Visum für Personen aus Russland

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    • Visum für Personen aus Russland

      Hallo zusammen

      Ich bin froh, auf dieses super hilfreiche und informative Forum gestossen zu sein.

      Nun habe ich eine Frage, die vl nicht ganz alltäglich ist:

      Ich bin Deutscher und lebe seit 5 Jahren in der Schweiz. Meine Lebenspartnerin ist Russin, gute Ausbildung (Pharmazeutin) und möchte mich gerne regelmässig besuchen. Mittelfristig ist geplant, zusammen in der Schweiz zu leben und zu arbeiten.
      Eine Heirat ist nicht geplant.

      Derzeit hat sie ein 3-jähriges Schengen-Visum, welches ihr aber nur eine begrenzte Anzahl an Aufenthaltstagen ermöglicht.

      Welche Möglichkeiten gibt es für uns, eine höhere Flexibilität zu erreichen?
      Irgendwo hatte ich etwas von einem Visum gelesen, dass gezielt zur Stellensuche ausgestellt werden kann und bis 1 Jahr gültig ist...


      Danke für eure Hilfe!

      Viele Grüsse aus Basel
      Christoph
    • Hallo Christoph

      Während der "Besuchsphase" ist das äusserst kompliziert, sofern ihr nicht heiraten möchtet und sie auch kein Geschäftsvisum bekommt. Um das gleich vorweg zu nehmen: Das mit dem Geschäftsvisum ist auch in recht klaren Settings schon kompliziert (in beide Richtungen). Ich habe früher auch nur Kurzzeit-Visa für Russland erhalten und musste jedes Mal das ganze Theater mitmachen: Von der Krankenkasse über Einladungen und und und. Da haben die Visa-Büros an mir gut verdient. Ich denke darum geht es dabei auch, weil wohl niemand ernsthaft glaubt, dass ich mich dauerhaft in Russland niederlasse.

      Viele Russen, die ich kenne, arbeiten in der Schweiz nicht in ihrem ursprünglichen Beruf. Sie nutzen dabei wirklich echt übel bezahlte Jobs als Sprungbrett, um überhaupt ein Arbeitsvisum zu bekommen. Und dann verbessern sie sich aus der Schweiz "langsam". Das ist aber besser als nichts und ein möglicher Weg ohne Heirat.

      Das mit dem 3-jährigen Visum finde ich aber komisch. Zunächst aber Respekt, dass das bei euch überhaupt so geklappt hat. Normalerweise sind Visa vom Typ D (> 90 Tage) nicht mehr mit Sperrfristen wie beim Typ C (< 90 Tage) belegt. Damit sollte man eigentlich flexibel sein. Und das Migrationsamt hat ja wahrscheinlich bestätigen müssen, dass sie in der Zeit bei Dir wohnt, oder? Vielleicht hilft es hier noch eine Bürgschaft deinerseits für ihre Ausreise abzulegen. Ich würde einfach mal beim Migrationsamt nachfragen. Für alles bürgen würde ich nicht, aber eben: Eine Ausreisegarantie erscheint mir da jetzt machbar.

      Gruss,
      Jan
    • Hallo Jan

      Danke für deine erste Einschätzung!

      Sie hat das Visum im letzten Jahr bei einer Agentur beantragt. Laut ihrer Angabe darf sie nur 30 von 90 Tagen im Schengen-Raum verbringen...aber womöglich sollte man das noch mal nachlesen.

      Aber generell siehst du keine grösseren Hindernisse, dass man als russischer Staatsbürger eine Stelle in der Schweiz antreten kann?

      Ich arbeite bei einem der beiden grossen Pharmaunternehmen in Basel, mit Arbeitskollegen aus aller Welt - russische Arbeitskollegen sind mir aber leider persönlich keine bekannt - daher meine Frage.


      Viele Grüsse
      Christoph
    • Hallo Christoph

      So ein Visum kenne ich bisher zumindest nicht. Aber scheint dann wohl eindeutig auch ein Besuchervisum zu sein - zum Arbeiten macht sowas ja keinen Sinn.

      Russland ist ein Drittstaat. Es ist schon etwas komplizierter. Hier ist die aktuelle Meldung des Bundesrats:

      admin.ch/gov/de/start/dokument…ilungen.msg-id-77233.html

      Der wichtige Teil ist dieser hier:

      Bundesrat schrieb:

      Im kommenden Jahr [2020] sollen wiederum 8500 Spezialistinnen und Spezialisten aus Drittstaaten rekrutiert werden können: 4500 mit Aufenthaltsbewilligungen B und deren 4000 mit Kurzaufenthaltsbewilligungen L.
      Diese Kontingente werden auf die Kantone aufgeteilt. In ZH kenne ich die Situation gerade selber: Da wird das Kontingent für 2020 warhscheinlich im nächsten Monat erschöpft sein. In anderen Kantonen sieht's anders aus, aber prinzipiell würde ich sagen: Am Anfang des Jahres hast Du/hat sie die besten Chancen. Und realistisch gibt es dann nur eine L-Bewilligung, weil die B-Bewilligungen schon weg sind. Das bringt also immer ein ungutes Bauchgefühl mit sich.

      Man kann aber Russen anstellen - bei Fachpersonal kein Problem. Es kommt in Deinem Fall eben auch darauf an, ob sie ihre Ausbildung anrechnen lassen kann oder eben nicht. Oft klappt das, manchmal nicht. Am einfachsten funktioniert das ganze via Heirat - aber dessen bist Du Dir ja bewusst. Wenn Du so einen "Notnagel-Job" suchst, damit sie einfach nur eine Bewilligung bekommt, kann ich dir wahrscheinlich einen Vermitteln. Aber da (eine Firma unter rusisscher Führung) ist sie Praktikantin und wird leider nicht optimal gefördert. Ist wirklich nur eine Not-Option.

      Gruss,
      Jan