Auswandern bei Beibehalt Wohnung in DE (unechter Grenzgänger / 60 Tage) --> Krankenkasse

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    • Auswandern bei Beibehalt Wohnung in DE (unechter Grenzgänger / 60 Tage) --> Krankenkasse

      Hallo Zusammen,
      auch von meiner Seite das leidige Thema "Verwirrung um die Auswanderung":

      Ich werde ab 1.2.im shcönen Züri anfangen zu arbeiten. Allerdings habe ich in Köln eine sehr günstige Wohnung und viel sozialleben, das ich gerne behalten würde. Zudem habe ich festegestellt, dass durch den Grenzgängerstatus die KV in DE noch zu nutzen ist und damit verbunden deutlich mehr Leistungen verfügbar sind. Daher meine Frage an euch Fachmenschen:

      Welche Möglichkeiten hinsichtlich G- oder B-Bescheinigungen bieten sich hier an? Ich werde voraussichtlich 2-3x im Monat am Wochenende (zzgl Freitag und Montag) nach Köln zurückkehren (-->internat. Wochenaufenthalter), ansonsten aber in Züri in einer WG wohnen.
      Interessieren würde mich hier, wie es sich mit den Steuern verhält: Als unechter Grenzgänger (60 Tage) wäre ich ja in der Schweiz steuerpflichtig, richtig?
      Bei wem muss ich den Grenzgängerstatus denn beantragen und wie läuft die Prüfung ab? Ist dies von Arbeitgeberseite mit höherem Aufwand verbunden? Welche steuerlichen Probleme könnten sich hier ergeben?

      Ganz vielen Dank für eure Hilfe, ich bin beeindruckt von der Unterstützung hier im Forum.

      LG
      Hannes
    • Bist du denn bisher bei der PKV oder GKV versichert?
      Falls GKV: Du bist dir bewusst, dass bei einem üblichen Schweizer Gehalt du den Höchstbetrag zu zahlen hättest? Wären wohl so um die 700 € im Monat.
      Zudem müsste dir die Versicherung bestätigen, dass sie auch in der Schweiz die üblichen Leistungen erbringt.
    • Steuerlich bist Du im Fall G und B durch den Wohnsitz in Deutschland in beiden Ländern "vertreten". Sollte es einzig die Einnahmen in der Schweiz geben ist das nicht weiter schlimm, die überdachende Besteuerung des Globaleinkommens bleibt nach DBA aber in jedem Fall bei Deutschland. Sobald also irgendwelche weiteren Einnahmen neben der abhängigen Beschäftigung in der Schweiz dazukommen, bist Du unter satzbestimmender Anrechnung des schweizerischen Einkommens als beschränkt Steuerpflichtiger ziemlich gut dabei ;) Da beschränkt Steuerpflichtige kaum Abzüge in Ansatz bringen können, kein Existenzminimum steuerfrei gestellt ist usw. beginnt man direkt bei 25%, dank des Progressionsvorbehaltes ist aber eher mit dem Spitzensteuersatz zu rechnen.
    • Warum kann er nicht G beantragen? Natürlich kann er das...Denn ich habe dies auch so gemacht.

      Wohnung, Lebensgefährtin und Kind in Neuss, unbefristeter Arbeitsvertrag in Zürich...G-Bewilligung beantragt und auch erhalten. Gemeldet als internationaler Wochenaufenthalter. Volle Quellsteuer in der Schweiz bezahlt, nichts in Deutschland. Krankenversicherung in der Schweiz im Grenzgängertarif mit Zahnzusatz- Krankenhausversicherung in Deutschland.

      Natürlich muss man offiziell einmal die Woche die Schweiz verlassen, kontrollieren tut dies niemand. Wie auch...
    • Nochmal, es gibt Grenzgänger und Grenzgänger. Der eine ist ein "echter" Grenzgänger und fährt jeden Tag über die Grenze nach Hause, der andere ist ein "unechter" Grenzgänger und fährt am Wochenende zurück an seine ausländische Wohnadresse, also Wochenaufenthalter. So wird man dann auch hier in Zürich angemeldet wenn man es auf dem Amt so mitteilt bei der Anmeldung. Dasselbe beim Quellsteueramt in Zürich. Den Damen und Herren und sagt man, dass man Wochenaufenthalter ist und schon zahlt man seine Steuern hier in der Schweiz...

      Dich kann hier niemand zwingen eine B-Bewilligung zu beantragen, solange man dies mit seinem Arbeitgeber geklärt hat und er es "okay" findet, dass sein Arbeitnehmer neben seinem vor Ort 40h Job am Wochenende noch nach D pendelt.
    • Liebe alle,
      vielen Dank für eure Gedanken und Hinweise.

      Ich habe mich auch noch einmal umgesehen. Zu deinem Hinweis, AndreasBW, der auch bei meinem Arbeitgeber zunächst Verunsicherung gestiftet hat: Die Grenzzonen gelten nicht mehr:
      ma.zh.ch/internet/sicherheitsd…nt-contentPar-textimage_6
      "Grenzgängerbewilligung EU-27/EFTA
      Alle EU-27/EFTA-Staatsangehörigen können Grenzgänger sein. Sie erhalten eine Grenzgängerbewilligung, sofern sie im EU-27/EFTA-Gebiet wohnen und in der Schweiz arbeiten. Die schweizerischen und ausländischen Grenzzonen gelten nicht mehr."

      Danke für die Warnung @Markus, aber als braver Angestellter habe ich nur Einkünfte in der Schweiz, daher also nur hier Quellensteuerpflichtig.

      Gerade bastel ich noch an dem Krankenkassenkonstrukt, aber hier gibt es in der Schweizerischen Gesetzlichen Versicherung gute Angebote für Grenzgänger, die ebenfalls eine Partnerversicherung in DE mit den üblichen Leistungen abdecken, daher auch ganz attraktiv. Bei Bedarf schicke ich hier auch noch Hinweise!

      Meine Frage an dich, @Druschii, da du ein ähnliches Konstrukt zu haben scheinst: Wie umfangreich ist das Belegen: Musst du am Ende des Jahres eine Auflistung von Aufenthalten abgeben?

      LG und danke euch allen
      H
    • hannes.etter schrieb:

      Allerdings habe ich in Köln eine sehr günstige Wohnung
      Hallo Hannes, das Thema hatten wir doch kürzlich, Wohnung in CH und Wohnung in DE und schon bist Du ein Spielball zweiter länderübergreifender Finanzämter. Sozialkontakte, schön sie zu haben und auf jeden Fall haltenswert, brauchst Du dafür eine Wohnung in DE? Wenn ja, kannst Du den Mietvertrag der Wohnung in DE bei voller Nutzung wenn Du vor Ort bist, auf Deine "Tante" übertragen?
      ***************
      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Hallo Amadeus,
      danke für deine Rückmeldung. Könntest du vllt die Links zu den Diskussionen noch hier einstellen?

      Ansonsten habe ich auch schon darüber nachgedacht, ob ich die umschreibung vornehmen kann aber auch hinsichtlich KV und Ummeldungen scheint mir aktuell der Grenzgängerstatus interessanter (vorausgesetz der Steuerberater bestätigt mir, dass mein Vorhaben im Schweizer Steuermodell zu landen sicher funktionieren wird).

      LG und danke euch!

      Hannes
    • Druschii schrieb:

      Warum kann er nicht G beantragen? Natürlich kann er das...Denn ich habe dies auch so gemacht.

      Wohnung, Lebensgefährtin und Kind in Neuss, unbefristeter Arbeitsvertrag in Zürich...G-Bewilligung beantragt und auch erhalten. Gemeldet als internationaler Wochenaufenthalter. Volle Quellsteuer in der Schweiz bezahlt, nichts in Deutschland. Krankenversicherung in der Schweiz im Grenzgängertarif mit Zahnzusatz- Krankenhausversicherung in Deutschland.

      Natürlich muss man offiziell einmal die Woche die Schweiz verlassen, kontrollieren tut dies niemand. Wie auch...
      Hallo Druschii, eine Frage: In deinem Fall muss man auch mit deutsche Finanzamt erklären, von deutsche Steuerpflicht frei zu lassen? Bekommt man dazu eine Bestätigung von deutsche finanzamt?

      Vielen Dank im Voraus!

      hilul418
    • Man kann sich nicht von der Steuerpflicht befreien lassen, höchstens von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung.

      Wer in Deutschland wohnt und Einkünfte erzielt ist prinzipiell steuerpflichtig. Aber eine Steuerpflicht führt nicht immer zwingend auch zu einer Veranlagung/Steuerfestsetzung. Daher kann nach Abklärung der Situation die Abgabepflicht der Steuererklärung aufgehoben werden. Bedingung ist aber immer, dass bei jeglicher Änderung eine Änderungsanzeige erfolgt.

      (Die erste amtliche Post die ein Neugeborenes in Deutschland erhält ist die Steueridentifikationsnummer, da die steuerpflichtigen Tatbestände theoretisch mit Geburt und damit der "Wohnsitznahme" in Deutschland beginnen könnten.)