Ein Jahr Aufenthalt in der Schweiz - Fragen zu Wohnsitz, Doppelbesteuerung und KFZ-Einfuhr

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    • Ein Jahr Aufenthalt in der Schweiz - Fragen zu Wohnsitz, Doppelbesteuerung und KFZ-Einfuhr

      Hi ihr Lieben,
      ich lese seit ein paar Tagen hochinteressiert bei euch mit und trotzdem fällt es mir schwer eine Lösung für mein Problem zu finden. Vielleicht hat ja zufällig jemand von euch eine Idee - Ich wäre jedenfall unendlich dankbar!
      Kurz zu meiner Situation:
      - ich ziehe am 1. Dezember 19 in die Schweiz und werde dort als Angestellter im Spital zu arbeiten beginnen (vorraussichtlich 1 Jahr mit L-Bewilligung, dann möchte ich zurück nach Deutschland)
      - ich besitze einen Kastenwagen, der seit 1,5 Jahren als Wohnmobil auf mich zugelassen ist.
      - Ich bin zur Zeit noch in meiner ehemaligen WG in Berlin gemeldet (dort ist auch das Auto angemeldet)


      Welche Lösung ist nun die Beste für mich:
      1. Eintragen als Übersiedelungsgut in der Schweiz, danach postalisch in Berlin den Wohnsitz abmelden (wird das Auto dann automatisch mit abgemeldet?) und versuchen nach §42 einen Empfangsbevollmächtigten in Deutschland zu bestimmen?
      2. Das Auto und mich selbst bei meinen Eltern melden und das Jahr über gemeldet bleiben (Gefahr der Doppelbesteuerung meines Einkommens trotz Doppelbesteuerungsabkommen? und Gefahr dass die Anmeldung dort nicht rechtens ist weil mein Lebensmittelpunkt ja in der Schweiz sei)
      3. Das Auto komplett in Schweiz überführen dort anmelden und nach einem Jahr das ganze wieder retour? (Das wäre natürlich die einfachste aber auch teuerste Möglichkeit)
    • Hallo Mexx

      Die Gefahr einer Doppelbesteuerung sehe ich bei dir spontan nicht. Wenn du deinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz hast und weder Frau noch Kinder in Deutschland hast, wirst du in der Schweiz besteuert. Egal ob du noch einen deutschen Wohnsitz hast.

      Wenn du direkt vorhast maximal ein Jahr in der Schweiz zu bleiben würde ich dir die Zollbewilligung 15.30 empfehlen. Wirst du hier im Forum auch immer wieder im Zusammenhang mit der PKW-Einfuhr antreffen. Mit dieser Bewilligung darfst du dein Fahrzeug maximal zwei Jahre in der Schweiz unverzollt benutzen. Innerhalb dieser Zeit musst du dich dann entscheiden ob du das Fahrzeug in die Schweiz einführen (verzollen und versteuern) möchtest oder wieder zurück nach Deutschland bringst. Das Ganze macht aber nur so Sinn, wenn die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass du spätestens innerhalb von zwei Jahren zurückgehst und das Fahrzeug weniger als 6 Monate von dir benutzt wurde.

      ezv.admin.ch/ezv/de/home/infor…ffe--flugzeuge-usw--.html

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Vielen Dank für die schnelle Antwort!
      Welche nachteile hätte ich denn das Fahrzeug als Übersiedelungsgut einzuführen? Also was spricht für 15.30 und was für 15.44 als Übersiedelungsgut?
      Aktuell würde ich mich einfach in Deutschland abmelden und dann in einem Jahr wieder anmelden. In der Zwischenzeit das Auto dann auf meinen Vater zulassen.
      Würde ich mir nicht ohne Nachteile zu befürchten mit der Einfuhr als Übersiedelungsgut mehr Optionen offenhalten?
    • Also laut diesem Link der Zollverwaltung ist es komplizierter:

      ezv.admin.ch/ezv/de/home/infor…der-schweiz-benutzen.html

      Hier wird bei Wohnsitz in der Schweiz das 15.30 eigentlich nicht angeboten, nur wenn man einen Wohnsitz im Ausland hat. Unabhängig davon gilt auch bei 15.30 dass das kantonale Verkehrsamt darüber entscheidet ob Kontrollschilder von Nöten sind. Einfach mit den deutschen Kennzeichen weiterfahren ist auch versicherungstechnisch nicht ohne weiteres möglich. Insofern erscheint doch eine reguläre Einfuhr sinnvoll, allerdings löst das auch Kosten bei der Immatrikulation und der zwingenden MFK aus.

      Das Auto auf den Vater zulassen und dann in der Schweiz nutzen geht natürlich nicht wenn Wohnsitz in der Schweiz genommen wird. Siehe dazu auch den Link der Zollverwaltung. "Dies gilt auch für Fahrzeuge, die ihnen Verwandte oder Bekannte aus dem Ausland zum Gebrauch überlassen möchten"

      Auch bei dem Modell müsste obendrein die deutsche Versicherung mitspielen, was i.d.R. nur für eine Übergangsfrist ("unverzügliche Anmeldung beim KVA") möglich ist, wenn ein Fahrzeug gewöhnlich im Ausland verwendet wird.

      Bei diesen Dingen immer bedenken dass die Schweiz nicht in der EU ist, innerhalb der es einfacher zu regeln ist.
    • Richtig, spätestens nach einem Jahr muss das Fahrzeug Schweizer Kontrollschilder aufweisen. Da das Fahrzeug auf den Vater zugelassen ist, kann Mexx sicher aber darauf berufen:

      Zoll Info Broschüre schrieb:

      Wurde das Fahrzeug weniger als sechs Monate im Ausland verwendet, kann das Fahrzeug mit einer Zollbewilligung (Formular 15.30) während maximal zwei Jahren ab dem ersten Einreisetag in der Schweiz unverzollt benutzt werden. Nach Ablauf der zweijährigen Frist muss das Fahrzeug entweder verzollt (Abgabenerhebung: Zollabgaben, Automobil- und Mehrwertsteuer) oder wieder ausgeführt werden.