Als frischgebackene Rechtsanwalts- und Notarsfachangestellte in die Schweiz

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    • Als frischgebackene Rechtsanwalts- und Notarsfachangestellte in die Schweiz

      Hallo zusammen! ^^

      Ich habe nun lange nach einem "passenden" Forum für meine Fragen gesucht und hoffe hier Menschen anzutreffen, die eventuell in einer ähnlichen Situation waren/sind und mir meine Ängste nehmen können.
      Doch aktuell bin ich für so ziemlich jeden Rat und Tipp dankbar.

      Ich beende im Sommer 2020 (ca. Juni/Juli) meine 3-jährige Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarsfachangestellten. Das Berufsfeld und auch ein breites Spektrum des Jobs an sich bereiten mir viel Spaß und ich möchte auch gern in diesem Bereich bleiben, allerdings karrieretechnisch noch etwas weiter aufwärts. Nach Abschluss meiner Ausbildung möchte ich zu meinem langjährigen Freund in die Schweiz ziehen, möchte aber keineswegs meine Selbstständigkeit verlieren und ihm auf der Tisch liegen etc., weshalb ich mir, seit der Beschluss bzgl. des Umzuges steht, tagtäglich Gedanken um meine berufliche Laufbahn mache.

      Auf den Websites der Schweizer Jobbörsen habe ich haufenweise Stellenausschreibungen für den Rechtsbereich gefunden und ich bin inzwischen relativ sicher, dass meine Ausbildung auf den Job der "Anwaltsassistentin" dort zutrifft.
      Ich bin sehr sicher in der Englischen Sprache, sowohl schriftlich als auch mündlich. Vor der Ausbildung habe ich meine Allgemeine Hochschulreife mit 2,5 gemacht und meine bisherigen Berufsschulzeugnisse liegen bei 1,0 und 1,2.

      1. Ich will mich unbedingt so gut wie möglich auf die Anforderungen vorbereiten, weshalb ich vor einiger Zeit begonnen habe etwas Französisch zu lernen. Ist das eurer Meinung nach "nicht unbedingt notwendig" oder sollte ich das auf jeden Fall tun?
      Ist die französische Sprache dort im Berufsalltag allgegenwärtig und erhöht ein gewisses Französisch-Level die Chancen auf einen Job sehr?

      Die nächste Frage ist eventuell zu fachbezogen, aber vielleicht lande ich ja einen Glückstreffer und hier findet sich jemand aus diesem Berufsfeld :saint: :

      2. Ich lerne ja nun in meiner Ausbildung die gesamten Vorgänge bezogen auf das Deutsche Recht - wie sieht es denn da aus mit dem "Schweizer Recht": welche Gesetze sind dort für den Alltag in einer Kanzlei wichtig? Kann ich eventuell bereits jetzt einige Dinge "vorlernen"? Könnten diese nationalen Gesetzesunterschiede zum Problem für die Jobsuche werden?
      Oder kennt hier vielleicht jemand eine Website, die für diese fachbezogenen Fragen ein gutes Forum ( :D ) darstellt?

      3. Außerdem hatte ich geplant, ab ca. Dezember 2019 / Januar 2020 Bewerbungen in die Schweiz zu schicken, natürlich mit dem Hinweis auf den Umzug etc.. Ist das ein guter Zeitraum? Ich hatte mir nämlich eigentlich als Ziel gesetzt: erst einen Job gesichert, dann der Umzug in die gemeinsame Wohnung mit uns beiden im Mietvertrag. Habt ihr eventuell Tipps für eine Bewerbung "auf Distanz"? Kann man so etwas wie ein Videoanruf-Bewerbungsgespräch anbieten? Wobei ich vorhabe in den Osterferien 2020 alle mir möglichen persönlichen Bewerbungsgespräche zu legen.

      Ich hoffe Ihr Lieben könnt meinem Wirrwarr zu dieser späten Stunde folgen :S und habt vielleicht den ein oder anderen Ratschlag für mich, egal ob bzgl. des Berufsfeldes oder zur bestmöglichen Vorbereitung.
      Ich bin wirklich motiviert und knie mich enorm in Arbeit und Schule rein - mache ich mir zu viele Sorgen? :/

      Lieben Gruß

      May :CH:
    • Da es bisher keine Antwort gab, versuche ich es mal, vor allem zu Punkt 2:)

      Ja, das Schweizer Rechtssystem ist anders. Klar ist manches ähnlich oder vielleicht sogar fast gleich, aber Fakt ist nunmal, dass sich das Schweizer Rechtssystem unabhängig vom Deutschen entwickelt hat. Es gibt daher definitiv Unterschiede. Eine Harmonisierung gibt es höchstens im Zuge der Übernahme von Richtlinien oder Gesetzen aus der EU.
      Ansonsten stellt sich auch die Frage, um welche Rechtsgebiete es geht (Zivilrecht, Strafrecht etc?). Ein wichtiger Teil im Zivilrecht ist das so genannte Obligationenrecht. Kannst ja mal reinschauen und dir ein eigenes Urteil bilden.
      Ich kann nicht beurteilen, inwiefern du für deinen Job bezüglich der Gesetzeslage sattelfest sein musst.

      Aber klar dürfte wohl sein: Ja, diese Unterschiede werden ein Nachteil sein - es sei denn, es gibt einen absoluten Mangel an entsprechenden Kräften. Denn Fakt ist, dass du inhaltlich nicht auf dem gleichen Stand wie deine Schweizer Kollegen wärst. Ich weiss nicht, ob es gute Lektüre gibt, welche hier den Ein- oder Umstieg erleichtern - da musst du vielleicht mal selber recherchieren.

      Dann noch zu Frage 1: Es wird immer gern gesehen und oft auch erwartet, dass du mindestens zwei der Schweizer Landessprachen sprichst (Deutsch ist mal eine - Englisch ist keine). Hängt aber auch von der Region ab. In Zürich oder St. Gallen kräht vielleicht kein Hahn mehr danach. In Basel oder Bern hingegen könnte es eine Rolle spielen. Unabhängig davon würde ich dir raten, dir ein paar Französisch-Basics anzueignen, da auch die Westschweiz zur Schweiz gehört und es sich definitiv lohnt, auch dort mal Zeit zu verbringen (und sei es nur ein Ausflug) - um festzustellen, was auch noch Schweiz ist. Irgendwie gleich und doch auch ganz anders.