Fragen zur Lohnabrechnung und Steuern

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    • Fragen zur Lohnabrechnung und Steuern

      Ich werde leider im Moment aus dem verlinkten Handbuch nicht so wirklich schlau und hätte da ein paar Verständnisfragen.
      • Wird in der Schweiz grundsätzlich ähnlich wie in Deutschland die Steuer und Pflichtabgaben wie Unfallversicherung etc. automatisch abgezogen oder hängt das vom Arbeitgeber, Kanton und Gemeinde ab?
      • Bei der Altersvorsorge sind 1. und 2. Säule Pflicht, werden automatisch abgezogen und ich muss mich erstmal um nichts kümmern?
        • Die 3. Säule ist freiwillig und wird ggf. steuerlich begünstigt?
      • Ab einem bestimmten Einkommen (120,000CHF / Jahr?) ist man zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Benötige ich dazu einen Steuerberater oder gibt es ähnliche wie in Deutschland Lohnsteuerhilfevereine?
      • Da ich noch mindestens eine Lohnsteuererklärung in D machen muss, kann mir da ein Schweizer Berater auch helfen oder benötige ich da ggf. deutsche Hilfe?

    • Hoi Fillg1

      zu 1. Quellensteuer wird direkt abgezogen, Unfallversicherung zahlt der AG wenn du mehr als 8 Stunden wöchtentlich dort beschäftigt bist, Krankenversicherung zahlst du selbst (es gibt keinen AG-Anteil)

      zu 2 JA

      zu 3 Ja - kenn mich da nicht so aus, aber ist nach Aussagen wesentlich unkomplizierter als in Deutschland, also kann man es oft sogar selbst machen

      zu 4 - kommt auf den Berater an und natürlich auf deine persönliche Konstellation (steuerlich)

      LG Kerstin
    • Kerstin schrieb:


      Unfallversicherung zahlt der AG wenn du mehr als 8 Stunden wöchtentlich dort beschäftigt bist
      Der Arbeitgeber zahlt die Berufsunfallversicherung (BUV) und der Arbeitnehmer die Nicht-Berufsunfallversicherung (NBUV). Das ist aber natürlich in den Abzügen berücksichtigt.


      Admin.ch schrieb:

      Wenn eine Person mindestens 8 Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber arbeitet, wird sie obligatorisch gegen Berufsunfälle und Nichtberufsunfälle versichert. Die Prämien für die NBUV werden von den Arbeitnehmenden getragen: Der Arbeitgeber zahlt die Prämien zu Beginn des Jahres gemeinsam mit den BUV-Prämien und zieht dann den NBUV-Anteil monatlich vom Lohn des Arbeitnehmenden ab.
    • Hoi fillg1,

      fillg1 schrieb:

      Wird in der Schweiz grundsätzlich ähnlich wie in Deutschland die Steuer und Pflichtabgaben wie Unfallversicherung etc. automatisch abgezogen oder hängt das vom Arbeitgeber, Kanton und Gemeinde ab?
      Abgezogen werden:
      AHV (1. Säule)/ ALV (Arbeitslosenversicherung)/ EO (Erwerbsersatzordnung) = 6.225% Arbeitnehmer
      BVG (2. Säule) = richtet sich danach, welchen Vertrag dein AG abgeschlossen hat. Normalerweise bezahlst du 50% der Beiträge, es gibt aber auch Arbeitgeber die mehr übernehmen (z.B. ihrerseits 60%)
      UVG (Berufsunfälle) = 100% bezahlt vom Arbeitgeber
      NBU (Nichtberufsunfälle) = normalerweise bezahlt vom Arbeitnehmer, es gibt aber auch Arbeitgeber welche diese zu 100% bezahlen
      Quellensteuer = abhängig vom Kanton, kannst du aber für fast alle Kantone online abrufen. Für Basel-Stadt wäre das hier

      Meiner Meinung nach ist es auf lohncomputer.ch sehr gut beschrieben. Die Werte stimmen auch meistens.

      fillg1 schrieb:

      Bei der Altersvorsorge sind 1. und 2. Säule Pflicht, werden automatisch abgezogen und ich muss mich erstmal um nichts kümmern?


      Die 3. Säule ist freiwillig und wird ggf. steuerlich begünstigt?
      1. und 2. Säule automatisch, siehe oben. Die 3. Säule ist freiwillig, allerdings kannst du nur die Säule 3a steuerlich anrechnen. 3a sind Bankkonten (aktuell ohne Verzinsung), Fonds (relativ teuer bei den meisten Banken) oder Versicherungen (auch relativ teuer, die Anbieter wollen schliesslich leben). Ich persönlich kann VIAC empfehlen als Säule 3a.


      fillg1 schrieb:

      Ab einem bestimmten Einkommen (120,000CHF / Jahr?) ist man zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Benötige ich dazu einen Steuerberater oder gibt es ähnliche wie in Deutschland Lohnsteuerhilfevereine?
      Die Steuererklärung in der Schweiz ist nicht vergleichbar mit der in Deutschland. Es gibt keine 1000 Sonderfälle zu beachten, sondern es ist relativ einfach auszufüllen. Die meisten Kantone haben eine Software dafür, und die Hilfen für das Programm sind sehr gut dokumentiert. Man kann auch problemlos anrufen beim Steueramt. Ich habe da bisher nur gute Erfahrungen gemacht.
      Es kann sich allerdings trotzdem lohnen, einen Treuhänder zu kontaktieren. Bei meiner letzten Steuererklärung hat meine Treuhänderin auch nochmal 1'500.- mehr ausgerechnet zu meinen Gunsten.


      fillg1 schrieb:

      Da ich noch mindestens eine Lohnsteuererklärung in D machen muss, kann mir da ein Schweizer Berater auch helfen oder benötige ich da ggf. deutsche Hilfe?
      Da bietet sich eher ein deutscher Steuerberater an. Die sind vermutlich günstiger, und kennen sich im deutschen System besser aus. Bei unterjähriger Veranlagung (also du hast noch ein paar Monate in Deutschland gearbeitet) ist es eine Überlegung wert. Das Schweizer Gehalt erhöht halt dein Welteinkommen und somit deine Progression in Deutschland, d.h. du musst evtl 2021 etwas nachzahlen in Deutschland.


      VG basileus
    • Hallo ihr Lieben,

      ich habe auch nochmal eine Frage zu dem Thema Steuern:
      ich weiß mein Netto-Einkommen als Assistenzärztin im 1. Weiterbildungsjahr. Ich werde eine B-Aufenthaltsbewilligung haben und im Kanton BS leben und wohnen. Von meinem Gehalt gehen laut Lohncomputer.ch weg:

      - AHV/IV/EO-Beitrag
      - ALV-Beitrag
      - NBU-Beitrag
      - KTG-Beitrag
      - Pensionskasse
      - Quellensteuer

      1. Ist Ch-Netto-Einkommen wirklich das Einkommen, das ich für Wohnung, Telefon,Internet, Leben, KV und PHV... zur Verfügung habe oder muss ich hiervon nochmal was für Steuern weglegen? Es ist für mich leider nicht ganz leicht, da ich auch in Deutschland noch nicht gearbeitet habe und mich in das Thema Steuer etc. gerade einlese...Entschuldigt daher die vielleicht "lapidare" Frage für Leute, die schon jahrelang arbeiten.
      2. Gehen diese Ausgaben gleich weg oder sammelt man diese oben genannten Ausgaben separat auf einem Konto und zahlt alles am Ende des Jahres. Ich habe herausgefunden, dass in der Schweiz die Steuern immer am Ende eines Jahres gesamt bezahlt werden und das sollte dann ja "griffbereit" vorhanden sein; dennoch wird auch immer beschrieben, dass manches gleich weg geht. Was stimmt denn nun?. Nicht, dass ich mich bei irgendetwas verkalkuliere :)
      3. Wie schaut es mit Kirchensteuer aus? Ich bin römisch-katholisch, ledig und habe keine Kinder.

      Danke wieder einmal für Eure Hilfe :)
    • Hallo Caro

      zu 1) Ja, da ist die Steuer schon weg (die Quellensteuer-Basis ist der Bruttolohn). Die Krankenversicherung geht noch runter (wie von dir geschrieben).

      Zu 2) Quellensteuer ist vergleichbar mit der Praxis in Deutschland. Du bekommst den Rest gar nicht ausgezahlt. Nicht, dass jemand versehentlich auswandert ohne die Abgaben abzuführen ;)

      zu 3) die Kirchensteuer wird bei quellensteuerpflichtigen vom Arbeitgeber abgeführt. Trittst du aus der Kirche (oder nur aus der Landeskirche) aus, informiert das Steueramt den Arbeitgeber. Der passt dann den Rest an. BV das musst du nichts machen.