Einen Monat vor Stellenantritt in der Schweiz melden?

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    • Einen Monat vor Stellenantritt in der Schweiz melden?

      Hallo,

      ich bräuchte mal ein bisschen Input zu dem im Titel genannten Thema.

      Mein Arbeitsvertrag beginnt am 1. Oktober. Bis dahin bin ich noch bei meinem deutschen Arbeitgeber angestellt (HomeOffice + Urlaub).
      Unsere Wohnung ist bereits ab 1. September bezugsbereit. Gerne würden wir auch Anfang September schon in die Schweiz, da wir bereits auf gepackten Kisten sitzen und es kaum mehr aushalten.
      Soweit ich das verstanden habe, muss man sich spätestens 2 Wochen nach dem Einzug bei der Gemeinde anmelden (zumindest im Aargau).

      Wäre ich nicht theoretisch für den letzten Monat bei meinem deutschen Arbeitgeber mit wohnhaft Schweiz bereits in der Schweiz steuerpflichtig?
      Gibt es da irgendeine Übergangsfrist oder so etwas?


      Über Tipps würde ich mich freuen!
    • Wäre ich nicht theoretisch für den letzten Monat bei meinem deutschen Arbeitgeber mit wohnhaft Schweiz bereits in der Schweiz steuerpflichtig?
      Nein, per se nicht.


      Zum Weiterlesen:
      handelskammerjournal.ch/de/ste…and-in-die-schweiz-teil-1
      haufe.de/finance/finance-offic…sk_PI11525_HI7334126.html

      Sogar deine Einkünfte aus der Schweiz für den Rest des Jahres unterliegen in Deutschland dann noch dem Progressionsvorbehalt.
    • Hoi Henning,

      als ich Deinen Beitrag bzw die Frage(n) gelesen habe musste ich sofort an das Buch von G. M. Wolf denken mit den Titel "Lebst DU schon ... oder funktionierst du noch?"

      Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich das Angebot bekommen mich binnen fünf Tage zu entscheiden meinen Job hier in der Schweiz anzutreten. PUNKT. Ich hatte nichts und gar nichts organisiert, keinen Vertrag, keine Sicherheit und auch nichts gepackt und ich hatte auch nie das Gefühl gehabt "ohhhh, ich kann es kam mehr aushalten...". Mir ging es verdammt gut in Deutschland und hatte damals keinen Grund Deutschland zu verlassen.

      Ich habe mir damals einen langen Spaziergang in meinen bayrischen Bergen gegönnt und dabei über all die Pros und Contras nachgedacht und die Entscheidung getroffen. Und am selben Abend griff ich noch zum Telefon und habe diesem Angebot zugesagt. Mich hat nur der Job interessiert, dieses wunderschöne Land und die echte Schweizer Kultur, welche ich aus früheren Arbeitsaufenthalten kannte. Ich habe auch nie Urlaub gemacht. Ich habe entschieden, den Job hier in der Schweiz zu machen. PUNKT. Fünf Tage später war mein erster Arbeitstag hier in der Schweiz. Arbeitsbeginn, 08:00Uhr, Anwesenheit ab 07:45Uhr und das zählt hier in diesem Land. Genau diese Entscheidung von damals trage ich heute noch so und bin genau so wie damals recht zufrieden.

      Damals haben mich deutsche Rechte, Vorschriften, Vorgaben und was weiss ich was für Zeitverschwendungen weder in Deutschland und auch nicht in der Schweiz interessiert. Alles was ich mitbrachte war ein einwandfreier Leumund, eine funktionierende Kreditkarte, mein Faltrad und mein Auto. Auch heute interessiert mich das nicht sonderlich.

      Heute, ein Jahr später, habe immer noch meinen einwandfreien Leumund, meinen Job hier in der Schweiz für weitere vier Jahre verlängert, habe noch immer meine funktionierende Kreditkarte, mein Faltrad und derweil ein neues Auto und auch nur, weil mein altes Auto unbedingt ein Mensch aus Russland wollte. OK, dann soll der das bekommen. Und zwischenzeitlich habe ich es auch geschafft eine für mich ansprechende Wohnung zu bekommen.

      Zusammenfassend kann ich Dir nur von mir berichten und mich haben nie im Leben monitäre Dinge, Vorschriften oder Vorgaben und Regelungen interessiert. Was geben mir ein paar Euros oder Stutz Stuervorteil/-nachteil. Das interessiert mich nicht. All das bringt die Zeit mit sich und man kann das nach Anforderung auch problemlos lösen, nicht nur in Deutschland, nicht nur in der Schweiz sondern überall auf der Welt. Ich kam hier an und sagte irgendwann zu meiner HR Dame "Marlene, kannst Du bitte für mich abklären was zu erledigen ist, damit ich hier in der Schweiz meinen Wohnsitz habe und legal bin". Meine Aufgabe ist es, dass ich gesundheitlich und mental top fit bin und als Adrenalin-Junkie mein Leben leben kann. Und dafür muss ich jeden Tag 24 Std arbeiten.

      Und mit Genugtuung kann ich Dir ehrlich sagen: "Jap, heute lebe ich und muss nur noch bedingt 8 Std funktionieren und habe genug Kraft mein neues Ziele zu erreichen - und ich werde es erreichen""

      Mein Tip: Nimm jetzt danach sofort Deine Kisten, leg los und sehe nie zurück. Alles andere ist Zeitverschwendung. Du schaffst das und Du kannst bereits in ein paar Std in Basel sein.

      It´s your live, it´s your decision

      Viel Glück

      Koadl

      ........und lass uns morgen wissen, wann Du in AG angekommen bist und ob Du gute Insider-Tips für den Kanton oder Basel brauchst.
    • Hallo und danke für die Beiträge,


      ich glaube, ich wurde jedoch falsch verstanden. Mir geht es nicht darum, dass ich Steuern spare oder dem Fiskus ein paar hundert Franken schulde. Ich hätte wahrscheinlich die Frage etwas direkter stellen sollen:


      Wenn ich einen Monat vor meinem Stellenantritt in der Schweiz bin und noch für meinen deutschen Arbeitgeber arbeite - arbeite ich dann nicht schwarz? Kann es hier (ernsthafte) Probleme geben? Gibt es hier Erfahrungen?


      @Koadl Ich freue mich für dich, dass du als Adrenalin-Junkie dein Leben leben kannst und mit einer Kreditkarte und deinem Klappfahrrad durch die Welt fährst. Andere haben diese Freiheit durch familiäre Verpflichtungen jedoch nicht (mehr). Dass meine Kinder aufgrund eines ungewissen Sozialversicherungsstatus keine Kranken- oder Unfallversicherung haben, ist für mich weitaus wichtiger als meine Freiheit oder morgen in der Schweiz zu sein.
    • Henning schrieb:

      Wenn ich einen Monat vor meinem Stellenantritt in der Schweiz bin und noch für meinen deutschen Arbeitgeber arbeite - arbeite ich dann nicht schwarz? Kann es hier (ernsthafte) Probleme geben? Gibt es hier Erfahrungen?


      Schwarz würdest du arbeiten, wenn dein deutscher Arbeitgeber weder Steuern noch Sozialabgaben abführt - was ja nicht der Fall sein wird. Für das Übergangsjahr bist du quasi eh ein beiden Ländern steuerpflichtig - wobei in einem Land dann meist nur ein Progressionsvorbehalt für das andere Einkommen gilt.
      Das Problem wäre eher, dass du für diesen einen Monat als "Grenzgänger andersherum" wirst, was bürokratischen Aufwand bedeuten könnte.

      Ich würde versuchen es so zu drehen, dass du dich wirklich erst dann aus Deutschland ab- und in der Schweiz anmeldest, wenn deine Anstellung in Deutschland beendet bist.
      Dann zahlst du für deinen Job in der Schweiz nur wie üblich die Schweizer Quellensteuer und in Deutschland für den Rest des Jahres vermutlich den Progressionsvorbehalt auf das in der Schweiz erzielte Einkommen in den letzten drei Monaten des Jahres.
    • lieberjott schrieb:

      Das Problem wäre eher, dass du für diesen einen Monat als "Grenzgänger andersherum" wirst, was bürokratischen Aufwand bedeuten könnte.
      Danke für die Antwort... das habe ich leider befürchtet und hier auf eine "Übergangsfrist" o.ä. gehofft... Denn das wäre wahrscheinlich zu viel Stress..

      lieberjott schrieb:

      Ich würde versuchen es so zu drehen, dass du dich wirklich erst dann aus Deutschland ab- und in der Schweiz anmeldest, wenn deine Anstellung in Deutschland beendet bist.
      Ich bräuchte ja wahrscheinlich die Abmeldung, um Anfang September über den Zoll zu kommen, richtig?
    • Henning schrieb:

      Ich bräuchte ja wahrscheinlich die Abmeldung, um Anfang September über den Zoll zu kommen, richtig?
      Ich glaube da gibt es widersprüchliche Angaben. Siehe auch: ezv.admin.ch/ezv/de/home/infor…--uebersiedlungsgut-.html


      EVZ schrieb:

      Zuziehende aus den 25 ersten EU-Staaten sowie aus den EFTA-Staaten müssen keine Zusicherung einer Aufenthaltsbewilligung vorlegen. Sie weisen die Wohnsitzverlegung mit anderen Mitteln nach (Arbeitsvertrag, Mietvertrag, Abmeldebestätigung im Abgangsland).
      Also wenn du Arbeitsvertrag und Mietvertrag hast, dann ist das ja schon ein deutlicher Hinweis.
      Auch wenn hier Leute schon berichtet haben, dass manch ein Zöllner wohl die Abmeldebestätigung sehen wollte.
      Ich würde halt diesen Monat sehen als "ich bringe schonmal ein paar Kisten mit Hausrat in die Schweiz und fange schon mal an, die Wohnung etwas herzurichten, aber eigentlich lebe ich noch in Deutschland". Zumal du ja auch mehrere Fahrten machen darfst, um dein Umzugsgut einzuführen.
    • Hallo,

      zu dem Thema hätte ich noch eine Frage im Hinblick auf die (obligatorische?!) Unfallversicherung:

      Wir planen Anfang Januar umzuziehen und hatten geplant uns auf den Jahreswechsel in der Schweizer Gemeinde an- und in Deutschland abzumelden. Damit sollte es mit der Steuererklärung etc. am einfachsten sein und wir hätten noch einen Monat Zeit das Auto umzumelden (hoffe das reicht für MFK, Kontrollschilder etc.) und sonstige organisatorische Dinge zu erledigen.

      Mein Arbeitsbeginn ist am 1.2., d.h. ich müsste für den Januar noch eine Unfallversicherung abschliessen, weil ich erst ab da über den Arbeitgeber versichert bin. Ist das richtig? Hat jemand Erfahrung damit, ob das die Versicherung so mitmacht oder ob die nur Verträge für ein ganzes Jahr abschliessen?

      Grüsse!
    • Ich würde die in Frage kommenden Krankenversicherungen direkt anfragen.
      Sprich: Wenn du die in Schweiz ziehst, dann die Grundversicherung mit Unfalldeckung abschliessen.
      Wenn du deinen Job antrittst, dann mit Hinweis darauf die Police bei der Krankenversicherung anpassen. Sollte eigentlich kein Problem sein.

      Bei Sympany beispielsweise scheint man Unfalldeckungen problemlos auf monatsbasis ein- bzw. ausschliessen zu können:
      sympany.ch/de/privatkunden/ser…nfalldeckung-aendern.html
    • Super! Vielen Dank für die schnelle Antwort und den guten Hinweis mit der monatlichen Änderungsmöglichkeit.

      Es ist wirklich toll, dass es hier so viele Hilfsbereite gibt, die einem mit ihren Erfahrungen und Tipps ein wenig die Sorgen nehmen und unter die Arme greifen können. Und natürlich, dass es das Forum überhaupt gibt und es so gut gepflegt wird. Grosses Lob an dieser Stelle! :)

      Viele Grüsse!