Fragen zum Einwandern in die Schweiz?

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    • Fragen zum Einwandern in die Schweiz?

      Hallo liebe Community,

      Da ich mich im Forum hier schon etwas eingelesen habe aber dennoch ein paar fragen habe dachte ich mache dies in einem neuen Thread hier ^^

      Also ich spiele mit dem Gedanken für 1 - 3 Jahre erst einmal in die Schweiz einzuwandern um dort zu Arbeiten und zu Leben. Da ich aber gerne auch wissen möchte ob es sich vom Finanziellen her auch lohnt wollte ich mich im Vorfeld mal erkundigen was man alles für Monatliche Kosten einplanen muss für ein Leben in der Schweiz?

      Wie sieht es z.B mit denn GEZ (Rundfunkbeitrag) aus muss man diesen in der Schweiz auch bezahlen?

      Wenn ich z.B meinen Hauptwohnsitz in Deutschland bei denn Eltern habe aber mein Nebenwohnsitz in der Schweiz und selber bei denn Eltern gemeldet bin kann man dadurch die GEZ Gebühren umgehen? Da diese ja schon in Deutschland bezahlt werden?

      Wie muss ich generell vorgehen wenn ich einen Arbeitgeber finde der mich einstellen möchte in der Schweiz? Da dieser ja bestimmt möchte dass ich so schnell wie Möglich in der Schweiz mit arbeiten anfange sobald man die Arbeitserlaubnis hat um in der Schweiz arbeiten zu dürfen. Da man bestimmt ja auch schwer eine Wohnung finden wird wenn man erst eine Arbeit in der Schweiz anfangen würde oder wie schwer ist die Wohnungssuche wirklich in der Schweiz?

      Muss man beim Umzug in die Schweiz seine Persönliche Sachen und Gegenstände verzollen die man in Deutschland gekauft hat oder kann man die ohne Probleme mit in die Schweiz nehmen?

      Kann man Versicherungen für die Schweiz auch in Deutschland abschließen um sich die teuren Kosten der Versicherungen in der Schweiz einzusparen oder müssen diese generell in der Schweiz abgeschlossen werden? Auch bei einer Festanstellung wo man sich selber Krankenversichern muss?

      Würde mich über eine Antwort freuen :)

      Liebe Grüße
    • Erstmal Hallo,

      also die 365 Franken Serafe pro Jahr sollten dein kleinstes Problem sein wenn du auswandern willst, die GEZ in dtl. ist ja absolut gesehen auch nicht wirklich hoch, es stimmt nur einfach die Gegenleistung nicht.
      Gebühren umgehen mit Zweitwohnsitz in dtl. funktioniert nicht, gerade Serafe ist ja auch pro Haushalt zu zahlen und in dtl. gezahlte GEZ interessiert die Schweizer herzlich wenig.

      Die Wohnugnssuche klingt meistens schwerer als sie ist, bei uns hat es etwas unter 2 Wochen gedauert eine zu finden, es wird aber fast immer ein Besichtigung vorausgesetzt wenn man sich auf eine Wohnung bewerben will, alles von daheim aus erledigen ist also nicht möglich.
      Wenn es natürlich die zahlbare Altbauwohnung in der Luzerner Innenstadt sein soll dann dauert es natürlich wie in Deutschland auch bedeutend länger weil du auch mehr Konkurenz hast.

      Der Umzug ist dafür relativ unproblematisch, alles was du länger als 6 Monate besitzt (und das nicht gegen irgendwelche Freigrenzen oder Gesetze verstösst, z.B. Tabak, Alkohol, etc.) kannst du kostenfrei einführen.

      In der Schweiz brauchst du auf jeden Fall eine Schweizer Krankenversicherung und auch ansonsten wird keine deutsche Versicherung für dich in der Schweiz einspringen wollen, also musst du alles hier abschliessen.
      Teuer wird das aber eigentlich nur bei der KFZ Versicherung, Haftpflicht/Hausrat hält sich mit c.a. 200 Franken im Jahr sehr in Grenzen.

      Wie sind denn bisher deine Schweiz Erfahrungen?
      Das finanzielle ist das eine aber mit den hohen Lebenshaltungskosten spätestens mit Familie nicht mehr so viel als das man dafür alles mitmachen sollte.
      Sprich: Es muss dir vor allem vom Land und den Leuten gefallen und dann ist das Gehalt ein netter Bonus, andersrum habe ich jetzt schon einige kennengelernt die mit falschen Vorstellungen frustriert zurück kamen...
    • Also ich selber habe in Deutschland über eine Sicherheitsfirma die für eine andere Sicherheitsfirma als Sub mal gearbeitet hat vor ein paar Jahren im Veranstaltungsschutz in der Schweiz gearbeitet über ein Wochenende was mir auch sehr gut gefallen hat aber viel von der Schweiz habe ich leider noch nicht gesehen.

      Da aber die Überlegung da ist für 1 - 3 Jahre in die Schweiz zu gehen um dort leben und zu arbeiten und man dort auch ganz gut verdient wollte ich mich mal erkundigen ob es möglich ist in der Schweiz günstig zu leben dass man sich auch Monatlich von seinem Gehalt etwas auf die Seite legen kann in Deutschland falls man irgendwann wieder zurück möchte oder es einen in ein anderes Land zieht außer es würde mir wirklich in der Schweiz gefallen dass ich dort für immer bleiben wollen würde :)

      Wie ist dass eigentlich wenn man von der Schweiz nach Deutschland rüberfährt um dort Lebensmittel einzukaufen und dann wieder in die Schweiz zurückfährt müssen die auch verzollt werden?

      Die Wohnungssuche in der Schweiz stelle ich mir halt am schwersten vor egal wo man hinzieht da man dort ja ein neues Arbeitsverhältnis anfängt und die meisten Vermieter Pünktlich ihre Miete möchten und halt auch Mieter wollen die eine Feste arbeit haben und keine Probezeit zumindest dachte ich dass?

      Wie sieht denn dort die Bewerbungsmappe aus für eine Wohnungssuche? Was wird dort alles im Vorfeld verlangt? Bevor man einen Job in der Schweiz hat kann man von Deutschland nicht im Vorfeld schon eine Wohnung anmieten?

      Die Jobsuche stelle ich mir auch schwerer vor da ja meistens nur Bewerber mit einer Schweizer Staatsbürgerschaft oder mit einer Arbeitserlaubnis die schon eine haben bevorzugt werden oder liege ich da Falsch?
    • Hoi Cena90

      Wenn du ein bis drei Jahre in der Schweiz arbeiten möchtest, warum möchtest du dann in Deutschland bei deinen Eltern gemeldet bleiben?

      Wir z.B. im Kanton Aargau konnten uns gar nicht anmelden ohne Abmeldung aus Deutschland - aber das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Und wenn du in Deutschland einkaufst darfst du bestimmte Mengen und Werte nicht übersteigen, dann ist es zollfrei.

      Ohne Job wird dir kein Vermieter eine Wohnung überlassen, ausser du kannst jede Menge Geld vorweisen um die Miete zahlen zu können. Erst mal solltest du dich um einen Job bemühen und dann um eine Wohnung. Mit dem Job bekommst du dann eine Aufenthaltsbewilligung (bei einem befristeten Vertrag unter einem Jahr eine L-Bewilligung und bei einem unbefristeten Vertrag eine B-Bewilligung)

      Dann hast du drei Monate Zeit, dir eine passende Krankenversicherung zu suchen (aber Achtung: Man muss ab dem ersten Tag in der Schweiz versichert sein und muss dann rückwirkend die Beiträge zahlen) - hier hängt der Betrag von den Faktoren ab, wo du wohnst, wie alt du bist und welche Franchise du wählst. Die Grundversicherung ist Pflicht.

      Wenn du dich in Deutschland abmeldest musst du dort auch keine Steuern zahlen, d.h. du wirst komplett in der Schweiz versteuert. Wenn du alleine bist ohne Familie ist die Quellensteuer nicht wirklich hoch - im Gegensatz zu Deutschland.
      Die Lebenshaltungskosten sind schon hoch - aber der Verdienst ja normalerweise auch angepasst.

      Also schau in die Jobportale der Schweiz oder sende deine Unterlagen an verschiedene Temporärbüros, die dich dann vermitteln können. Das ist hier wirklich praktisch - und wesentlich schnelllebiger als wir "Deutschen" es gewohnt sind. Also es kann schon passieren, das man drei bis viermal im Jahr die Stelle wechselt - je nach Bedarf eben. Aber da sollte jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

      Wichtig bei der Bewerbung: den Buchstaben ß gibt es in der Schweiz nicht, alle diese Wörter werden mit ss geschrieben, wie Grüsse usw.
      Die Bewerbung sollte nicht 08/15 sein, sondern wirklich auf jede Stelle speziell erstellt. Das macht ein bisschen mehr Arbeit, lohnt sich aber.

      Wenn du noch Fragen hast, wir hier im Forum helfen gern.

      Liebe Grüsse
      Kerstin
    • Kerstin schrieb:

      Wenn du dich in Deutschland abmeldest musst du dort auch keine Steuern zahlen, d.h. du wirst komplett in der Schweiz versteuert. Wenn du alleine bist ohne Familie ist die Quellensteuer nicht wirklich hoch - im Gegensatz zu Deutschland.
      Kurze Korrektur noch dazu: wenn man nicht zum 01.01. in der Schweiz anfängt, dann muss man für die Monate, welche man noch in Deutschland gearbeitet hat, noch Steuern zahlen. Bzw genauer: die Progression erhöht sich.
      Also als konkretes Beispiel: Person A verdient 2'000€ brutto und bezahlt 300€ Einkommenssteuer (das sind fiktive Beträge!). Sie arbeitet von Januar bis März noch in Deutschland, d.h. 900€ Einkommenssteuer. Für den Rest des Jahres arbeitet die Person in der Schweiz und verdient 4'400 CHF (=4'000€, Wechselkurs von 1€=1.10CHF angenommen). Die verdienten 36'000€ in der Schweiz kommen dann zu den 6'000€ (Jan-Mär) dazu, d.h. in Deutschland bezahlt man prozentual so viele Steuern als wenn man 42'000€ im Jahr verdient hätte.
      Person A muss also noch Steuern nachzahlen in Deutschland. 900€ wurden bereits bezahlt, und sie muss dann z.B. noch 300€ nachzahlen.


      Cena90 schrieb:

      Wenn ich z.B meinen Hauptwohnsitz in Deutschland bei denn Eltern habe aber mein Nebenwohnsitz in der Schweiz und selber bei denn Eltern gemeldet bin kann man dadurch die GEZ Gebühren umgehen? Da diese ja schon in Deutschland bezahlt werden?
      Bei länderübergreifenden Wohnungen gibt es keine Haupt- bzw Nebenwohnung. Du hast dann zwei Hauptwohnsitze: einen in Deutschland, und einen in der Schweiz.
      Gibt aber wenig Themen dazu hier im Forum.


      VG basileus
    • basileus schrieb:

      Bei länderübergreifenden Wohnungen gibt es keine Haupt- bzw Nebenwohnung. Du hast dann zwei Hauptwohnsitze: einen in Deutschland, und einen in der Schweiz.Gibt aber wenig Themen dazu hier im Forum.
      Wobei die Schweizer Behörden immer darauf hinweisen, dass es für die Schweiz nur einen Wohnsitz gibt. Dennoch wollen sie bei mir immer ganz genau wissen wo ich noch im Ausland schlafen könnte :rolleyes:

      Cena90 schrieb:

      Die Jobsuche stelle ich mir auch schwerer vor da ja meistens nur Bewerber mit einer Schweizer Staatsbürgerschaft oder mit einer Arbeitserlaubnis die schon eine haben bevorzugt werden oder liege ich da Falsch?
      Also wir sind Kunde von Securitas - sowohl für Objektsicherung als auch für Wertsachentransporte. Und von den Damen und Herren der Objektsicherung hat nicht jeder eine CH-Staatsbürgerschaft. Das kannn ich Dir ganz sicher sagen, weil ich auf Grund eines Fehlalarms vergangene Woch einem Landsmann aus Bremen gegenüberstand, der in meinem Büro meinen Ausweis sehen wollte. Nach etwas Smalltalk weiss ich nun, dass er erst seit 2 Jahren in der Schweiz ist. Was mir aber auffällt ist, dass bei uns fast alle einen Hund bei sich haben. Das kenne ich aus Deutschland (ebenfalls Securitas) so nicht.

      Bei den Wertsachentransporten kenne ich die Mitarbeiter, die das für uns machen, seit Jahren. Einer von denen, die ich kenne, ist auch immer dabei. Und das sind in der Tat Schweizer. Das kann aber (da wir ja in der Schweiz sind) auch einfach Zufall sein.
    • Kerstin schrieb:

      Hoi Cena90

      Wenn du ein bis drei Jahre in der Schweiz arbeiten möchtest, warum möchtest du dann in Deutschland bei deinen Eltern gemeldet bleiben?

      Wir z.B. im Kanton Aargau konnten uns gar nicht anmelden ohne Abmeldung aus Deutschland - aber das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Und wenn du in Deutschland einkaufst darfst du bestimmte Mengen und Werte nicht übersteigen, dann ist es zollfrei.

      Ohne Job wird dir kein Vermieter eine Wohnung überlassen, ausser du kannst jede Menge Geld vorweisen um die Miete zahlen zu können. Erst mal solltest du dich um einen Job bemühen und dann um eine Wohnung. Mit dem Job bekommst du dann eine Aufenthaltsbewilligung (bei einem befristeten Vertrag unter einem Jahr eine L-Bewilligung und bei einem unbefristeten Vertrag eine B-Bewilligung)

      Dann hast du drei Monate Zeit, dir eine passende Krankenversicherung zu suchen (aber Achtung: Man muss ab dem ersten Tag in der Schweiz versichert sein und muss dann rückwirkend die Beiträge zahlen) - hier hängt der Betrag von den Faktoren ab, wo du wohnst, wie alt du bist und welche Franchise du wählst. Die Grundversicherung ist Pflicht.

      Wenn du dich in Deutschland abmeldest musst du dort auch keine Steuern zahlen, d.h. du wirst komplett in der Schweiz versteuert. Wenn du alleine bist ohne Familie ist die Quellensteuer nicht wirklich hoch - im Gegensatz zu Deutschland.
      Die Lebenshaltungskosten sind schon hoch - aber der Verdienst ja normalerweise auch angepasst.

      Also schau in die Jobportale der Schweiz oder sende deine Unterlagen an verschiedene Temporärbüros, die dich dann vermitteln können. Das ist hier wirklich praktisch - und wesentlich schnelllebiger als wir "Deutschen" es gewohnt sind. Also es kann schon passieren, das man drei bis viermal im Jahr die Stelle wechselt - je nach Bedarf eben. Aber da sollte jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

      Wichtig bei der Bewerbung: den Buchstaben ß gibt es in der Schweiz nicht, alle diese Wörter werden mit ss geschrieben, wie Grüsse usw.
      Die Bewerbung sollte nicht 08/15 sein, sondern wirklich auf jede Stelle speziell erstellt. Das macht ein bisschen mehr Arbeit, lohnt sich aber.

      Wenn du noch Fragen hast, wir hier im Forum helfen gern.

      Liebe Grüsse
      Kerstin
      Vielen Dank erst einmal für deine Ausführliche Antwort, Also ich wollte mich im Vorfeld erst einmal erkundigen was alles so zu beachten ist :)

      Wie sieht es denn aus mit denn Zertifikaten / Dokumente die man in Deutschland erworben hat kann man sich damit ohne Probleme auf einen Vollzeitjob in der Schweiz schon im Vorfeld bewerben oder ist es zu empfehlen diese zuerst in der Schweiz anerkennen zu lassen bevor man sich bewerbt auf eine Stelle?

      Kann man sein Deutsches Autokennzeichen in der Schweiz auch behalten oder muss man seinen PKW in der Schweiz komplett ummelden mit einem Schweizer Kennzeichen?

      Wie ich gelesen habe muss man seinen Deutschen Führerschein innerhalb von 12 Monate in der Schweiz durch einen Schweizer Führerschein ersetzen?

      Da ich aber sowieso erst einmal nur für 1 - 3 Jahre in der Schweiz Leben und Arbeiten möchte gibt es da Ausnahmen dass man sein Deutsches Kennzeichen und seinen Deutschen Führerschein weiter benutzen kann? Oder einen Internationalen Führerschein der einmal im Jahr erneuert werden muss?

      Was ist mit Temporärbüros gemeint? Zeitarbeit?

      Sein Auto selber kann man generell nicht in Deutschland gemeldet lassen und auch weiterhin in der Schweiz nutzen?


      @basileus

      Bei einem Hauptwohnsitz in Deutschland als auch in der Schweiz muss man aber in beiden ländern dann sein Gehalt versteuern? Die Rundfunkbeiträge in Deutschland müssen seperat trozdem in der Schweiz auch bezahlt werden obwohl man diese schon in Deutschland für seine Wohnung bezahlt oder?

      Gibt es in der Schweiz eigentlich auch einen Lohnsteuerausgleich wie in Deutschland?


      @jan82

      Viele große Sicherheitsfirmen vergeben oft auch Aufträge an Subs habe selber vor ein paar Jahren über eine deutsche Sicherheitsfirma in für ein paar Tage in der Schweiz bei einer Veranstaltung gearbeitet natürlich nach Deutscher Bezahlung :huh:

      Mir wurde nur gesagt dass man ohne Beziehungen und Connections schwer rein kommt in die Schweiz?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cena90 ()

    • Cena90 schrieb:

      Bei einem Hauptwohnsitz in Deutschland als auch in der Schweiz muss man aber in beiden ländern dann sein Gehalt versteuern?
      Nein, du musst nicht in beiden Ländern dein Gehalt versteuern. Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland. Zudem gibt es die Vorgabe, dass du nicht doppelt besteuert werden darfst. Du bezahlst also entweder Steuern in Deutschland oder in der Schweiz. Wenn du weiterhin einen (Haupt-)Wohnsitz in Deutschland hast, wird es unter Umständen aber schwierig zu erklären, warum du nur Steuern in der Schweiz bezahlen möchtest.

      Die Steuern in der Schweiz sind niedriger, weshalb viele Deutsche natürlich lieber hier Steuern zahlen. Das deutsche Finanzamt weiss das aber auch, und du musst dann Nachweise erbringen warum die Schweiz dein Lebensmittelpunkt ist. Kurzum: Wohnsitze sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz verkomplizieren die Sache mit den Steuern.


      Cena90 schrieb:

      Die Rundfunkbeiträge in Deutschland müssen seperat trozdem in der Schweiz auch bezahlt werden obwohl man diese schon in Deutschland für seine Wohnung bezahlt oder?
      Was du in Deutschland für Rundfunkbeträge bezahlst, interessiert die Schweizer nicht. Du hast zwei Hauptwohnsitze (Deutschland und Schweiz), da es länderübergreifend keine Nebenwohnsitze gibt.
      Du musst also sowohl GEZ als auch SERAFE (früher Billag) zahlen. SERAFE sind 365.- pro Jahr.

      Cena90 schrieb:

      Gibt es in der Schweiz eigentlich auch einen Lohnsteuerausgleich wie in Deutschland?
      Du bezahlst als Ausländer mit B-Bewilligung erstmal Quellensteuer in der Schweiz, d.h. jeden Monat wird dir die Einkommenssteuer vom Lohn abgezogen. Grundsätzlich ist deine Steuerschuld mit dem Bezahlen der Quellensteuer abgegolten. Du kannst bis Ende März aber eine Tarifkorrektur anfordern, z.B. wenn du Sonderausgaben für Wochenendheimfahrten nach Deutschland oder Werbungskosten hattest. Es kommt aber auf den Kanton sowie die jeweilige Gemeinde an, ob du dann Geld zurückbekommst. Die Quellensteuer ist die durchschnittliche Steuer im Wohnkanton. In manchen Gemeinden ist der Steuerfuss höher als der Durchschnitt, d.h. du müsstest evtl noch etwas nachzahlen.
      Als gutes Beispiel dient Zürich: man kommt mit Quellensteuer deutlich besser weg als mit der regulären Steuer, da der Steuerfuss für die Gemeinde Zürich sehr hoch ist.
    • Bei der Quellensteuer muss noch gesagt werden, dass die Schweizer Behörden neben den offiziellen Grenzen für eine Ordentliche Nachveranlagung (offiziell nennen Sie das NOV: Nachträgliche Ordentliche Veranlagung [ab 120k pro Jahr]) auch darauf schauen, dass Du nicht "ausversehen" die Steuerprogression brichst. Die Versuchung ist da recht gross, da das Sparpotential gerade in relativ teuren Kantonen (wie Bern) sehr gross ist. Ich erwähne das einfach deshalb, weil ich mir vorstellen kann, dass man in Deiner Branche ggfs. auch für unterschiedliche Dienstleister parallel arbeitet. Der Quellensteuertarif D wird wahrscheinlich auch auf Grund dessen gestrichen (admin.ch/gov/de/start/dokument…ilungen.msg-id-70404.html).

      In dem aktuell abgeschlossenen Vernehmlassungsverfahren heisst es

      EFD schrieb:

      Von Seiten der SSK und der Mehrzahl der Kantone werden insbesonderenachfolgende Präzisierungen gewünscht:-Die Tarifcodes D und O sollen nicht mehr auf Nebenerwerbstätigkeiten angewendet werden (Art. 1);

      Die Änderungen treten übrigens 2021 in Kraft und haben auch Auswirkungen auf den Internationalen Wochenaufenthalt (Stichwort: Weltweites Einkommen).

      Bei mir kam es damals mit der Quellensteuer zu einer ähnlichen Situration, da ich ab dem zweiten Jahr in der Schweiz mehrere Einkommen hatte. Allerdings waren diese sogar nichtmal als Nebenerwerb klassifziert, sondern als mehrere Haupterwerbe (den Grund dafür kenne ich nicht). Mir wurde dann zuerst "Steuervermeidung" unterstellt, wobei ich den Vorteil hatte, dass ich nur staatlichen Arbeitgeber (Kantone) hatte. In jedem Fall führte das zu exorbitant geringen Steuersätzen (um die 4%), da für jedes einzelne Gehalt die Steuerprogression wieder bei 0 startete. Die Lösung der Steuerbehörde war dann ziemlich unspektakulär: Es gab rückwirkend eine Niederlassungsbewilligung und ich wurde ordentlich Veranlagt (die Quellensteuer wurde mir gutgeschrieben).

      In den Polnischen Facebookgruppen wird hier auch die Gutgläubigkeit der Leute ausgenutzt. Da werden dann Erntehelfer mit einem Pensum von 15 Stunden oder ähnlichem gesucht und empfohlen, dass man sich noch zwei andere Anstellungen suchen möge. Gleichzeitig bewirbt man das hohe Nettoeinkommen. Solche Spiele müssen nicht zwangsläufig klappen, aber da die Erntehelfer nur 3 Monate bleiben, gibt's auch keine Probleme bei den Genehmigungen.
    • Hallo @Cena90

      Anhand deiner Fragen kann ich dir noch den Blick ins Schweiz-Handbuch empfehlen. Dort werden die meisten grundsätzliche Fragen von dir beantwortet, unter anderem die Wertfreigrenzen. Dort findest du auch den Budgetplaner, mit dem du deine Kosten grob kalkulieren kannst und die Checkliste, die dir dabei hilft keinen Punkt zu vergessen.

      Ansonsten kann ich dir raten, wenn du es ernsthaft mit der Schweiz für 1-3 Jahre probieren möchtest, Deutschland einmal komplett zu vergessen. Einen hohen Schweizer Lohn kassieren und jegliche Ab- und Ausgaben in Deutschland zu tätigen passt nicht zusammen und funktioniert zum Glück auch nicht. Auch wenn es am Anfang schwerfällt, ist es auf Dauer für dich besser. So kommst du erst wirklich in der Schweiz an und gibst der Integration eine Chance.

      Dein Auto und deinen Hausstand, sofern es über 6 Monate in deinem Besitz ist, kannst du im Zusammenhang mit dem Umzug ohne Verzollung in der Schweiz einführen. Muss aber dennoch deklariert werden. Nach der Einfuhr hast du für das Auto maximal 12 Monate Zeit es in der Schweiz anzumelden, kommt aber auch darauf an wie viel Zeit dir die deutsche Versicherung für die Ummeldung gibt. Bei einer Rückkehr nach Deutschland kannst du das Auto und Hausstand auf dem selben Weg ohne Verzollung zurückführen. Es gibt Ausnahmeregelungen für die zeitweise Benutzung des Fahrzeugs in der Schweiz, diese ist aber auf maximal 2 Jahre begrenzt und im Anschluss müsste das Fahrzeug entweder zurück nach Deutschland oder definitiv versteuert werden. Was aber mit Sicherheit teurer wird als der reguläre Weg. Das Auto ohne Zollbewilligung mit Wohnsitz in der Schweiz in der Schweiz zu bewegen wäre ein strafrechtliches Zollvergehen.

      Cena90 schrieb:

      Was ist mit Temporärbüros gemeint? Zeitarbeit?
      Ja, damit ist Zeitarbeit gemeint. Zeitarbeitsfirmen in der Schweiz sind aber nicht mit deutschen Zeitarbeitsfirmen zu vergleichen und geniessen hier einen besseren Ruf als in Deutschland.

      Schöne Grüsse
      Maik
    • Vielen Dank an alle :)

      Eine Frage hätte ich aber noch und zwar:

      - Wenn ich jetzt aber gezielt nur für 1 - 3 Jahre vorerst in der Schweiz Leben und Arbeiten möchte um mir auch Monatlich etwas auf die Seite zu sparen da auch der verdienst und die Gehälter in der Schweiz höher sind als in Deutschland lohnt sich dass vom Finanziellen her?

      Mir geht es hauptsächlich erstmal um denn verdienst da man einfach besser verdient als wie in Deutschland wobei ich aber auch sagen muss dass die Schweiz auch echt schön ist.

      Wie sieht es eigentlich als Grenzgänger aus wenn man in der Schweiz arbeiten möchte und in Deutschland lebt? Das lohnt sich vom Finanziellen aber nicht wirklich?

      Da macht es mehr Sinn wenn man in der Schweiz arbeitet und lebt oder?
    • Du wirst schon etwas sparen können. Ich empfehle in dem Fall ein sog. 3. Säule (3a) Konto (bei der UBS: Fisca Konto) einzurichten, sofern du das Geld wirklich erst brauchst, wenn du nach Deutschland zurückkehrst. Hier kannst du pro Jahr maximal 6826 CHF sparen und von der Steuer abziehen (auch Quellensteuer). Beim Verlassen der Schweiz kannst du das Geld auszahlen lassen und zahlst einen reduzierten Steuersatz. Weitere Möglichkeiten sind der Erwerb von Wohneigentum oder eine Selbstständigkeit. Sonst kommst du an das Geld aber nicht mehr dran.

      in einigen Kantonen kannst du auch noch die 3b abziehen. Das lohnt bei einem so kurzen Aufenthalt aber nicht (Lebensversicherung).
    • cena
      Da hat Dir der Maik den Budgetplaner empfohlen...viele Fragen die Du hier stellst kannst Du ganz unkompliziert nachlesen...aber es geht auch darum...dass man sich mit dem Thema "Auswandern" auch befasst und nicht alle Antworten von den Forenteilnehmern sevierfertig erwartet.
      Beste Grüsse
      Honigbiene
    • jan82 schrieb:

      Du wirst schon etwas sparen können. Ich empfehle in dem Fall ein sog. 3. Säule (3a) Konto (bei der UBS: Fisca Konto) einzurichten, sofern du das Geld wirklich erst brauchst, wenn du nach Deutschland zurückkehrst. Hier kannst du pro Jahr maximal 6826 CHF sparen und von der Steuer abziehen (auch Quellensteuer). Beim Verlassen der Schweiz kannst du das Geld auszahlen lassen und zahlst einen reduzierten Steuersatz. Weitere Möglichkeiten sind der Erwerb von Wohneigentum oder eine Selbstständigkeit. Sonst kommst du an das Geld aber nicht mehr dran.

      in einigen Kantonen kannst du auch noch die 3b abziehen. Das lohnt bei einem so kurzen Aufenthalt aber nicht (Lebensversicherung).
      Die Überlegung war halt wenn Monatlich vom Lohn noch Geld übrig bleiben würde dass man es Monatlich in Deutschland auf sein Konto einbezahlt oder über Paypal gibt es da auch etwas zu beachten?

      Danke euch ich werde mir alles in Ruhe nochmal anschauen möchte auch jetzt nicht sofort in die Schweiz um dort zu leben und zu arbeiten möchte mich vorerst nur über alles wichtige informieren :)