Vom Grenzgänger zum B-Aufenthalter - Deutsche Steuererklärung im Jahr des Umzugs

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    • Vom Grenzgänger zum B-Aufenthalter - Deutsche Steuererklärung im Jahr des Umzugs

      Hallo zusammen,

      mein erster Beitrag hier (bisher hab ich nur still mitgelesen und viel lernen können - vielen Dank!).

      Ich habe ganz 2018 in der Schweiz gearbeitet, bin aber erst zum 1. März in die Schweiz gezogen. Das heißt Januar und Februar muss ich als Grenzgäner in Deutschland versteuern. Ab März habe ich dann in der Schweiz steuern gezahlt (Quellenbesteuert, das sollte also passen).
      Muss ich jetzt eine deutsche Steuererklärung für unbeschränkt oder für beschränkt Steuerpflichtige abgeben? Oder gar beides?
      Was muss ich in der N-Gre Anlage als Arbeitslohn angeben? Nur das, was ich Januar und Februar verdient habe, oder den ganzen Jahreslohn? Die selbe Frage gilt für die ganzen Beiträge ins (Über)Obligatorium, etc. Nur Jan und Feb oder alles angeben?
      Falls ich in der N-Gre nur Januar und Februar angebe, wo gebe ich dann das restliche Gehalt für den Progressionsvorbehalt an?

      Was gibt es bei dieser Konstellation sonst noch an Stolpersteinen?

      Vielen Dank für eure Hilfe!
    • Hoi markus_84,

      nochmal kurz zum Verständnis: du hast von Januar bis Februar eine G-Bewilligung gehabt, und seit 01.03. hast du eine B-Bewilligung. Korrekt?

      Ich habe mal schnell gegoogelt, aber für mich ist nicht erkennbar was sich für dich ändert bei unbeschränkter oder beschränkter Steuerpflicht (siehe hier).
      Du musst für 2018 in Deutschland auf jeden Fall eine Steuererklärung abgeben, da du die ersten beide Monate noch dort gewohnt hast.

      Da du auf N-GRE verweist, hast du vorher vermutlich in BaWü gewohnt. Du musst den kompletten Schweizer Jahreslohn angeben in Euro(!). Dazu teilst du dein Schweizer Jahresgehalt durch den Jahresmittelkurs CHF/EUR.
      Ich kenne mich leider nicht mit der N-GRE aus, da ich in einem anderen Bundesland gewohnt habe. Man muss auf jeden Fall den kompletten Schweizer Jahreslohn angeben, weil dies auf dein Welteinkommen gezählt wird und sich somit dein Grenzsteuersatz erhöht.

      Für die Monate Januar und Februar wirst du vermutlich in Deutschland Steuern nachzahlen müssen (wenn du nicht eh schon hohe Steuervorauszahlungen hast leisten müssen).
      Wenn dein alter Wohnort in Deutschland mehr als 110km entfernt war, könnte für dich aber auch die 60-Tage Regel zur Anwendung kommen.

      Ich würde an deiner Stelle einen Steuerberater in Grenznähe aufsuchen, welcher sich mit diesem Thema beschäftigt. Das Geld für den Steuerberater hast du vermutlich wieder rein am Ende.


      VG basileus
    • basileus schrieb:

      Da du auf N-GRE verweist, hast du vorher vermutlich in BaWü gewohnt. Du musst den kompletten Schweizer Jahreslohn angeben in Euro(!). Dazu teilst du dein Schweizer Jahresgehalt durch den Jahresmittelkurs CHF/EUR.

      Ich kenne mich leider nicht mit der N-GRE aus, da ich in einem anderen Bundesland gewohnt habe.
      Tut nichts zur Sache, aber der Vollständigkeit halber: Im Formular N-GRE kann man auch Einträge in CHF machen. Oder bei Eintragungen in EUR auch jeweils basierend auf monatlichen Kursen machen.
    • Vielen Dank für die ausführliche Antwort, basileus.

      basileus schrieb:

      nochmal kurz zum Verständnis: du hast von Januar bis Februar eine G-Bewilligung gehabt, und seit 01.03. hast du eine B-Bewilligung. Korrekt?


      Da du auf N-GRE verweist, hast du vorher vermutlich in BaWü gewohnt.
      Beides korrekt.

      Ich war auch 2017 bereits Grenzgänger, die Steuererklärung damals war kein Problem.

      Unklar ist mir jetzt, wie ich in der Steuererklärung darstelle, welchen Teil meines Jahreslohns ich Januar und Februar verdient habe und somit in Deutschland versteuern muss und welcher Teil später verdient wurde und sich lediglich auf den Steuersatz auswirkt.
    • Ich würde an deiner Stelle ein oder zwei Blätter als Erklärung beilegen. Plus deine Anmeldung als B-Aufenthalter in der Schweiz.

      Dein Gehalt für Januar und Februar kannst du deiner Lohnabrechnung entnehmen. Dann musst du dieses in Euro umrechnen und trägst das als Einkommen in die deutsche Steuererklärung ein. Ich habe leider gerade keine deutsche Steuererklärung zur Hand, sonst könnte ich dir auch sagen in welche Anlage dies eingetragen wird.


      VG basileus
    • Hallo zusammen,

      die nette Dame vom Finanzamt konnte mir schließlich weiterhelfen. Es gibt die Anlage WA-Est welche genau für meinen Fall gedacht ist. Ich kann angeben in welchem Zeitraum ich in Deutschland gelebt habe und welche Einkünfte ich hatte, als ich nicht in Deutschland gelebt habe. Zusammen mit der Anlage N-Gre kann ich dann alles korrekt angeben.

      Vielleicht hilft die Info ja anderen Leuten mit der selben Frage weiter.