Der Weihnachts-Thread

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    • Der Weihnachts-Thread

      Hallo geschätzte Forenfreunde und Forenfreundinnen, mich interessiert, gibt es Unterschiede, wie in DE und in CH Weihnachten gefeiert wird? Das ganze Dorf hier ist voll mit Lichterketten und die Menschen stehen wegen der bevorstehenden Weihnachtstage im Dauerstress. Wie ist das in der Schweiz? Sicher auch Beleuchtung und Konsum, aber, gibt es da feine Unterschiede?

      In meiner Tschechien-Zeit war ich es gewohnt, 1x im Jahr auf den großen Marktplatz von Olomouc zu gehen und eine Nordmann-Tanne zu kaufen und die wurde jedes Jahr größer. Trotz hoher Decken in einem Jugendstilhaus, im 4. Jahr musste ich den Baum beschneiden :) da war der Raum dann zu niedrig. In Spanien konnten wir auch Weihnachtsbäume kaufen, aber da war das Weihnachten gefühlstechnisch völlig konträr zu Tschechien. Dort, wo der Lokführer zwischen Olomouc und Prag durch neblige Elfenwälder fährt. In Südamerika bin ich alle Gärtnereien der Stadt und Umkreis wegen eines Baumes abgefahren, ohne Erfolg. 20% der Leute haben eine Thuja mit Lichterkette, also einen Friedhofsbaum, und 80% einen Weihnachtsbaum aus Plastik. Im zweiten Jahr fand ich dann eine Gärtnerei mit echten Nadelbäumen, habe einen Prachtvollen gekauft mit Wurzel, in einen tollen orangefarbenen Maja-Design-Topf und immer gegossen. Nach 4 Wochen war der Baum tot. Die Sonne hat da unten einen Einstrahlungswinkel im Hochsummer der zerstören kann, und Nadelbaume von der Nordhalbkugel gehen tot. In der Gärtnerei wuchs der Baum unter einem schattigen Glasdach auf.

      Und wir haben in unserer Community das Weihnachtsessen von 24.12 jeweils auf den 24.6 eines Jahres verlegt. 24.12= 40grad heiß, 1 Mio. Fliegen am Kartoffelsalat und wärmespendende Kerzen wirken belästigend. Dann habe ich irgendwann im Juni/Juni zufällig nachts eine Kerze angezündet und Wirkung gespürt. Die Weihnachtsessen in Juni waren gut, wenn auch für einen Europäer klima- und datumstechnisch abstrakt.

      Liebe Grüße aus einem Dorf, in dem der Weihnachtsmarkt nur ein Wochenende war auf dem Marktplatz und die nervigen Buden standen aufgrund der unmittelbaren Nähe bis vor die Hoteltür.
      ***************
      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • Hoi Amadeus

      Leider haben wir Weihnachten noch nicht in der Schweiz gefeiert, da das die Tage im Jahr sind, die wir auf jeden Fall bei der Familie in Deutschland verbringen - da meine Mutter schon 82 Jahre ist und für sie allein die Reise zu uns zu anstrengend ist.

      Ausserdem haben wir (Gott sei Dank alle im Umkreis von 30 km wohnend) Geschwister, Kinder und Enkelkinder, die nicht alle zu uns kommen können, allein schon wegen dem Platz :)

      Aber es gibt in meinen Augen die schönsten Tannenbäume in der Schweiz, auch bei uns vor dem Haus ist ein Verkaufsplatz dafür, ein Baum schöner als der andere und preislich wie gewohnt.

      Und dann gibt es hier bei uns (weiss nicht ob es in den anderen Orten auch so ist) die Adventsfenster.
      Vom 1. bis 24. Dezember kann man sich freiwillig anmelden bei der Gemeinde um ein "Adventsfenster" zu erstellen. Das heisst, man schmückt und dekoriert und lädt die Menschen aus dem Ort ein, einen an dem bestimmten Tag dann zu besuchen - meist so zwischen 18-21 Uhr. Man bietet freiwillig einen Apero an, also kleine Häppchen und etwas zu trinken (ist aber kein Muss) und geniesst mit den "Nachbarn" einen schönen Abend.

      Es nehmen auch Geschäfte und Banken diese Termine, z.B. war gestern das Fenster der Apotheke im Dorf zu bewundern. Es gibt dann dort Güetzli (Kekse) und Tee und Glühwein - oder aber eine warme Suppe.
      Dann ist am nächsten Tag ein Privathaushalt dran oder die Bank. Also es gibt dann einen Aushang, wer und wo einlädt und ob es einen Apero gibt oder nicht.

      Also im Grunde genommen kann man den ganzen Dezember jeden Abend bei einer anderen Adresse verbringen.

      Und am 24. Dezember hat meistens die Kirche das letzte Fenster - verbunden mit einem kleinen Gottesdienst.

      Ein wunderschöner Brauch meiner Meinung nach.

      Ansonsten gibt es viele kleine Weihnachtsmärkte, die immer nur 1-2 Tage dauern, dafür in vielen Orten über den ganzen Dezember verteilt.

      Also die Vorweihnachtszeit kann man hier wirklich geniessen und es gibt auch viele reich geschmückte und blinkende Häuser.
    • Unser Weihnachtsbaum wird dieses Jahr direkt beim Bauern gekauft. Man kann durch viele Hektar Bäume laufen und sieht Ihn gleich in Grösse und Form.Der wird dann gesägt in den Tagen vor dem 24.12. und wir holen Ihn dann ab.
      Adventsfenster gab es meist als Führung in Rheinfelden nach dem 24.12.
      Man geht mit interessierten durch das Städtli und schaut sich alle oder die schönsten Fenster an.Die Organisatorin erzählt zu jedem Fenster etwas.Gutzeli und Apero würden das ganze noch toppen.
      Mir kommt Weihnachten noch nicht soo kommerziel vor wie zb.in Hamburg.
      Viele Grüsse aus Hamburg...wo ich bis Sonntag noch verweile.
      Honigbiene
    • Was mir noch aufgefallen ist, als Elternteil:
      • Wir alle kennen aus Deutschland den St.Martins-Umzug. Ich kannte dies nur mit Laternen gebastelt aus Krepp Papier+Bastelkleber+aufgeblasener Ballon, meistens mit einen Stock und elektrischem Licht. Hier gibt es den Umzug mit dem Räbeliechtli. Hier wird tatsächlich noch eine echte Herbstrübe genommen, ausgehöhlt und von aussen beschnitzt. Normalerweise mit einer echten Kerze.
        Der schönste Umzug soll angeblich in Richterswil, ZH stattfinden.
      • Natürlich haben die Schweizer eigene traditionelle Weihnachtslieder, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Wenn ich den Zettel vom Kinder-Konzert wieder finde, poste ich mal die Titel ;)
      • Auch, wenn es keine schweizweite Tradition ist, möchte ich noch das Lichterwecken in Baden, AG erwähnen: Ein grosse Menge von Kindern zieht durch die halbe Innnenstadt, die im dunkeln liegt. Dann wird am Schlossbergplatz ein Weihnachtsmärchen erzählt. Jedes Kind hat zuvor ein Glöckchen erhalten. Nach dem Märchen läuten alle woraufhin die komplette Weihnachtsbeleuchtung auf einmal eingeschaltet wird.
      Ansonsten konnte ich bislang keine Unterschiede feststellen, das gleiche Gebäck, Tannenbaum, sogar Stutenkerle zu Nikolaus...
    • Zimetstern han i gärn...es hat schon ein paar andere Texte die ich aber noch nicht kenne :)

      Der Räbeliechtli-Umzug in Sursee findet ohne Musik statt, da muss man dann selbst singen. Dafür gibt es am Ende keinen Weckmann oder Brezel sondern ein Paar Wienerli mit Senf und Mutscheli. Sehr fein.

      Die Weckmänner heissen Grittibänz und haben teilweise ein Branche mit eingebacken, das kenne ich nur mit nicht zum Verzehr geeigneter Pfeife.

      Einen Weihnachtsbaum haben wir für den kleinen Mann gekauft, bzw. er hat sich einen ausgesucht...ein schräger Geselle aus der Ostschweiz, passend zu uns :D

      Eher rustikal sind manche traditionelleren Bräuche, z.B. das Gansabhauet zum Martinstag...da wird mit einem stumpfen Säbel eine aufgehangene Gans abgeschlagen und wer das mit einem Hieb schafft hat gewonnen...in Sursee ein grosses Happening, soll in ganz Europa Brauchtum sein, war mir aber unbekannt.
    • Ich habe in diesem Jahr die Vorweihnachtszeit in der Schweiz stressfrei genossen. Die kleinen und grossen Weihnachtsmärkte, welche meistens nur ein paar Tage dauern gefallen mir persönlich sehr und ich habe 4 davon besucht. Immer ein Muss für mich, ist der auf Schloss Wildegg, klein aber fein.
      Hier in Bözberg gibt es ihn auch, den Dorfadventskalender mit stillen Fenstern oder mit Apero. Eine sehr schöne Tradition finde ich.
      Ich hätte sogar einen Weihnachtsbaum gratis bekommen als Dorfbewohnerin. Habe aber zum keinen Platz und kein Beiwerk mehr ihn zu schmücken, da ich mich etwas minimalisiert habe.

      Am Sonntag werden meine Eltern aus Deutschland eingeflogen. Ich bin gespannt, wie sie ihr 1. Weihnachten in der Schweiz erleben werden. Auf jeden Fall werde ich ihnen Baden mit seiner wunderschönen Weihnachtsbeleuchtung nicht vorenthalten.

      An dieser Stelle wünsche ich Euch allen frohe, besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start ins Neue Jahr. :CH:
    • Wir haben bisher alle 3 Weihnachten hier in der Schweiz verbracht. Einige Unterschiede zur deutschen Weihnacht(sfeierlichkeiten) gibt es aber schon. Anders als in deutschen Städten, also die Mittel- bis Grossstädte, konzentriert sich hier der Weihnachtsmarkt in vielen Städten auf nur 1 Wochenende. Das macht die Auswahl oftmals schwierig aber umso schöner sind die Märkte dann. Mit viel Liebe zum Detail und vielen persönlichem Handwerk sind die Stände hergerichtet. Gerade unser Weihnachtsmarkt hier in Aarburg sowie der Markt am Rütigerhof haben sehr viel Charme. :CH:
      Ich schätze weiterhin das Gefühl hier in der Schweiz, Weihnachten auch Weihnachten als das Fest der Liebe zu empfinden. So müssen hier die Weihnachtsmärkte nicht durch so genannte "Merkel-Poller" oder Polizisten mit Maschinengewehren geschützt werden oder das man in irgendeiner Art und Weise Angst haben müsste. Jedermann ist (meistens) sehr freundlich und rücksichtsvoll.

      Anders zur deutschen Weihnacht möchte ich aber dennoch ergänzen;
      - Nikolausfeier am 6.12. mit sauberen Schuhen vor der Türe, so wie wir das kennen, ist hier unbekannt. Man kennt halt nur den Samiclaus und den Schmutzli. :D
      - Glühwein wird auf den WE-Märkten meist aus Thermobechern oder Pappbechern getrunken. :thumbdown: TIPP: Selber seine Tassen mitnehmen!
      - es gibt hier keine Mutzen und Thüringer Rostbratwurst ...nur immer diese komische Olma :( :( :(
      - viele traditionelle Feste wie das Claus-Jagen ist uns Deutschen völlig unbekannt ...aber ein echter Geheimtipp (Küsnacht-Rigi) :CH:

      Viele weihnachtliche Grüsse
    • Original Thüringer Bratwurst habe ich auf dem Weihnachtsmarkt in Waldshut (D) eingekauft. Dort ist jedes Jahr ein Stand mit Thüringer Spezialitäten und die Leute sind bestens auf uns vorbereitet :thumbsup: 5er Pack original Thüringer für 9 Euro. Sowie Wurstpaket mit 4 Sorten Wurst bieten sie dort auch an.

      Weihnachtliche Grüsse vom Bözberg
      Anja

      RobLenaHH2016 schrieb:

      es gibt hier keine Mutzen und Thüringer Rostbratwurst ...nur immer diese komische Olma
    • Kerstin schrieb:

      Leider haben wir Weihnachten noch nicht in der Schweiz gefeiert, da das die Tage im Jahr sind, die wir auf jeden Fall bei der Familie in Deutschland verbringen - da meine Mutter schon 82 Jahre ist und für sie allein die Reise zu uns zu anstrengend ist.

      Ausserdem haben wir alle im Umkreis von 30 km wohnend Geschwister, Kinder und Enkelkinder, die nicht alle zu uns kommen können, allein schon wegen dem Platz
      Kerstin, einerseits schade, in der Schweiz wohnen und dann zu diesen Festlichkeiten nicht vor Ort zu sein. Andererseits ist die Fahrt nach DE familienbezogen praktisch und auch klug, wie Du schreibst. Deine Mutter ist 82 Jahre :) Gutes Alter. Stell Dir vor, der Zombie unten im Restaurant hat mir kürzlich erzählt, da kommt immer 3x die Woche ein 80jähriger rüstiger Rentner zum Essen und dann ist da noch eine blonde Wilde, zumindest empfinde ich diese Dame so, wenn ich ihr manchmal im Korridor begegne, die ist 82 Jahre. Und diese 82jährige baggert bei dem 80jährigen, der aber nix von ihr will. Obwohl ich durch Erzählungen meiner Oma, was in Altenwohnanlagen so abgeht, mit dem Thema beiläufig vertraut war, aber erstaunt war ich dennoch.
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      Manchmal fährt der falsche Zug an den richtigen Ort.
    • @Amadeus wir nutzen diese freien Tage auch ganz intensiv mit der Familie. Wir sehen zum ersten Mal unser neues Enkelchen - an Heiligabend schon 3 Monate alt - der grosse Enkel kommt aus Hamburg zu Besuch (lebt beim Vater zur Zeit)

      Wir futtern uns die ganzen Tage so durch, drei Tage beim Schwager, 4 Tage bei der grossen Tochter und dann den Rest bei Schwiegermutter über Silvester und Neujahr (wie gesagt alles im Umkreis von 30 km ansässig)und dazwischen jede Menge Termine mit der kleinen Tochter, den Enkeln und Nichten und auch die alten Freunde kommen nicht zu kurz.

      Wir werden vollgefuttert und erholungsbedürftig am 3. Januar wieder zu Hause eintrudeln.....
    • Kerstin schrieb:

      Wir werden vollgefuttert und erholungsbedürftig am 3. Januar wieder zu Hause eintrudeln.....
      das klingt nach krass schön =O :) Ich denke nicht der CH-Zöller kommt auf dem Rückweg auf die Idee eine Personenwaage zu befragen, wieviel frei KG eventuell überschritten wurden :D
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    • AnjaB schrieb:

      Original Thüringer Bratwurst habe ich auf dem Weihnachtsmarkt in Waldshut (D) eingekauft. Dort ist jedes Jahr ein Stand mit Thüringer Spezialitäten und die Leute sind bestens auf uns vorbereitet :thumbsup: 5er Pack original Thüringer für 9 Euro. Sowie Wurstpaket mit 4 Sorten Wurst bieten sie dort auch an.

      Weihnachtliche Grüsse vom Bözberg
      Anja

      RobLenaHH2016 schrieb:

      es gibt hier keine Mutzen und Thüringer Rostbratwurst ...nur immer diese komische Olma

      Waaaaaas? 8o 8o 8o Na um diese Information bin ich ja dann für Weihnachten 2020 schon mal reicher. Auf nach Waldshut kommendes Jahr. :D :D :D
    • Der Weihnachts-Thread

      Markus Schulz schrieb:

      ein schräger Geselle aus der Ostschweiz, passend zu uns
      aber sehr kompetent in Fachfragen und fähig überfliegende junge Banker mit einer Buchstabensuppe zu stutzen :P
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Amadeus ()

    • AnjaB schrieb:

      Am Sonntag werden meine Eltern aus Deutschland eingeflogen. Ich bin gespannt, wie sie ihr 1. Weihnachten in der Schweiz erleben werden. Auf jeden Fall werde ich ihnen Baden mit seiner wunderschönen Weihnachtsbeleuchtung nicht vorenthalten.
      Oh, oh Anja, das klingt nach krassem Familienprogramm und 1000 Fragen über die Schweiz. :)

      @Markus :) Ich schreibe meine Meinung nicht für "licks" und ein Kompliment war es nicht, 8) 8) es war eine sachliche Feststellung, zu dem, was Du hier immer so an kompetenten Dingen schreibst. :P :D

      @Honigbiene :) Bisher dachte ich immer zuckerproduzierende Lebewesen sind im Winter im Süden, aber im Norden? Im kalten Hamburg? ?( :) Toskana oder so …. :thumbsup:
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