der Bankenbranche tätig.

    Ich kann Kerstin aber nur zustimmen, dass der Bewerbungsprozess in der Schweiz teilweise sehr schnell geht. Als ich Ende 2016 mein Vorstellungsgespräch hatte, habe ich innerhalb von vier Tagen eine Zusage bekommen. Allerdings arbeite ich im IT-Bereich. Das Telefoninterview war einen Monat vorher.

    Aktuell bin ich bei einer der grossen Banken projektweise tätig. Ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass es im kaufmännischen Bereich starke Konkurrenz gibt, und keiner auf dich ein Jahr warten wird!
    Etwas mehr Demut wäre sicher angebracht...


    VG basileus

    PS: gerade gesehen, dass der Kommentar von Markus in die gleiche Richtung ging wie meiner :)
    PPS: es ist immer schwierig, in einem "anonymen" Forum etwas in Textform zu schreiben. Das kann mitunter falsch verstanden werden. Ich hoffe du kommunizierst im echten Leben etwas anders, speziell als Berater bei einer Bank. Nicht persönlich nehmen, aber die Reaktionen der anderen Leute in diesem Thread kann ich durchaus nachvollziehen
  • Nun ja. Ich muss hier nochmals hineingrätschen. Aber natürlich bedanke ich mich für sämtliche Kommentare. Im speziellen für die, bei denen ich unerzogen reagiert habe. Man hat mich auf dem falschen Fuss erwischt, sorry.

    Das es so schnell wirklich besetzt wird wundert mich extrem. In DE ist es ja so, dass man sich viele Bewerber ansammelt und dann die Rosinen pickt. Das scheint in der Schweiz entweder gar nicht oder in viel (!) geringerem Ausmaß getan zu werden. Anders kann dieser rasche Zeitablauf garnicht funktionieren oder?

    Ich werde erst zum Okt. 2020 versuchen dort eine Anstellung zu finden. Also min. 6 Monate zu früh, eher 12, so wie ihr meintet. Mich nervt einfach, dass dort steht "per sofort oder nach Vereinbarung". Ist Vereinbarung eher 1 Monat oder könnte dies, wenns passt, auch 6 Monate im voraus sein? Ist ein ziemlich weiter Begriff, total schwammig.

    Ich bin kein allgemeiner BWLer. Ich habe bereits eine Ausbildung bei einer Bank gemacht und innerhalb meines dualen Studiums (bei einer sehr bekannten Grossbank in München und Frankfurt) sehr relevante Erfahrung für die genannten Bereiche innerhalb der Bank/Vermögensverwaltung gesammelt. Sehr gefragte Bereiche, in die man nur sehr schwer hineinkommt. Daher kommt mein (Über-)Mut zu gesundem Selbstbewusstsein. Zugegebenermassen war das total falsch platziert, normal trete ich so natürlich nicht auf.

    Ich glaube einfach, dass es kaum Bewerber auf diese Stellen geben wird, mit den Praktika die ich habe. Das könnte mir ziemlich helfen.

    Die Säulenmodelle sind mir natürlich ein Begriff, aber ebenfalls ist sicher, dass ich dort noch viel tiefer hineinsteigen muss (zu gegebener Zeit), um das benötigte Level zu bekommen, welches ich brauche. Schweizerdeutsch verstehe ich ziemlich gut, rede auch einen ähnlichen Dialekt im Süden von Freiburg.

    Besten Dank für all eure Meinungen und Feuer frei!
  • lukas94 schrieb:

    Das es so schnell wirklich besetzt wird wundert mich extrem. In DE ist es ja so, dass man sich viele Bewerber ansammelt und dann die Rosinen pickt. Das scheint in der Schweiz entweder gar nicht oder in viel (!) geringerem Ausmaß getan zu werden. Anders kann dieser rasche Zeitablauf garnicht funktionieren oder?
    Ich denke man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Es gibt Bereiche in der Schweiz, in welche hohe Nachfrage nach Arbeitskräften herrscht (z.B. IT, Handwerker). Im Einzelhandel gibt es dagegen grosse Konkurrenz, also hat der Arbeitgeber dort auch viel Auswahl. Nachdem was du geschrieben hast, bist du aber kein "normaler Bankangestellter am Schalter".

    lukas94 schrieb:

    Ich werde erst zum Okt. 2020 versuchen dort eine Anstellung zu finden. Also min. 6 Monate zu früh, eher 12, so wie ihr meintet. Mich nervt einfach, dass dort steht "per sofort oder nach Vereinbarung". Ist Vereinbarung eher 1 Monat oder könnte dies, wenns passt, auch 6 Monate im voraus sein? Ist ein ziemlich weiter Begriff, total schwammig.
    Ich bin kein allgemeiner BWLer. Ich habe bereits eine Ausbildung bei einer Bank gemacht und innerhalb meines dualen Studiums (bei einer sehr bekannten Grossbank in München und Frankfurt) sehr relevante Erfahrung für die genannten Bereiche innerhalb der Bank/Vermögensverwaltung gesammelt. Sehr gefragte Bereiche, in die man nur sehr schwer hineinkommt. Daher kommt mein (Über-)Mut zu gesundem Selbstbewusstsein. Zugegebenermassen war das total falsch platziert, normal trete ich so natürlich nicht auf.

    Ich glaube einfach, dass es kaum Bewerber auf diese Stellen geben wird, mit den Praktika die ich habe. Das könnte mir ziemlich helfen.
    Eine kleine ketzerische Frage: wenn du wirklich ein Spezialist in deinem Bereich bist, warum sind dann nicht schon diverse Headhunter auf dich zugekommen? Gute Leute werden immer gesucht.
    Am Ende musst du auch mal die Brille der Bank aufsetzen. Warum sollte eine UBS oder CS gerade jemanden wie dich anstellen? Was macht dich besonders?
    Und Praktika gut und schön, aber jemand mit fünf oder zehn Jahren Berufserfahrung im gleichen Sektor wird natürlich lieber angestellt.

    Was du dich auch fragen kannst: wenn es so gefragte Bereiche sind, wen hast du in deinem beruflichen Netzwerk als Kontakte? Diese könnten dir dann doch auch Stellen in der Schweiz vermitteln.


    Das soll alles nur als Anregung dienen. Wenn du wirklich so spezialisiert und gut bist, wirst du zum Abschluss deines Studiums sicherlich genügend potentielle Arbeitgeber finden.


    VG basileus
  • Genau, stupides Bankgeschäft ist es nicht, soll schon etwas weiter gehen.

    Gut, was heisst Spezialist. Das ist denke ich zu hoch gegriffen. Ich bin immerhin noch (!) dualer Student. In den Bereich, in denen man gearbeitet hat, konnte man tiefgründiges Wissen aufbauen. Das ist auch super, allerdings ist das nicht mit 5 Jahren (oder mehr natürlich noch weniger) einer einzelnen und spezifischen Tätigkeit gleichzusetzen. Dort ist man natürlich tiefer in der Materie aufgestellt. Kann man nicht vergleichen, das wäre wieder Äpfel mit Birnen.

    Headhunting ist ein sehr grosser Punkt. Ich erhalte ab und an Anfragen für einzelne Bereiche. Die sind natürlich alle in Deutschland. Es weis ja niemand (abgesehen der privaten Seite), dass ich in die Schweiz wechseln möchte. Ich habe das in keinem meiner öffentlichen Profile kommuniziert.

    Dies hat vor allem den Grund, dass ich meinem aktuellen AG vollste Loyalität zeigen möchte. Er ist sehr gewillt, mich als Arbeitnehmer in der Bank zu halten und ich habe bisher einige Benefits zusätzlich erhalten. Sollte ich dem AG jetzt sagen, dass ich evtl weg gehe, könnte mir dies für das Ende des Studiums ggf. Nachteile bringen. Dies wäre der erste Grund.
    Der zweite Grund ist es, dass ich mich nicht nur auf die Schweiz (obwohl sie meine erste Wahl ist) festlegen möchte. Es kann ja auch passieren, dass es dort nichts wird und ich dann Jobangebote des aktuellen AG annehmen kann. Mein aktueller AG ist super (und würde mich für die Zeit nach meinem dualen Studiums weiterhin in Form eines Masterstudiengangs fördern), daher muss ich da vorsichtig sein.

    Durch die eher kurzfristige Stellenbesetzung in der Schweiz wird es vermutlich so laufen, dass ich, sofern ein passendes Jobangebot der Bank kommt, dies annehmen und mich trotzdem in der Schweiz bewerben werde. Sollte die Schweiz dann klappen, werde ich den Vertrag in Deutschland annulieren lassen.

    Nicht die feine Art, allerdings wohl anders nicht handelbar. Ich wüsste zumindest nicht wie.
  • lukas94 schrieb:



    Das es so schnell wirklich besetzt wird wundert mich extrem. In DE ist es ja so, dass man sich viele Bewerber ansammelt und dann die Rosinen pickt.
    Das kommt auf die Stelle und das Unternehmen an. Bei Stellen wo es eher Bewerbermangel gibt, kann es in der Tat sehr schnell gehen. Bei meinem Jobwechsel hat's weniger als drei Wochen gedauert, bis alles unter Dach und Fach war (vom Eingang der Bewerbung bis zur Anstellungsbestätigung inkl. zwei Vorstellungsgesprächen) - das war jedoch auch eine Stele, wo es einen Mangel an qualifizierten Bewerbern gab.

    Bei anderen Stellen wird vielleicht länger gesammelt, aber eher nicht monatelang, wenn die Stelle rasch zu besetzen ist und passende Bewerbungen reinkommen.
    Ein späterer Stellenantritt nach Vereinbarung bezieht sich in der Regel auf Kündigungsfristen beim aktuellen Job, die der Arbeitnehmer logischer Weise einhalten muss.
  • Hallo lukas94,

    mit Interesse habe ich deine Vorstellung und Planung einer Anstellung in der Schweiz gelesen. Mein Eindruck dazu ist, dass du in deinen jungen Jahren etwas naiv an die Sache rangehst.

    Ich war Lehrtochter bei der UBS Basel und danach war ich 5 Jahre an der UBS Genève im Finanzbereich, lange ist es her (40J), und es hat sich bestimmt vieles geändert seither aber was sich im Bankensektor niemals ändert ist das vertrauliche Auftreten. Von ich komme hoch zu Ross und ich habe das und dieses Zertifikat funktioniert nicht, und schon gar nicht als Deutscher.

    Fang etwas unterhalb deiner Qualifikationen an und arbeite dich Schritt für Schritt hoch. Zeige während deiner Arbeit was du drauf hast und punkte. Das bringt dich schneller an dein Ziel als jetzt im Vorfeld für hohe und anspruchsvolle Posten zu bewerben, meine Meinung.

    Wie schaut es aus mit Fremdsprachen? Gerade im Kundenservice sind Fremdsprachen ein Muss. Sprichst du fliessend Französisch? Englisch? Italienisch? Das sind die Schweizer Landessprachen und Englisch ist international, und wenn du die einigermaßen beherrschst dann punktest du bei jedem Vorstellungsgespräch. Also besuche jetzt Sprachkurse, mach da noch irgendwelche Abschlüsse etc., die werden natürlich für eine Anstellung gerne gesehen.

    Viel Erfolg in deinen Vorbereitungen
    deNice
  • @lieberjott

    verstehe, werde das natürlich so berücksichtigen. Ist kein Problem, wenn (erst) am Ende ein Jobangebot herausspringt. Ist natürlich schwierig mit der Zweigleisigkeit.

    @deNice

    Möchtest du mir sagen, was du genau als naiv einstufst? Nur weil ich weis, bei welchen Unternehmen ich schon gearbeitet habe und weil ich in den selektivsten Bereichen der Bank tätig war? Ich war in einigen Bereichen in Frankfurt am Main tätig. Der Finanzplatz ist um ein vielfaches bedeutsamer als die gesamte Schweiz diesbezüglich. Ich kenne meinem Marktwert. Natürlich bin ich bereit auf einer gewissen Stufe einzusteigen, aber wieso sollte ich eine Stufe unter meinen Qualifikationen einsteigen, wenn ich in DE min. auf der meiner Qualifikation anfangen würde? Teilweise sind die Jobangebote über meinen Qualifikationen.
    Es kommt sicher auf den konkreten Fall an, aber unter 80.000 CHF / einem gewissen Joblevel werde ich beruflich keinen Fuß in die Schweiz setzen. Und das hat nichts mit Arroganz zu tun. Wie bereits erwähnt: Ich habe eine Ausbildung und ein aufbauendes Studium darauf. Ich kenne nur meinen Wert.

    Ich komme von keinem Ross. Ich bin nur selbstbewusst, weil ich den Vergleich zu vielen vielen anderen in der gleichen Situation habe. Ich konnte die letzten Tage einen ziemlich "hochrangigen" Schweizer Banker kennenlernen, der mir versichert hat, dass extrem viele Deutsche im Züricher Bankensektor arbeiten. Er hat mir keine schlechte Chancen eingeräumt. Natürlich weis ich, dass ich Ausländer bin und in der Schweiz der "Hass" gegenüber deutschen tlw. ziemlich ausgeprägt ist.

    Zu den Fremdsprachen möchte ich dir meine bescheidene Meinung abgeben:

    Ich spreche natürlich fliessendes Englisch. In meiner Tätigkeit bei einer Grossbank fallen immer wieder Tätigkeiten in Englisch auf.
    Zu italienisch und französisch muss ich sagen, dass ich keine der beiden Sprachen kann (und diese auch nicht erlernen werde). Der Grund hierfür ist es, dass sie für meinen Job keinerlei Relevanz haben werden. Sollte ich für einen Job italienische oder französisch sprechen müssen und die gegenüberstehende Person (die Weltsprache) Englisch nicht kann, dann werde ich diesen Job nicht tun wollen.
    Englisch ist die Sprache der Banken international gesehen und dabei bleibt es vermutlich auch immer.
    Zumal ich ja bewusst in die deutschsprachige Schweiz wechseln möchte.

    Fremdsprachen ja, natürlich Englisch fliessend, mehr aber definitiv nicht.

    Ich meine ganz ehrlich: Wenn es an den im Bankensektor belanglosen Sprachen wie italienisch oder französisch scheitert, dann bleibe ich natürlich in Deutschland.
    Englisch, klar, muss sitzen. Aber alles andere geht zuweit. Ich will ja in der (deutschsprachigen) Schweiz arbeiten und nicht in Italien oder Frankreich.

    ich hoffe mal, dass das nicht als überheblich oder arrogant betitelt wird. So ist nur meine Meinung. In DE ist es sehr wichtig, eine klare Vorstellung von etwas zu haben. Die habe ich definitiv.
  • lukas94 schrieb:

    Ich meine ganz ehrlich: Wenn es an den im Bankensektor belanglosen Sprachen wie italienisch oder französisch scheitert, dann bleibe ich natürlich in Deutschland.
    Englisch, klar, muss sitzen. Aber alles andere geht zuweit. Ich will ja in der (deutschsprachigen) Schweiz arbeiten und nicht in Italien oder Frankreich.
    @lukas94,
    sorry wollte dich keineswegs angreifen sondern nur sensibilisieren für ein anderes Land und seine Gepflogenheiten.

    In der Schweiz ist die frz. Sprache wichtig, das ist Fakt, ob du es nun brauchst oder nicht ist Nebensache. Der Personaler will es haben. Englisch ist klar und hab ich oben auch geschrieben ist international, sowieso in diesem Segment und da bist du ja fit, also alles super.

    Wenn du in einer Grossbank arbeiten willst, hast du immer Kollegen aus der französischen und italienischen Schweiz am Telefon. Wie schaut das aus, wenn du von einer höheren Position einen Übersetzer holen musst. Da muss jeder Lehrling durch und seine 8-jähriges Schulfranzösisch rauskramen. Also heb dich ab und mach dich in diesen Sprachen fit. Kann ich dir nur raten, wenn du dahin willst.

    lg deNice
  • lukas94 schrieb:

    Der Finanzplatz ist um ein vielfaches bedeutsamer als die gesamte Schweiz diesbezüglich. Ich kenne meinem Marktwert. Natürlich bin ich bereit auf einer gewissen Stufe einzusteigen, aber wieso sollte ich eine Stufe unter meinen Qualifikationen einsteigen, wenn ich in DE min. auf der meiner Qualifikation anfangen würde? Teilweise sind die Jobangebote über meinen Qualifikationen.

    Es kommt sicher auf den konkreten Fall an, aber unter 80.000 CHF / einem gewissen Joblevel werde ich beruflich keinen Fuß in die Schweiz setzen. Und das hat nichts mit Arroganz zu tun. Wie bereits erwähnt: Ich habe eine Ausbildung und ein aufbauendes Studium darauf. Ich kenne nur meinen Wert.
    Diese Einstellung kannst du haben, aber diese solltest du weder bei der Bewerbung, noch - falls du ihn kriegst - später im Job raushängen lassen, da gerade so eine Mentalität bei den Schweizern absolut nicht gut ankommt und als typisch Deutsch verschrien ist.

    Auch bei deinen restlichen Angaben (z.B. zum Thema Französisch - das ist die zweitwichtigste Landessprache!) scheint mir, dass du die Schweiz noch nicht verstanden hast und früher oder später scheitern wirst - weil dir z.B. etwas entgegen schlagen wird, was du als (Deutschen)-Hass interpretierst, aber letztendlich nur die Ablehnung deiner - für Schweizer Verhältnisse (!) - arroganten und überheblichen Einstellung zu tun hat.
  • Also ich bin amüsiert. Zumindest wenn weiterhin von einer Position im Wealth-Management geträumt wird.

    Wir sind bei unserer Bank im Sektor Privat Banking (nicht Privatkunden). Und wenn da der Berater nicht meine (Landes-)Sprache sprechen will und von mir Englisch erwartet, dann ist er nicht mein Berater, "Weltsprache" hin oder her. Das "dann mache ich den Job nicht" kannst Du Dir in dem Bereich der Banken nicht erlauben, da ist der Konkurrenzkampf viel zu gross und es ist egal für wie brillant man sich als Mitarbeiter hält. Lies die Berichte der Banken, Neukundenkapital wird nicht ganz unbegründet getrennt erwähnt.

    Ganz nebenbei: So weit ist französisch überhaupt nicht weg von den Banken, bei den strukturierten Produkten stolpert man immer wieder über Verbriefungsfonds (hier genauer als LU-Verbriefungsfonds). Und dem Tidjane von der CS kann man natürlich Grüezi sagen, aber ein Bonjour kommt vermutlich deutlich besser ;)

    Im Standard-Investment-Bereich einer Züricher Bank mag die Einstellung funktionieren aber in der Vermögensverwaltung / Wealth Management mit Kundenkontakt sicher nicht.