Kirchensteuer Schweiz / Steuererklärung

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    • Kirchensteuer Schweiz / Steuererklärung

      Hallo,



      Hatte bisher einen B-Ausweis in der Schweiz aufgrund meines Studiums und kein Einkommen, daher auch nicht steuerpflichtig.
      Jetzt habe ich eine Arbeitsstelle gefunden, und arbeite dort auf Saison, von November bis April. Aufenthaltsgenehmigung ist L.

      Ich habe folgende zwei Fragen:

      - Im Arbeitsvertrag wird mir (ander als in Deutschland bei meinem Ausbildungsvertrag) keine Kirchensteuer abgezogen. Ich bin in Deutschland Mitglied bei der evangelischen Kirche und in dem entsprechenden Kanton existiert auch eine Kirchensteuer. Was muss ich nun tun, um keine Steuer zu hinterziehen? Mich mit dem Arbeitgeber in Verbindung setzen, mit der Kirche oder dem Finanzamt dort?

      - Wenn meine Arbeitsstelle von November bis April geht, wann muss ich dann die Steuererklärung einreichen? Ende März 2020 oder Ende März 2021?


      Ich bedanke mich für eure Hilfe.
    • Hoi MacDonald

      wir sind in Deutschland auch noch in der Kirche - also nicht ausgetreten - zahlen dort nichts, da wir dort kein Einkommen generieren und nicht mehr gemeldet sind.

      Hier sind wir aus der Kirche ausgetreten - geht online mit einem Formular - und zahlen daher keine Kirchensteuer.
    • Hoi,

      ich würde mich an deiner Stelle mit dem Arbeitgeber in Verbindung setzen. Der behält deine Quellensteuer ein (je nach Tarif mehr oder weniger).

      Bzgl Steuererklärung: so lange du nicht über 10'000 CHF Monatsverdienst hast, wirst du keine Steuererklärung machen müssen. Dein AG behält die volle Quellensteuer und zahlt diese an die Steuerverwaltung in deinem Wohnkanton.
      Du kannst aber eine Korrektur zur Quellensteuer einreichen (z.B. bei Werbungskosten). Diese wäre dann bis Ende März 2020 einzureichen für Nov/Dez 2019 und bis Ende März 2021 für Jan-Apr 2020.


      VG basileus
    • Hallo,


      Ich bedanke mich für eure Hilfe!


      Allerdings hätte ich noch ein paar Nachfragen:

      @Kerstin
      Aber ich möchte in der Kirche sein, und dementsprechend meine Kirchensteuer bezahlen. Hier werde ich mich dann nach basileus mit dem AG in Verbindung setzen.

      @basileus
      Danke für deine Hilfe! Dass ich bei unter 10.000 CHF keine Steuererklärung einreichen muss, war möchten nicht bekannt. Wie cool ist das denn?

      - Es gibt allerdings den Fall, dass spezielle Nebeneinkünfte steuerpflichtig sind. (Unter 10.000 CHF und über 10.000 CHF)
      Hier möchte ich eine Steuererklärung abgeben, da ich einen nicht gerade geringen Betrag zurück bekommen würde, bei eben Abgabe der Steuererklärung.
      Ist es mir dann möglich, das zu machen? Ansonsten würde mir unter Umständen einiges an Geld verloren gehen.

      - Ich habe auf einer Website gelesen, dass wenn ich nicht zum 31.12 wegziehe in Deutschland für die November + Dezember in Deutschland eine Steuererklärung abgeben muss. Da ich ja dann im Ausland arbeitstätig bin. Auch wenn ich in Deutschland noch eine abgeben musste (hatte ja nur einen Ausbildungsvertrag.).
      Stimmt das? Das wäre umständlich.
    • Hoi MacDonald (erinnert mich grad ein bisschen an das Kinderlied "Old MacDonald had a farm" ;) ),

      du kannst auch freiwillig eine Steuererklärung abgeben. Die Frage ist aber, ob sich das für dich lohnt. Je nachdem ob deine Gemeinde (also dein Wohnort) eine niedrigere oder höhere Steuerbelastung hat als die Quellensteuer (ca. Durchschnitt aller Gemeinden im Kanton), kommst du evtl sogar schlechter weg als mit Quellensteuer.
      Du kannst das ungefähr über Comparis vergleichen. Einmal mit dem Steuerrechner (das wäre der für Schweizer und Leute mit C-Bewilligung) und dann nochmal mit dem Rechner für Quellensteuer. Da hast du ungefähr eine Idee.

      Für die freiwillige Abgabe musst du die Steuerverwaltung in deinem Wohnkanton kontaktieren. Bei mir in Basel-Stadt hätte ich dafür eine Steuernummer benötigt (das ist nicht die AHV-Nummer!), da das Programm zum Einreichen der Steuererklärung eine solche zwingend benötigt. Ich hatte mich damals dagegen entschieden und "nur" eine Tarifkorrektur eingereicht.

      Falls du einen Wohnsitz in Deutschland hast, dann musst du in der Tat für Nov/Dez eine Steuererklärung in Deutschland einreichen. Dein Schweizer Einkommen erhöht dann deine Progression, aber so lange du kein Einkommen in Deutschland hast bezahlst du dort keine Steuern. Der Wegzug zum 31.12. ist meiner Meinung nach nicht das Kriterium, sondern dass du ab November Geld verdienst. Mit der deutschen Steuererklärung hast du aber Zeit bis Mai 2020.


      VG basileus
    • Hallo Basileus,

      Danke für die Antwort. Aber das verstehe ich nicht so ganz:

      Angenommen ich habe ein Nebeneinkuft von 100.000 CHF und bin verpflichtet dies mit 30% zu versteuern, bekomme allerdings durch die Steuererklärung die 30% zurück. Wenn ich es nicht mache, würden mir 30.000 CHF verloren gehen. Kann der Steuersatz überhaupt so hoch sein, dass sich das nicht lohnt?

      (Also habe nicht wirklich so viel, aber dass ich ein Gefühl bekomme ab wann es sich eben lohnt und wann nicht.)

      Und wie funktioniert das dann genau? Denn die Quellensteuer habe ich ja bereits über den AG bezahlt. Bedeutet das, dass das Steueramt eben durch die Steuererklärung mir einen Steuersatz X berechnet, die Quellensteuer und die bezahlen 30% gegenrechnet und mir dann entweder auszahlt oder noch fordert?

      Den Rechner habe ich leider nicht gefunden, nur ein Verzeichnis der Kantone :/.


      Die Steuererklärung in Deutschland muss ich aber nicht einreichen, wenn ich zu Arbeitsbeginn schon in Deutschland abgemeldet bin oder?

      Vielen Dank und liebe Grüße
    • Hallo MacDonald,

      mir fällt jetzt grad kein Fall ein, wo man steuerfreie Nebeneinkünfte (bzw Netto=Brutto) haben könnte. Vielleicht musst du konkreter sagen, um welche Nebeneinkünfte es sich handelt.
      Bzgl Steuerhöhe musst du einfach mal die Steuertabellen der verschiedenen Kantone anschauen. Diese unterscheiden sich teilweise schon sehr (Zug = sehr niedrig, Westschweiz = hoch bis sehr hoch - für Schweizer Verhältnisse).
      Die Quellensteuer für Basel-Stadt findest du z.B. hier
      Um als Alleinverdiener auf eine Steuerhöhe von 30% zu kommen, müsstest du 51'000 CHF pro Monat verdienen. Falls du solch einen Job findest, kannst du mir gerne eine PN schicken ;)

      Den Comparis Quellensteuerrechner findest du hier. Der ist selbsterklärend.
      Den Comparis Steuerrechner findest du hier. Dort musst du dein Nettoeinkommen angeben (ist etwas schwierig, da man mit B-Bewilligung Quellensteuer bezahlt). Als Daumenregel: Nettoeinkommen = Bruttoeinkommen - AHV/ALV/EO - Prämie Pensionskasse - (evtl KTG)

      Dort kannst du z.B. eingeben: Aarau, ledig, Einkommen von 100'000 CHF. Im nächsten Screen kannst du auswählen, dass alle Gemeinden im Wohnkanton verglichen werden.

      Dann bekommst du ein Gefühl, ob deine Gemeinde eher günstiger oder teurer ist.



      MacDonald schrieb:

      Bedeutet das, dass das Steueramt eben durch die Steuererklärung mir einen Steuersatz X berechnet, die Quellensteuer und die bezahlen 30% gegenrechnet und mir dann entweder auszahlt oder noch fordert?
      Genau so funktioniert das. Die Steuerverwaltung berechnet deinen Steuersatz und zieht deine bisherige Quellensteuer ab. Je nach Gemeinde bekommst du dann entweder etwas zurück oder musst noch etwas nachzahlen.

      Falls du von Januar bis Oktober noch in Deutschland gearbeitet hast, musst du dort auch noch eine Steuererklärung abgeben.


      VG basileus