Arbeit in Konstanz, deutscher Staatsbürger, wohnen in Kreuzlingen?

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    • Arbeit in Konstanz, deutscher Staatsbürger, wohnen in Kreuzlingen?

      Hallo in die Runde! :)

      Was bin ich froh, dieses Forum gefunden zu haben. Verzeiht mir, wenn ich hier allgemein bekanntes ertrage, doch die Internetrecherche erbrachte nichts :(

      Zur Lage: mein Mann und ich sind Deutsche. Wir ziehen von Hessen/Sachsen im nächsten Jahr an den Bodensee. Wir werden in Konstanz arbeiten. Nun suche ich Wohnungen - und es bringt mich an den Rand der Verzweiflung. Kaum Angebote in Konstanz, auf 10 Anfragen erhalte ich eine Antwort. Und wir sind nun wirklich vorbildliche Mieter: zu allen freundlich Nichtraucher, schuldenfrei, ruhig, kinderlos, geregeltes Einkommen Ü100.000/Jahr.

      Nun habe ich entdeckt, dass es im benachbarten Schweizer Kreuzlingen nicht nur vieeeeeel mehr Wohnungen als in Konstanz gibt, vieeel hübschere, sondern auch - haltet euch fest! - günstigere.

      Ich überlege ernsthaft nach Kreuzlingen zu ziehen.

      Nun die eigentliche Frage: geht das einfach so als Deutsche? Was müssten wir beachten, oder ist davon eher abzuraten?

      Schonmal danke euch allen!

      TataM.
    • Theoretisch geniesst Ihr Freizügigkeit, die für den Wohnsitz Schweiz (hier wäre ja Bewilligung B zutreffend) aber an Bedingungen geknüpft ist: entweder zwecks Aufnahme einer Arbeit in der Schweiz (Vertrag >= 12 Monate) oder hinreichend finanzielle Mittel um die Existenz sicherstellen zu können.

      Eine Abklärung mit dem zuständigen Migrationsamt kann sicherlich weiterhelfen. Ggfs. wird ein fester Job in Konstanz auch zur Tragfähigkeit zugerechnet.

      Aber: In dieser Konstellation werdet Ihr nach DBA als ansässig in der Schweiz und arbeitend in Deutschland behandelt. Das bedeutet eine sogenannte "fiktive Besteuerung", das ist grob gesagt ähnlich einer beschränkten Steuerpflicht nur um den freigestellten Betrag des Existenzminimums satzbestimmend gemindert. (Im ursprünglichen DBA wurde für diesen Fall tatsächlich die beschränkte Steuerpflicht aufgeführt, diese Praxis wurde durch den EU-Gerichtshof aber untersagt, daraufhin wurde von Deutschland die fiktive Steuerpflicht erfunden.) Möglichkeiten zum Absetzen von Aufwändungen sind dabei wohl geringer als für unbeschränkt Steuerpflichtige.

      In Summe werdet Ihr also die höheren Lebenshaltungskosten der Schweiz und erheblich höhere Steuern in Deutschland verkraften müssen. Die Lage bei der SV muss getrennt davon abgeklärt werden, wenn beide berufstätig in Deutschland sind wird vermutlich die KV an Deutschland fallen, aber da bin ich nicht tief im Thema.
    • @Markus Schulz:
      Das DBA CH-DE gilt ja in beide Richtungen. Ich würde also davon ausgehen, dass die beiden dann "Grenzgänger andersrum" wären.
      Sprich in Deutschland wird dann nur 4,5% Lohnsteuer einbehalten, der Rest wird in der Schweiz versteuert. Vermutlich dann per normaler Veranlagung.
      Ich meine irgendwo gelesen zu haben dass die deutschen Einkünfte zur Steuerberechnung (in der Schweiz) pauschal um 1/5 reduziert werden.

      Sozialversicherung allgemein (Rentenversicherung und ALG) müssten vermutlich getrennt betrachtet werden. Klar wäre wohl: SV-Beiträge wären in Deutschland zahlen, Krankenversicherung evtl. nicht.

      Ansonsten danke an TataMana für den Einblick in den Konstanzer Wohnungsmarkt. Es gibt ja immer noch genug Leute die meinen es wäre super easy in der Schweiz viel Geld zu verdienen aber in Deutschland grenznah "billig" zu leben. Konstanz wird in so einer Konstellation meist als erste Stadt genannt...
    • Nein, @lieberjott, das DBA ist nicht "spiegelgleich" sondern extrem einseitig zu Gunsten von Deutschland ausgelegt. Die 4,5% Quellensteuer werden in diesem Fall hier erst nach 5 Jahren massgeblich.

      Art4 DBA
      (4) Bei einer in der Schweiz ansässigen natürlichen Person, die nicht die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt und die in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt mindestens fünf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig war, kann die Bundesrepublik Deutschland in dem Jahr, in dem die unbeschränkte Steuerpflicht zuletzt geendet hat, und in den folgenden fünf Jahren die aus der Bundesrepublik Deutschland stammenden Einkünfte und die in der Bundesrepublik Deutschland belegenen Vermögenswerte, ungeachtet anderer Bestimmungen des Abkommens, besteuern.


      "ungeachtet anderer Bestimmungen des Abkommens" ist dabei der erschreckende Nebensatz ;)