Umzug (Übersiedlungsgut) mit teilweise neuen Möbeln

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    • Umzug (Übersiedlungsgut) mit teilweise neuen Möbeln

      Hallo zusammen,

      ich wandere zum Jahreswechsel in die Schweiz aus. Arbeitsvertrag und Mietvertrag sind unterschrieben und die Umzugswägen sind schon für den Umzugstag reserviert :CH:

      Eigentlich habe ich mich schon ganz gut informiert.
      Wozu ich aber kaum Informationen finde ist zur Zollgebühr für Möbel, wenn diese nicht schon mindestens 6 Monate alt sind.
      Bei uns betrifft das konkret eine neue Couch, die wir bestellt hatten bevor der Umzug in die Schweiz sicher war.

      Irgendwo hatte ich 8% gelesen, das war aber keine offizielle Seite vom Zoll.
      Kann das jemand bestätigen?
    • Guten Morgen Clyde, entschuldige vielmals, ich wusste nicht, dass Eure Couch noch originalverpackt ist und damit eindeutig zeitlich taxierbar. Generell konnte ich bei meinen Ländersprüngen immer wieder feststellen, dass ich mir wegen meines Hausrats und der Verzollung im Vorfeld stets zu viele Gedanken machte. Über einzelne Gegenstände, ein Regal aus Edelstahl und Glas einfach als Metall-Regal deklarierte und Bronze-Skulpturen als Metall-Figuren. Zudem noch Ausfuhr-Genehmigungen eingeholte für antike Möbel und dann hat das beim Zoll bisher nie einen Zöllner näher interessiert. Vielleicht ist die Schweiz da anders. Winke :)
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      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Die aktuelle Mehrwertsteuer beträgt in der Schweiz 7.7%, 8% ist noch der alte Wert. Mit der Abgabe der Mehrwertsteuer müsstest du bei Neuwaren im Umzugsgut rechnen. Eine Couch unterliegt auch keinen Freimengen, wie Fleisch und Milch, damit sollten auch keine Zollgebühren anfallen. Eine exakte Angabe habe ich im Zusammenhang mit dem Umzug aber nirgends finden können. Aber wenn ich mal dem Umzug bei Seite lasse und generell Ware für den privaten Gebrauch in die Schweiz einführe, gilt sofern keine Freimengen überschritten werden die einfache Versteuerung. Hier hatte ich das mal übersichtlich zusammengefasst: Einfuhrbestimmungen Schweiz für den privaten Gebrauch.

      Der Schweizer Zoll schreibt auch noch folgendes: Waren, für welche die Bedingungen für eine Abgabenbefreiung nicht erfüllt sind (z. B. keine 6-monatige Benutzung im Ausland vor Wohnsitzverlegung), müssen am Schluss der Liste oder auf einer separaten Liste aufgeführt werden, unter dem Titel „zu verzollende Waren" und mit Angabe des Warenwertes (die Vorlage der Kaufbelege erleichtert die Verzollung).

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Freimengen, Zoll, Einfuhr...bei dem Thema weise ich gerne darauf hin, dass der Schweizer an sich zum Thema Eingruppierung in Zolltarife gerne im Zirkularverfahren Ergänzungen zu den sogenannte schweizerische Erläuterungen verfasst, die ihn ziemlich flott zu den völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz bringen. Der frühere Bundesrat Merz hat dazu mal ein Beispiel geliefert, ein Klassiker den man kennen muss :)

      Video Merz
    • Hallo,

      ich muss nochmal nachfragen, weil ich habe es wohl nicht ganz verstanden:

      Wenn mein Umzugsgut (teilweise) neuer als 6 Monate ist, muss ich es beim Zoll entsprechend deklarieren und die Schweizer MwSt auf den Waren(neu?)wert entrichten?!

      Und wenn diese Sachen einem Einfuhrzoll unterliegen, kommt der noch obendrauf? ?(

      Ich hatte mir unter xtares.admin.ch/tares/ die Zölle angesehen und immer gedacht, wenn hier bei Zollansätze 0,00 Fr. steht, dass die Einfuhr dann komplett frei ist. Egal wie alt die Sachen sind. Oder auch wenn ich zu einem späteren Zeitpunkt etwas in D kaufe und einführe. Aber das ist wohl falsch, weil zumindest die MwSt. immer obendrauf kommt (ausser ich bleib unter der Freigrenze von 300 Fr.).

      Merke gerade, dass ich bei den Punkten wohl etwas naiv war, obwohl ich dachte, ich hätte mir alles richtig angeschaut... ||
    • Ja, was weniger als 6 Monate im Gebrauch ist muss versteuert werden. Wie hoch die Freigrenze beim Umzugsgut ist kann ich dir leider so nicht sagen, da ich da nichts offizielles vom Zoll gefunden habe. Insbesondere bei offensichtlicher Neuware, wäre ich bei der Einfuhr vorsichtig. Ein originalverpackter Fernseher, Sofa usw. erregt durchaus das Interesse der Zöllner.

      Markus Schulz schrieb:

      Der frühere Bundesrat Merz hat dazu mal ein Beispiel geliefert, ein Klassiker den man kennen muss :)

      Video Merz
      Danke dafür Markus, gehört einfach ins Pflichtprogramm jedes Neu-Schweizers. Nach zwei Minuten beginnt der witzige Teil. :D So sympathisch insbesondere die Schlusssekunden. :CH:
    • "Das zur Diskussion gewürzte Fleisch von Tieren der Rindviehgattung wird unter der Zoll-Tarifnummer 1602.5000 099 ( Schlüssel 914 ) außerhalb des Zollkontingentes veranlagt...."

      @Maik, der Clip ist lustig und peinlich für die Institution zugleich. Zeigt er doch, wie "hochgedreht" diese ganze Gesetzgebung schon wieder ist, nicht nur in CH. Und gepfeffertes Fleisch ist sogleich gewürztes Fleisch, braucht es diese Klassifizierung? Fahre ich mein Fleisch von Spanien nach Litauen, um es dort günstig pfeffern zu lassen und dann erst in die Schweiz; und der Zoll "plombiert" diesen Schritt mit einer anderen Warengruppe, echt Gaga diese ganzen Vorschriften. Aber war interessant zu sehen den Clip :) Danke
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    • Markus Schulz schrieb:

      Kommt drauf an ob bei Deinem dann gepfefferten Fleisch der Würzstoff mit blossem Auge erkennbar ist, @Amadeus
      Nein, es ist Magic-Peper, unsichtbar und zudem entfaltet erst seinen vollen würzigen Geschmack beim Empfänger. :) :D

      Aber es geht ja nicht darum, gepfeffertes Fleisch am Schweizer Zoll vorbei zu schmuggeln. Dieser Hinweis muss sein in diesem Thread. 8)
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    • Maik schrieb:

      Der Schweizer Zoll schreibt auch noch folgendes: Waren, für welche die Bedingungen für eine Abgabenbefreiung nicht erfüllt sind (z. B. keine 6-monatige Benutzung im Ausland vor Wohnsitzverlegung), müssen am Schluss der Liste oder auf einer separaten Liste aufgeführt werden, unter dem Titel „zu verzollende Waren" und mit Angabe des Warenwertes (die Vorlage der Kaufbelege erleichtert die Verzollung).
      Danke, der Hinweis mit der extra Liste hat uns noch gefehlt :)
    • Leider haben sich ganz neue Probleme ergeben.

      1) Der Zoll kann eine Abmeldebestätigung verlangen, das ist aber in meinem Fall (Umzug über zwei Wochen vor Abmeldung) noch überhaupt garnicht möglich. Die Abmeldung in Deutschland kann laut Meldegesetzt frühstens 7 Tage vorher geschehen. Habe diesbezüglich bei der Eidgenössischen Zollverwaltung angerufen und habe die Auskunft erhalten, dass man für den Umzug so viele Unterlagen wie möglich mitbringen soll. Also werde ich versuchen schon vorab online die Aufenthaltsbewilligung zu beantragen und hoffen, dass der Zöllner damit zufrieden ist.

      Bundesmeldegesetz (BMG) schrieb:

      Die Abmeldung einer Wohnung bei der Meldebehörde ist nur erforderlich, wenn nach dem Auszug aus einer Wohnung keine neue Wohnung in Deutschland bezogen wird. Dies ist z.B. der Fall, wenn Deutschland verlassen, also der Wohnsitz in das Ausland verlegt wird, oder eine Nebenwohnung aufgegeben wird. Eine Abmeldung ist frühestens eine Woche vor dem Auszug möglich, sie muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug bei der Meldebehörde erfolgen.

      2) Wir wollten nach langem hin und her privat mit einem 7,5t LKW den Umzug durchführen, da wir doch ein paar Kubikmeter haben. Aber da gibt es so viele Fallstricke, die man beachten muss, dass wir davon wieder abgekommen sind.
      Kalkulieren Sie zudem Staus unbedingt mit ein. Ein 7,5-Tonner gilt in der Schweiz als Lkw. Das bedeutet, dass auch für diese Art von Fahrzeugen ein Fahrverbot in der Nacht und am Wochenende besteht. Werktags besteht ein Nachtfahrverbot von 22:00 bis 5:00 Uhr.
      Das bedeutet, dass man sich an der Grenze im Stau hinter allen LKWs einreihen muss, was unter Umständen mehrere Stunden dauern kann. Die Maut berechnet sich nach Gewicht und tatsächlich gefahrenen Kilometern (Schwerverkehrsabgabe SVA), dazu muss man sich an der Grenze mit Kilometerstand bei der Einreise registrieren und bei der Ausreise wieder "abmelden". Der Differenzbetrag wird dann über eine Tankkarte abgerechnet (die wir nicht besitzen). Das wäre in unserem Fall zwar günstiger als zwei Jahrespickerl für zwei Sprinter, aber der nicht kalkulierbare zeitliche Aufwand und das Risiko, dass es dann doch nicht so reibungslos klappt, lässt uns jetzt noch einmal zurück zu zwei Sprinter (mit Koffer) umplanen.



      to be continued...