Fragen zur Einwanderung in die Schweiz/Selbstständigkeit

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    • Fragen zur Einwanderung in die Schweiz/Selbstständigkeit

      Hallo und Grüezi miteinand,

      ich bin 34 Jahre alt, deutscher Staatsbürger und meine Lebensgefährtin ist Schweizerin, lebhaft im Kanton Luzern.

      Ich arbeite momentan sowohl in einem Angestellten- als auch in einem selbstständigen Arbeitsverhältnis in Deutschland.
      Möchte dann in der Schweiz nur noch selbstständig arbeiten, ist dafür die Ausländerbescheinigung B die richtige?

      Auf dem Formular macht es den Eindruck, als müsste die (Schweizer-)Firma bereits bestehen bei der Einreise(inkl. BUR-Nummer).
      Wie sieht es mit den Steuern aus, wenn ich Deutsche Kunden aus der Schweiz bediene (Rechnungen an diese schicke, in CHF) - ist man dann nur in der Schweiz steuerpflichtig, oder auch in Deutschland?

      Vielen Dank im voraus für Eure Hilfe!
      Freundliche Grüße,Freemind :CH:
    • Bewilligung B wäre prinzipiell schon richtig und dafür kann bei einem Selbstständigerwerbenden ja noch keine BUR-Nummer vorliegen. (Eigentlich braucht es eine UID, die wird bei Eintragung ins Handelsregister vergeben, alles andere leitet sich dann ab. Selbstständigerwerbende werden hier auch ins Handelsregister eingetragen.)

      Aber: Damit B auf Basis Selbstständigerwerbend erteilt werden kann, muss man die Tragfähigkeit belegen. Das könnte eine Schwierigkeit sein, wenn erst im Zuge des Umzugs eine Ausweitung auf Vollerwerb stattfindet.

      Und die Steuerpflicht kann kompliziert werden. Wenn Du z.B. IT-Dienstleister bist, werden auch in der Schweiz erbrachte Dienstleistungen für einen Kunden in Deutschland als am Betriebsstandort des Kunden erbracht betrachtet. Damit hättest Du dann in Deutschland erzielte Einnahmen (Währung spielt da keine Rolle). Und dann schlägt das DBA Deutschland-Schweiz zu und "erfindet" die sogenannte "nachlaufende Besteuerung". D.h. es können bis zu 5 Jahre lang in Deutschland erzielte Einnahmen auch in Deutschland steuerpflichtig sein, auch wenn der alleinige Wohnsitz inkl. der steuerlichen Ansässigkeit in der Schweiz liegt. (Bei den meisten Auswanderern gibt es einen Job- und damit AG-Wechsel, da greift dieser Unsinn nicht, aber Du könntest davon betroffen sein.)

      Dazu ein vielleicht bessere Erklärung von handelskammerjournal.ch/de/ste…nd-und-der-schweiz-teil-1

      "Auch der Wegzug von natürlichen Personen von Deutschland in die aus deutscher Sicht niedrigbesteuernde Schweiz wird nicht gerne gesehen und steuerlich bestraft. Deutsche, die in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig waren, werden in Deutschland mit ihren deutschen Einkünften im Jahr ihres Wegzugs und in den folgenden fünf Jahren «nachlaufend» besteuert, wenn sie in Deutschland wesentliche wirtschaftliche Interessen behalten. Wesentliche wirtschaftliche Interessen liegen schon vor, wenn ein Mietshaus in Deutschland oder eine unternehmerische Beteiligung > 25 % besteht. In den Verhandlungen für das einkommensteuerliche Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz hat sich Deutschland eine entsprechende Öffnungsklausel vorbehalten. Die nachlaufende Besteuerung ist nur dann nicht anwendbar, wenn Deutsche in die Schweiz umziehen, um ein Anstellungsverhältnis in der Schweiz anzutreten oder um einen Schweizer oder eine Schweizerin zu ehelichen."


      Problemlösung: Bewilligung und Steuer: z.B. Meister Store in Luzern o.ä. :D ;)
    • Moralisch ist das ja kein Problem. Nur brauchst Du ggfs. eine andere Lebensgefährtin. Denn für eine Ehe musst Du bei der aktuellen PartnerIN ein Mann sein, für eine eingetragene Partnerschaft eine Frau :D

      Oder einfach: In der Schweiz gibt es bisher keine Ehe für alle, für gleichgeschlechtliche Beziehungen gibt es die eingetragene Partnerschaft. Diese steht Mann/Frau-Partnerschaften dafür nicht offen, die müssen halt heiraten.