Quellensteuer vs. ordentliche Besteuerung

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    • Quellensteuer vs. ordentliche Besteuerung

      Hallo zusammen,

      zunächst ein großes Lob: ein tolles Forum habt Ihr hier aufgebaut.

      Ich habe eine Frage zu dem Thema Besteuerung.. Hier zunächst etwas Hintergrund:
      Wir (meine Frau und ich) werden gegen Oktober / November als Aufenthalter in die Schweiz ziehen (Basel Land). Wir gehen beide Vollzeit arbeiten, sind verheiratet und haben keine Kinder.
      Mein Verdienst wird p.a. bei etwa 140.000 CHF liegen, der meiner Frau bei etwa 70.000 CHF.

      Zu dem eigentlichen Thema:
      Ich habe gelesen (auch hier im Forum), dass ab einem Verdienst i.H.v. 120.000 CHF zusätzlich zur laufenden Besteuerung in Form der Quellensteuer, eine Steuererklärung abgegeben werden muss und man "ordentlich" besteuert wird. Außerdem habe ich gelesen, dass man pauschal nicht sagen kann, ob dadurch ein Vorteil oder ein Nachteil entsteht.

      Nun habe ich mal bei Lohncomputer und auch bei Comparis die Quellensteuer berechnet. Ich komme auf jährlich etwa 15.000 CHF bei Lohncomputer und 22.000 CHF bei Comparis und meine Frau auf etwa 3.000 CHF bei Lohncomputer und 7.400 CHF bei Comparis.
      Erste Frage also: Woher kommen diese Unterschiede in den Portalen? Woven können wir ausgehen?

      Wenn ich nun allerdings die "ordentliche" Besteuerung berechne (Comparis), so komme ich (gemeinsam mit meiner Frau) auf eine Steuerlast von deutlich über 30.000 CHF (selbst bei Abzug von Einzahlungen für Säule 3a). Das wäre also erneut mehr als einzeln bei Comparis berechnet (wobei es in BL für unsere Konstellation ja wohl einen Heiratsvorteil gibt).
      Zweite Frage also: Habe ich falsch gerechnet oder werden wir deutlich nachzahlen müssen?

      Das hier keine 100%ige Aussage gemacht werden kann ist mir klar. Die Beträge unterscheiden sich allerdings so stark, dass ich mal nachfragen wollte.

      Vielen Dank und viele Grüße,
      Luxor
    • Da es sich bei den Rechnern über nicht offenegelegte Rechenmodelle handelt, kann man nur mutmassen. Auch fehlen oft Faktoren, die die Steuerlast teils erheblich verändern können.

      In Eurem Beispiel, da Ihr der ordentlichen Besteuerung unterliegen werdet, würde ich die vereinfachten Rechner der Steuerbehörden für die Zielkantone bemühen. Wichtig - und das wird bei den meisten Rechnern vergessen - ist ja auch die Vermögenssteuer, die es in der Schweiz tatsächlich als Substanzsteuer (auf niedrigem Niveau) gibt.

      Leider schreibst Du nur allgemein von „Aufenthalter“, unterstellt man eine B-Bewilligung und einen alleinigen Wohnsitz in der Schweiz wird sich ja die steuerliche Ansässigkeit verlagern. D. h. bei den Faktoren zur Steuerberechnung muss das Globaleinkommen / -vermögen (mit Ausnahme vermieteter Liegenschaften im Ausland, die nur satzbestimmend) angegeben werden.

      Eine genauere Abschätzung kann dann ein Treuhänder in der Schweiz anbieten, das scheint mir in Eurem Fall lohnend.
    • Ciao Luxor,


      Luxor schrieb:

      Zu dem eigentlichen Thema:
      Ich habe gelesen (auch hier im Forum), dass ab einem Verdienst i.H.v. 120.000 CHF zusätzlich zur laufenden Besteuerung in Form der Quellensteuer, eine Steuererklärung abgegeben werden muss und man "ordentlich" besteuert wird. Außerdem habe ich gelesen, dass man pauschal nicht sagen kann, ob dadurch ein Vorteil oder ein Nachteil entsteht.
      Das hast du richtig gelesen. Ab einem Jahresverdienst von CHF 120'000 musst du eine reguläre Steuererklärung einreichen. Die volle Quellensteuer behält dein Arbeitgeber trotzdem ein, d.h. du musst dann nur noch wenig nachzahlen im neuen Jahr bzw kommst evtl sogar etwas zurück. Pauschal kann man es leider nicht sagen, da der Steuersatz in der Schweiz auch stark von der Gemeinde abhängt, in die ihr zieht.
      Im Prinzip ist die Quellensteuer der durchschnittliche Steuersatz des Kantons. Wenn ihr in eine teurere Gemeinde zieht als die "Durchschnittsgemeinde", werdet ihr vermutlich nachzahlen müssen.


      Luxor schrieb:

      Nun habe ich mal bei Lohncomputer und auch bei Comparis die Quellensteuer berechnet. Ich komme auf jährlich etwa 15.000 CHF bei Lohncomputer und 22.000 CHF bei Comparis und meine Frau auf etwa 3.000 CHF bei Lohncomputer und 7.400 CHF bei Comparis.
      Erste Frage also: Woher kommen diese Unterschiede in den Portalen? Woven können wir ausgehen?
      Geh grundsätzlich erstmal davon aus, dass Comparis näher an der Wirklichkeit liegt als Lohncomputer. Wobei mir die 15k sehr wenig vorkommen, aber ich weiss auch nicht welche Grundeinstellungen du gemacht hast.
      Bei Comparis kann man sogar die Wohngemeinde angeben und gegen alle anderen Gemeinden im Kanton vergleichen!

      Luxor schrieb:

      Wenn ich nun allerdings die "ordentliche" Besteuerung berechne (Comparis), so komme ich (gemeinsam mit meiner Frau) auf eine Steuerlast von deutlich über 30.000 CHF (selbst bei Abzug von Einzahlungen für Säule 3a). Das wäre also erneut mehr als einzeln bei Comparis berechnet (wobei es in BL für unsere Konstellation ja wohl einen Heiratsvorteil gibt).
      Zweite Frage also: Habe ich falsch gerechnet oder werden wir deutlich nachzahlen müssen?

      Das hier keine 100%ige Aussage gemacht werden kann ist mir klar. Die Beträge unterscheiden sich allerdings so stark, dass ich mal nachfragen wollte.
      Ob es wirklich einen Heiratsvorteil (also für Eheleute) gibt, kann ich nicht beurteilen. In den meisten Schweizer Kantonen ist dies aber nicht so, sondern als verheiratetes Paar bezahlt man oft sogar mehr Steuern.
      Du kannst direkt auf der Webseite von Basel-Land nachschauen bzgl der Höhe der Quellensteuer: hier
      Die Tarife findest du hier


      Du musst dein Einkommen dann einfach durch 12 teilen, um auf den Monatslohn zu kommen. Für euch müsste Tarif BN gelten, wenn ihr nicht in der Kirche seid.

      Inwieweit ihr dann zusammen veranlagt werdet, weiss ich allerdings nicht. Diesen Fall habe ich nicht.

      Nur so viel: BL ist ab 120k Jahresgehalt von der Progression her deutlich schlechter als Basel-Stadt. Und BS ist auch schon kein Steuerparadies (für Schweizer Verhältnisse).

      Einen Steuerrechner habe ich auf die Schnelle nicht gefunden auf der Webseite von Basel-Land.



      VG basileus